05.06.2013

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Konzerteintritte und Meet & Greets...

Metal-Cruise Tagebuch - Tag 2 (pam)

Metal-Cruise Tagebuch - Tag 2 (pam)

Dienstag, 24. Januar 2012 - Port of Miami, FL

Überraschung: Es schläft sich auf der Metalcruise wie im 7. Himmel. Man könnte sich rein theoretisch in der eigenen Kabine eine metalfreie Zone schaffen und die Ruhe geniessen. Aber wer will das schon auf einer Metalcruise?

Guter Schlaf ist jedoch Gold wert, denn nach dem ausgiebigen Frühstück vom reichhaltigen Buffet – welches als eine weitere Überraschung sehr rege genutzt wird – geht’s um 10.00 Uhr gleich doppelt wieder los: Einerseits öffnet der Merch-Stand – doch die lange Schlange davor schreckt uns vorerst davon ab – und andererseits spielt mit WHIPLASH bereits die erste Band auf dem Pool Deck.

Wir lassen es heute mal langsam angehen und starten den Tag mit ORPHANED LAND aus Israel. Um es gleich vorweg zu nehmen, die Jungs mit ihrem Oriental-Metal waren die Überraschung bzw. Entdeckung des Tages. Zieht euch die Jungs mal rein (Trailer auf Youtube). Metal aus 1000 und einer Nacht. Der charismatische Sänger – ein moderner Jesus – brachte die Quote of the Week: «We are from Isreal but we have many Arabian, Moslem fans. You know why? Because Metal is the only religion which is global.» Ich glaub, bei diesen Worten hatte nicht nur ich Hühnerhaut und die friedliche Metal-Cruise war zugleich die Bestätigung dieser weisen Worte unter der heissen Sonne in der Karibik.

Anschliessend gab’s mit TANKARD richtig schönen Old School Alcoholic-Thrash-Metal Made in Germany. Die Jungs gaben ganz schön Gas und holten das Maximum aus der Mini-Bühne in der Lounge – inkl. Abknutschen aller weiblichen Fans, egal welchen Alters – raus.

KAMELOT durften dann auf die grössere Bühne im Theater. Wie schon früher im 2011 ersetzte Rhapsody-Sänger Fabio Leone den aus gesundheitlichen Gründen zurück getretenen Sänger Roy Khan. Ich mag zwar Kamelot ab der Konserve, aber irgendwie konnten sie heute ihren melodischen Powermetal nicht so rüberbringen.

Das gleiche gilt für STRATOVARIUS welche gleich anschliessend auf dem Pool-Deck spielten. Trotz prominenten Zuschauern: Der männliche Teil von Nightwish beobachteten ihre finnischen Mitstreiter auf der Cruise (siehe Bild - von links nach rechts: Marco, Tuomas, ..., Emppu, Jukka).

 

 

Ab 20.00 Uhr kamen für mich die beiden Höhepunkte auf der Cruise: THERION und ANNIHILATOR. Therion überzeugte wie immer nicht nur mit ihren epischen Songs, sondern auch mit den besten Stimmen weit und breit. Die vier Sänger und Sängerinnen würden auch auf jeder Opern-Bühne eine gute Figur und vor allem Stimme machen. Unglaublich die Range dieser Hammerstimmen und nicht zuletzt liefert Mastermind Christofer Johnsson und seine Jungs an den Instrumenten den perfekten Klangteppich für diese.

Annihilator bzw. Jeff Waters beweist wie kein anderer auf der Cruise, das Genie und Wahnsinn oft zusammen gehören. Kein anderer Gitarrist liefert auf dem Schiff so messerscharfe Riffs und high-speed Solos ab. Nicht nur mein Kinn hing während dieser Demonstration an Perfektion mehrheitlich weit nach unten. Mehrere Male betonte der Gitarrengott aus Kanada, dass es selten ein Bandmitglied über längere Zeit mit ihm aushält bzw. er es mit ihnen und so ist es umso erfreulicher, dass Dave Padden jetzt schon 9 Jahre mit Jeff unterwegs ist – und meiner Meinung nach ist der abwechselnde Gesang der beiden der beste seit es die Thrash-Legende um Jeff Waters gibt.

Die Feuertaufe bei Annihilator hatte ein junger Schlagzeuger (23 Jahre); gemäss Waters hatte er erst 4 – 5 Mal mit der Band geprobt und spielt heute sein erstes Konzert mit ihm überhaupt.  Er spielt jedoch schon wie ein kleiner Gott und das muss er auch, will er neben dem Genie an der Gitarre bestehen.

Nach diesen beiden Highlights konnten wir den zweiten Tag auf der Cruise mit ein, zwei Bierchen ausbaumeln lassen und unseren Ohren etwas Ruhe gönnen oder wie nach einem guten Mahl, den feinen Geschmack im Mund bzw. eben in den Ohren durch nichts mehr verderben lassen. Wir erlebten heute nebst 1000 und einer Nacht in der Karibik Metal in Perfektion.

Metal is our religion!

 

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