ENDORAS – The Dark Legacy

Melodic Power Metal
06.04.2013
166

Wir kriegen sehr oft Anfragen für Reviews – insbesondere auch von neuen, jüngeren Bands. Auch wenn seriöse Reviews viel Zeit benötigen, versuchen wir Reviews möglichst zeitnah zu machen. Das Problem ist dann jedoch, wenn wir Debuts/Scheiben erhalten, die wir einfach schlecht oder nicht wirklich nennenswert finden. Was macht man da? Schreibt man dies ehrlich – was wir eigentlich immer machen – oder lässt dann halt eine solche Review auch lieber mal sein. Auch im Interesse der Band. Es kann ja sein, dass ein anderer ein Album komplett anders beurteilt. Denn trotz aller Objektivität, Musik ist schlussendlich immer Geschmacksache.

Ich komme langsam zum Punkt. Auf der Metal Cruise 2013 – 70000 Tons Of Metal – lernen wir ein sympathische Schweizer Metal-Paar kennen bzw. machen kurz mal ein Foto von diesem. Im Gespräch stellt sich dann heraus, dass der Typ – Mischa Heinen – in einer Band ist. Ich biete ihm aus Höflichkeit eine Review an und einen Tag später sind wir im Besitze des zweiten Albums von ENDORAS. Noch nie gehört. Zu Hause nach der Cruise lege ich die CD zu dem Stapel offener Reviews, die ich in den nächsten Tagen und Wochen abarbeiten will.

Ein paar Wochen später lege ich mir Endoras – The Dark Legacy – in den CD-Spieler meines Autos. Und ich bin hin und weg. Schon nach dem ersten Song war klar, das wird definitiv kein Freundschaftsdienst, sondern eine Empfehlung an alle Metalheads, die auf melodiösen Bombast-Power-Metal stehen.

Für ich ist The Dark Legacy definitiv das bisher Beste was ich von einer Schweizer Band im diesem Genre gehört habe.

Das epische Intro – Into The Storm – startet mit einer Glocke, die von einer Bergkapelle stammen könnte. Piano und verzerrte Gitarre setzen ein, Schlagzeug gibt den Marsch vor und aufgeblasen wir das Ganze mit weiteren Orchesterinstrumenten – die korrekt zu benennen traue ich mir jedoch nicht zu, drum lasse ich es auch. Abgeschlossen wird das Intro mit einem Tusch. Und dann geht’s gleich los mit einem coolen Riff und dem Höhepunkt des Albums: Beyond The Horizon. Extrem geiler Song!

Und dann kommt, was mich gleich beim ersten Reinhören sofort umgehauen hat: Der Gesang von Mischa Heinen. Seine kraftvolle Stimme mit einer hörenswerten Bandbreite hat es mir angetan. Irgendwie erinnert mich seine Stimme stark an Bruce Dickinson. Ich könnte mir vorstellen, dass er Iron Maiden zum Besten geben könnte. Bei den clean gesungenen Passagen ist die Ähnlichkeit frappant – z.B. bei Into The Dungeons.

Dann sind es aber auch die Harmonien, abwechslungsreichen Songs mit ihren eingängigen Riffs, Double-Bass wo Double-Bass hingehört – bei Power-Metal ja fast immer – und gezielt eingesetzten Keyboard-Melodien, die das eindrückliche Gesamtpaket ausmachen.

Es ist nicht ganz einfach Endoras mit anderen Bands einzuordnen. So setzt sich z.B. mein absolutes Lieblingsstück Beyond The Horizon irgendwie aus Elementen von Virgin Steele (vor allem Refrain) und Iron Maiden Riffs/Basslinie oder dem witzigen The Story Of Jack im Stile von Alestorm zusammen. Bei anderen Stücken fühlt man sich teilweise an Rhapsody und Manowar erinnert. Alles in allem kann man aber sagen, dass Endoras ihren ganz eigenen Stil haben, der einfach gefällt.

Einen Füller hat das Album dennoch. Das ist die Ballade A Whisper In The Wind zum Schluss. Diese ist schon sehr kitschig und da gefällt mir auch der Gesang von Mischa nicht mehr so gut. Auch das ganze Arrangement wirkt nicht mehr so harmonisch wie bei den Songs zuvor. Schön ist die Frauenstimme und dies scheint Endoras ausbauen zu wollen (siehe weiter unten „Frontfrau gesucht“). Ein bisschen mehr, noch bombastischere Chöre wären auch cool.

Endoras macht definitiv Lust auf mehr. Die Aargauer auch mal live zu sehen und man freut sich darauf, was noch kommt. Auch wenn The Dark Legacy schon ein ziemlich starkes Album ist, Endoras hat definitiv das Potential zu mehr. Zum Beispiel mit einer noch fetteren Produktion, bisschen mehr von den bombastischen Chören. Noch ausgefeiltere Arrangements und die Stimme von Mischa noch genialer eingesetzt. Bis dann erfreuen wir uns an dem schon genialen Album The Dark Legacy. Und wer weiss, vielleicht spielen Endoras nächstes Jahr ja auf der Cruise …

Fazit: Wem Iron Maiden, Virgin Steele, Rhapsody, Manowar, Alestorm verpackt in epischem Powermetal gefällt, der sollte unbedingt mal reinhören oder noch besser, die Scheibe gleich bestellen.

Anspieltipps: Beyond The Horizon, The Story Of Jack

 

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Autor Bewertung: 7.5/10



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06.04.2013
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