Do, 24. Oktober 2013

CHILDREN OF BODOM, DECAPITATED, MEDEIA

Z7 (Pratteln, CH)
27.10.2013

Was für ein geiler Abend im Z7!

Laut Flyer sollte der Beginn der Show um 19.30 Uhr sein. Als ich Punkt halb achte vor der Tür stand, war die Erste Band Medeia (FIN) schon fast fertig mit ihrem Set. Was aber schon beim Betreten des Z7 klar war, heute wird es heiss! Denn die Halle war schon  gut dreiviertel voll.

Trotz meines verspäteten Aufkreuzens, kam ich doch noch in den Genuss von Medeia (FIN). Dieses Sextett stammt aus dem Land der tausend Seen. Kompromissloses Prügeln mit Melodien, die von der headbangenden Wasserstoff Blondine am Keyboard beigesteuert wurden, war hier angesagt. Und zwar in so einer Lautstärke, das man’s ohne Ohrenstöpsel nicht lange aushielt und das Ergebnis dementsprechend ausfiel: matschiger Brei, der nur im hinteren Teil der Halle einigermassen gut tönte. Was die Ansagen des Shouters anging, verstanden hab ich nix, da er irgendwas ins Mik nuschelte. Etwas Positives gibt es aber… die Lichtshow war gut!  Sorry Jungs und Mädels, diese Band konnte mich nicht wirklich überzeugen.

Nach kurzer Umbaupause legten auch schon Decapitated (PL) los. Technical – Death – Metal steht bei diesen Jungs aus Südosten von Polen auf dem Programm. Von Anfang an hauten sie ihre Mucke mit einem extremen  Druck um die Ohren der Metalfans. Die Stimmung war top, die Riffs gut, und der Groove der Songs verleitete so richtig zum Kopf kreisen und Haare fliegen lassen. Zeitweise hatten ihre Songs einen grindigen ja fast schon doomigen Touch, was aber super passte. Die Band kommt voll gut an und hat sichtlich Spass auf der Bühne. Der Sänger mit seinen Dreadlocks, die locker denen von Tomi Joutsen  (Amorphis) Konkurrenz machen können, flitztet auf der ganzen Breite der Bühne hin und her und liess seine Haare kreisen und schmettere seinen Text mit kraftvoller Stimme in die Runde. Toll zum Ansehen aber leider weniger toll für die Fotografen im Graben. Den schon beim zweiten Song lief der Schweiss die Dreadlocks herunter und verteilte sich beim Schwingen der Matte im Umkreis von einigen Metern. Die Saitenfraktion haute in die gleiche Kerbe und war nonstop am headbangen. Ein solider und unterhaltsamer Gig der Jungs aus Polen.

Children Of Bodom (FIN) wurden schon sehnlichst erwartet und enterte fast pünktlich um 21.30 Uhr die Bühne.  Und die Fans waren vom ersten Augenblick an auf der Seite der Kinder Bodoms. Die ausgestreckten Arme mit samt Pommesgabeln zeigten immer wieder bis in die hinterste Reihen Richtung Bühne und es bot sich ein Bild, das zum Schreien war. Wohin man blickte, kreisende und im Takt wippende Köpfe, fliegend Haare und eine super Stimmung im unterdessen fast vollen Z7. Alexi forderte die Metalheads immer wieder zum Mitmachen auf, was diese sich nicht zweimal sagen liessen und abgingen, als hätte man ihnen eine Rakete in die  Hintern gesteckt und  gezündet. Moshpit, Circlepits oder einfach Oldshool – Headbangen und Fun haben war das Motto des Abends.

Was den Wortschatz des Herrn Laiho angeht, hat er doch einige Wörter dazu gelernt. Unterdessen bringt er schon mal einen Satz zustande, der nicht das bekannte F-Wort enthält. Aber was das Auftreten des Wildchild betrifft, ist und bleibt er der Alte. In gewohnter Pose mit einem Bein auf dem Monitor und dies mehr oder weniger während des ganzen Gigs, flitzen die Finger des Finnen in atemberaubender Geschwindigkeit über das Griffbrett seiner Klampfen. Roope Latvala der hauptsächlich Rhythmus- und ein paar Harmonie-Parts spielt, könnte gut auch noch ein paar Soli übernehmen. Rein spielerisch hat er’s nämlich genau so drauf. Was sein Gesichtsausdruck anbelangt, hätte man meinen können, dass es wohl der schlechteste Tag der Tour ist. Mundwinkel permanent nach unten gezogen und ein Leck-mich-am-Arsch-Gesicht. Motiviert sieht anders aus! Auch Janne am Keyboard setzte des Öfteren den gleichen Gesichtsausdruck auf, was ich zuerst mit dem nervigen giftigen Ton seines Instrumentes in Verbindung brachte. Zum Glück änderte der Ton sich bald in den angenehmen Bereich und auch Janne löste sich aus seiner Erstarrung und rockte bei seinen Einsätzen zünftig mit. Zu den Herren an Bass und Drum lässt sich nur sagen: Well done guys! Voller Einsatz und Spielfreude von Anfang an.

Nun zum Sound und dessen Qualität: dieser dröhnte fett und druckvoll aus den Boxen und die Setliste ist auf Nummer sicher mit hauptsächlich Klassikern und ein paar Songs aus dem aktuellen Album “Halo Of Blood“. Egal ob neues Material oder alter Shit, Bodom wird abgefeiert! Was mir heute extrem auffällt ist das Licht im Z7. Wusste gar nicht was diese so hergibt, wenn die richtige Person an den Regler sitzt. Es wurden  alle Farben, Strahler und sogar die drei kleinen Discokugeln eingesetzt um der Show den letzten Schliff zu passen. Einfach Hammer! Ab dieser Bombenstimmung die heute herrschte, scheinen auch die Finnen beeindruckt zu sein. Mit lautem Knall und einem holy-fucking-shit –Ruf von Alexi wurde zum letzten Song gerufen. Ab dem tosenden Applaus der die Halle anschliessend erfüllte, liessen sich aber die Kinder Bodoms erweichen und kamen unter Sirenenlärm für eine Zugabe auf die Bühne. Nach guten 75 Minuten und einem Hammergig, war dann definitiv Schluss.

 

Setliste:

  1. Transference
  2. Needled 24/ 7
  3. Living Dead Beat
  4. Halo Of Blood
  5. Scream Fot Silence
  6. Bodom After Midnight
  7. Lake Bodom
  8. Hate Crew Deathroll
  9. Dead Man’s Hand On You
  10. Are You Dead Yet?
  11. Bloodtrunk
  12. Angels Don’t Kill
  13. Towards Dead End
  14. Downfall
  15. Zugabe:
  16. In Your Face

Wie fandet ihr das Konzert?

27.10.2013
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