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Di, 10. Dezember 2013

UNEARTH, THE PERCENT, STRAINED NERVE

KiFF (Aarau, CH)
25.12.2013

So kurzweilige 75 Minuten habe ich schon lange nicht mehr erlebt wie am Unearth–Gig im Kiff, der einmal mehr von Metalmayhem organisiert wurde. Obwohl der Gig an einem Dienstag stattfand, strömten die Fans kurz nach Türöffnung, zahlreich aus der halben Schweiz ins Kiff.

Als Opener dieses Abends hatte The Percent (CH) das Vergnügen. Die vier Aargauer, die nicht erst seit kurzem auf der Bühne stehen, legten ohne langes Fackeln los. Ihr Old School Hardcore kommt vom ersten Ton bei den Anwesenden an und Roman (Vocals), der übrigens mehr oder weniger keine Minute ruhig auf der Bühne stehen kann, forderte die Fans sofort zum Mitmachen auf. Kein Wunder stand auch schon nach kurzer Zeit der erste Fan auf der Bühne und setzte furchtlos zum Sprung in die Menge an. Circle Pits fehlten eben so wenig, wie headbangende Köpfe und hüpfende Fans. Die Drums klangen fett und aggressiv, hatten einen sehr angenehmen Ton und die knallharten Gitarrenriffs von Tom, dröhnten druckvoll aus den Boxen. Beim zweitletzten Song forderte Roman nochmals alle auf, mit zu machen egal wie, was auch recht gut klappte. Mit „Dust to Dust“ beendeten die Jungs nach dreissig Minuten ihren kurzweiligen und sauberen Auftritt.

Nach kurzer Pause, die knapp für eine Zigarettenlänge reichte, hiess es Vorhang auf für Strained Nerve (CH), ebenfalls Aargauer. Die relativ junge Band hat einen eigenständigen Stil entwickelt, der sich zwischen Melodic Death und Trash Metal bewegt. Die ersten zwei Songs waren noch nicht optimal abgemischt, so dass die Stimme des Sängers unterging. Auch ein nervendes Pfeifen war zu hören, das sich mehr oder weniger durch das ganze Set zog. Die Gitarrensoli waren recht gut, tönte stellenweise nach coolem altem Heavy Metal, waren aber viel zu dünn und setzten sich nicht durch, genauso wie der Gesang. Der übrigens abgesehen von dem, eine gute Mischung aus Melodiös und Aggressivität war. Etwas nervig fand ich das Geschnatter des Sängers zwischen den Songs. Erinnerte mich an Peach Weber, einfach ohne Witz. Ein Lob geht an den Bassisten, der kurzfristig als Ersatz einsprang und seinen Job gut machte. Allgemein merkte man den Jungs die fehlende Live–Erfahrung an, denn jeder konzentrierte sich auf sein Instrument. Show auf der Bühne war daher gleich null. Nichts für Ungut Jungs! Aber wenn ihr die  Songs verfeinert, mehr aus euren Klampfen holt, der Sänger an seiner Gesangstechnik arbeitet und alle dazu noch etwas Einsatz auf der Bühne zeigen, dann kommt es gut.

Und dann endlich war es soweit! Unearth (USA) stürmten die Bühne und wurden unter tosendem Applaus von den Fans empfangen. Die Amis aus Massachusetts die bekannt sind für ihren Metalcore der mit Elementen aus Melodic Death Metal gespickt ist und auch noch eine Prise Thrash Metal enthält, zeigten vom ersten Ton an wo der Bär tanzt. Nämlich genau da wo Unearth auf der Bühne stehen! Die 15jährige Bühnenerfahrung der Jungs, die allen Hochs und Tiefs getrotzt haben, zahlt sich aus. Die Band stampfte die Bretter vom ersten Ton an in den Boden und rockte ab wie eine Rakete. Zu ihrem wilden Stage Acting kommt noch ein extrem präzises Spiel dazu, dass es eine reine Freude ist.

Trevor (Vocals) überzeugt mit seiner gewaltigen Stimme und reisst die Fans mit. Die beiden Klampfer wechseln die Bühnenseiten dauernd und posen bis zum abwinken. Buz McGrath (Guitar) stellt sich als Clown der Band heraus, der mit komischen Faxen und Sprüchen, die anwesenden zum Lachen bringt. Die Drums wurden ebenfalls zünftig und präzise verprügelt und der Bass rundete das ganze Zusammenspiel ab. Absolut druckvoll und sauber klang der Sound aus den Boxen. Die Band sprühte nur so vor Spielfreude und Energie und zockte ihr Set gnadenlos durch, ohne dass es einem eine Sekunde langweilig wurde. Die Setliste war eine gute Kombination aus den Alben „The Oncoming Storm“, „In The Eyes Of Fire“ und „Darkness In The Light“ und enthielt für jeden Geschmack etwas.

Doch was soll das?! „May Will Be Done“ soll der letzte Song des Abends gewesen sein? Das kann doch nicht wahr sein, wird sich der ein oder andere gedacht haben, die haben doch erst angefangen zu spielen! Sad but true…die 75 Minuten Spielzeit vergingen wie im Fluge und der Bühnenvorhang wurde geschlossen. Eine Zugabe wäre durchaus angebracht gewesen, wurde uns aber vergönnt. Nicht zu trotze,  Unearth haben eine Hammershow hingelegt und auf ganzer Linie überzeugt!

 

Setlist

  1. Watch It Burn
  2. Great Dividers
  3. This Lying World
  4. Arise The war Cry
  5. Last Wish
  6. Endless
  7. Eyes Of Black
  8. Sanctity Of Brothers
  9. Crow Killer
  10. Black Hearts Now Reign
  11. Giles
  12. My Will Be Done

Wie fandet ihr das Konzert?

25.12.2013
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