Sa, 8. März 2014

Bündner Metal Night Vol. 3

Palazzo (Chur)
18.03.2014

Zum 3. Mal fand im Palazzo Chur die Bündner Metal Night statt. Für all diejenigen, die bis jetzt noch nix davon mitgekriegt haben, hier einen  kurze Zusammenfassung dieses Events.

Die Bündner Metal Night wird von vier Jungs organisiert, die die Metal Szene im Osten der Schweiz beleben wollen. Welche Location könnte sich hierzu besser eignen, als das Palazzo in Chur. Das Fassungsvermögen dieses Lokals beträgt gut 980 Nasen, bietet eine anständige Bühne mit guter Lichtanlage und was dazugehört. Von der runden Bar die etwas erhöht im hinteren Teil des Lokals steht, hat man eine Topaussicht auf das Geschehen und kann sich zudem schnell mit Flüssigem versorgen. Für alle die sich nicht auf den Beinen halten mögen, gibt es genügend Sitzplätze. Die aufgestellten Holztische/Bänke erinnern an Campingtische die man oft an öffentlichen Grillplätze antrifft und tragen zum gemütlichen Ambiente bei. Einzig die Sanitäranlage lässt zu wünschen übrig. Dafür muss man hier nicht befürchten, dass das Bier mit einem Seifengeschmack die Kehle runterfliesst wie in Oslo (siehe Bericht Prog Power 2013), da hier automatische Seifenspender fehlen und das Bier meist in Dosen über die Theke geht.

Neben dem üblichen Gesöff, das an der Bar erhältlich ist, fehlt an der Metal Night auch eine extra eingerichtete Met Bar nicht, die regen Anklang fand. Das DJ Team versüsst den Abend mit Songs aus allen Ecken des Metals und eine Verlosung, an der das „metallische“ Allgemeinwissen und die Trinkfestigkeit des Publikums auf die Probe gestellt werden, findet auch jedes Mal statt. Sofortpreise sind garantiert!

Spezielle Events wie CD–Taufen sind ein weiteres Highlight der Bündner Metal Night, neben den nationalen und internationalen Bands, die die Bühne des Palazzos in den Boden stampfen. So auch an der 3. Bündner Metal Night vom 8. März 2014.

Abysmal Art

Den Auftakt des heutigen Abends, machte die Death-Metal Band Abysmal Art aus Chur. Dass es sich dabei nicht um unbekannte Gesichter in der Bündner Metalszene handelt, war schnell klar. Waren doch mit Adi (Drums & Vocals) und Dani (Guitars & Vocals) zwei der Veranstalter des Events selber auf der Bühne. Der Start der Jungs erfolgte mit Linecheck und ohne Vorwarnung, was bei den Anwesenden für etwas Verwirrung sorgte. Dazu trug auch der fehlende Bassist bei. Wo sich der Herr befand, stellte sich nach einigen Songs raus. Nämlich im Publikum! Er war kurz vor dem Gig ausgestiegen, da er sich musikalisch in eine andere Richtung bewegt.

Nichts zu Trotz gaben die Jungs ihr Bestes auf der Bühne und prügelten ihren interessanten, ein wenig Prog beeinflussten, Death Metal durch die PA. Messerscharfe Riffs, eingehende Soli und hämmernde Double-Bass Drum-Attacken standen auf dem Programm. Am Gesang beteiligten sich alle Bandmitglieder und wechselten zwischen clean Vocals und Growls ab, was zusätzlich für Abwechslung sorgte. Dass die Band mit technischen Problemen auf der Bühne zu kämpfen hatte, bewirkte sich glücklicherweise nicht gross nach vorne raus.

Bemerkbar machte sich leider durch lange Pausen zwischen den Songs und vermehrte Konzentration auf ihr Spiel, die fehlenden Proben und ein noch nicht tightes Stageacting. Für Auflockerung sorgte ein Kumpel der Jungs, der mit Mik bewaffnet auf die Bühne stürmte und seine Parts beisteuerte, und so einem Song einen leichten Hardcore–Touch verlieh. Zur Mitte des Sets, tauchte dann auch der neue Bassist, den man Gerüchte zufolge am Schwingerfest aufgerissen hat, auf. Sofort kam der Sound druckvoller daher, obwohl die Regler des Basses ruhig etwas höher gedreht hätten werden dürfen. Übrigens wurde bei diesem Gig die neue Promo–CD „Made Of Corpses“ von Abysmal Art vorgestellt, auf der man sich vom Können dieser Jungs überzeugen lassen kann. Auch wenn Abysmal Art noch einiges an Luft nach oben hat was Stageacting betrifft, kam ihr Auftritt vor dem Heimpublikum durchwegs gut an.

In der kurzen Pause zwischen dem nächsten Auftritt, fand die Verlosung statt. Vor der Bühne tummelten sich einige Besucher die rege daran teilnahmen. Leider entzieht es sich meinen Kenntnissen, aus dem „wieso-weiss-ich-auch-nicht“-Grund, was für Fragen gestellt wurden.

Deserted Fear

Aber zu Deserted Fear war ich dann wieder 100% anwesenden. Holy Shit…eine Band ganz nach meinem Geschmack! Lange Haare bis an den Arsch und klassischer Death-Metal à la Dismember oder Asphyx, der einem da in die Fresse geknallt wird! Dass die Jungs aus Thüringen ein eingespieltes Team sind, konnte nicht in Frage gestellt werden. Ein absolut geiles Zusammenspiel aller Bandmitglieder. Die vordere Front die von Manuel (Guitar/Vocals), Fabian (Guitar) und Albrecht (Bass) abgedeckt wird, kreissten ihre Matten mehr oder weniger nonstop, legten ein cooles Posing zu Tage und zockten gekonnt und interessant ihr Set durch. Simon an den Drums war auch nicht ohne und verwandelte die Bühne mit seinem Spiel und den Double-Bass Drum-Attacken in ein komplettes Gewitter.

Technisch spielen die Thüringer auf hohem Niveau. Elemente aus dem Thrash sind ebenso zu finden in ihrem Sound, wie typische, nennen wir’s mal „Wikinger-Riffs“, die einem an Amon Amarth erinnern. Messerscharfe Riffs und Breaks, Hooklines, die dem Sound eine Eingängigkeit verleihen und geile Growls die sich mit Clean Vocals abwechseln, zeichnen Deserted Fear aus.

Ihr Set bestand aus Songs von ihrem 2012er Debutalbum „My Empire“ und dem neuen 2014er Album „Death Metal Bulldozer“. Passender konnte der Albumtitel nicht gewählt werden. Den Live präsentieren sich die Jungs als wahren Bulldozer, deren Musik das Publikum runterwalzt. Die Band kam vom ersten Ton gut bei den Metalfans an, legte eine gute Spielfreudigkeit auf die Bretter, kam sehr sympathisch rüber und genoss ihren Auftritt sichtlich. Leider ging der Gig viel zu schnell zu Ende. Doch die Zugaben–Rufe und das Geklatsche der Anwesenden lockte die Band nochmals auf die Bühne wo uns ein aller letzter Song zum Besten gegeben wurde. Sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass die Thüringer die 7-Stundenfahrt extra für das Metal Night Publikum auf sich genommen haben. Und es hat sich allemal gelohnt. Denn einige neue Fans dürften der Band auf sicher sein!

Nach diesem kurzweiligen Gig, bei dem die Nacken einiger Metalheads arg beansprucht wurden ging eine erfolgreiche 3. Bündner Metal Night zu Ende.

Also merkt Euch diesen Event! Denn am 19. April und 17. Mai 2014 stehen die nächsten Bündner Metal Nights an!


Wie fandet ihr das Festival?

18.03.2014
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