LAYMENT – Of Gods And Goats

Heavy Metal
14.04.2014

Was fange ich als Schweizer damit an, dass eine Band aus Herne kommt? Also, Herne liegt zwischen Bochum im Süden und Recklinghausen im Norden, im Nordosten liegt Castrop Rauxel und im Südosten Dortmund – der Westen interessiert mich jetzt gerade nicht. So zweideutig das Wort auch sein mag, die Jungs kommen aus dem Pott, dem Ruhrpott.

Was fange ich wiederum damit an? Die Scheibe klingt nach Stahl, Rauch und Dreck, verdammt! Und das ist gut so!

LAYMENT gibt es seit 1996, sie scheinen ein leicht mafiöses Gespinst zu sein und werden durch das Schmidt-Brüder-Triumvirat gebildet welche die Saiten und Stimmbänder beherrschen. Ergänzt wird das Line-up durch die ausserfamiliären Buddies Benjamin Burschei an der Gitarre, Kris Kajewski an den Keyboards und Matthias Schweiger an der Battery.

Sound? Bretthart mit eingeschleusten Balladen, Metal mit Core-Avancen, heisse Riffwände und Wimmer-Soli, stabiles Bass- und Trommlerfundament. Die sind geil, die Jungs!

LAYMENT bringen mit „Of Gods And Goats“ ein richtig gutes, uriges Metal-Brett heraus, das sich gewaschen hat. Das ist weder eintönig noch trivial, das ist abwechslungsreich, anscheinend ohne Berührungsängste zu den verschiedensten Genregrenzen. Absurd, aber bei meinen Recherchen bin ich auf die Bezeichnung Gothic gestossen – weiss ich, was sich der Verantwortliche da eingepfiffen hat? Davon habe zumindest ich nichts bemerkt.

„Of Gods And Goats“ ist die vierte Studioscheibe der Truppe, die bereits viel Live-Erfahrung sammeln konnte, sei das nun am Metalfest in Tolmin oder als Support durchaus namhafter Kollegen. So unterstützten die Männer unter Anderem Soulfly, Dragonforce, Eisregen oder Negura Bunget.

Die Liste der Musiker oder Bands aufzuzählen, welche sie als Einflüsse angeben, würde diese Review bei weitem sprengen. Das kann aber gerne auf ihrer Facebook-Seite nachgelesen werden.

Die zehn Tracks auf dem Album sorgen für beinahe 50 Minuten Spass. Insgesamt ist der Sound ziemlich melodiös, der Gesang clear, teilweise aber mit einer Härte und Power, die in krassem Gegensatz zu den balladigen Parts steht.

Anspieltipps gibt es einige auf der Scheibe. „Rejected Son“ gehört zu den harten Tracks, musikalisch wie sprachlich – schnelle Blasts und ein mehrfacher „Motherfucker“-Ruf. Der zurückgewiesene Sohn ist ziemlich sauer.

Mit „To The Ravens“ bringt die Band einen klassischen Metalsong im SABATON-Stil, „This Covenant“, notabene der längste Track, lässt den Zuhörer zwei instrumentale Minuten lang herunterfahren, kommt dann als Hymne mit schnellen, metallisch-harten Passagen über die Runden.

Ein ebenso überzeugender Track ist der letzte Song der Scheibe „Long Lost Forever“ – chorale Gesänge mit einer tollen Hookline und einem Refrain, der sich sofort einprägt und zum Mitsingen einlädt – „far away!“

Der Titeltrack „Of Gods And Goats“ belegt auch einen Spitzenplatz im Trackranking – saubere Gitarrebarbeit – die übrigens das gesamte Album prägt – und eine mächtige, hymnische Komposition machen das Stück zu einem der Rosinen.

Im Verlauf dieser Besprechung fällt mir ein Grund auf, warum mir das Album gefällt – da ist etwas AMON AMARTH drin – ohne Growl natürlich – und Manowar aus ihren guten Zeiten.

Der langen Rede kurzer Sinn – das Album steht jeder anständig sortierten Metalsammlung gut und verdient eine sehr gute Bewertung.

 

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Trackliste

  1. Another Road
  2. To The Ravens
  3. The Seafarer
  4. This Covenant
  5. Beauty Beast
  6. Rejected Son
  7. I Am Kholossos
  8. Of Gods And Goats
  9. Homewards

Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 8/10



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14.04.2014
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