Sonata Arctica - Z7 Pratteln, 27. April 2014 - Foto: Tanja
So, 27. April 2014

SONATA ARCTICA, TRICK OR TREAT

Z7 (Pratteln, CH)
11.05.2014

Sonntag, 27. April 2014… SONATA ARCTICA steht an

Für mich das erste Mal, dass ich die Finnen live erlebe; ich bin entsprechend sehr gespannt, vor allem da ich nach meiner Review ihres neusten Albums meine Meinung über sie ein wenig revidieren musste. Mal schauen, ob das Konzert meine Meinung weiter positiv beeinflusst.

Was beim Betreten des Z7 sofort auffällt, ist, dass es ungewöhnlich farbig ist. Aber nicht nur das, abgesehen von überdurchschnittlich vielen „normal“ gekleideten Leuten, finden sich auch viele Kinder und Teenager; man merkt, dass Sonata Arctica nicht gerade das ist, was man eine True Metal Band nennen würde. Nicht, dass das was Schlechtes wäre, auf keinen Fall, ich finde es nur immer wieder interessant, wie das Publikum die jeweilige Band widerspiegelt. Und getreu dem Eindruck mit Sonata Arctica eine eher massentaugliche Band zu sehen, füllt sich das Z7 auch ganz ansehnlich.

Trick or Treat

Bevor aber Sonata loslegen, sind die Italiener von TRICK OR TREAT dran. „Pünktlich“ um halb neun (Beginn wäre acht Uhr gewesen, aber wann beginnt ein Konzert schon mal wirklich pünktlich?) betritt die Band die Bühne und legt auch gleich los mit Prince With A 1000 Enemies von ihrem neusten Album Rabbit’s Hill Pt. 1. Der Song fetzt, das Publikum ist begeistert und feiert mit den Italienern ab. Es folgen Songs, die nach Reaktion des Publikums – von denen einige die Band besser zu kennen scheinen als ich – zu den besseren gehören… oder einfach sonst super funktionieren.

Spätestens bei Girls Just Want To Have Fun merkt man, dass Trick Or Treat sich selbst tatsächlich nicht so ernst nehmen. Das ist auch ganz gut so, todernste Metal Bands gibt es schliesslich schon genug. Leider (und unverständlicherweise) hatten Trick Or Treat nur eine halbe Stunde Spielzeit und so ist nach Like Donald Duck (bei dem Alessandro Conti seine Kollegen mit einer aufblasbaren Gitarre tatkräftig unterstütz) schon Schluss für den sympathischen Frontmann und seine Band. Es bleibt zu hoffen, dass es sie bald mal wieder in die Schweiz verschlägt.

Umbaupause. Da ich nichts Anderes zu tun habe, verfolge  ich die Umbauarbeiten. Diese halten sich in erstaunlichen Grenzen und sind auch nach ca. 15 Minuten abgeschlossen. Natürlich geht das nicht an, dass man nur eine Viertelstunde Pause hat zwischen zwei Bands (man muss der Schlange vor dem Klo schliesslich auch Zeit geben, kürzer zu werden), also wird grosszügig noch eine Viertelstunde draufgelegt, während der sich gar nichts tut auf der Bühne. Nun, wir haben ja Zeit, ist erst nach neun und die Bar will auch noch ein wenig Umsatz machen… ziemlich pünktlich um halb zehn – das Z7 ist unterdessen bis nach hinten gefüllt– wird es dann wieder dunkel und der Headliner ist dran. Schauen wir mal, was sie können.

Sonata Arctica

Sonata Arctica legen los mit The Wolves Die Young, dem Opener ihres neusten Albums, Pariah’s Child. Danach folgen einige Songs, die ich nicht kenne – im Gegensatz zum Publikum. Dieses haben die Finnen schon vom ersten Song an fest im Griff (wozu auch der wirklich gut gemischte Sound beiträgt), es wird mitgeklatscht, was das Zeug hält, und im Laufe des Abends wird sich diese Euphorie sogar bis auf die Leute hinter dem Mischpult übertragen – was in Pratteln ein untrügliches Zeichen für einen wirklich guten Auftritt ist.

Nach What Did You Do In The War, Dad?, den ich zum Glück wieder kannte, kam Full Moon, den ich – o Wunder – nicht kannte, und dann X Marks The Spot, bei dem Mitsingen angesagt war – allerdings nicht lange, alles streng nach Plan und wie auf dem Album. Irgendwann fragte ich mich dann, wo Cloud Factory geblieben war. Laut der Setlist, die ich mir vor dem Konzert mal angeschaut hatte (man ist ja vorbereitet, nicht wahr?), hätte der schon längst kommen müssen… leider kam das Konzert zu seinem Ende, ohne dass der Song noch gespielt worden wäre. Fand ich persönlich sehr schade, hätte den gerne live gehört, hätte sicher auch gut funktioniert. Wie auch immer, dafür hatten wir die Live Premiere von Love, das war auch ganz schön. Gleich im Anschluss dann die Live Granate I Have A Right. In der Zugabe wurde dann noch Blood gespielt (ebenfalls von Pariah’s Child)… alles in allem kann ich nicht klagen, ich kannte verhältnismässig doch viele Songs, und die anderen konnte ich sehr geniessen, auch wenn ich sie zum ersten Mal gehört habe. Einige waren mit grosser Sicherheit Hits, so wie das Publikum reagiert hat, also würde ich die Setlist als gelungen bezeichnen, auch da ich mir doch bei vielen Songs vornahm, sie mir mal in der Albumversion anzuhören, weil sie mir so gut gefielen.

Ich verliess das Z7 (schon um viertel nach elf!) mit dem Gefühl, ein wirkliches gutes Konzert erlebt zu haben. Das Einzige, was ich bemängle, ist die kurze Spielzeit von Trick Or Treat. Wenn man nur eine Vorband hat, könnte man der ein bisschen mehr als nur eine halbe Stunde Spielzeit einräumen. Abgesehen davon wurde aber alles richtig gemacht, und für meinen Teil werde ich mir sicher mehr von Sonata anhören. Für beide Bands kann ich mit gutem Gewissen eine Live-Empfehlung aussprechen, für all jene, die sie verpasst haben sollten.

Setliste Trick or Treat

  1. Prince With a 1000 Enemies
  2. Premonition
  3. Loser Song
  4. Rabbits‘ Hill
  5. Girls Just Want to Have Fun
  6. (Cyndi Lauper cover)
  7. The Tale of Rowsby Woof
  8. Like Donald Duck

Setliste Sonata Arctica

  1. Intro
  2. The Wolves Die Young
  3. Losing My Insanity
  4. My Land
  5. Sing in Silence
  6. Flag in the Ground
  7. What Did You Do in the War, Dad?
  8. Full Moon
  9. X Marks the Spot
  10. Tallulah
  11. White Pearl, Black Oceans…
  12. Love (Live Premiere)
  13. I Have a Right
  14. Kingdom for a Heart (abridged)
  15. Wolf & Raven
  16. Blood*
  17. San Sebastian*
  18. Don’t Say a Word (with Vodka outro)*
  19. Outro

*Zugabe


Wie fandet ihr das Konzert?

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