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TIMO TOLKKI’S AVALON – Angels of the Apocalypse

Metal Opera, Power Metal, Symphonic Metal
19.08.2014

Eines kann man dem ehemaligen Maestro von Stratovarius nicht vorwerfen: Faulheit. Nur ein Jahr, nach dem er mit „The Land of new Hope“ sein Pendant zu Avantasia veröffentlicht hat, schiebt Timo Tolkki bereits den Nachfolger „Angels of Apocalypse“ hinterher. Bei seinen Songschreiber Qualitäten muss das aber nicht zwingend schlecht sein…

Wie bereits beim Debut  vor einem Jahr hat sich der Finne zahlreiche Prominenz ins Studio geholt. Und einzig Elize Ryd von Amaranthe ist erneut dabei, alle anderen sind „Neulinge“ bei „Timo Tolkki’s Avalon“. Aber nur da… Ein Blick auf diese Gästeliste lässt einem schon staunen. Floor Jansen von Nightwish ist dabei, genauso wie Simone Simons von Epica. David deFeis von Virgin Steele liefert (wie schon beim Debut damals von Avantasia) eine starke Leistung ab und auch Fabio Lione braucht ebenfalls keine Vorstellung. Als alter Savatage Fan ist dann auch noch der Name Zak Stevens ein persönliches Highlight für mich. Für die Instrumente sind zudem die ex-Stratovarius Leute Tuomas Lassila (Drums) und Antti Ikonen (Keyboards) zuständig.

Nun denn – beschäftigen wir uns also mal mit dem zweiten Teil von Tolkki’s eigener Metal Oper. Die Stilrichtung ist gegeben: bombastischer Power Metal, teils heftiger, teils ruhiger, mit massig klassischen Einschüben.

Ein seltsames Spoken Word Intro geht nahtlos in den Opener „Jerusalem is falling“ über und hier zeigt Fabio Lione seine Klasse. Ein zügiger Song, im Mittelteil ist bereits der symphonische Hintergrund das erste Mal hörbar. Fabio kommt später nochmals zum Zug bei „Stargate Atlantis“, einer Nummer die wie keine andere an Stratovarius erinnert. Einfach ohne Kotipelto…

Aber jetzt folgt erst mal ohne Unterbruch „Design of the Century“ und hier ist das erste Mal Floor Jansen an der Reihe. Stilistisch kein grosser Unterschied zum Opener, aber durch den weiblichen Gesang kriegt die Nummer einen völlig anderen Touch. Die Nightwish Sängerin singt noch zwei weitere Songs: das eher belanglose und recht Keyboardlastige „Paradise Lost“ sowie der Ballade „You’ll bleed forever“. Ebenfalls nicht so spektakulär. Der Song – an der gesanglichen Leistung hingegen kann man nicht nörglen.

Dank einer herausragenden Performance von David deFeis ist „Rise of the 4th Reich“ zweifellos DAS Highlight des Albums. Auch wenn vor allem zu Beginn die Ähnlichkeit zu Avantasia deutlich hörbar ist, ist die Nummer auch durch seinen kurzen, simplen und mit Orgelklängen unterlegten Refrain einfach geil.

Dann ist ja noch Zak Stevens. Der Circle II Circle Sänger leiht seine Stimme zu „Neon Sirens“. Wohl die Nummer, die man am ehesten als „straight“ bezeichnen kann, der Bombast ist hier faktisch auf null zurückgeschraubt.

Somit bleibt noch eine Sängerin übrig: Epica’s Simone Simons. Zusammen mit Newcomerin Catarina Nix und Elize Ryd ist die Holländerin auf „High above me“ am Werk. Das sind 4 Minuten 40 Sekunden Klaviergeklimper und Geträller sowie 40 Sekunden Schlagzeug und Gitarre (sollte wohl ein Solo darstellen…). Mir schläft das Gesicht ein.

Aber wie das so ist bei solchen Alben – ich hab das glaub’s beim Debut schon mal erwähnt…: am Ende muss ein bombastisches, episches, mindestens zehnminütiges Meisterwerk stehen. Welche Überraschung – dies ist hier tatsächlich der Fall! Während bei „Land of new Hope“ Michael Kiske dem Titelsong seinen Prägestempel aufgedrückt hat, sind hier dafür die drei obengenannten Damen am Werk, allerdings noch mit Floor Jansen als Verstärkung. Allerdings schaffen es die Ladies nicht annähernd, eine solche Performance abzuliefern wie der Unisonic Sänger… Der Song ist lahm, und die Frauenstimmen gehen je länger es dauert immer mehr auf die Nerven. Neun Minuten können lange sein…

Das kurze (und völlig überflüssige) Instrumental „Garden of Eden“ beschliesst Timo Tolkki’s zweite Metal Oper.

Ein zwiespältiges Werk hat der Finne hier auf den Markt gebracht. Der Stratovarius-Anteil wurde ziemlich zurück gefahren, einige wirklich gute Songs, eine mehr als ansehnliche Gästeliste mit dabei – aber umgekehrt wirklich langweilige Titel und der Gesangsanteil der weiblichen Fraktion wurde zumindest teilweise sehr überstrapaziert. Insgesamt eine Spur schwächer als das Debut und darum nur noch 6.5 Punkte.

 

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Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 6.5/10



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19.08.2014
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