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Fr, 21. November 2014

MACHINE HEAD

Komplex 457 (Zürich, CH)
23.11.2014

Machine F***ing Head – Ein massives und ehrliches «Wow»!

Verehrte Metalinsider, wer wie ich, Ende der 1970er geboren wurde und in den 1990ern bereits den ersten himmlischen Klängen der «Maschinenköpfe» lauschen durfte, weiss, dass diese Band um Frontmann «Rob Flynn» klingt, wie keine andere aus dieser Zeit und diesem Genre – und das bis heute. Oftmals umstritten, ob Machine Head nun mit Hardcore, NuMetal oder Thrash-Metal jene lauschenden Genre-Ohren verwöhnte, fand diese grandiose Band jedoch immer wieder Platz auf den grössten Metal- und Hardcore-Festivals und Ereignissen, und letztlich auch in vielen Herzen unterschiedlichster Geschmäcker. Die Einen finden sie zu prollig, die anderen bekommen eine Gänsehaut, wenn der Song «Davidian» anklingt und lässt sie auf der Stelle losspringen oder gegen die Wall-of-Death laufen. Fakt ist und bleibt für mich, dass mir «Machine Head» deswegen so gefällt, weil man sie nicht 100 prozentig zuweisen kann und nicht zuletzt auch deswegen, was Rob an den Gitarren in Drop-D fabriziert. Alter Falter!

Ende der 1990er beobachtete ich mit gespanntem Vergnügen, wie sich die Band mit «The Burning Red» weiterentwickelte und welche Richtung sie nun nahm. Nicht auch zuletzt mit dem Outfit und der Klangwelt der Band. Eine Richtung, der einige meiner «True-Metal-Freunde» damals sehr skeptisch gegenüberstanden (Hintergrund-Gebrüll von Schorsch: Slayer!). Zu den Haupteinflüssen zählt Robert Flynn klassische Thrash-Metal-Bands wie Metallica, Exodus oder Testament sowie Groove-Metal-Bands wie Pantera oder Exhorder. Metal, NuMetal oder Hardcore? Auch ich war immer wieder skeptisch gegenüber dem neuen Material – jedoch haben es Machine Head immer wieder geschafft, sich in mein Herz und in mein Ohr zu spielen und dort zu bleiben. Ob nun Hardcore, Crossover, Nu-Metal, Neo-Thrash oder Thrash-Metal, damals wie auch heute: …«Let freedom ring with a shotgun blast!» (das wohl von Machine Head bekannteste Zitat aus dem Song «Davidian» vom Album «Burn My Eyes» von 1994).

Machine Head, Freitagabend, der 21. November 2014 im Komplex No.457 in Zürich, zwanzig Jahre nach der ersten Platte. Ich freue mich wie ein kleines Kind auf «Rob Flynn», Frontmann und einzig übrig gebliebenes Gründungsmitglied – und mein Jugend-Idol. Niemand konnte so gut singen, spielen, Songs 1 zu 1 spielen und meterweit durch die Gegend springen. So jung sollten wir beide so schnell nicht mehr zusammenkommen. Seit über zwanzig Jahren sorgen Machine Head für volle Häuser und Festivalgelände auf der ganzen Welt und haben sich den Stand als «herausragende Live-Band» wahrlich mehr als verdient erarbeitet. Was 1994 mit dem ersten Album «Burn Your Eyes» begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer kleinen Metal-Erfolgsstory. Und hier stehe ich nun, mit meinem Glas Bier und den ersten grauen Haaren im Bart und bin nervös wie damals Ende der 90er in Eindhoven, Holland. Das Haus ist voll und die Leute werden langsam unruhig. Ja, da haben sie auch allen Grund dazu. Einer könnte das siebte Studioalbum «Unto The Locust» sein, mit welchem Machine Head erstmals die Top Ten der Schweizer Charts knackten.

…und sie knackten nicht nur die Schweizer Top Ten Charts, sondern bereits auch in den ersten Sekunden ihrer Show ihr Publikum. Jeder tat sein Bestes, um sich körperlich angepasst zur massiven Musik-Wand zu bewegen. Ein Gitarrengewitter der Extraklasse, unzählige Headbangings und die volle Ladung «Machine Fucking Head». Obgleich ich – wie so oft bei Machine Head’s neuen Alben – anfänglich skeptisch gegenüber den «neuen Sachen» war, zog ich bereits beim ersten Song meinen Machine-Hut vor der immer noch anhaltenden Power und massiven melodischen Klangwelt der Band: beeindruckend. Live unheimlich treffsicher, ob nun Drums oder Gitarren, alles passt, ist richtig gestimmt und klingt, wie es klingen muss. Die Band vereint mit ihrer Musik nicht nur live alte Werte, alte Riffs, arrangiert erahnende Zwischenteile trotzdem neu und traut sich zu ausgedehnten Gitarren-Soli. Aber: SIE können und dürfen das; auch gerne einmal ausgiebiger. Die Eintrittskarte hängt nun an meiner Wand. Und da bleibt sie auch immer in guter Erinnerung an einen für mich historischen Abend.

Fanzit

Das aktuell rauf und runter laufende Stück auf meinem Telefon ist «Now We Die». Das neue Album erinnert mich im Summa Summarum trotz der für Machine Head bekannten Vielfalt, teilweise an Slipknot’s Handhabe mit ihren Songs: Einfache abgedämpfte und tiefe Riffs in den Strophen und einen ausklingenden Refrain, der in diesem Kontext und Konstrukt «Strophe-Bridge-Refrain» gerne in die NuMetal Richtung gleitet. Aber es funktioniert. Ich mag die unbarmherzige Härte auf der neuen Scheibe, und die Arrangements zwischen Melodie und «Fuck-You-All-Jetzt-Geht’s-Ab-Riffs». Machine Head finden letztlich immer wieder zu einem melodischen Refrain mit einer wichtigen emotionalen oder rationalen Aussage, bei dem ich immer wieder sagen muss: Rob-Heads, ihr habt es (halt immer noch megaaaa krass) drauf.

Merci und Ade.
Euer Farez


Wie fandet ihr das Konzert?

23.11.2014
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