Di, 16. Dezember 2014

AT THE GATES, TRIPTYKON, MORBUS CHRON

KiFF (Aarau, CH)
18.12.2014

Dank einem Geschäftstermin in Hannover, der mir sehr kurzfristig auferlegt wurde, drohte der Besuch im Kiff zu scheitern. Da gab es nur eins: morgens in aller Herrgottsfrühe aus den Federn, auf die Pünktlichkeit der Airline hoffen und vor dem Feierabendverkehr alle Engpässe der A1 zwischen Kloten und Baden bewältigt. Der Metalgod war mir gut gesinnt und stellte alle Ampeln auf Grün. Den ausverkauften Gig von At The Gates wollte ich nämlich um keinen Preis, wie rund 500 andere Fans auch, verpassen.

Nachdem die Schweden sich nach 19 Jahren mit „At War With Reality“ erfolgreich zurück gemeldet hatten und jetzt wieder im Business angekommen sind, tourten sie zum Abschluss des Jahres 2014 mit Triptykon und Morbus Chron durch die Hallen Europas.

Morbus Chron

Den Auftakt machten Punkt 20.00 Uhr die Schweden Morbus Chron. Im Oldschool Metal Outfit wurde sofort losgelegt. Ohne grosse Ansagen oder sonstigen Interaktionen spielten die Stockholmer ihr Set durch. Ihr Sound war oft sehr schwerfällig und langsam, bestach aber durch melodiöse Gitarrenarbeit und wechselte sich mit tonalem Gebolze ab. Stimmlich war Morbus Chrons Shouter sehr interessant und wechselte zwischen Clean, Growls und Sprechgesang ab. Die Lautstärke bewegte sich im angenehmen Rahmen und das Licht wurde dem vorwiegenden düsteren Musikstil angepasst. Morbus Chrons träges Stageacting und ihr doomig angehauchter Thrash- / Deathmetal  vermochte den Funken im gut gefüllten Kiff verständlicherweise nicht zu zünden.

Triptykon

Bei Triptykon die danach die Bühne enterten, kam dann vor allem im vorderen Bereich des Kiffs etwas Stimmung auf. Kann doch die Band um Tom Gabriel Warrior auf eine recht grosse Fanbase zählen. Der schleppende, monotone und wenig Dynamik enthaltende Sound, ging aber in einem ziemlichen Soundbrei unter. Abwechslung in dem zudem noch sehr statischen Performing war sicherlich die attraktive Bassistin, die ihr Handwerk im Griff hatte und fast etwas übertrieben ihr Instrument behandelte. Sorry liebe Leser, Triptykon mochte mich nicht zu überzeugen und ich zog ein interessantes Gespräch bei einem Bier ihrer Show vor.

At The Gates

Dann war es endlich soweit! Auf den Schlag um 22.00 Uhr, ging der Vorhang für At The Gates auf. Nicht wenige der Zuschauer freuten sich seit Jahren, wenn nicht knapp zwei Jahrzenten auf diese Show. Zu den Klängen von „ Altar Del Dios Desconocido“, dem Intro ihres neuen Albums „At War With Reality“, betraten die Pioniere des Göteborg-Metal die Bühne. Von der erste Minute an kochte die Stimmung im Publikum. Circle-Pits, Mosh-Pits, fliegende Haare und sogar einige Crowd-Surfer konnten ausgemacht werden. Und nach jedem Song flogen die „Horns Up“ soweit das Auge reichte.

At The Gates spielten sich absolut sympathisch und routiniert quer durch ihre gesamte Diskographie. Der Schwerpunkt lag dabei klar auf ihrem neusten Werk. Aber egal was die Schweden spielten, ob Klassiker oder neues Material: At The Gates hatten das Publikum auf ihrer Seite! Tomas Lindberg (V) wirkte zwar etwas sehr müde, war aber trotzdem immer in Bewegung, holte die Fans ab und kriegte das Dauergrinsen nicht mehr vom Gesicht.

Der Sound hätte etwas druckvoller und klarer ausfallen dürfen, doch das Auftreten und die Sympathie die von der Band ausging, machte dieses Manko locker wett und vermochten zu begeistern.

Wieder einmal war ein absolut geiler Gig nach kurzweiligen 75 Minuten zu Ende. Nach den Zugaben verabschiedeten sich At The Gates unter tosendem Applaus von den Brettern des Kiffs.

Und für mich endete ein intensiver und langer Arbeitstag mit einem genialen Ende, das noch lange in Erinnerung bleiben wird, Punkt 00.00 Uhr im wohlverdienten Schlaf.

 

Setlist AT THE GATES

  1. Altar Del Dios Desconocido
  2. Death And The Labyrinth
  3. Slaughter Of The Soul
  4. Cold
  5. At War With Reality
  6. Terminal Spirit Disease
  7. Raped by the Light of Christ
  8. The Circular Ruins
  9. Under A Serpent Sun
  10. Windows
  11. City Of Mirrors
  12. Suicide Nation
  13. Heroes And Tombs
  14. Nausea
  15. World Of Lies
  16. The Burning Darkness
  17. The Book Of Sand (The Abomination)
  18. Blinded By Fear*
  19. Kingdom Gone*
  20. The Night Eternal*

*Zugabe


Wie fandet ihr das Konzert?

18.12.2014
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