Saltatio Mortis - Z7 2014 - Foto: Friedemann
Do, 18. Dezember 2014

Eisheilige Nacht – Subway To Sally, Saltatio Mortis, Unzucht, Heldmaschine

Z7 (Pratteln, CH)
/ 26.12.2014

Tourauftakt im Z7

Am 18.12.14. war es wieder so weit: Subway to Sallys Eisheilige Nacht war in der Schweiz. Dieses Mal war der Auftritt in Pratteln sogar der Tourauftakt. Fehler oder Zwischenfälle hätte man jedoch vergeblich gesucht, auch bei der speziellen Überraschung am Ende (mehr dazu später) lief alles reibungslos ab – und das trotz minimaler Vorbereitungen. .

 

Heldmaschine

Los ging’s um kurz vor sieben, was bedeutet, dass das spätarbeitende Volk (meine Wenigkeit) den ersten Töne noch von der Garderobe her lauschen durfte. HELDMASCHINE eröffneten den Abend und räumten voll ab. Die Jungs erinnerten sehr stark an Rammstein und machten auch entsprechend Stimmung. Das Z7 war zu der Zeit wohl halb gefüllt, wenn man alle Leute zusammengepfercht hätte. Diese Hälfte machte aber für Schweizer Verhältnisse sehr gut mit, was ein ziemlich guter Indikator ist, dass Heldmaschine zu begeistern wussten. Nebst der musikalisch absolut überzeugenden Darbietung war auch die Bühnenpräsenz der Jungs nicht zu verachten, und dass der Sänger, René Anlauff, sich beim dritten Song durchs Publikum bewegte, machte ihn durchaus sympathisch. Wie für die erste Band typisch, hatte Heldmaschine eine Spielzeit von 30 Minuten, um fünf vor halb acht war also Schluss.

Unzucht

Nach einer Viertelstunde ging’s mit UNZUCHT weiter. Ich muss ehrlich sagen, dass die Band nach Heldmaschine einen schweren Stand hatte – zumindest bei mir und meiner Begleitung. Das soll nicht heissen, dass sie nicht ebenfalls Stimmung gemacht hätten – 105dB vom Publikum ist doch ganz beachtenswert – und sie schienen auch bei den noch nicht vorgewärmten Neuankömmlingen (das Z7 war um die Zeit ganz ordentlich gefüllt) gut anzukommen. Auch hier galt die halbe Stunde Spielzeit, um zehn nach acht war’s auch wieder vorbei… und die Vorfreude auf SALTATIO MORTIS stieg.

Saltatio Mortis

Diese liessen auf sich warten und legten erst um zwanzig vor neun los. Aber dann gab’s kein Halten mehr. Die Jungs sind immer ein Garant für super Unterhaltung und das in mehrfacher Hinsicht. Erstens sind ihre Songs mitreissend und laden von sich aus auch schon zum Mitmachen ein, zweitens ist Alea ein Frontman der Extraklasse, der er wie kaum ein anderer versteht, das Publikum zum Klatschen und Springen zu animieren. Nebst einer toll gewählten Setliste inklusive dem der deutschen Nationalhymne nachempfundenen Wachstum Über Alles gaben die Jungs auch zwei Songs ihres 2015 erscheinenden Albums zum Besten. Hier ging vor allem der erste Song ordentlich ab – kein Wunder, der Refrain war „Ho ho ho“ (was jetzt einfach jeder mitsingen kann) und inhaltlich ging’s darum, dass es draussen 30 Grad hat, im Einkaufzentrum aber schon Weihnachten ist. Die Kritik wurde in ein sehr eingängiges Gewand gekleidet und so war es kein Wunder, dass das wohl fast ausverkaufte Z7 beim Refrain aus voller Kehle mitsang.

Zwischen den Songs sorgte Lasterbalk (der Drummer und Märchenerzähler der Band für die Nicht-Eingeweihten) mit seinen kurzen, humorvollen Ansagen immer wieder für Lacher und Kurzweil. Der zweite neue Song (Wo Sind Die Clowns?) hat sich im Gegensatz dazu schon fast zu gut in schon bekannte Songs eingefügt. Gut war er aber allemal. Bei Ode an die Feindschaft begab sich Alea wie gewohnt crowdsurfend und singend ins Publikum – eine Tradition, die ich immer gern aus sicherer Entfernung beobachte.

Subway To Sally

Nach 70 Minuten war auch für Saltatio Mortis – vorerst – Schluss und es folgte wieder eine längere Umbaupause. Die hätte man wohl ein wenig kürzer halten sollen, denn es war einerseits zwar gut, sich von SaMos sehr intensivem Auftritt zu erholen, aber irgendwie schien bei SUBWAY TO SALLY der Funke nicht so recht überspringen zu wollen – und das trotz super Setlist. Ein Hit (und persönlicher Favorit) jagte den nächsten, ganz selten gab’s mal einen Song, der nicht zu meinen Lieblingsliedern von Subway gehört. Wie immer wurde das Ganze von eindrücklichen Pyroeffekten untermalt, dieses Mal auch ganze ohne Verbrennungen soweit ich das mitgekriegt habe. Den ganzen Auftritt über hat Eric (der wohl grösste Fan der Z7ner Dezibelanzeige) immer wieder versucht, den im letzten Jahr gesetzten Rekord des Publikums von 113dB zu knacken – leider vergeblich (Anm. d. Red.: Bei Amon Amarth im August schafften es die Fans auf unglaubliche 115.8dB). Ich weiss nicht, woran es lag, aber dieses Jahr haben wir schändlich versagt, trotz des so zahlreich anwesenden Publikums.

Nun, wir mögen enttäuscht haben, Subway to Sally aber sicher nicht. Nebst ihrer eigenen wie immer hochprofessionellen und mitreissenden Show (hier gilt es auch noch die super Tonabmischung des ganzen Abends hervorzuheben) haben sie am Ende völlig überraschend auch noch die gesamte SaMo Crew auf die Bühne geholt um mit ihnen unter anderem Kleid aus Rosen, Neun, und Veitstanz zu performen. Da gaben wir dann doch nochmal alles, was in uns steckte und das obligatorische Singen von Julia und die Räuber ging auch schon los, kaum hatten die Bands die Bühne verlassen. (Wer’s nicht kennt: Bei Subway to Sally chantet man nicht „Zugabe, Zugabe“, sondern singt eben „Blut, Blut, Räuber saufen Blut…“.)

Die Band liess sich nicht allzu lange bitten – was wohl daran lag, dass man eigentlich mit Saltatio Mortis zusammen duschen wollte, was bei ganzen 2 Duschen sicherlich schön kuschelig wurde – und mit dem ebenfalls obligatorischen „Was sing ihr den da für ein schreckliches Lied?“ kam man dem Publikumswunsch nach und verabschiedete sich mit der Bandhymne. Erfreulicherweise war der Abend um 23:55 zu Ende, was mir eine gute Heimkehr mit den ÖV ermöglichte; etwas was ich doch sehr zu schätzen weiss. Und früher gehen ist immer irgendwie blöde, weil man dann meist das Beste verpasst.

Es war wieder mal ein von vorne bis hinten überzeugenden Abend und ich weiss, wieso die Eisheilige Nacht bei mir jedes Jahr als fixer Termin im Kalender steht. Nicht nur haben mich Subway noch nie enttäuscht, auch ihre Support-Bands Auswahl ist immer wieder gut. Wer also noch nie auf einer der Nächte war, muss dies unbedingt nachholen.

Fotos von Friedemann


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