Mi, 10. Juni 2015

TREMONTI, LIKE A STORM

Kofmehl (Solothurn)
13.06.2015

Das Kofmehl in Solothurn ist an diesem Abend mässig bevölkert. Die Galerie ist nicht geöffnet, aber es hat doch eine rechte Schar Fans im Hause. Wenn ich schreibe „mässig bevölkert“ meine ich dies – zur Berichtigung – für Kofmehl-Verhältnisse, da diese Location des Öfteren bis auf den letzten Platz ausverkauft ist.

Gitarren-Gott Marc Tremonti gibt sich heute Abend mit seinem Solo-Projekt die Ehre, die neue Scheibe „Cauterize“ im Gepäck, die genau zum Konzertdatum veröffentlicht wird.

 

Support: Like a Storm

Die Band, welche auch bereits Alter Bridge begleitet hat und jetzt auch als Support von Tremonti ihr Bestes gibt, kommt heute Abend bei den Zuhörern nicht wirklich gut an. Viele sind draussen und geben somit den Herren auf den Brettern gar keine Chance, andere wiederum stehen an der Bar und wenige Zuschauer stehen vor der Bühne. Eigentlich schade, denn der Sound der Typen ist eigentlich ganz in Ordnung. Natürlich kein „Metal“ im eigentlichen Sinne, eher Rockmusik im härteren Bereich angesiedelt. Nebst vielen Eigenkompositionen spielen die Jungs auch einige Cover-Songs. Kommt bei vielen anderen und mir leider nicht so gut an und erweckt den Eindruck, dass die Band keine „Eigenständigkeit“ besitzt. Allerdings sind die „eigenen“ Songs dann wirklich so gut inszeniert und kreativ vorgebracht, dass dieser Eindruck nicht lange haften bleibt.

Sympathisch auch, dass die Jungs nach getaner Arbeit am Schluss des Konzerts am Merch-Stand stehen, Fotos mit sich machen lassen (nein, ich habe keines beantragt) und auch entsprechend Autogramme verteilen. Wenn wir gerade beim Thema Merch-Stand sind. Alle die heute etwas von Marc Tremonti kaufen (z.B. die neue CD, welche übrigens zu günstigen 15.- zu erstehen ist), haben im Anschluss ans Konzert die Möglichkeit, eine Unterschrift des Meisters zu erhalten. Ist das wirklich wahr oder nur so eine Ansage und Abzockerei (wie auch schon erlebt)? Mehr dazu später.

 

Tremonti

Nach einiger Umbauzeit auf der Bühne, welche sich jedoch in Grenzen hält (die Bühne ist ja auch nicht so gross wie im St. Jakobspark) ist das Kofmehl nun bereit für den Hauptact: Tremonti. Man darf gespannt sein, welche Setlist sich Marc zusammengestellt hat. Denn so viel Auswahl wie andere Bands hat er noch gar nicht. Denn mit „All I Was“ und der neuen Scheibe „Cauterize“ stehen erst gerade an die 20 Songs zum Spielen bereit.
Die Band betritt die Bühne und die Jungs rocken los. Die Musik ist druckvoll und grundsätzlich auch gut gemischt, leider aber nicht der Gesang von Marc. Der geht – wenigstens zu Beginn des Gigs – ziemlich stark den Bach runter. Nichtsdestotrotz zupft der Gitarrenvirtuose von Anfang an wie gewohnt an seinem Instrument rum. Mit schielendem Blick auf den Bühnenrand sehe ich erst jetzt, dass Monsieur Tremonti gerade mal für jeden in der Setlist stehenden Song (kein Witz!) eine eigene Gitarre mitgebracht hat. Unglaublich….

Es wird schnell klar, dass der musikalische Schwerpunkt auf dem ersten Longplayer liegt, welchen Tremonti veröffentlicht hat. Am Schluss des Konzerts kann ich so ganze 9 Songs dem alten Album zuordnen. Macht grundsätzlich auch Sinn, wenn die neue Scheibe just am Datum des Konzerts in Europa veröffentlicht wird.
Trotzdem finde ich die Mischung der Setlist ganz gelungen. Härtere Songs wechseln sich mit eher lockereren Rhythmen. Und Marc Tremonti – welcher bei Alter Bridge natürlich eine andere Position bekleidet – macht sich auch als Leadfigur ganz gut. Dass die Circle-Pits, welche er ansagt, nicht stattfinden ist nicht sein Fehler, sondern einfach dem Umstand zuzuordnen, dass es nicht genügend Zuschauer hat, welche sich darum bemühen.
Was mich einmal mehr fasziniert ist die unverkennbare Art, wie Marc Tremonti seine Instrumente behandelt. Auch seine Art und Weise wie er sich menschlich sympathisch gibt, beeindruckt einmal mehr.
Auch der Rest der Band gibt alles und unterstützt somit den guten Groove von Marc. Einzige die manchmal ein wenig dramatischen Bewegungen vom Drummer nerven, er wirkt zeitweise wie eine Drama-Queen. Er drischt so theatralisch auf sein Drum-Kit ein, dass es schon wieder unecht wirkt.

Dann die grosse Frage, taucht Herr Tremonti und auch der Rest der Band am Merch-Stand auf um wie versprochen zu signieren? Ja tun sie und wie. Das ist noch gelebte Fan-Nähe. Kein Stress, hie und da noch ein „Schwätzchen“ und ein Lächeln. So soll es sein. Erhält für mich das Prädikat „Auf dem Boden der Realität geblieben“.

 

Fanzit: Ein rockiger Abend in einem nicht überfüllten Kofmehl, guter Sound und angenehme Stimmung. Eine Vorband die halt Vorband ist und ein Tremonti, welcher einmal mehr mit seinem Neben- / Soloprojekt überzeugt und die Gitarrenriffs der eher härteren Sorte sprechen lässt. Gelungen!

 

Setliste

  1. So You’re Afraid
  2. All That I Got
  3. Cauterize
  4. You Waste Your Time
  5. All I Was
  6. Flying Monkeys
  7. The Things I’ve Seen
  8. Giving UpBrains
  9. Decay
  10. Another Heart
  11. Leave It Alone*
  12. Wish You Well*

*Zugaben


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13.06.2015
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