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GLORYHAMMER – Space 1992-Rise of the Chaos Wizard

Power Metal
29.09.2015

1‘000 Jahre später – der ewige Kampf zwischen Gut und Böse geht in die nächste Runde

Für den Fall, dass jemand nicht weiss, wer hinter Gloryhammer steckt: dies ist die Zweitband von Alestorm Mastermind Chris Bowes. Mit Schweizer Sänger. Und somit eine Band mit immerhin 20% Swissness. 2013 erschien das Debut Album „Tales from the Kingdom of Fife“, welches – gepaart mit einem comichaften Konzept – ein ganz grosses Highlight am Power Metal Himmel wurde. Auch auf der Bühne wurden die Kämpfe zwischen dem Helden Angus McFife und seinem bösen Widersacher Zargothrax ausgefochten – mehrheitlich auf Festivals, aber auch auf kleinen Touren durch Australien und letzten Winter durch Europa.

Im Jahr 992 wurde Zargothrax besiegt und eingefroren. Eintausend Jahre später – wir schreiben das Jahr 1992 – wird die böse Kreatur befreit. Und Angus McFife’s Nachkomme, Angus McFife der Dreizehnte, nimmt den Kampf auf um die Welt endgültig von diesem Bösewicht zu befreien. So die Story des Albums. Die zweite einer Saga, die sich über einundzwanzig Teile erstrecken soll…

Im Heavy Metal gibt’s heutzutage alles Mögliche an Konzepten und Einstellungen. Da hat auch so eine klischeebeladene Comic Geschichte durchaus Platz, zumal das Werk auch musikalisch durchaus überzeugt. Dies grad mal rasch ein Wink mit dem Zaunpfahl an allfällige Kritiker, welche alles immer todernst nehmen müssen…

Es gibt wenige Alben im Jahr 2015, auf die ich so gespannt bin, wie auf dieses Werk! Denn Gloryhammer spielen bekanntlich genau den Sound, bei dem ich vor Freude im Quadrat rum hüpfe… „Space 1992 – Rise of the chaos Wizards“ enttäuscht nicht und bietet erneut ein hammermässiges Power Metal Feuerwerk. Allerdings bieten hier Gloryhammer mehr als nur eine Kopie ihres Erstlings. Eines ist allerdings gleich geblieben: je öfter man das Album hört, desto besser wird es!

Der Anfang ist altbewährt: nach einem kurzen Intro knallt das schnelle „Rise of the Chaos Wizards“ aus den Boxen, eine erste Bewährungsprobe für die Nackenmuskulatur. Aber ein Unterschied fällt sofort auf: der Gesang. Thomas Winkler singt anders, irgendwie rauer, was den Songs einen neuen Touch gibt.
Insgesamt sind zudem mehr schnelle Nummern zu hören („Questlords of Inverness Ride to the Galactic…“, „Universe of Fire“), aber die klassischen Stampfer dürfen nicht fehlen: „Legends of the Astral Hammer“ sei genannt, eines meiner persönlichen Highlights. Auch das Ende des Albums ist stilecht mit dem fast zehnminütigen „Apocalypse 1992“. Und dazwischen gibt’s mit „The Hollywood Hootsman“ eine Nummer, die live garantiert für grossartige Stimmung sorgt und bei der Basser James Cartwright wohl im Mittelpunkt stehen wird. Hail to Hoots! Auch hier fällt übrigens die geänderte Stimmlage von Thomas wieder auf…

Was ebenfalls komplett fehlt, ist ein Schleicher. Darüber bin ich jetzt auch nicht wirklich traurig, denn die guten Balladen sind längstens alle geschrieben. Oder hab ich das schon mal gesagt…?

Gibt’s denn auch Kritikpunkte? Wohl ja – sonst wäre es ja ein 10-Punkte Album.
Die Story spielt 1992, da versteh ich auch, dass der Einsatz von Keyboards für spacige Effekte gebraucht wird. An vielen Orten passt es auch. Aber sorry Jungs – „Universe of Fire“ ist grenzwertig. Die Melodie des Songs ist wirklich geil, aber der üble Techno-mässige Beat (vor allem beim Refrain) ist mehr als nur gewöhnungsbedürftig… Das hat dieser Song eigentlich nicht verdient! Könnt Ihr den nicht nochmal in einer Heavy Metal Version aufnehmen…??

Aber was soll’s – „Space 1992 – Rise of the Chaos Wizards“ ist ein Album, welches insgesamt einfach Spass macht! Das beginnt beim absolut abstrusen Cover (keine Spur mehr von einer Hammerfall Kopie…), geht über den grössten Teil der Musik bis hin zu der der Story über Angus McFife und Zargothrax. Hier passt alles einfach wunderbar zusammen! (Fast) Alles richtig gemacht – das gibt unter dem Strich 8.5 von 10 Punkten. Wie hab ich das beim Debut formuliert? Ah ja: „Für Fans von Hammerfall, Avantasia, Stratovarius, Dragonforce oder Sabaton ist diese Scheibe ein Blindkauf!“ Diese Aussage hat auch tausend resp. zwei Jahre später Gültigkeit…

 

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Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 8.5/10



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29.09.2015
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