Metalinside.ch - Powerwolf - Z7 2015 - Foto Kaufi
Do, 3. September 2015

Wolfsnächte 2015 – POWERWOLF, ORDEN OGAN, XANDRIA

Z7 (Pratteln, CH)
06.09.2015

Powerwolf starten Europa Tour in der Schweiz

Es ist unbestritten: die deutschen Powermetaller Powerwolf rennen von Erfolg zu Erfolg, ein Ende ist nicht abzusehen. Ihr aktuelles Album „Blessed & Possessed“ startete auf Platz drei der heimischen Charts, und ihre Shows auf den Sommerfestivals waren richtiggehende Triumphzüge. Doch jetzt geht’s erstmal daran, die neuen Songs der eigenen Fangemeinde auf einer ausgedehnten Europatour zu präsentieren. Der erste Teil der Wolfsnächte 2015 ist eine rein deutsche Angelegenheit: die Symphonic Metaller Xandria als Opener sowie Orden Ogan komplettieren das Billing. Xandria werden im zweiten Teil der Tour dann ersetzt durch die Schweden von Civil War.

Hektik im Z7. Während ich pünktlich für den Interview Termin in der Halle bin, geht’s drinnen recht chaotisch zu und her. Verspätungen überall, dies passt nicht, da gibt’s technische Probleme – ich nehme jetzt mal an, dass dies aber wohl irgendwie normal ist an einem solchen Abend. Draussen vor der Halle stehen bereits die ersten Fans, viele mit weiss geschminkten Gesichtern und einige sehen den echten Wölfen wirklich zum Verwechseln ähnlich!

Xandria

Von Hektik ist allerdings nichts mehr zu spüren, als Xandria die Bühne betreten. Ich hab die Band letztes Jahr auf der Cruise gesehen und war da nicht restlos überzeugt. Dieser operettenhafte Gesang von Frontfrau Dianne van Giersbergen (mit schickem Outfit – die Totenköpfe als „Schulterpolster“ sehen richtig glatt aus) geht mir heute allerdings sehr schnell auf den Zeiger. Insofern verziehe ich mich relativ rasch aus der Halle und widme mich wichtigen Diskussionen („machen Schoggigipfel dick?“) mit Metalinside Kollegin Tanja. Gemäss mir zugetragenen Aussagen sollen Xandria aber sehr solid gewesen sein. Ich hingegen hätte nichts dagegen gehabt, wenn Civil War bereits jetzt dabei gewesen wären…

Orden Ogan

Nun denn – jetzt freu ich mich jedenfalls richtig auf Orden Ogan! Im Januar zweimal mit HammerFall, dazu ein saustarker Hallengig beim Bang Your Head!!! – somit ist dies bereits das vierte Mal, dass ich die Sauerländer dieses Jahr zu Gesicht bekomme. Um es vorweg zu nehmen: heute ist’s nicht ganz so prickelnd wie gewohnt. Nein, schlecht sind die Herren Leevermann & Co keinesfalls! Und Titel wie „Sorrow is your Tale“ oder „Ravenhead“ sind einfach geil. Vielleicht ist dies aber auch dem Tourstart geschuldet, der Funke auf’s Publikum will nicht so rüberspringen, wie ich das erwartet hätte. Nichtdestotrotz liefern Orden Ogan einen grundsoliden Gig ab, und Spass machen die 45 Minuten allemal! Das Publikum sieht das ähnlich und spendet grosszügig Applaus. Ohne Frage eine Band, die man immer wieder gerne sieht!

Powerwolf

Powerwolf – the next big thing? Ich glaube daran – und bin deswegen ehrlich gesagt erstaunt, dass hier nicht mehr Leute anwesend sind! Das Z7 ist mit etwa 1‘000 Fans weit weg von „ausverkauft“. Aber egal – etwas mehr Platz ist ja auch nicht übel…

Als die Wölfe die Bühne entern – alle geschminkt, Sänger Attila zudem mit seinem Weihrauch Kübel – ist der Jubel jedenfalls riesig. Mit dem Titeltrack des aktuellen Albums „Blessed & Possessed“ geht’s zügig los, und Attila wendet sich bereits ein erstes Mal ans Publikum. Seine erste Frage wird von einem Kollegen aus dem Fotograben beantwortet, worauf der Sänger diesen „zurechtweist“: „Im Fotograben hat man ruhig zu sein und schöne Bilder zu machen! Und jetzt mach ein schönes Bild von mir!“ – sagt’s und schmeisst sich in Pose! Ein erstes Indiz, dass dieser Abend äusserst lustig werden dürfte…

Mit „Coleus Sanctus“ folgt eine meiner Lieblingsnummern, bevor Attila sich wieder ans Volk wendet und all die Gläubigen auffordert, für den Heavy Metal zu kämpfen: „Amen & Attack“! Die Wölfe ziehen ihr Konzept auch hier weiterhin gnadenlos durch und liefern eine herrliche Show, die von Klischees teilweise nur so trieft. Aber auch darauf, was die Fans wollen, hört die Band: „Cardinal Sin“ wurde im Vorfeld der Tour offenbar von vielen Anhängern gewünscht.

Die Geschichte eines Crew Mitgliedes über dessen Probleme mit seinem aufgeschnittenen Penis ist mit Attila’s „Akzent“ doppelt amüsant – „Resurrection by Erection“ wird jetzt dieser namentlich nicht genannten Person gewidmet…
Andere Elemente der Show sind hingegen bekannt: die Teilung des Publikums in „Falks Seite“ und „Attilas Seite“ kennt man von früher, wir (also Attilas Seite) schaffen’s doch immerhin auf 109.9 auf der Dezibel Anzeige mit dem Geschrei. Die anderen? Keine Ahnung, jedenfalls deutlich weniger. Hehehehe…

Erstaunlicherweise finden sich „nur“ vier Songs vom „Blessed & Possessed“ auf der Setlist, „Dead until dark“ als Beispiel vermisse ich schmerzlich… Hingegen vermag das epische „Let there be Night“ zu überzeugen. Während Attila mit seinen Ansagen für gute Laune sorgt, ist vor allem Keyboarder Falk Maria Schlegel ein Blickfang. Während die beiden Gitarristen Charles und Matthew Greywolf ständig ihre Positionen wechseln, rennt Falk immer wieder an den Bühnenrand und heizt das Publikum an. Ich hab zwar das Gefühl, dass er erst gegen Ende der Show richtig auf Betriebstemperatur kommt – aber hey: es ist ja erst der Anfang der Tour!

Apropos „Betriebstemperatur“: das Publikum feiert die Band zwar ordentlich, aber erst bei „We drink your Blood“ wird’s das erste Mal RICHTIG laut. Und genau jetzt naht das Ende der Show… Dass das Publikum „besessen ist vom Heavy Metal“ glaubt Attila erst, nachdem er die Frage ein gefühltes Dutzend mal stellt. Danach erteilt er den Segen mit „Lupus Dei“ und verabschiedet sich mit dem herrlichen „Vielen Danke schön“.

Der Zugabenblock hat es jetzt auch in sich. Nach dem Intro „Agnus Dei“ knallen die Wölfe erstmal „Sanctified with Dynamite“ ins Publikum. Nach „Kreuzfeuer“ folgt Attilas letzter grosser Auftritt. Mit einem Kelch in der Hand fragt er das Publikum, was sie (er meint die Band) denn gerne trinken. Es dauert einen Moment bis es laut „BLUUUT“ durch die Halle tönt. Attila meint „Noch ein Blut?“ – und jetzt darf jeder selber raten, was in diesem Moment passiert… In bester Sabaton-Manier brüllt der ganze Laden „NOCH EIN BLUT!“ Und ich krieg mich kaum mehr ein vor Lachen… Natürlich sind Powerwolf voll auf Show aus, aber irgendwie habe ich dennoch etwas den Eindruck, dass Attila zumindest etwas von dieser heftigen Reaktion überrascht wurde. „All we need is Blood“ beendet somit einen wunderbaren und äusserst unterhaltsamen Konzertabend. Die Wölfe werden mit lang anhaltendem Applaus verabschiedet und Attila nimmt sich gar noch etwas Zeit, um Autogramme zu geben. Starkes Finish – mal schauen, ob ich doch noch nach München soll…

Fotos von Kaufi


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06.09.2015
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