NOTHING BUT METAL FESTIVAL - Suicidal Angels - Gemeindesaal Malters, 14. Mai 2016 - Foto: Sabi
Sa, 14. Mai 2016

NOTHING BUT METAL FESTIVAL – Suicidal Angels, Vola, Final Cut, Acheronia Scar

Gemeindesaal (Malters, CH)
22.06.2016

Was vor fünf Jahren als Schulprojekt begann und eine Plattform für regionale und nationale Bands sein sollte, machte sich unter NOTHING BUT METAL Festival einen Namen weit über die Kantonsgrenze Luzerns hinaus. Daher verwundert es nicht, dass eine stattliche Anzahl metalbegeisterte den Weg in das 10 km westlich von Luzern gelegene Malters fanden.

Wer kein Traktor mit nach Mist stinkendem Anhänger und Sonntagsfahrer vor sich hatte, durfte sich freuen, KILL THE UNICORN aus Luzern, als Opener mitzubekommen. Mir wurden leider die Luzerner Metalcore Band aus genau dem obenerwähnten Grund verwehrt.

Dark Despair

DARK DESPAIR aus Littau LU steht als zweite Band des Abends auf den Brettern. Der sympathische Haufen knallt den anwesenden Death Metal, den sie selbst als „Swiss Melodic Old School whatever Death Metal“ bezeichnen vor den Latz. Steve (V) legt eine gute Performance hin, von der sich der Rest der Band ruhig eine Scheibe abschneiden dürfte. Etwas mehr „Action“ auf der Bühne hätte nicht geschadet um die Motivation im Publikum anzukurbeln. Nichtsdestotrotz, ernten die Littauer mehr als nur Höflichkeitsapplaus.

Acheronia Scar

Mit grossem Backdrop und Kerzen wird die Bühne dekoriert und lassen auf eine rabenschwarze Bühnenshow einer Black Metal Band vermuten. Aber nix da, Death Metal ist angesagt. Einheitlich gekleidet mit weissen Hemden, legt ACHERONIA SCAR mit astreinem Death Metal, viel Melodie und technischem Geschick los. Die Performance der Band ist wie bei der vorherigen Band etwas träge, vermag aber relativ zügig die Fans zu einer kleinen Wall Of Death motivieren. Etwas deplatziert aber bei der heutigen Metal-Generation nicht mehr wegzudenken.

Final Cut

Wer FINAL CUT aus dem aargauischen Seon kennt, weiss, dass die Band momentan top eingespielt ist. Doch schon beim ersten Song stellt es mir die Nackenhaare auf. Der Sound vor der Bühne ist grottenschlecht. Auch im hinteren Teil der Halle tönt es nicht merklich besser. Im Laufe des Sets vermag der Mischer, dies minim zu korrigieren, aber bei der Wucht, den die Thrasher produzieren, kommt die Anlage des Festivals schlichtweg an den Anschlag. Technische Probleme lassen nicht lange warten und werden locker von Härdi (V) mit dem Spruch „Live is Live“ weggesteckt. Die gute Laune im Publikum lässt zum Glück nicht nach und Final Cut dürfen trotz allem einen gelungenen Gig verbuchen.

Vola

VOLA aus Kopenhagen ist wie die Faust aufs Auge! Der eine oder andere Liebhaber von harter und schneller Mucke hat wohl glänzende Glupscherchen bekommen. Allerdings eher vor Träne als vor Freude. VOLAs Sound bezeichnet man am ehesten als experimental / progressiv Rock und die Band ist eindeutig der Exot auf diesem Festival. Sie machen keinen schlechten Job, drückt zwischendurch deftig ab, bleibt aber hauptsächlich in ruhigerem Gefilde. Obwohl die Band den besten Sound des Abends hat und bei allem Respekt vor ihrer Musik…dies ist mir zu viel. Also nix wie ab zum Bierstand und einem Schwatz vor der Halle, wo sich unterdessen eine grosse Menge gleichgesinnter angesammelt hat.

Suicidal Angels

Hartgesottene Fans von Suicidal Angels belagern danach schon während der kurzen Umbaupause den Bühnenrand. Kurz nach 21.00 Uhr kommen die griechischen Thrash-Götter auf die Bühne uns lassen spätestens jetzt die Fans aus der Reserve locken. Kompromisslos und brutal knüppeln sie sich durch ihr Set und verlangen der moshenden Meute alles ab. Nackenbrecher wie „Bloodbath“, „Reborn In Violence“ oder „Seed Of Evil“ knallen heftigst und veranlasst einige Metalmaniacs zu Circle Pits und einer anständigen Wall of Death. Die Ansagen von Nick (V & G), der mit wildem Blick die tobende Meute vor der Bühne fixiert, dürften etwas spontaner und kreativer sein. Es handelt sich nämlich bei Sprüchen wie: „Let the bloodpath begin“ oder „let the motherfuckers burn, let the motherfuckers die“ immer noch um die selbigen wie vor einem Jahr. Aber egal, die vier Griechen verstehen es in jeder Minute ihres 70-minütigen Sets, die Headbanger in ihren Bann zu ziehen.

Um die Pause zwischen Headliner und dem letzten Act zu füllen, haben sich die Veranstalter was besonders einfallen lassen. Im Vorfeld konnte man / frau an der Verlosung einer Bassgitarre teilnehmen. Wie dies genau von statten ging und wer der Sponsor dieses schönen Teils war, entzieht sich leider meinen Kenntnissen. Nun, der erste Gewinner wurde gezogen und war leider nicht anwesend. Kurzer Hand wurde nochmals ein Los von der Glücksfee gezogen. Und BINGO! …die glückliche Gewinnerin stand einige Minuten später strahlend mit dem gewonnenen Bass auf der Bühne.

Promothee

Als absolute Überraschung des Abends zählt für mich PROMETHEE aus Genf. Geiler Metalcore mit progressiven Einflüssen, sattem Riffing, Melodie, genialen Tapping-Parts und coolen Shouts. Joshua (V) flitzt wie von der Tarantel gestochen auf der Bühne hin und her und fordert das Publikum nochmals aus der Reserve. Der Rest der Band steht dem Frontmann kein bisschen nach und drückt mächtig ab. Die Anlage kommt auch bei den Genfern wieder an den Anschlag und lässt den Sound in der Halle leider ziemlich mies klingen. Von daher war ich ganz glücklich, dass mein Fahrer wegen einer starken Erkältung zum Rückzug blies.

Resümee des Nothing But Metal – Festivals 2016:

Das Festival ist allemal einen Besuch wert! Preise für Ticket und Getränke sind im normalen Rahmen, die Crew ist freundlich und die Stimmung im Publikum überaus gut. Die Partylaune der Besucher kann im 2016 auf einer Skala von 1 – 10, bei 8 angesetzt werden.

Der Ausführungsort für das Festival im Gemeindesaal Malters ist gut gewählt, direkt neben dem Bahnhof gelegen und somit auch mit ÖV gut erreichbar. Im unteren Bereich, der sowohl vom Foyer des Konzertsaals wie auch von der Strasse erreichbar ist, wurde die Bar untergebracht. Die After Show Party mit DJ fand nach Konzertende ebenfalls dort statt.

Merchandise der Bands wurde im Foyer feilgeboten. Da sich der obere Eingang ebenfalls da befand, kam es kurzfristig mal zu kleinen Staus vor den Ständen, die sich aber zügig auflösten.

Reichlich Luft nach oben gibt es beim PA und der Lichtanlage. Diese Punkte haben bei etlichen Musikern, Musikfans und mir einen schalen Nachgeschmack hinterlassen. Die Beschallungsanlage war nicht ausreichend und kam fast durchgehend an ihre Grenzen. Die Lichtanlage war ebenfalls zu minim Bestückt und zudem nicht ausgerichtet. Hauptsächlich wurde das Publikum in den vorderen Reihen beleuchtet und geblendet.

Berücksichtigen die Veranstalter diese Punkte beim nächsten Festival im 2017, steht „Nothing But Metal“ anderen Indoor-Festivals in nichts nach!

Fotos von Sabi


Wie fandet ihr das Festival?

22.06.2016
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Autor Bewertung: 9/10