Devin Townsend Project – Transcendence

Ambient, Progressive Metal/Rock
18.09.2016

Devin Townsend beweist eindrücklich, dass noch lange nicht Ende Feuer gilt. Er schafft es tatsächlich immer wieder die Freunde harter und komplexer Musik auf ein Neues zu begeistern.

Kaum ein Musiker ist im Metal Genre so vielfältig und abwechslungsreich unterwegs wie Devin Townsend. Sei es ehemals mit Strapping Young Lad in Mission Speed-Industrial-Metal, mit dem Devin Townsend Project dann wieder das ganze Prog-Spektrum abdeckend oder mit Casuality of Cools sogar einen Ausflug in Folk-Rock – Devin Townsend ist immer für eine Überraschung gut. Diesmal rührt Townsend ganz gehörig mit der Metal-Marketing-Kelle an und veröffentlichte am 9. September sein neuestes Werk „Transendence“.

Townsend gilt unbestritten als Genie. Dies hat wohl auch Steve Vai 1993 erkannt, als er den damals 20-Jährigen als Sänger auf „Sex And Religion“ verpflichtete, bevor dieser im April 1995 mit Strapping Young Lad sein erstes Album in Eigenregie veröffentlicht hatte. Es folgten ganze 25 Alben, teilweise in Kooperation mit anderen Musikern, die dem Kanadier eines mit Sicherheit attestierten: Ein Ausnahme-Talent, das sich an einer stetig wachsenden Fangemeinde erfreuen kann.

Seit 2009 produziert der tüchtige Kanadier mit dem Devin Townsend Project Alben, die ihm einen exzellenten Ruf verschafft haben. Nicht zuletzt schaffte er es in Londons Royal Albert Hall vor ausverkauften Rängen ein bombastisches Konzert abzuliefern. Live ist Townsend unbedingt zu empfehlen, wie auch die meisten Werke seines Schaffens.

Mit seinem mittlerweile 12. Album mit Devin Townsend Project (DTP), mit dem viel versprechenden Namen „Transcendence“, präsentiert der „Meister“ (wie ihn einige nennen), erneut einen Release, dem das Prädikat „Top“ zugesprochen werden kann. Mit der Auskoppelung „Failure“, die man sich  als Pre-Release auf YouTube reinziehen konnte, hat er jedenfalls nicht nur seinen eingefleischten Fans den Mund wässerig gemacht.

Nun, man kann sich sicher darüber streiten, warum der erste Track „Thruth“, veröffentlicht auf „Infinity“, den Weg auf das neue Album gefunden hat. Jedenfalls muss man neidlos anerkennen, dass die neue Aufnahme von „Truth“ (kein Remix) um Klassen besser ist und man kann es als den erfolgreichen Versuch werten, aus etwas Gutem etwas Besseres zu machen. Dies ist wohl auch seiner Stammmannschaft, bestehend aus Ryan Van Poederooyen (Drums), Dave Young (Gitarre), Brian Waddell (Bass) zu verdanken. Zudem wurde, wie schon auf „Addicted“, das Line-up mit dem Keyboarder Mike St. Jean ergänzt, der gekonnt Townsends Klangvorstellungen umzusetzen vermag. Und wie schon oft, findet auch Anneke van Giersbergen Platz auf „Transcendence“, die die ohnehin überragende Stimme von Devin tatkräftig unterstützt.

Was danach folgt, ist aber alles andere als eine Retorte oder ein Auflauf vergangener Kompositionen. Devin Townsend scheint mit jedem Album nach neuen Klangkonstrukten zu streben. Man darf freudig erkennen – es ist ihm dieses Mal besonders gelungen. Die für Townsend typischen Elemente, finden sich konsequent in allen Songs wieder. Kraftvolles Power-Drumming, oppulente Chöre und das charakteristische Gitarren-Spiel von Devin geben dem Album die entsprechende Note. Bombast-Metal wäre hier die wohl am Besten geeignete Bezeichnung. Transcendence verführt den Hörer immer wieder und schafft es hohe Musikalität, komplexes Composing, Abwechslungsreichtum und gnadenlose Härte zu vereinen. Kurz – ein Album das gerne laut gehört werden will und wohl den einen oder anderen Nachbarn erschaudern lässt. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der letzte Song des Albums eigentlich aus der Feder der Band „Ween“ stammt, also von Devin recycelt bzw. gecovert wurde.

Fanzit

Die latente Befürchtung, dass bei einem solchen Produktions-Ausstoss, wie ihn Townsend betreibt, nur Grütze rauskommt, bestätigt sich keine Sekunde. Das Album ist Zeuge eines ausgezeichneten Musikers, der auf einen nie enden wollenden Pool an Songmaterial zurückzugreifen scheint. Dass sich oben genannte Mitstreiter dieses mal noch mehr einbringen konnten ist zudem unüberhörbar und definitiv ein Gewinn. Das neue Werk des „Meisters“ ist mehr als nur gelungen und schreit nach noch mehr!

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Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 8/10



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18.09.2016
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