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Di, 11. Oktober 2016

EQUILIBRIUM, HEIDEVOLK, FINSTERFORST, NOTHGARD

Z7 (Pratteln, CH)
13.10.2016

Ein Dienstagabend mit vierfacher Band-Power in Prattelns Metal-Tempel. Weshalb die falsche Band als Headliner auftrat und worum es sich genau bei meinem altbekannten Z7-Problem handelt, erfahrt ihr im nachfolgenden Konzertbericht.

Z7! Etliche Konzertstunden durfte ich bereits in der Prattelner Konzerthalle verbringen. Hinter diesen altehrwürdigen Gemäuern haben sich schon zahlreiche Highlights abgespielt. Nun durfte ich die ganze Sache erstmals durch die «Pressemensch-Brille» betrachten. Eine Entjungferung der besonderen Art. Mit der Akkreditierung hatte alles hervorragend geklappt und so konnte ich – mit dem passenden Stempel ausgestattet – die mir so vertraute Halle betreten.

Aus den Boxen dröhnte die Musik von Bullet For My Valentine. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung, dass dann auch während der Pausen zwischen den einzelnen Auftritten nur der Sound der walisischen Metalcore Jungs laufen würde. Ich habe zwar nichts gegen Bullet For My Valentine, aber ein bisschen mehr Abwechslung hätte es ruhig geben dürfen. Oder hatte einer der Z7-Mitarbeiter etwa Liebeskummer? Ich konnte es leider nicht eruieren.

Bei der Bar in der Nähe der Bühne holte ich mir dann die erste Flüssignahrung und platzierte mich danach bei der Säule in der Nähe – meinem Stammplatz. Gute Sicht auf die Bühne, brauchbarer Platz um Fotos zu schiessen und Videos zu machen und zudem nahe an der Bar und den Toiletten. Schlichtweg der «place to be».

NOTHGARD

Für die Eröffnung des Konzertabends waren die niederbayerischen Melodic Death Metaller von Nothgard zuständig. Die Band rund um Equilibrium-Gitarrist Dom R. Crey – der sich an diesem Abend somit einer Doppelbelastung aussetze – konnte dem anwesenden Publikum aber nicht wirklich einheizen. Im Gegenteil. Die Stimmung wirkte teilweise geradezu unterkühlt. Der Sound war nicht schlecht und wies ab und sogar Einflüsse aus den Bereichen Pagan und Folk auf. Bis zum Prädikat «Weltklasse» fehlten allerdings trotzdem noch ein paar (Kilo-)Meterchen.

Mir war vor allem der Bandname ein Dorn im Auge. Irgendwie fehlte da ein «r». Nothgard klingt irgendwie mehr nach Sprachfehler. NoRthgard hätte da schon eine ganz andere Wirkung gehabt. Immerhin durften sich die Herrschaften an stolzen 40 Minuten Spielzeit erfreuen.

FINSTERFORST

Die Schwarzwald-Metalköpfe von Finsterforst kamen dann weder bei mir noch beim Grossteil des restlichen Publikums gut an. Während des Konzertes konnten diverse Aktivitäten beobachtet werden. Sogar einzelne Pokémon Go-Spieler machten sich gerade auf die Jagd nach ihren Taubsis und Rattfratzen. Nur ganz wenige Blicke verloren sich in Richtung Bühne. Dieses «Folk-Fun-Metal»-Zeugs war definitiv nicht mein Fall. Wer Songs wie «YOLO» in seinem Repertoire hat, muss jedoch auch nicht über Kritik wundern.

Sänger Oliver Berlin trat während des ersten Songs mit einer gelben Disco-Brille auf. Aber auch das sorgte für weniger Belustigung als wohl ursprünglich geplant. Da war Nothgards Performance im direkten Vergleich sogar noch ein wenig besser.

HEIDEVOLK

So viel sei vorweggenommen: Die Band des Abends!

Am Anfang war die Halle noch gähnend leer. Offenbar dauern Rauchpausen heutzutage ein wenig länger. Doch kurz nach Ende des ersten Songs fanden sich die anwesenden Metalheads wieder am Ort des Geschehens ein. Heidevolk hatten eine erstklassige Setlist am Start. Mit «Nehalennia», «Urth», «Winter Woede» und «Vinland» servierten sie dem Publikum ihre mächtigsten Folk-Hymnen. Nun wurde ordentlich gefeiert. Vorbei war die Zeit des unterkühlten Publikums. Die Niederländer bestachen einmal mehr durch ihren zweistimmigen – ja teilweise sogar dreistimmigen – Männergesang.

Liebes Z7-Team, bitte bringt Heidevolk das nächste Mal als Headliner. Die Herrschaften hätten e sich eindeutig verdient. Mehr muss hierzu nicht gesagt beziehungsweise geschrieben werden.

EQUILIBRIUM

Um circa Viertel vor zehn übernahmen dann Robse und Co. das Zepter. Doch auch sie sahen sich einem sehr verhaltenen Publikum gegenüber. Immerhin konnten die Leute bei «Blut im Auge» noch für eine anständige «Wall Of Death» motiviert werden. Eventuell liess dieser Dienstagabend einfach keine ausgelassene Stimmung zu.

In diesem Jahr traf ich bereits während dem Wacken Open Air und dem Summer Breeze auf Equilibrium. Leider hatten sie mich an beiden Festivals enttäuscht. Und auch an diesem Abend konnten sie mich nicht restlos überzeugen. Equilibrium und meine Wenigkeit werden wohl keine «best friends» werden. Allerdings würde ich ihnen bei einem weiteren Indoor-Auftritt nochmals eine Chance geben.

Dann war aber für mich auch bereits langsam Aufbruch-Stimmung angesagt. Und damit wären wir bei meinem altbekannten Z7-Probelm angelangt. Doch dazu mehr in den Schlussworten.

Fanzit

Ja, ich konnte mir nämlich nicht die ganze Equilibrium-Show ansehen. Unter der Woche ist für mich jeweils um halb 11 finito. 22.46 Uhr düst der letzte Zug davon. Wenn ich den nicht erwische, ende ich als gestrandeter Metal-Tourist in Pratteln. Da ich mir während den Konzerten gerne ein paar Bierchen genehmige, stellt auch das Autofahren keine Option dar. Und jedes Mal möchte ich auch nicht im ibis-Hotel pennen. Bei meinen regelmässigen Z7-Besuchen könnte ich mir dort ja direkt ein Saison-Abo kaufen. Aufgrund dessen nehme ich es in Kauf, einen Teil der Headliner-Show zu verpassen. Aber mit diesem Problem stehe ich sicher nicht alleine da.

Deshalb liebes Z7-Team wäre ich euch sehr verbunden, wenn man unter der Woche jeweils ein wenig früher mit den Konzerten beginnen könnte. Mir ist bewusst, dass dies in Sachen logistischer Aufwand etc. nicht jedes Mal klappen kann, aber ich wäre nur schon mit einem Teilerfolg zufrieden. Ich muss sowieso eher auf dieser Option beharren, da ihr wohl kaum jedes Mal auf das Konzertende hin bei der SBB einen Extra-Zug in Richtung Zürich/Winterthur bestellen könnt.

Dies einfach als kleine Anregung für künftige Konzerte in euren Hallen.


Wie fandet ihr das Konzert?

13.10.2016
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