TESTAMENT – Brotherhood Of The Snake

Thrash Metal
13.10.2016

Im Thrash Metal stehen einem doch gerne einmal diverse Grössen des Genres vor der Sonne. Nichtsdestotrotz sollte der gängige Metalhead auch weniger bekannte Bands – zu denen ich hier auch Testament zähle – auf dem Zettel haben. Die ursprünglich mit dem Namen Legacy im Jahre 1983 gegründete Truppe rund um Frontmann Chuck Billy liefert nämlich konstant gelungene Thrash-Hymnen ab. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle auch Chucks Stimmorgan. Während bei einigen seiner Kollegen über die Jahre hinweg die Stimme oftmals versagt oder nur noch abgeschwächt rüberkommt, schafft er es auch 2016 immer noch rau und kräftig ins Mikrofon zu brüllen – sowohl auf den Alben als auch während Live-Performances.

Ende Oktober wird die neue Testament-Scheibe «Brotherhood Of The Snake» offiziell in den Plattenläden eures Vertrauens erhältlich sein. Meine Wenigkeit hatte vorab schon einmal Gelegenheit erhalten, in das neue Material reinhören zu dürfen. (Danke an dieser Stelle an Nuclear Blast).

Der Titeltrack übernimmt direkt die Eröffnung des neuen Silberlings – und wie! Chuck Billys Stimmorgan in Hochform, kreischende Gitarrenklänge von Alex Skolnick und Eric Peterson und ein Gene Hoglan, der sein Drumset aber so richtig derbe «verprügelt». Fairerweise muss ich natürlich auch Basser Steve DiGiorgio erwähnen, der zwar nicht unbedingt hervorsticht, aber trotzdem im Hintergrund seine Arbeit seriös erledigt. Typisch Bassist.

Die Nackenmuskulatur erhält auch bei den Folge-Tracks «The Pale King» und «Stronghold» keine Verschnaufpause. Vor allem «Stronghold» hat absolut Potenzial, eine geniale Live-Hymne zu werden. Ich sehe schon das headbangende, moshende und jubelnde Publikum vor meinem geistigen Auge.

«Seven Seals» ist mit über fünfeinhalb Minuten Spielzeit die längste Nummer auf der Platte. Dieser Song zeichnet sich durch interessante Tempowechsel und coole Gitarren-Soli aus. Das darauffolgende «Born In A Rut» zählt ebenfalls zu den längeren Stücken des Albums. Hier gerät der Hochgeschwindigkeitszug allerdings erstmalig ein wenig ins Stocken. Offenbar wollte man dem Zuhörer hier wohl ein kleines Päuschen gönnen. Mich hat der Songs jedenfalls nicht wirklich aus den Socken gehauen. Ich kann aber vorwegnehmen, dass diese Sache der einzige Schwachpunkt des ganzen Albums darstellt.

Mit «Centuries Of Suffering» folgt dann aber direkt im Anschluss mein persönliches Highlight des neuen Testament-Werks und lässt dadurch keine langanhaltende Enttäuschung zu. Exakt so hat ein echter Thrash Metal-Song zu klingen. Die Nummer knallt ordentlich rein und ist dadurch für eine gehörige Ladung Nacken-Fitness vom Feinsten verantwortlich. Ich hoffe sehr, dass «Centuries Of Suffering» den Weg in künftige Testament-Konzertsetlists finden wird. Mit rund dreieinhalb Minuten Spielzeit frisst der Track ja schliesslich auch nicht zu viel Platz weg.

Über die in ebenfalls in typischer Testament-Manier daherkommenden «Neptune’s Spear», «Black Jack» und «Canna Business» gelangt man schliesslich zum letzten Song der Platte. «The Number Game» stellt sich dabei als würdiges Finale heraus. Bei hohem Tempo kann man nochmals ordentlich seine Nackenmuskeln an ihre Grenzen bringen. In diesem Sinne: «Bang your head!»

Fanzit: Ganze vier Jahre mussten wir uns bezüglich eines Nachfolgers zu «Dark Roots Of Earth» gedulden. Die lange Wartezeit hat sich aber definitiv gelohnt. Testament liefern mit «Brotherhood Of The Snake» ein saustarkes Thrash Metal-Werk ab. Zwar erfinden sie dabei nicht unbedingt das Rad neu, aber das haben die Herrschaften bei diesen wuchtigen Melodien auch überhaupt nicht nötig. Testament-Fans können bei diesem Silberling ohne Zögern bedenkenlos zugreifen. Aber auch Anhängern von Thrash Metal im Allgemeinen kann ich den Kauf des neuen Albums wärmstens ans Herz legen.

Die Live-Tauglichkeit des neuen Materials kann man übrigens am 16. November in Zürich überprüfen. Testament werden dann nämlich zusammen mit Amon Amarth und Grand Magus die Wände des Komplex 457 einreissen.

Zum Schluss möchte witzige Art der Promotion hinweisen. Um den Fans «Brotherhood Of The Snake» schmackhaft zu machen, wurde ein spezielles Browser Game entworfen, welches über die Band-Homepage zu erreichen ist. Das Spiel könnte als eine Art Klon des beliebten Handy-Games «Snake» – falls man das in der heutigen Smartphone-Zeit noch kennen sollte – bezeichnet werden. Während man nun also versucht, die höchste Punktzahl zu erreichen und sich der Schlangen-Bruderschaft als würdig zu erweisen, dienen Ausschnitte der neuen Testament-Songs als Spielsoundtrack.

 

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Trackliste

  1. Brotherhood Of The Snake
  2. The Pale King
  3. Stronghold
  4. Seven Seals
  5. Born In A Rut
  6. Centuries Of Suffering
  7. Neptune’s Spear
  8. Black Jack
  9. Canna Business
  10. The Number Game

Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 9/10



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13.10.2016
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