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Di, 17. Januar 2017

POWERWOLF, EPICA, BEYOND THE BLACK

Volkshaus (Zürich, CH)
21.01.2017

Mächtige Wölfe

Ein junges Stimmwunder, ein rothaariges Geburtstagskind und mächtige Wölfe. Das alles gab es am Dienstagabend im Zürcher Volkshaus zu bestaunen. Das Publikum war mit den Darbietungen äusserst zufrieden. Weitere Infos zu Details wie beispielsweise der Überbringung eines Geburtstagskuchens oder einer Song-Verwechslung findet ihr im nachfolgenden Konzertbericht.

Zweites Konzert und zweiter Schreibeinsatz in diese Woche. Nach einem fulminanten Green Day-Konzert gestern Abend im Hallenstadion dominieren heute die symphonischen und powervollen Klänge den Theatersaal des Volkshauses. Für einmal sind mir sämtliche Protagonisten des Abends bestens bekannt und ich freue mich schon riesig auf ihre Shows.

Grosses Highlight sind für mich immer wieder Epica. Ich hoffe, dass Simone Simons Stimmchen heute Abend stabil bleibt. Das war bei vergangenen Auftritten leider nicht immer der Fall. Insbesondere der Auftritt am letztjährigen Eluveitie & Friends-Festival in Wetzikon hat mich überhaupt nicht überzeugt. Die Live-Übermacht Powerwolf stehen heute Abend ebenfalls auf der Running Order. Bei Ihnen man eigentlich nie Furcht vor einer schlechten Performance haben. Äusserst konstant liefern die Herren rund um Alpha-Wolf Attila Dorn gelungene und mitreissende Shows ab. Weshalb soll das heute anders sein? Gemäss Zeitplan des Veranstalters Gadget sind Powerwolf heute Abend die Headliner. Allerdings ist neben diesen beiden Schwergewichten noch eine weitere Band am Start. Die deutsche Symphonic Metal-Hoffnung Beyond The Black wird den Konzertabend eröffnen.

Genau um 18.30 Uhr – und somit pünktlich zur Türöffnung – treffe ich vor Ort ein. Offenbar hat sich vor den Pforten bereits eine kleine Schlange gebildet. Ich hole mir rasch meinen Pressestempel an der Abendkasse ab und bin überaus froh, dass ich zusammen mit meinen Kollegen von schwarzeliste.ch und metalnews.ch den Journalisten-Seiteneingang benutzen kann. Hätten wir anstehen müssen, hätten wir sicherlich einen Teil der Beyond The Black-Show verpasst. So stehen wir nun alle bereits vor der Bühne und warten auf Jennifer Haben und Kompanie.

BEYOND THE BLACK

Um 19 Uhr gehen dann ein erstes Mal am heutigen Abend die Lichter aus. Tröpfchenweise betreten die Mitglieder von Beyond The Black die Bühne. Ihnen gegenüber steht ein noch sehr schwach besetztes Publikum. Offenbar hängen die meisten Metalheads noch draussen in der Warteschlange fest. Schade, denn die Deutschen legen mit „Lost In Forever“ einen furiosen Start aufs Parkett.

Im letzten Jahr erlebte die Truppe einen radikalen Umbruch. Bis auf Sängerin und Frontmädel Jennifer haben wurden sämtliche Mitglieder ausgetauscht. Neu hat Jennifer folgende Persönlichkeiten an ihrer Seite: Christian Hermsdörfer (Gitarre und Backing Vocals), Tobias Lodes (Gitarre und Backing Vocals), Jonas Rossner (Keyboards und Backing Vocals), Stefan Herkenhoff (Bass) und Kai Tschierschky (Drums). Besonders Christian – der ja nebenbei auch noch bei Serenity aktiv ist – gibt richtig gas. Seine Growls ergänzen sich perfekt mit Jennifers zartem Stimmchen. Generell gefällt mir die Soundqualität ausgezeichnet, wobei diese im Volkshaus auch selten ein Problem darstellt. Auch die hübsche Jennifer zeigt, dass sie mit einer starken Gesangsstimme gesegnet ist.

Vor dem Song „Running To The Edge“ kündigt Jennifer dann bereits das Ende des heutigen Sets an. Bitte was? Nur 30 Minuten Spielzeit sind für Beyond The Black definitiv zu wenig. Für mich ist die Truppe ganz klar nicht mehr bloss ein simpler Support-Act. Das Publikum klatscht nochmals fleissig mit. Trotz des kurzen Auftritts haben Beyond The Black bereits für ordentlich Stimmung gesorgt. Allerdings hätte die Lichtwahl noch ein wenig angenehmer ausfallen können. Etwas enttäuscht kommen mir meine Fotografen-Kollegen entgegen. Es scheint bis jetzt noch nicht allzu viele schlaue Aufnahmen gegeben zu haben.

EPICA

Um zehn vor acht wird es dann schliesslich Zeit für mein persönliches Highlight des Abends. (Achtung: Es könnte sein, dass ich bei Epica ein wenig meine Objektivität verlieren könnte). Egal. Endlich sehe ich wieder einmal meinen rothaarigen Sopran-Engel in Aktion. Simones Schönheit und Gesangstalent haben mich schon seit meiner ersten Epica-Platte – dem 2007 erschienenen Meisterwerk „The Divine Conspiracy“ – voll und ganz in ihren Bann gezogen. Seither ist sie für mich eine der besten Sängerinnen aus dem Symphonic Metal-Bereich. Ich gebe allerdings gerne zu, dass sie bei einigen Live-Auftritten in den letzten Jahren ein wenig geschwächelt hat. Allenfalls haben Schwangerschaft und das anschliessende Mutter-Dasein doch ein wenig Tribut gefordert. Nichtsdestotrotz halte ich der Truppe nach wie vor die Treue.

Heute Abend steht ganz klar das neue Album „The Holographic Principle“ im Fokus. Ganze sechs Tracks finden ihren Weg in die heutige Setlist. Und Epica zeigen heute eine wahre Machtdemonstration. Fantastisch, was die Band da abliefert. Wundervolle, kräftige Melodien und einige wilde Lichteffekte. Solch einen starken Epica-Auftritt habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Zwar singt Simone auch heute Abend nicht immer ganz souverän, aber die Fehler beschränken sich effektiv auf ein Minimum. Chef-Growler und Lead-Gitarrist Mark Jansen und seine Kehle bekommen ebenfalls – und sehr zu meiner Freude – sehr viel Einsatzzeit. Er und Simone harmonieren ebenfalls ausgezeichnet zusammen. Da stimmt die Chemie. Tasten-Klimperer Coen Janssen ist ab und an wieder mit seinem tragbaren, gebogenen Spezial-Keyboard unterwegs und sorgt ebenfalls für gute Unterhaltung.

Ein weiteres Highlight findet schliesslich im letzten Drittel der Show steht. Coen informiert uns, dass Simone heute Geburtstag hat. Ohne zu zögern stimmen die Fans ein liebevolles „Happy Birthday“ an. Wenig später bekommt Simone sogar noch einen Geburtstagskuchen und darf die Kerzen auspusten. Als waschechter Gentleman verrate ich ihr Alter selbstverständlich nicht. Simone hat sich offenbar drei Bonus-Songs gewünscht, die heute Abend gar nicht auf der Setlist stehen. So kommt die anwesende Zuhörerschaft im inzwischen sehr gut gefüllten Saal in den Genuss von „Sancta Terra“, „Beyond The Matrix“ und „Consign To Oblivion“.

Danke Epica. Das war in Tat und Wahrheit episch! Powerwolf sind nun gefordert. Ich hoffe, dass das Publikum spätestens bei der Show der Wölfe etwas mehr mitmacht und abgeht. Bisher war dies mehrheitlich doch sehr verhalten. Einige befinden sich unglücklicherweise die ganze Zeit im „Black Metal-Modus“.

POWERWOLF

21.40 Uhr – Zeit für die einzig wahre Metal-Messe. Unter tosendem Applaus stürmen Attila Dorn, Falk Maria Schlegel , Roel van Helden und Charles und Matthew Greywolf auf die Bühne. Standardmässig sind alle Gesichter wieder schwarz-weiss bemalt. Auch im Publikum erblicke ich etliche Nachahmer.

Los geht die wilde Fahrt mit dem Hit „Blessed & Possessed“. Und bereits von da wird klar, dass sich die Wölfe keinesfalls hinter dem starken Epica-Auftritt verstecken müssen. Ihre Darbietung ist nämlich geradezu überragend. Tempo, Energie und Wucht. Powerwolf beweisen eindrücklich, weshalb ihnen solche gute Live-Qualitäten nachgesagt werden. Meine Fresse, die Herren sind heute aber in Höchstform. Attila scheint sogar etwas zu euphorisch zu sein, denn er verwechselt prompt die Songs „Amen & Attack“ und „Army Of The Night“. Das Publikum verzeiht ihm diesen Fauxpas allerdings ziemlich rasch. Die Stimmung ist sowieso ausgezeichnet. Einzelne singen von Anfang bis Ende kräftig mit und auch ich staune über meine Textsicherheit. Ich bin jetzt wirklich der Hardcore-Powerwolf-Jünger, aber scheinbar sind doch diverse Phrasen der Band bei mir hängengeblieben.

Wenn es Orgel-Chef Falk Maria zu langweilig wird, schaut er immer wieder an der Bühnenfront vorbei und animiert das Publikum. Einmal darf er sogar eine riesige Powerwolf-Flagge herumwirbeln. Auch Alpha-Wolf Attila ist heute in bester Laune und sucht immer wieder den Dialog mit dem Publikum. Klar, nach ein paar Powerwolf-Shows kennt man gewisse Dinge – wie die Story mit dem Bienenstich ins männliche Glied als Einstimmung für „Resurrection By Erection“ – zwar auswendig, aber trotzdem machen sie immer wieder Spass.

Wie bei den anderen Bands des Abends haben wir auch bei den Wölfen wieder ein echtes Klatsch-Marathon-Programm vor uns. Auch 1-2 kleine Moshpits kann ich erkennen. Trotzdem kann das Publikum in Sachen Qualität nicht mit den Protagonisten auf der Bühne mithalten. Als Zugabe servieren uns Attila und Co. Schliesslich die Nummern „Sanctified With Dynamite“ und „In The Name Of God (Deus Vult)“. Und somit geht dieser bärenstarke Powerwolf-Auftritt um 23.10 Uhr zu Ende. Hammer Sache!

FAZIT

Ich bin definitiv zufrieden. Drei geniale Bands mit super Auftritten und zudem noch aus meinen Lieblings-Genres. Was will man denn bitte mehr? Grosses Dankeschön an den Veranstalter Gadget für die Organisation dieses tollen Events.

Kritische Anmerkungen habe ich dieses Mal zu zwei Punkten. Die Geschichte mit dem Einlass müsste irgendwie noch besser geregelt werden. Als normaler Besucher besteht bei grossem Andrang oftmals die Gefahr, dass man in der Warteschlange versauert und allenfalls den Auftritt der ersten Band verpasst. Zudem finde ich es unglücklich, dass die Garderobe und die Bars erst um 19 Uhr und somit genau zeitgleich mit dem Auftritt von Beyond The Black einsatzbereit waren. Das wäre sicherlich auch schon zur Türöffnung möglich gewesen.

Positiv fand ich hingegen die Bar im Innern des Saals rechts von der Bühne. Da muss man sich nicht erst mühsam in die Eingangshalle herausquälen, sondern kann seine eisgekühlte und erfrischende Blondine gleich in Bühnennähe abholen. Auch das Vorhandensein von mehreren Merch-Ständen hat mir gepasst. Ich habe mich gleich frech mit „wristbands“ von Epica und Powerwolf eingedeckt.

Setliste – Beyond The Black

  1. Intro
  2. Lost In Forever
  3. Hallelujah
  4. Night Will Fade
  5. In The Shadows
  6. Shine And Shade
  7. Running To The Edge

Setliste – Epica

  1. Eidola
  2. Edge Of The Blade
  3. A Phantasmic Parade
  4. The Essence Of Silence
  5. Universal Death Squad
  6. Storm The Sorrow
  7. The Obsessive Devotion
  8. Ascension – Dream State Armageddon
  9. Dancing In A Hurricane
  10. Unchain Utopia
  11. Sancta Terra*
  12. Beyond The Matrix*
  13. Consign To Oblivion*

*Diese Songs waren in der offiziellen Setlist nicht enthalten und wurden aufgrund von Simone Simons Geburtstag noch zusätzlich gespielt

Setliste – Powerwolf

  1. Blessed & Possessed
  2. Army Of The Night
  3. Amen & Attack
  4. Coleus Sanctus
  5. Dead Boys Don’t Cry
  6. Sacred & Wild
  7. Armata Strigoi
  8. Let There Be Night
  9. Resurrection By Erection
  10. Werewolves Of Armenia
  11. We Drink Your Blood
  12. Lupus Dei
  13. Sanctified With Dynamite
  14. In The Name Of God (Deus Vult)

Wie fandet ihr das Konzert?

21.01.2017
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