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YGGDRASSIL – All Shall Burn (CD Cover Artwork)
Fr, 24. Februar 2017

YGGDRASSIL – All Shall Burn

Melodic Death Metal, Viking Metal
01.03.2017
YGGDRASSIL – All Shall Burn (CD Cover Artwork)

INTRO

Nach der Veröffentlichung ihrer ersten EP «One Step Closer To Valhalla» vor zwei Jahren reichen die Spanier von Yggrassil nun ihr erstes, komplettes Album nach. Die Platte hört auf den Namen «All Shall Burn» und sticht bereits durch das äusserst farbenfrohe Cover ins Auge. Darauf sind diverse Sagen- und Mythen-Gestalten zu sehen. Der Band-Name ist ja sowieso an die Nordische Mythologie angelegt. «Yggdrasil» (so die eigentliche Schreibweise) ist auch bekannt als Welten-Baum. Ich bin gespannt, ob uns die Spanier auf eine Reise quer durch die Nordischen Sagen mitnehmen werden. Der Album-Titel könnte auch ein Verweis auf die Ragnarök-Sage sein, welche die Geschichte des Untergangs der Götter – und damit auch der Welt – thematisiert. Ragnarök ist simpel gesagt der Kampf zwischen den Riesen und den Göttern. Ja dann lassen wir die gute Scheibe doch einmal auf uns wirken.

DAS ALBUM –  «All Shall Burn»

Der etwas über zwei Minuten andauernde Intro-Song «Körangar» ist für die Album-Eröffnung besorgt und setzt schon einmal auf eine kleine Dosis «Epicness». Als würde man entweder in eine Schlacht ziehen oder aber in Valhalla selbst herumwandern und die mächtigen Säulen der Halle bewundern.

Schnelle Drums und nach Amon Amarth klingende Gitarren-Riffs und Melodien führen uns dann schliesslich durch die nächste Nummer der Platte. Es handelt sich um den Titel-Track. Sänger Jormund macht seinem Namen alle Ehre und bringt seine Kehle gehörig ins Schwitzen. Im Gegensatz zu Johan Hegg versteht man ihn beziehungsweise die Lyrics allerdings nicht ganz so gut. Eventuell liegt das aber auch an der Aufnahme-Qualität der Scheibe. Stellenweise kommt die ganze Geschichte ziemlich gläsern und scheppernd daher. Das Überrascht mich allerdings ein wenig. Das Album wurde ja über das Label Art Gates Records produziert und ist nicht direkt aus dem (Probe-)Keller der Band bei uns in den Review-Briefkasten hereingeflattert.

«Amon Amarth-mässig» geht es ebenfalls bei «End Of Cycle» zu und her. «Twilight Of The Thunder God» lässt grüssen. Nach circa einer Minute kriegen die Spanier dann allerdings trotzdem noch eigene Klänge und Melodien rein, so dass ich die bereits geschwungene «Kopier-Vorwurfs-Peitsche» vorübergehend wieder senken muss. Hier wirkt Jorlmunds Gebelle etwas verständlicher. Nichtsdestotrotz stecken mir im bisher Gehörten zu wenig eigene Ideen der Spanier drin. Per se ist der Sound von Yggdrassil eigentlich gar nicht mal so übel. Die Nachahmerei in Richtung der schwedischen Wikinger-Könige aus Tumba ist mir trotzdem ab und an zu offensichtlich.

«The Horde Above All» ist bis jetzt der Track, welcher mich am meisten mitreisst. Eine waschechte Schlacht-/Gemetzel-Hymne. Dazu kann man die eigene Haarpracht mit vollem Elan kreisen lassen. Eine brutale und aggressive Nummer, in der Growlmund seine Kehle erneut richtiggehend misshandelt. Amon Amarth-Einflüsse sind jedoch auch wieder hörbar.

Einem Drachen geht es bei «Slaughter Of The Dragon» an den Kragen. Auch diese Nummer bannt sich problemlos ihren Weg in die Gehörgänge der Zuhörerschaft. Neben dem vorangegangenen «The Horde Above All» ist dies jetzt der zweite Track, der mir zu gefallen weiss. Tempo-Variationen und passende Riffs runden die ganze Sache gelungen ab. Könnte auch während Live-Darbietungen eine interessante Option sein.

Für den nächsten Song finden wir uns in einem heftigen Sturm wieder. Donner grollt und Regen prasselt auf unsere Rüstungen. Yggdrassil provozieren mit diesem Track erneut ein intensives Nackenmuskel-Training, trotz stellenweise eher gemächlichem Song-Tempo. Erstmals hat Jormund auch längere Zeit Sendepause und überlässt den Gitarren das Rampenlicht. Jep, auch «Battle In The Storm» gehört zu den besseren Kandidaten auf der Platte. Für einmal muss ich nicht grossartig über Ideen-Klau bei Amon Amarth motzen.

Zusammen mit unseren Wikinger-Gefährten begeben wir uns für den nächsten Song in die Schildwall-Formation. Erstmals auf dem Album kommen hier nun «clean vocal»-Parts zum Einsatz. Allerdings weiss ich nicht, wer diese beisteuert. Jormund brüllt nämlich weiter pausenlos ins Mikro und bewegt sich fernab der «normalen» Stimmlagen. Etwa bei 03:30 Minuten taucht dann nochmals eine andere Stimme auf, die ein paar heisere Growls ins Rennen schickt. Auch hier ist mir die Identität des Interpreten leider unbekannt. Diese insbesondere stimmlichen Variationen machen schliesslich auch «Shield Wall» zu einem Anspiel-Tipp. In diesem Sinne: «Schilde hoch!».

Nach diesen paar durchaus gelungenen Songs kommt mir «One Last Ride» dann allerdings wieder ein wenig zu «Amon Amarth-like» ums Eck und drückt dadurch ein wenig auf die Euphorie-Bremse. Schade…

Leider tauchen ebenfalls bei den letzten beiden Tracks «Andvarinaut» und «Yuletide» erneut diverse Amon Amarth-Passagen auf. Nichtsdestotrotz könnte vor allem «Yuletide» dank des hohen Tempos und den Mitgröl-Passagen eine echt wuchtige Live-Hymne mit Potenzial werden.

FAZIT

Die Spanier von Yggdrassil zeigen stellenweise schon ganz gut, was sie alles draufhaben. Allerdings machen sie auf «All Shall Burn» noch viel zu sehr auf «Amon Amarth-Klon». Ich möchte der Truppe aber keinesfalls die Vorbilder oder Inspirationsquellen verbieten. Trotzdem kann ich der Band nur raten, möglichst rasch ihren eigenen Stil zu finden und diesen dann auch auf dem nächsten Album einzubringen. Andernfalls droht ihnen am Ende gar eine Karriere als simple Amon Amarth-Cover-Band. Und das wünsche ich der Truppe definitiv nicht.

Portofrei bestellenTrackliste YGGDRASSIL – All Shall Burn

  1. Körangar
  2. All Shall Burn
  3. End Of Cycle
  4. The Horde Above All
  5. Slaughter of The Dragon
  6. Battle In the Storm
  7. Shield Wall
  8. One Last Ride
  9. Andvarinaut
  10. Yuletide

Line-up Yggdrassil

  • Skuld – Guitar
  • Mjolnir – Guitar
  • Jormund – Vocals
  • Ivan – Drums
  • Juan – Bass

Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 6.5/10



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01.03.2017