DUST IN MIND - OBLIVION (CD Cover Artwork)
Fr, 7. April 2017

DUST IN MIND – OBLIVION

Industrial Metal, Melodic Death Metal
15.05.2017
DUST IN MIND - OBLIVION (CD Cover Artwork)

Der 2013 gegründeten Band Dust in Mind bin ich im Vorprogramm des Pain-Konzertes im Dynamo Ende April zum ersten Mal begegnet. Die Franzosen boten eine ansprechende Show und deswegen habe ich mich nun dazu entschlossen, ihre aktuelle Platte «Oblivion» etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Album wurde am 7. April veröffentlicht. Dust In Mind spielen eine Mischung aus Industrial und Melodic Death Metal. Ich bin gespannt, ob die Tracks auch auf Platte so gut rüberkommen. Die nun folgende Albumkritik wird da sicherlich ein wenig Licht ins Dunkel bringen.

DAS ALBUM – «Oblivion»

Ironischerweise erfolgt der Einstieg ins Album mit dem Track «Get Out». Die Franzosen beglücken den Zuhörer mit einem heavy Opener. Die teilweise aufkommenden, elektronischen Elemente im Hintergrund verweisen schnörkellos auf den Industrial Metal. Gitarrist Damien Dausch übernimmt die Growls und Frontmädel Jennifer Gervais kümmert sich um die ruhigeren Klänge. Das Zusammenspiel klappt jedenfalls und erinnert teilweise durchaus an Amaranthe.

Mit einer sehr eingängigen Melodie ist der darauffolgende Song «Spreading Disease» ausgestattet. Insbesondere der Refrain wirkt äusserst markant. Massgeblich dafür verantwortlich ist Jennifers Stimme. Im Hintergrund sorgt dagegen Damien erneut mit seiner robusten Kehle für ordentlich Furore. Keine Überraschung, dass Dust In Mind diesen Song im vergangenen Dezember zur ersten Single-Auskopplung auserkoren haben.

«Lullaby» – das wäre doch ein wundervoller Titel für eine Ballade. Weit gefehlt! Dust In Mind setzen bei diesem Track ebenfalls auf brachialen Industrial Metal. Jennifers Gesang erinnert an gewissen Stellen allerdings auch ein wenig an Cristina Scabbia von Lacuna Coil. Die Breakdowns und Damiens wuchtiges Stimmorgan motivieren die Nackenmuskulatur des Zuhörers zu Höchstleistungen. Eine solide Geschichte.

Markante Gitarrenriffs prägen den nächste Song «I’m Different». Pain scheinen definitiv zu den Inspirationsquellen der Franzosen zu zählen. Nicht nur bei diesem Track sind gewisse Parallelen zur Truppe von Peter Tägtgren auszumachen. Als sprachaffiner Mensch muss ich darauf verweisen, dass Dust In Mind in Sachen englischer Aussprache nicht immer ganz sicher im Sattel sitzen. Gewisse Wörter werden schlichtweg falsch betont. Da der Sound jedoch stimmt, kann man diesbezüglich ruhig einmal ein Auge zudrücken. Mit ein bisschen Nachhilfe bekommen Jennifer und Damien dies sicherlich noch besser hin. Und so ein leichter Akzent hat doch auch etwas Charismatisches an sich, nicht?

Bei «Mrs. Epilepsy» handelt es schliesslich effektiv um eine Ballade. Die Power und das Tempo der bisherigen Stücke werden dadurch natürlich unterbrochen. Jennifer wird von zarten Piano-Klängen begleitet und rückt ihr zartes Stimmchen ins beste Licht. Eine sehr schöne Nummer. Bezüglich der teilweise etwas holprigen Aussprache habe ich mich ja bereits weiter oben geäussert. Das fällt auch wirklich nur den Detail-Fanatikern auf. Live kommt dieser Track übrigens ebenfalls sehr gut rüber.

Als Nächstes folgt der Titeltrack. «Oblivion» ist vollgestopft mit elektronischen Elementen und harten Riffs. Jennifer und Damien bitten abermals zum gesanglichen Duett. Im letzten Song-Drittel sind schliesslich auch die Headbanger unter den Zuhörern erneut gefordert. Gerade von Jennifer wird man in Sachen Female-Fronted-Metal wohl künftig noch so einiges zu hören bekommen – zumindest lässt mich mein Bauchgefühl dies glauben.

Mit einer Spielzeit von 05:07 Minuten handelt es sich bei «Born To Fight» um den längsten Song des Albums. Für einmal bewegt sich Damien nicht ganz so tief im Growl-Bereich und beweist dem Hörer damit den Facettenreichtum seiner Stimme. Nackenbrecher-Elemente sind ebenfalls wieder genügend vorhanden. Trotzdem fesselt mich der Track nicht über die gesamte Zeit. Das ist den Songs zuvor doch etwas besser gelungen.

Beim darauffolgenden «Too Far» packt Damien abermals seine «Nicht-Growl-Stimme» aus. Jedoch ist auch sein normaler Gesang – wie bereits erwähnt – angenehm anzuhören. So entwickelt sich diese Nummer zu einem hübschen Duett zwischen Jennifer und Damien. Komplett auf seine Growls kann der gute Mann dann trotzdem nicht verzichten. Ein fulminanter Schrei muss noch sein. Dank den mehrheitlich ruhigeren Klängen kann der Hörer trotzdem nochmals Luft holen und ist danach bereit für die letzten beiden Songs dieser Scheibe.

Haare schütteln wird schliesslich bei «Anesthesia» wieder ein Thema. Jennifers Gesang ist einmal mehr tadellos. Und auch Damien bringt seine Kehle erneut an ihre Grenze. Vor allem in der zweiten Hälfte vermag dieser Song den Zuhörer doch noch richtig zu packen. Solide Sache.

Beim letzten Track «Coward» lässt Drummer Jackou Bardyh eine gnadenlose Salve los. Abermals haben Dust In Mind das eine oder andere elektronische Element in den Song integriert. Jennifer und Damien zeigen sich – in ihren jeweilige Gesangsebenen – nochmals von ihren besten Seiten. Ein durchaus gelungener Albumabschluss.

FAZIT

«Allez les bleus!». Dust In Mind servieren uns auf ihrem Zweitwerk «Oblivion» eine passende Mischung aus Industrial und Melodic Death Metal-Elementen. Dagegen sieht beispielsweise die aktuelle Amaranthe-Scheibe «Maximalism» ziemlich alt aus. Die französisch-angehauchte Aussprache gewisser Wörter sei der jungen Truppe dieses Mal (noch) verziehen. Ich bin gespannt, wohin der Weg von Dust In Mind führen wird. Mit dieser Platte werden sie allerdings mit grosser Wahrscheinlichkeit für Furore sorgen und in der Szene etwas Staub aufwirbeln.

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Trackliste Dust In Mind – Oblivion

  1. Get Out
  2. Spreading Disease
  3. Lullaby
  4. I’m Different
  5. Mrs. Epilepsy
  6. Oblivion
  7. Born To Fight
  8. Too Far
  9. Anesthesia
  10. Coward

Line Up – Dust In Mind

  • Jack Ruetsch – Guitars
  • Damien Dausch – Guitars & Vocals
  • Jennifer Gervais – Vocals
  • Xavier Guiot – Bass
  • Jackou Bardyh – Drums

Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 8/10



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DUST IN MIND – OBLIVION
User Bewertung: 8/10

15.05.2017
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