Metalinside.ch - Opeth - Z7 Pratteln 2017 - Foto Liane 11
Mi, 21. Juni 2017

Opeth, Caligula’s Horse – Sorceress World Tour

Z7 (Pratteln, CH)

Die Opeth-Garantie

Sie sind eigentlich schon Institution – Opeth, der schwedische Qualitäts-Export. Wer sie  einmal live gesehen hat, wird sie immer wieder sehen wollen. Eigentlich sind Opeth Konzerte fast ein wenig spartanisch, denn man verzichtet auf aufwendige Bühnenbauten, Pyros und Projektionen. Dies hat die Band auch nicht nötig, denn was die Schweden auf der Bühne leisten ist einfach grossartige Musik, welche komprimiert aufs Publikum losgedonnert wird.

Caligula’s Horse

Begleitet wurden die Schweden von den Australiern Caligula’s Horse, die bereits 2015 die Schweiz besuchten. Mit dem mittlerweile dritten Album „Bloom“ zeigten die Aussies, dass nach AC/DC und Knackarsch Kylie, Australien durchaus noch anderes musikalisches Kulturgut zu bieten hat. Caligula’s Horse kann man getrost als den zur Zeit interessantesten Prog-Vertreter aus Down Under bezeichnen.

Die Band schaffte es gekonnt, hohes spielerisches Niveau mit anspruchsvoller Rhythmik und harte Komponenten mit ruhigen, schon fast sanften Passagen zu kombinieren. Die Bandbreite ist gross und reicht von akustisch untermalten bis hin zu Double-Bass geladenen Songfragmenten. Wie auch bei den Briten Haken, sorgt eine verhältnismässig sanfte Stimme für einen angenehmen Kontrast zu harten Riffs. Live zeigen Caligula’s Horse erst recht, was sie drauf haben und so wundert es nicht gross, dass sie schnell die Gunst des Publikums hatten.

Diese hatten sie übrigens auch drei Tage später, im Vorprogramm von Pain of Salvation in Karlsruhe, wo sie den Auftritt im Z7 noch toppen konnten. Jedenfalls war die Band happy und hatte aufrichtig Freude in Pratteln spielen zu können. Sänger Jim Grey sagte mit leuchtenden Augen, dass sie noch nie in einer so grossen Venue gespielt haben. Der Band weiterhin zu folgen ist sicher nicht das Verkehrteste und man darf gespannt sein, was von den Australiern noch kommen wird.

Opeth – besser geht kaum

In den Anfängen noch mit knallhartem Death Metal unterwegs, zeigten die Schweden mit dem 2003 erschienenem Album „Damnation“, dass sie auch anders können und präsentierten sich melancholisch zurückhaltend, aber nicht minder erfolgreich. Heute brillieren Opeth als eine der erfolgreichsten modernen Prog-Rock/Metal Kombos. Dies zeigt sich vor allem in den letzten drei Veröffentlichungen, die sich doch sehr von denen der Anfänge unterscheiden. Auch wenn die Begeisterung für die neuen Alben gross ist, so wäre es fatal, würden Opeth auf die Darbietung von altem Material verzichten. Dies war wohl auch die grösste Befürchtung der alten Opeth-Fangemeinde, als sich Mikael Åkerfeldt vom gutturalen Gesang verabschiedete. Glücklicherweise bezog sich die Entscheidung nur auf die Produktion von neuem Songmaterial.

Seit Ende September sind Opeth mit ihrem aktuellen Album Sorceress unterwegs. Die Nachfrage nach den Schweden scheint gross zu sein, denn nach ihrem Auftritt im November besucht die Band die Schweiz ein weiteres Mal. Mittlerweile sind es schon 13 Gigs in Helvetien (Quelle Setlist.fm). Sorceress war dann auch der Eröffnungstitel für ein viel versprechendes Konzert. Opeth waren schon immer ein Garant für eine ausserordentliche Live-Darbietung und daran hat sich auch beim Gig im Z7 nichts geändert. Einmal mehr erfüllten sich die Erwartungen voll und wie vermutet ging es mit dem ersten „alten“ Song so richtig los – wenn da nicht die überlangen Pausen gewesen wären.

“You are so quite” bemerkte irgendwann der Herr Åkerfeldt … Nun, wenn man zwischen den einzelnen Songs ellenlange Pausen macht, dann wird es halt naturgemäss ein wenig ruhiger. Ergo – die Fans waren nicht permanent mit Jubeln beschäftigt. Åkerfeldt war jedenfalls flauschig unterwegs und war die Ruhe selbst. Als wäre es das Selbstverständlichste der Welt stand der Mann seelenruhig am Bühnenrand und quatschte mit dem Publikum. Fast 30 Jahre Bühnenerfahrung mit Opeth sind aussagekräftiger Beweis für Professionalität. Dies zeigte sich von A bis Z durchgängig bei jedem Song. Besonders hervorzuheben ist dabei das kontinuierliche Qualitätsniveau von Opeth, das nur schwer zu schlagen ist. Insbesondere Åkerfeldts Stimme war herausragend und ohne Mangel. Licht gut Sound gut, Stimmung gut –  was will man mehr?

Setliste Opeth

  1. Sorceress
  2. Ghost Of Perdition
  3. Demon Of The Fall
  4. The Wilde Flowers
  5. In My Time Of Need
  6. Cusp Of Eternity
  7. Heir Apparent
  8. Era
  9. The Drapery Falls
  10. Deliverance

Fotos von Opeth, Caligula’s Horse (Liane)


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