Fr, 7. Juli 2017

Orden Ogan – Gunmen

Heavy Metal, Power Metal
09.07.2017

Orden Ogan – Revolverhelden aus dem Sauerland

Mit konstant hochwertigen Alben und starken Konzerten haben sich Orden Ogan die letzten Jahre in das Bewusstsein der Metalszene gespielt. Die Sauerländer sind längst nicht mehr ein Geheimtipp aus dem Untergrund, ganz im Gegenteil: Die Konkurrenz sollte sich warm anziehen. Seit wenigen Tagen wird scharf geschossen: Das sechste Studioalbum „Gunmen“ ist erschienen!

Von den Eislandschaften in die Sümpfe. Von den Sümpfen in den Wilden Westen. Orden Ogan bleiben ihrer Linie treu, dass sie in ihren Alben einen roten Faden einflechten. Der Titel „Gunmen“ sowie der dazugehörende Clip, der seit einiger Zeit veröffentlicht ist, lässt erahnen, dass die Westdeutschen für ihre anstehenden Konzerte neue Klamotten machen lassen. Von der musikalischen Ausrichtung her gibt es hingegen keine dermassen drastischen Stilwechsel. Orden Ogan bleiben sich grundsätzlich selber treu – und das ist gut so!

„Gunman“ eröffnet also dieses Werk mit einem bombastischen Intro, bevor es mit galoppierenden Drums und äusserst eingängigen Melodien weitergeht. Der Refrain geht sofort ins Ohr. Ist das ein erstes Indiz, was hier noch folgen wird? Nicht ganz… Denn bereits „Fields of Sorrow“ ist deutlich sperriger, und braucht etwas mehr Zeit. Allerdings eine Nummer, die wächst!

Zwei Dinge fallen bei den meisten Songs auf: die teils massiven Doublebass Gewitter und die epischen Chöre. Man höre sich „Down Here (Wanted Dead or Alive)“ oder „Forlorn And Forsaken“ an. Dies ist dann im Prinzip vielleicht auch ein kleiner Kritikpunkt: die Songs sind teilweise dann recht ähnlich. Umgekehrt ist es halt genau das, was „Gunmen“ und Orden Ogan unverkennbar macht.

Nachdem bei „Ravenhead“ Joachim Cans (HammerFall) und Chris Bolthendal (Grave Digger) als Gastmusiker mitwirkten, haben die Sauerländer dieses mal die ex-Leaves‘ Eye Sängerin Liv Kristine ins Studio geholt. „Come With Me To The Other Side“ wird vor allem bei seinem balladesken Beginn durch die Norwegerin veredelt. Aber auch bei den epischen Chören setzt sie ihre Farbtupfer, was die Nummer zu einem Highlight macht. Dazu zähle ich auch das folgende „The Face Of Silence“ mit seinem unglaublich eingängigen Refrain. Auch hier wieder: Bombastische Chöre am Laufmeter. Ganz gross!

Stilistisch etwas aus dem Rahmen fällt „Vampire in Ghost Town“. Gut – „aus dem Rahmen fallen“ ist übertrieben. Aber dieser Song hat herrliche Parts drin, die einem richtiggehend vom Wilden Westen träumen lassen. Oder so. Jedenfalls ist es der Song neben „Gunmen“, welcher den roten Faden auch musikalisch am deutlichsten hervorhebt.

Noch mehr Epik bietet der Abschluss in Form von „Finis Coronat Opus“, mit über acht Minuten zudem der längste Song. Doch dies ist mir jetzt irgendwie fast zu progressiv – jedenfalls packt mich das auch nach mehrmaligem Hören nicht richtig. Sicher ist es die untypischste Nummer auf „Gunmen“ und sicher gibt’s auch eingängige Parts. Aber als Gesamtes gefällt mir der Rest besser…

Mit „Gunmen“ liefern Orden Ogan erneut ein grossartiges Album ab, welches sich weder vor „Ravenhead“ noch vor „To The End“ verstecken muss. Nach ein paar Durchläufen hatte ich noch das Gefühl, dass „Ravenhead“ einen Tick stärker war – dies muss ich mittlerweile korrigieren. „Gunmen“ ist insgesamt mindestens so gut. Also sind auch 8 von 10 Punkten das Mindeste, was man hier geben darf!

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Video Orden Ogan – Gunman


Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 8/10



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09.07.2017
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