Cellar Darling – This Is The Sound (CD Cover Artwork)
Mi, 13. September 2017

Cellar Darling

Kofmehl (Solothurn)
25.09.2017
Cellar Darling – This Is The Sound (CD Cover Artwork)

Raus aus dem Keller, ab in die Raumbar!

Eine Vorstellung haben Cellar Darling inzwischen nicht mehr nötig. Die Kellerkinder haben sich in der Schweizer Musikszene etabliert.

Ihr erstes Album „This Is The Sound“ hat rundum begeistert und auch die Live-Konzerte sind nicht schlecht besucht. Vor der grossen Tour durch Russland und Europa machen die Winterthurer Halt in der Schweiz. Gleich zwei Konzerte – im Solothurner Kofmehl und im Zürcher Dynamo – stehen an. Was sich am 13.09. in der Raumbar im Kofmehl abgespielt hat, lest ihr hier! 

Bereits beim Betreten des Kofmehls sehe ich Merlin am Merch Stand. Auch Anna und Ivo sind später zu sehen. In Sachen Fannähe kann man dem Trio nichts vormachen. Trotz oder gerade wegen ihrer Vergangenheit bei Eluveitie sind Anna, Ivo und Merlin am Boden geblieben und zeigen sich dem Publikum. Merlin erzählt mir, dass er nicht allzu nervös ist. Kein Wunder, denn Cellar Darling bestritten noch vor kurzem Festivalauftritte vor grossem Publikum, jetzt spielen sie in der Raumbar mit einer Kapazität von 200 Personen. Ein Klacks! Trotzdem freue er sich auf die Show vor den Schweizer Fans.

Beim Betreten der Raumbar bemerke ich, dass bereits die Instrumente Cellar Darlings auf der Bühne stehen und auch schon deren Backdrop von oben runterhängt. Logisch, heute spielt ja keine Vorband! Anna betritt die Bühne, um ihre Drehleier zu stimmen und schon bald steht die gesamte Band vor uns.

Wuchtig beginnt das Konzert mit „Black Moon“. Der als Single ausgekoppelte Song wird zuerst nur von den drei Bandmitgliedern sowie Basser Nicolas Winter gespielt. Das Keyboard auf der Bühne verrät aber: auch Fredy Schnyder wird mit von der Partie sein! Tatsächlich, kurz vor dem ersten Refrain gesellt dieser sich ebenfalls auf die Bühne und verweilt den Rest des Konzerts immer wieder mal auf seinem Keyboard-Hocker oder hinter der Bühne.

Weiter geht es gleich mit „Hullaballoo“. Ehrlich gesagt wäre das für mich ein Song, der eher ans Ende eines Sets gehören würde. Aber Cellar Darling haben auf ihrem Debütalbum so viele gute Titel, dass da wohl so ziemlich jede Song-Reihenfolge passen würde. Für Lacher in den vorderen Reihen sorgt Annas schielende Grimasse, nachdem sie das Mikrofon nicht in den Mikro-Ständer drücken konnte.

Nach „The Hermit“ folgt die erste Ansage. Anna bedankt sich für das zahlreiche Erscheinen und kündigt ihr Mantra „Avalanche“ an. Es sei heiss in der Raumbar und somit höchste Zeit, uns von einer kälteren Thematik abkühlen zu lassen. Bereits beim Intro merkt man: Die Band will nicht eins zu eins ihr Studioalbum auftischen, sondern bereits nach so wenigen Konzerten ein wenig variieren. Bei „Avalanche“ hört man das vor allem an den stimmlichen Variationen beim Titelwort. Später hingegen fällt die Band wieder zurück in die (nennen wir es mal) Original-Version. Hier treffen Cellar Darling die perfekte Mischung aus Innovation und Standhaftigkeit.

Nach dem mit überraschend tiefer Stimme gesungenen, musikalisch unverkennbaren „Six Days“ und dem schon fast besinnlichen „Rebels“, welche mir beide wegen Annas frechen Gesangseinlagen gefallen, folgt die nächste Ansage. „Under The Oak Tree…“ ist einer der ersten Songs, den das Trio geschrieben hat und wird heute für all jene gespielt, welche einmal eine wichtige Person verloren haben. Direkt ohne Pause folgen das dazugehörige „…High Above These Crowns“ und Ivos Lieblingssong „Starcrusher“, bei dem Anna ein stark an Black Metal erinnernder Schrei entfährt. Gruslig!

Als Anna einen ruhigeren Song ankündigt, geht ein raunendes „Oooohhh!!“ durch die Menge. Anna verspricht, es werde ein kurzes. Es gehe um Wasser und heisse… na wie wohl? „Water“! Nach dem dazu passenden „Fire, Wind & Earth“ erzählt Anna, es gebe nur noch zwei Songs. Schon wieder ein „Oooohhh!!“, worauf Anna fröhlich entgegnet: „Kommt, ihr wisst, wie es läuft. Es gibt sowieso eine Zugabe“.

Bei „Redemption“ darf die junge Sängerin dann auf Merlins Drumset mittrommeln, bevor es ruhiger wird. „Hedonia“ wird zum Besten gegeben. Die Band kann ihre gesamte Theatralik zum Vorschein bringen und das Publikum mit diesem dank schweizerdeutscher Sprache speziellen Song noch einmal begeistern. Während dem Outro laufen die drei von der Bühne, noch immer hört man Annas Live-Gesang.

Aber sie hat ja eine Zugabe angekündigt! Das Publikum hat dies nicht vergessen und fordert die versprochene Zugabe lautstark. Die Band erscheint wieder und probiert etwas Neues. Haben die drei im Frühling in der Schüür noch Annas Solo-Song „Cellar Darling“ gecovert, ist jetzt etwas ganz Fremdes an der Reihe: Sie wagen sich an eine einige Version von Queens „The Prophet’s Song“. Eventuell habe sich die Band zu viel vorgenommen, meint Anna noch, bevor sich die Musiker dann richtig ins Zeug legen. Viel vorgenommen, ja! Zu viel? Nein! Queen zu covern ist heikel und das ist weithin bekannt. Trotzdem haben Cellar Darling es versucht und mit ihrer zugegeben ziemlich eigenen Version das ganze Publikum überzeugt. Auch die Halleffekte werden gekonnt eingesetzt, wodurch die Darbietung durchaus für Queen typische Merkmale widerspiegelt. Top Arbeit, Hut ab!

Ein Song fehlt doch noch? Stimmt, „Challenge“ wurde noch nicht gespielt. Also los! Mit der Single-Auskopplung, in der der Titelzeile „This Is The Sound“ nochmal so richtig Nachdruck verliehen wird, beenden Cellar Darling ihre erste Club-Show seit der Veröffentlichung ihres Erstlings.

Fanzit

Ich bin bekanntlich ein grosser Cellar Darling Fan. Aber auch objektiv betrachtet ist diese Band extrem stark. Die Songs alleine sind schon der Hammer (entsprechend fiel damals auch das Album-Review aus). Aber was die Jungs und Anna live liefern, ist nochmal ein Spürchen besser. Alle spielen gut zusammen, ziehen an einem Strang. Die Musiker haben ihre Instrumente richtig im Griff und vermögen das Publikum auch ohne Vorband richtig aufzuheizen. Wahre Spielfreude wird gekoppelt mit Variationen, die Songs des Debutalbums mausern sich langsam aber sicher auch im Kopf der nicht allzu angefressenen Besucher zu grossen Hits. Und trotz allem bleiben die Geschichtenerzähler bodenständig, wirken sowohl auf als auch neben der Bühne sympathisch. Wenn das Trio so weitermacht, stehen da glorreiche Zeiten vor der Tür! Ich bin begeistert und freue mich auf das am nächsten Tag anstehende Konzert in Zürich.

Setliste Cellar Darling Kofmehl 2017

  1. Black Moon
  2. Hullaballoo
  3. The Hermit
  4. Avalanche
  5. Six Days
  6. Rebels
  7. Under The Oak Tree…
  8. …High Above These Crowns
  9. Starcrusher
  10. Water
  11. Fire, Wind & Earth
  12. Redemption
  13. Hedonia
  14. The Prophet’s Song (Queen)*
  15. Challenge*

*Zugaben


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