Metalinside.ch- Satyricon - Dynamo Zürich 2017 - Foto Röschu 7
Mo, 9. Oktober 2017

Satyricon, Suicidal Angels, Fight The Fight

Dynamo (Zürich, CH)
/ 24.10.2017

Mit ordentlich Krach in die neue Woche 

Katerstimmung am Montag? Fehlanzeige! Die Norweger Satyricon und ihre beiden Support-Acts begeistern in einem rappelvollen Dynamo Saal die Massen. Ein metallischer Wochenauftakt nach Mass. Details sind im nun nachfolgenden Konzertbericht nachzulesen. 

Kalenderwoche 41 entpuppt sich als besonders intensive Geschichte. Fünf Events innerhalb von sieben Tagen – so sieht zumindest mein Programm aus. Aber ich mache das Ganze ja freiwillig und werde mich an dieser Stelle nicht weiter darüber beklagen. Heute Abend erklimmen Anhänger der düsteren Musik wieder einmal die Stufen des Dynamo-Gebäudes in Zürich bis hinauf in den grossen Saal. Zu Gast sind die Truppen Satyricon, Suicidal Angels und Fight The Fight. Die ersten beiden Kandidaten durfte ich bereits live erleben und sie haben mit soliden Auftritten bleibende Eindrücke in meinem Oberstübchen hinterlassen. Fight The Fight – die dritten Krachmacher im Bunde – sind mir dagegen überhaupt kein Begriff.

Mein Grüppchen und meine Wenigkeit treffen Punkt 19 Uhr am Ort des Geschehens ein – gerade rechtzeitig zur Türöffnung. Da die erste Band bereits in 15 Minuten loslegen wird, bleibt für die übliche Vorbereitung unsererseits nicht viel Zeit. Somit folgt nach einem kurzen Toilettenbesuch umgehend der Abstecher an die Bar. Flüssignahrung muss her. Dazwischen werden allfällige Gespräche und Begrüssungen bestmöglich abgekürzt. Schliesslich beziehen wir auf der rechten Bühnenseite Stellung und warten auf die musikalischen Darbietungen des Abends.

FIGHT THE FIGHT

Den Auftakt übernimmt die junge norwegische Truppe Fight The Fight. In der Untergrundszene ihres Landes haben sich die Herrschaften schon einmal einen Namen gemacht. Nun soll unter anderem dank der laufenden Tour mit Satyricon die Aufmerksamkeits-Gewinnung eines noch breiteren Publikums angestrebt werden. Da die meisten Besucher allerdings noch draussen vor der Location herumlungern, wird das für Fight The Fight kein leichtes Unterfangen.

Die Jungs legen los wie die Feuerwehr und brillieren dank der Vereinigung etlicher Metal-Stile in ihrem Sound. Von Groove Metal bis und mit Metalcore-Elementen – da ist definitiv einiges dabei. Mein Grüppchen wird von dieser Energiewelle regelrecht überrollt und aktiviert umgehend sämtliche Nackenmuskeln. Sänger Lars Vegas beherrscht sowohl den klaren Gesang als auch die schreilastigeren Varianten. Aufgrund von technischen Schwierigkeiten müssen sie ihr Set allerdings gezwungenermassen kürzen. Schade, aber das Gehörte macht definitiv Lust auf eine Wiederholung irgendwann in der Zukunft.

SUICIDAL ANGELS

Danach übernehmen die griechischen Thrasher Suicidal Angels das Kommando. Mit der Titelmelodie des Films «Jaws» (Der Weisse Hai) im Rücken schreitet das Quartett zur Tat. Die Truppe ist doch auch schon bereits seit über 15 Jahren im Business tätig. Bei diesem Scheinwerferfeuerwerk kann man schon einmal zum Epileptiker mutieren. Für die Fotografen im Graben sicherlich eine äusserst undankbare Aufgabe.

Auf der Bühne liefern die Griechen exakt das ab, was man von ihnen erwarten darf. Der inzwischen gut gefüllte Saal bekommt eine ordentliche Ladung «Abriss-Metal» auf die Gehörgänge geknallt. Dank Hymnen wie «Bloodbath» oder «Apokathilosis» herrscht ordentlich Bewegung in den Publikumsreihen. Trotzdem empfand ich den Auftritt vor rund einem Jahr im Komplex Klub noch etwas stärker. Das nächste Mal dürfte man den griechischen Suizid-Engeln zwecks Entfaltung ihres vollen Potenzials gerne einen Headliner-Slot gewähren.

SATYRICON

Bands aus den Bereichen Death, Thrash oder eben auch Black Metal haben in der Stadt Zürich einen sehr guten Stand. Das wird durch das rappelvolle Dynamo am heutigen Abend einmal mehr eindrücklich untermauert. Dagegen bekunden Bands der Stilrichtungen Power oder Heavy Metal häufig Mühe. Das bekamen kürzlich Serious Black deutlich zu spüren. Auch bei der HammerFall-Show im Dezember verläuft der Vorverkauf bisher eher schleppend. Da ist es am Ende kein Wunder, wenn solche Bands dann wieder ins Z7 nach Pratteln «flüchten» und in ihren Touren um Zürich einen grossen Bogen machen. Aber ich schweife ab. Kommen wir nun zum Headliner des heutigen Abends.

Kurz nach 21 Uhr wird es richtig laut im Saal. Unter tosendem Applaus treten Satyricon aus den Schatten hervor und tauchen in ihr Schwarzmetal-Set ein. Bei Auftritten greift das Duo Satyr/Frost gezwungenermassen auf ein paar Live-Musiker als Unterstützung zurück. Heute sind dies zwei Gitarristen, ein Bassist und ein Tastenklimperer am Keyboard. Chef himself bleibt jedoch der Mann am teufelsgabelförmigen Mikrofonständer. Satyr hat der langen Mähne offenbar abgeschworen und setzt neuerdings auf eine kurze, nach hinten gegelte Haarpracht. Seine Stimme hat sich dagegen nicht verändert. Ein furchteinflössendes Krächz-Organ, wie es für den Black Metal passender nicht sein könnte. Gelegentlich greift er zudem ebenfalls zur Klampfe.

Die Norweger entscheiden sich gegen eine ausführliche Präsentation ihres kürzlich erschienenen Werks «Deep Calleth Upon Deep» und versuchen sämtliche ihrer Studioalben wenn irgendwie möglich in der Setliste dieses Gigs unterzubringen. Leider kenne ich das Material zu wenig, aber spätestens beim Zugaben-Block kommt es auch für mich zu einigen «Aha-Momenten». Mit dem Track-Trio «The Pentagram Burns», «Fuel For Hatred» und «K.I.N.G.» liefert die Truppe aber auch ein sackstarkes Finale ab, das überhaupt keine Wünsche offen lässt.

FAZIT

Ein mehrheitlich gelungener Konzertabend im Dynamo Saal. Insbesondere der Publikumsaufmarsch war für einen Montag durchaus beeindruckend. Mir war die Popularität von Satyricon bis zu dieser Show gar nicht richtig bewusst. Mit diesem mitreissenden Auftritt vermochten die Schwarzmetaller ihre Anhängerschaft allerdings problemlos zu begeistern. Somit konnte man am Ende zurecht von einem gelungenen Start in eine neue, intensive Konzertwoche sprechen.

Cheers

Dutti \m/

Setliste – Fight The Fight

  1. Fight The Fight
  2. My Emperor
  3. Anitra’s Dance (Edvard Grieg-Cover)
  4. No Skin, No Armor

Setliste – Suicidal Angels

  1. Capital Of War
  2. Bloodbath
  3. Front Gate
  4. Eternally To Suffer
  5. The Seed Of Evil
  6. Moshing Crew
  7. Apokathilosis

Setliste – Satyricon

  1. Midnight Serpent
  2. Our World, It Rumbles Tonight
  3. Black Crow On A Tombstone
  4. Deep Calleth Upon Deep
  5. Walker Upon The Wind
  6. Repined Bastard Nation
  7. Commando
  8. Now, Diabolical
  9. To Your Brethren In The Dark
  10. Black Wings And Withering Gloom
  11. Transcendental Requiem Of Slaves
  12. Mother North
  13. The Pentagram Burns*
  14. Fuel For Hatred*
  15. K.I.N.G.*

*Zugabe

Fotos Satyricon, Suicidal Angels im Dynamo 2017 (Röschu)


Wie fandet ihr das Konzert?

/ 24.10.2017
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