Five Finger Death Punch - Hallenstadion - Zürich - Foto Vedi
Di, 28. November 2017

Five Finger Death Punch, In Flames, Of Mice & Men

Hallenstadion (Zürich, CH)
/ 17.12.2017

Von Schlagringen und Flammen, von Mäusen und Männern…

Es handelt sich mit Five Finger Death Punch und In Flames zweifelsohne um eine der grösseren Co-Headliner-Touren des Jahres.

Als diese angekündigt wurde, war die Freude unter den Fans gross – wenn sich auch klar zwei Lager bildeten, die sich dann auch (wie immer in unsere Szene schön friedlich) darüber stritten, welche der beiden Bands nun der wahre Headliner ist. Dass beide dazu taugen würden, ist unbestritten. Und dass Of Mice & Men den Abend eröffnet, macht die ganze Sache natürlich noch ein Stück besser. 

Keine der drei Bands gehört zu jenen Kapellen, die mich gleich auf Anhieb überzeugten. Five Finger Death Punch habe ich zum ersten Mal als Vorband von Avenged Sevenfold gesehen. Damals hätte ich ihren Auftritt wohl als «Naja, ganz okay» bewertet. Was mir damals am meisten Eindruck machte, war Chris Bart. Spätestens nach ihrem Wacken-2014-Gig haben die Amerikaner aber auch mich überzeugt. In Flames sah ich zum ersten Mal am Sonisphere Festival in Basel. Ebenfalls kein spezielles Konzert, auch hier brauchte es einen weiteren Auftritt (Greenfield 2015), um mich zu überzeugen. Of Mice & Men hatte ich noch nie live gesehen. So war ich auf jeden Fall auch auf alle drei Bands gespannt!

Nach dem Einlass ins Hallenstadion bin ich ein wenig verwirrt. Herrschte im Juni bei System Of A Down noch ein organisatorisches Chaos, scheint heute alles wie am Schnürchen zu laufen. Draussen kann man neuerdings Rucksäcke abgeben und das Personal (sowohl Security als auch die Bier-Ausschank-Crew) ist überraschend freundlich.

Of Mice & Men

Doch kommen wir zur Action: Der Opener ist Of Mice & Men, welche ich heute zum ersten Mal sehe. Im Vorherein habe ich natürlich in ihre Musik reingehört und bin gespannt darauf, wie das live wirkt. Das kann sich durchaus hören/sehen/spüren lassen! Aus den Boxen schallt direkter auf-die-Fresse-Sound und spätestens nach ein paar Minuten hat die Band das Publikum im Griff. Die eher Pit-geilen Metalheads (zu denen ich mich heute Abend auch zähle), warten angespannt auf die erste Mosh-Stelle. Schneller als erwartet kommt diese dann auch und spätestens jetzt sind die Leute in meinem Bereich nicht mehr zu halten. Die Band liefert, das Publikum liefert zurück. Super Auftritt! Einziger Negativ-Punkt: Der Boden ist extrem rutschig, was dann darin endet, dass immer wieder mal jemand ausrutscht.

In Flames

Nach viel zu kurzer Zeit geht das Licht an und die typische WC-und-Bier-Odyssee beginnt. Kaum sind wir zurück vor der Bühne, geht es auch schon wieder los. Die Musiker von In Flames verstecken sich während dem ganzen ersten Song hinter einem dunklen Vorhang. Dann fällt dieser aber und die mehrheitlich barttragenden Musiker präsentieren sich nun auch noch visuell. Die überdurchschnittlich hohen Bühnenelemente für Keyboard und Schlagzeug sind ein weiterer Hingucker. Und musikalisch? Nun, am Anfang stimmt der Sound noch nicht ganz und die Stimmung im Publikum ist auch nicht so der Wahn. Ungefähr nach dem ersten Drittel des Konzerts scheint aber irgendwo jemand einen Schalter umgelegt zu haben. In Flames geben jetzt Vollgas und auch im Publikum ist die Energie richtig spürbar. Ob das nur an der Musik liegt, oder eventuell auch an der aufwendigen Licht- und Laser-Show, will ich nun mal nicht so genau hinterfragen. Insbesondere der Fact, dass viele Songs von «Battles» gespielt wurden, hat mich persönlich überrascht. Entgegen vieler anderer Meinungen empfinde ich dieses nämlich als das stärkste Album der Band. Auf jeden Fall haben In Flames auf der ganzen Linie überzeugt und die Vorfreude auf 5FDP noch einmal weiter hochklettern lassen.

Five Finger Death Punch

Zuerst gibt es aber erneut eine kurze Pause, in der wieder die Stallungen und der Hopfentee-Stand aufgesucht werden. Rechtzeitig zum Start bin ich zurück vor der Bühne, wenn auch jetzt eher seitlich, denn es hat inzwischen schon recht viele Besucher. Da die Bühne aber sehr weit vorne steht und dadurch die Stehplatz-Fläche nicht allzu gross ist, ist dies immer noch angenehm. Von der Seite her beobachte ich, wie die Amerikaner die Bühne betreten und sofort unglaublich bejubelt werden. Tatsächlich sieht man plötzlich noch mehr Fans mit 5FDP-Shirts und mit rotem Handabdruck im Gesicht als zu Beginn. Knuckleheads… Knuckleheads everywhere! Da auch bei dieser Band wieder einige Pits entstehen, zieht es mich dann nach den ersten paar Songs auch wieder mehr gen Mitte, von wo aus die Stimmung noch einmal ein Spürchen besser ist. Ebenfalls überzeugend ist die Soundqualität. Danke an die Tontechniker! Eines der Highlights an diesem Abend ist ohne Zweifel das Akustik-Paar «Wrong Side Of Heaven» / «Remember Everything». Hier ist nämlich die Textsicherheit (ähnlich wie schon bei «Save Me» von In Flames) des Publikums zu erwähnen. Dieses liefert zusammen mit Frontmann Ivan ein Gesangsduett, das an Konzerten seinesgleichen sucht. Wenige Songs später ist das Konzert dann aber auch schon fertig, und dies ist auch der Punkt, der mich am meisten enttäuscht. Irgendwie wurden 5FDP zwar als Headliner des Abends promotet, aber mit einer viel kürzeren Spielzeit (5 Songs weniger!) und einem Auftritt, der von In Flames locker überflügelt wurde, haben sich die Amerikaner diese Funktion wohl nicht ganz verdient. Nichtsdestotrotz: Nur weil In Flames ein bisschen mehr geliefert hat, war der 5-Finger-Gig nicht schlecht. Die Gruppe um Ivan Moody hat wieder einmal eine geniale Show hingelegt und hinterlässt viele glückliche Gesichter.

Das Fanzit

Absolut geiler Abend! Auch wenn an mehreren Stellen Kleinigkeiten auszusetzen waren, haben alle drei Bands gut performt und die Besucher mehr als zufrieden gestellt. Wenn man den Musikern von 5FDP auf der Bühne zuschaut, könnte man nicht meinen, dass vor einem halben Jahr noch Gerüchte um eine allfällige Auflösung die (Metal-)Schlagzeilen dominierten. Auch Of Mice & Men und In Flames haben nichts anbrennen lassen und so hatte jeder seine persönlichen Highlights an diesem Abend. Absolut wiederholenswert!

Setliste In Flames

  1. Drained
  2. Before I Fall
  3. Everything’s Gone
  4. Take This Life
  5. Trigger
  6. Only For The Weak
  7. Dead Alone
  8. Darker Times
  9. Drifter
  10. Moonshield
  11. The Jester’s Dance
  12. Save Me
  13. Alias
  14. Here Until Forever
  15. The Truth
  16. Deliver Us
  17. The Mirror’s Truth
  18. The Quiet Place
  19. The End

Setliste Five Finger Death Punch

  1. Lift Me Up
  2. Never Enough
  3. Wash It All Away
  4. Got Your Six
  5. Ain’t My Last Dance
  6. Bad Company
  7. Hard To See
  8. Burn MF
  9. Wrong Side Of Heaven
  10. Remember Everything
  11. Coming Down
  12. Jekyll and Hyde
  13. Under And Over It
  14. The Bleeding

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