Metalinside.ch - HammerFall - Komplex 457 Zürich 2017 - Foto Nicky
Fr, 15. Dezember 2017

HammerFall, Crown of Glory

Komplex 457 (Zürich, CH)
/ 29.12.2017

Schweisstreibend im wahrsten Sinne des Wortes

Das Jahr 2017 will es zum Ende nochmals aber so richtig wissen. Während für die Mit-Metalinsider Dutti, Friedemann und mich das Knockout Festival am nächsten Tag auf dem Programm steht, wird meine bessere Hälfte Nicky gleichzeitig die New Roses vor das Mikrofon und vor die Linse bringen.

Dutti hat die Tage danach sicher noch Dirkschneider und die Eisheilige Nacht zu bearbeiten, für mich gibt’s noch eine Kreuzfahrt und ein weiterer Besuch bei Kissin‘ Dynamite bis zum Jahresausklang. Doch all das ist Zukunft – die Gegenwart an diesem saukalten Freitagabend heisst HammerFall! Und die sollen später richtig einheizen… Einheimische Unterstützung gibt es zuerst durch Crown of Glory.

Crown Of Glory

Um es vorweg zu nehmen: Ich mag Crown of Glory! Und ich hab mich im Vorfeld richtig gefreut, dass die Jungs heute die Möglichkeit erhalten, für HammerFall den Opener zu machen! Kurz vor 20h beginnt die Band ihren etwa halbstündigen Auftritt und wird nicht nur zum Leidwesen der Fotografen mehrheitlich im Dunkeln gelassen. Vor allem Fronter Hene Muther kümmert sich allerdings kaum darum und schüttelt seinen Kopf im Takt, als ob es kein Morgen gäbe. Doch mich vermag es heute irgendwie nicht zu fesseln. Als zweite Nummer kommt bereits das starke „The Raven’s Flight“, doch ich steh immer noch etwas ratlos da. Schwierig zu sagen, woran es liegt. Die Performance an sich gibt keinen Grund zur Klage, höchstens der Sound (eh ein Dauerärgernis im Komplex) macht die Sache vielleicht etwas schwieriger. Nun: Ich will ja nichts Schlechtes über Crown of Glory sagen! Sie machen einen guten Job vor einer bereits jetzt anständig gefüllten Halle und werden auch mit kräftigem Applaus belohnt. Muss wohl an mir selbst liegen, dass es nicht gefunkt hat heute. Wird aber sicher wieder anders beim nächsten Mal!

HammerFall

Von etwa 1‘200 abgesetzten Tickets im Vorverkauf ist die Rede. Schlussendlich dürften es sicher noch ein paar mehr gewesen sein, die sich im stickigen Komplex eingefunden haben. Der Laden ist nun nämlich ziemlich voll, als die Schweden standesgemäss mit dem Doppel „Hector’s Hymn“ und „Riders Of The Storm“ ihre Rückkehr nach Zürich starten. Furios – dies ist wohl das treffendste Wort für diese Anfangsphase! Die Fans gehen vom ersten Ton sowas von ab und bereits nach „Bring It!“ hallen laute „HammerFall! HammerFall“ Rufe durchs Komplex! Wer hat hier behauptet, dass a) die Schweizer und b) speziell die Zürcher nicht für Stimmung sorgen können? Hier und jetzt wird das Gegenteil bewiesen! Joacim Cans und seine vier Mitstreiter sind sichtlich beeindruckt, so enthusiastisch hätten die das kaum erwartet. Aber schliesslich sind alle hier aus einem Grund: Heavy Metal! We’re Blood Bound…

Das Bier fliesst in Strömen, es wird immer heisser im Komplex. Und die kühlen Schweden heizen weiter munter ein. Egal ob älteres Material wie „Renegade“ oder neuer Stoff wie „Dethrone And Defy“: HammerFall drücken mehr und mehr aufs Gas und das Publikum dankt es ihnen mit fliegenden Haaren und Schweisstropfen. Nicht nur meine Stimme leidet fürchterlich, als die Nordmänner das göttliche „Crimson Thunder“ auspacken. (Anm. Dutti: Hühnerhaut-Moment!)

Dass die Band zwei Tage zuvor noch in Monterrey, Mexico, auf der Bühne stand, merkt man niemandem an. Joacim, Oscar, Pontus, Frederik und David sprühen nur so vor Spielfreude. Energie pur auf und vor der Bühne. Beeindruckende Bilder!

Aprops David Wallin: Der Drummer ist zurückgekehrt! Ehrlich gesagt ist dieser Wechsel völlig an mir vorbei, denn Wallin ersetzte Johan Koleberg bereits Anfangs September. Joacim erzählt, dass „David angerufen und um Wiederaufnahme in die Band gebeten habe. Die Antwort war „Fuck You..!“ Dann habe David wieder angerufen und alle haben gemerkt, wie sehr sie sich vermissen – so please welcome back Mr. David Wallin!“ Und das Publikum feiert…

Gegenüber den Setlists im Z7 im Januar gibt es hingegen keine Änderungen. Auch HammerFall gehören mittlerweile wohl zu jenen Bands, die ihre einstudierte Set auf einer Tour haben und „nur“ noch zwischen den Touren die Songs austauschen. Das Gute daran ist dafür, dass auch heute „Origins“ gespielt wird. Meine arme Stimme…

Erwähnenswert ist nebenbei auch die Tatsache, dass der Soundmann mittlerweile einen guten Job macht. Glasklar, ohne irgendwelche Probleme – sowas hat man im Komplex auch noch nicht zu häufig erlebt (Anm. Dutti: Und für diese top Soundqualität bin nicht nur ich überaus dankbar, denn das ist in diesem Laden nämlich definitiv keine Selbstverständlichkeit). Auch wenn es gegen Ende der Show gefühlt etwas lauter wird.

Nach 90 Minuten verabschieden sich die Schweden mit „Punish And Enslave“ das erste Mal von der Bühne. Doch natürlich wollen die Fans mehr und bis in die hintersten Reihen wird geschrien und nach Zugaben gerufen. Der Saal kocht als HammerFall mit „Hammer High“ wieder im Rampenlicht stehen. Es soll Leute geben, die finden die drei Zugaben langweilig – Banausen! Auch wenn ich selbst „Bushido“ an eine andere Stelle setzen oder grad gegen „Legacy Of Kings“ austauschen würde, so sind vor allem „Hammer High“ und das obligate „Hearts On Fire“ absolute Stimmungsgranaten. So gesehen machen HammerFall alles richtig. Dass sie nach den 105 Minuten noch lange, lange vom Publikum abgefeiert werden, ist der beste Beweis!

Das Fanzit

Wenn meine Statistik stimmt, dann habe ich HammerFall seit Beginn der 2000er Jahre über zwanzig Mal live gesehen. Und da waren einige denkwürdige Shows dabei, keine Frage! Ich würde das Konzert heute zwar nicht als das beste alle Zeiten bezeichnen, aber fraglos als eines der intensivsten! Dies vor allem auch durch die unglaubliche Stimmung im Publikum, welche die Band zweifellos immer mehr anstachelte. Viele Fans verlassen das Komplex völlig verschwitzt, ausgelaugt, kaputt und wohl auch recht heiser. Meine Wenigkeit ist nudelfertig, Kollege Dutti sieht auch nicht mehr sehr frisch aus und meine Frau macht einen recht zufriedenen Eindruck nach ihrem ersten Knipser-Einsatz bei einem HEAVY METAL Konzert… Läck, ich freu mich schon auf den nächsten Tag wenn es erneut heisst „HAMMER HIGH“!

Setliste HammerFall

  1. Hector’s Hymn
  2. Riders Of The Storm
  3. Bring It!
  4. Blood Bound
  5. Any Means Necessary
  6. Renegade
  7. Dethrone and Defy
  8. Crimson Thunder
  9. Last Man Standing
  10. Let the Hammer Fall
  11. Built to Last
  12. Medley to the Brave
  13. Glory To The Brave
  14. Origins
  15. Punish And Enslave
  16. Hammer High*
  17. Bushido*
  18. Hearts On Fire*

*Zugaben

Fotos von Crown of Glory, HammerFall im Komplex 457 (Nicky)


Wie fandet ihr das Konzert?

/ 29.12.2017
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Autor Bewertung: 8.5/10