Metalinside.ch - Dropkick Murphys - Samsung Hall Dübendorf 2018 - Foto Steve
Di, 13. Februar 2018

Dropkick Murphys, Flogging Molly, Glen Matlock

Samsung Hall (Dübendorf, CH)
/ 23.02.2018

Irische Folkmusik im Doppelpack!

Es ist doch immer wieder schön, wenn Vorband und Hauptact musikalisch zusammenpassen und nicht zwei völlige unterschiedliche Zielpublika haben. Nur wenige Kombinationen würden da besser passen als Flogging Molly und Dropkick Murphys. Was am 13. Februar in der Samsung Hall abging, lest ihr in diesem Bericht. 

Glen Matlock

Nun, ganz ehrlich gesagt passt die Kombination doch nicht ganz. Als Opener für die beiden Folk-Punk-Acts spielt nämlich Glen Matlock, seines Zeichens Gründungsmitglied bei den Sex Pistols, bei denen er sich 1977 eine Auszeit nahm und seither aber bei jedem Comeback wieder dabei war. Der Mann legt pünktlich um 19:15 los, steht alleine mit seiner Gitarre an den vorderen Bühnenrand (bei den Sex Pistols spielte er Bass) und trällert vor sich hin. Die folgende Kritik darf keineswegs falsch verstanden werden. Immerhin wird Glennie von einigen Fans richtig abgefeiert, die grosse Masse trifft er aber leider nicht. Für mich wirkt er musikalisch nicht besser als Peach Weber, aber dieser ist wenigstens lustig. Von einem solchen Namen hätte ich ehrlich gesagt mehr erwartet. Nach 30 Minuten ist sein Auftritt dann aber vorbei und die Umbauarbeiten beginnen.

Flogging Molly

Diese Pause dauert nicht wirklich lange, schliesslich brauchte Glen ja nur die Gitarre und einen Verstärker. Im Hintergrund stand schon die komplette Flogging Molly-Bühne, und so treten Dave King und seine Mannen schon um 20 Uhr auf die Bühne. Das Publikum wird begrüsst, es fällt ein Spruch über unser gutes Bier und der erste Song, «The Hand Of John L. Sullivan», wird angestimmt. Dank dem gesungenen Intro ist die erste Mitgröl-Stelle garantiert, ab dem ersten Takt mit instrumentaler Begleitung wird gemosht und auch die erste Hin-und-her-schunkel-Stelle gibt es schon bei diesem Song. Das Publikum ist von Anfang an voll dabei und feiert, als gäbe es kein Morgen mehr.

Es geht weiter mit «Swagger» und «Selfish Man», bevor ab «Drunken Lullabies» dann wirklich die Hölle los ist. Von vorne vermeint man sogar, das Trampeln des Sitz-Publikums auf dem Balkon zu hören. Die US-Iren führen weiter durch ihre Setlist, welche aus einer gesunden Mischung von Altem und Neuem besteht (auch wenn es meiner persönlichen Meinung nach noch 1-2 Songs mehr von «Life Is Good» hätten sein können…). Nach «Crushed (Hostile Nations)», bei dem ein kurzer Abstecher zu «We Will Rock You» gemacht wird, lobt Dave die Schweiz, welche nie eine «Hostile Nation» war und dies auch nie sein wird. «If I Ever Leave This World Alive» wird dem kürzlich verstorbenen Ex-Motörhead-Gitarristen Fast Eddie Clark gewidmet. Kein Wunder, schliesslich spielten er und Dave King zusammen bei Fastway. Nach «Seven Deadly Sins» ist dann aber leider schon Schluss und der WC-Bier-Marathon beginnt.

Dropkick Murphys

Erneut dauert der Umbau nicht allzu lange (oder es kommt einem zumindest nicht so vor, die Zeit reicht gerade knapp für den Gang auf die Toilette und an die Bar). Die Lichter gehen aus und schon heisst es «The Boys Are Back». Da er schon beim ersten Song bis ans Geländer runterkommt, hat Frontmann Al Barr das Publikum schon von Beginn an auf seiner Seite. Mit diesem Song und den darauf folgenden «I Had A Hat» und «The State Of Massachusetts» haben die Dropkicks ein goldenes Händchen in Sachen Setlist bewiesen, erneut wird gefeiert und getanzt.

Leider bietet das Gedränge und der viele Körperkontakt einer Diebesbande wieder einmal geniale Voraussetzungen, um auf Klautour zu gehen. Nicht wenige Besucher bemerken jetzt, dass ihnen das Handy oder das Portemonnaie fehlt und auch nach dem Konzert wird die Suche nach den eigenen Wertsachen munter weitergehen. Schade, solche Aktionen versauen jeweils ganz schön die ansonsten heiteren Abende…

Auf der Bühne geht die Show aber weiter und die Bostoner hauen einen Song nach dem anderen raus. Dabei dürfen natürlich Hits wie «Rose Tattoo», «First Class Loser» und «Shipping Up To Boston” nicht fehlen. Die Fans müssen sich zwischen dem etwas älteren «Curse Of A Fallen Soul» und dem erst letztes Jahr erschienen «You’ll Never Walk Alone» entscheiden, wobei ersteres gewinnt (auch wenn der neuere Song von den Leuten in meiner Umgebung viel stärker bejubelt wurde).

Ganz zuletzt wird «Until The Next Time» gespielt, bei dem das Publikum dann offiziell die Bühne stürmen darf. Zuerst sind nur einige wenige Mädels zu sehen, bald stehen aber fünfzig oder sogar noch mehr Besucher da oben und feiern zusammen mit der Band das Ende des Auftritts. Das Sicherheitspersonal muss einige Male einschreiten, wenn diese Besucher den für sie vorgesehenen Bereich verlassen, trotzdem lockert diese Aktion das Verhältnis zwischen Band und Publikum und stellt einen würdigen Abschluss eines tollen Konzertabends dar.

Das Fanzit

Sowohl Flogging Molly als auch Dropkick Murphys bieten eine starke Show und haben das Publikum fest im Griff. Musikalisch hat mir der Auftritt von Flogging Molly um einiges besser gefallen, dies ist aber natürlich reine Geschmackssache. Einzig Glen Matlock hätte man von mir aus ohne Probleme zuhause lassen können, eventuell hätte dann ja Flogging Molly ein paar Songs mehr spielen dürfen? Fest steht: Beide Bands habe ich zum ersten, aber nicht zum letzten Mal gesehen!

Setliste Flogging Molly

  1. The Hand Of John L. Sullivan
  2. Swagger
  3. Selfish Man
  4. Drunken Lullabies
  5. The Days We’ve Yet To Meet
  6. Tenement Square
  7. Float
  8. Tobacco Island
  9. Devil’s Dance Floor
  10. Crushed (Hostile Nations)
  11. If I Ever Leave This World Alive
  12. What’s Left Of The Flag
  13. Seven Deadly Sins

Setlist Dropkick Murphys

  1. The Boys Are Back
  2. I Had A Hat
  3. The State Of Massachusetts
  4. Sunday Hardcore Matinee
  5. Blood
  6. Black Velvet Band
  7. Buried Alive
  8. First Class Loser
  9. Gonna Be A Blackout Tonight
  10. The Warrior’s Code
  11. The Auld Triangle
  12. Jimmy Collins’ Wake
  13. Prisoner’s Song
  14. Rose Tattoo
  15. Captain Kelly’s Kitchen
  16. Folsom Prison Blues
  17. Going Out In Style
  18. Curse Of A Fallen Soul
  19. The Hardest Mile
  20. Caught In A Jar
  21. Johnny I Hardly Knew Ya
  22. Shipping Up To Boston
  23. Until The Next Time

Fotos Dropkick Murphys, Flogging Molly, Glen Matlock in der Samsung Hall 2018 (Steve)


Wie fandet ihr das Konzert?

/ 23.02.2018
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