Metalinside.ch - Pretty Maids - Monsters of Rock Cruise 2018 - Foto Nicky
So–Fr, 11.–16. Februar 2018

Monsters Of Rock Cruise 2018 – British Lion, Queensrÿche, Doro u.m.

Navigator of the Seas (Miami, USA/Karibik)
/ 21.03.2018

The Ocho

Als 2011 die erste 70‘000 Tons of Metal Kreuzfahrt startete, ahnte kaum jemand, was damit ausgelöst wird. Der Erfolg brachte Nachahmer. So entstand in Europa die Full Metal Cruise. Und in den USA selbst wurde eine Kreuzfahrt ins Leben gerufen, die als Zielgruppe die Fans der glorreichen 80er im Visier hat: Die Monsters of Rock Cruise war geboren!

Eigentlich sage ich es jedes Jahr: Das Billing auf der 70‘000 Tons ist oftmals einfach nicht nach meinem Geschmack, auch wenn es selbstverständlich immer Bands hat, die ich liebe. Aber das musikalische Gesamtpaket ist sicher nicht auf mich zugeschnitten. Das sieht bei der Monsters of Rock Cruise definitiv anders aus! In den vergangenen Jahren habe ich immer wieder gestaunt, was die Macher da so auffahren und für mich gedacht, dass man eigentlich mal das Schiff wechseln müsste. Nun – wechseln ist schlussendlich nicht nötig, denn es geht auch mit kombinieren! Und somit checke ich nur sechs Tage nach dem Ende der grossen Kreuzfahrt bereits wieder auf ein Schiff ein – zusammen mit meiner Frau Nicky startet das Abenteuer „Monsters of Rock Cruise 2018 – The Ocho“!

Doch halt – vorher gibt’s noch eine Warm Up Party…

Samstag, 10. Februar 2018 – Warm Up Show, Magic City Casino, Miami

Bei der 70‘000 Tons of Metal Cruise trifft sich die Community am Tag vor der Abfahrt am Strand – bei der Monsters of Rock Cruise gibt’s bereits zwei Tage zuvor Action! Im Magic City Casino in Miami treten Bands an Warm Up Partys auf, die mehrheitlich anschliessend auch auf dem Schiff sein werden. Diese Events sind für Kreuzfahrer übrigens gratis! Am Freitag spielten bereits Beastö Blancö, Jason Bieler und Sons Of Apollo. Doch heute wird noch eine Schippe draufgelegt!

Eine Open Air Bühne inmitten einer Rennbahn (da finden sonst Hunderennen statt), prima Sicht von einer grossen Tribüne – so präsentiert sich die Szenerie ausserhalb des Casinos. Als wir ankommen, treffen wir auf eine stattliche Anzahl Leute – Kunststück, was hier aufgefahren wird, will man sich nicht entgehen lassen… Es fällt zudem grad auf, dass auch hier sehr viele Schweizer anwesend sind. Schwiizerdüütsch everywhere…

Pink Cream 69

Die erste Band des Abends, Paradise Kitty, haben wir sausen lassen. Unser Programm beginnt mit den Deutschen Pink Cream 69. Die Jungs um David Readman zocken einen prima Set. Der Fronter präsentiert sich äusserst gut gelaunt und in Topform, während Drummer Chris bereits deutlich von der Sonne gezeichnet ist. Sonnenbrand ahoi…

Die Pinkies präsentieren den Fans einen Mix aus neuen Songs vom aktuellen Album „Headstrong“ und einigen alten Klassikern der Marke „Welcome The Night“. Die Songs aus der Deris-Ära sind allerdings deutlich in der Minderzahl. Irgendwie schade, Dinge wie „Rolling Down A Thunder“ oder „One Step Into Paradise“ wären schon mal sehr nett…

Das mehrheitlich amerikanische Publikum scheint die Band allerdings nicht zu kennen, doch der Fünfer kann die Meute sehr rasch auf seine Seite ziehen, so dass beide Seiten bald von einer sehr guten Stimmung zehren können. Keine Frage: Pink Cream 69 haben hier einige Leute angefixt, welche die Band auf dem Schiff sicher nochmals anschauen werden!

Setliste Pink Crem 69

  1. We Bow to None
  2. Welcome the Night
  3. Keep Your Eye on the Twisted
  4. Talk to the Moon
  5. Lost In Illusions
  6. Man of Sorrow
  7. Walls Come Down
  8. Livin‘ My Life for You
  9. Bloodsucker
  10. Do You Like It Like That
  11. Shame

Y&T

Auch auf die nächste Band freu ich mich – ist schliesslich doch ein Weilchen her, seit ich Y&T das letzte Mal live gesehen habe. Dürfte der starke Auftritt am Bang Your Head!!! gewesen sein… Als die Kalifornier den „Black Tiger“ von der Leine lassen, kocht es vor der Bühne bereits. Glasklar: Diese Herren sind absolute Publikumslieblinge! Auch Dave Meniketti präsentiert sich von seiner besten Seite und singt die Hits nahezu in Perfektion.

Dennoch: Heute vermögen mich Y&T insgesamt nicht zu überzeugen. Klar, „Mean Streak“ ist ein Highlight, aber vor allem im Mittelteil der Show kommt bei mir etwas Langeweile auf. Erst gegen Ende werde ich nochmals hellhörig: „Summertime Girls“ ist halt ein grossartiger Partysong und „Rescue Me“ gehört generell zum Besten, was die Truppe zu bieten hat. Immerhin noch ein halbwegs versöhnliches Ende.

Setliste Y&T

  1. Black Tiger
  2. Dirty Girl
  3. Eyes Of A Stranger
  4. Mean Streak
  5. Storm
  6. Masters And Slaves
  7. Hang ‚em High
  8. I Believe In You
  9. Contagious
  10. Rock & Roll’s Gonna Save The World
  11. I’ll Cry For You
  12. Summertime Girls
  13. Rescue Me
  14. Forever

Queensrÿche

Es folgt der Headliner und der Hauptgrund für mich, überhaupt an diese Warm Up Party zu gehen: Queensrÿche! Für mich einfach eine Herzensangelegenheit – Queensrÿche waren die allererste Metal Band, die ich in meinem Leben live gesehen habe. Damals. Im November 1986 in Luzern. Lange ist’s her…

Und seit Todd La Torre da am Mikro regiert, werden endlich auch Songs live gespielt, die man immer schmerzlichst vermisst hat! Vermisst wird heute auch Drummer Scott Rockenfield, der aus mir nicht bekannten Gründen auf diesem Trip nicht dabei sein kann. Sein Ersatz ist Casey Grillo, der wenige Tage zuvor Kamelot verlassen hat. Und der macht seine Sache auch prima.

Mit „Best I Can“ eröffnen Queensrÿche ihren Arbeitstag. Ich schreie mir bereits die Lunge aus dem Leib – Kollege Dutti würde wohl schon von „Eskalationen“ schreiben. Und spätestens ab „The Mission“ ist es um mich geschehen. Einer der besten Songs vom besten Album aller Zeiten („Operation: Mindcrime“ – keine Widerreden akzeptiert), das ist einfach nur Wahnsinn. Dargeboten von einem unglaublichen Todd La Torre, unterstützt von seinen Musikern. Geht’s noch besser?

Nun – zumindest ruhiger. „Silent Lucidity“ holt auch meinen Puls etwas herunter. Doch ab „Empire“ gibt es einen Nackenschlag nach dem anderen. „Queen Of The Reich“! Muss man noch mehr sagen? Wahnsinn, einfach nur Wahnsinn. Dann „Jet City Woman“. Dann „Take Hold Of The Flame“. Meine Stimme ist weg, mein Nacken murrt auch bereits – scheissegal! Totale Eskalation. Lustig sind einfach die Leute, die wohl noch nie einen Headbanger gesehen haben… Hehehehe!

Mit „Screaming In Digital“ packen Queensrÿche nochmal etwas vom 86er Werk „Rage For Order“ aus, bevor das unvermeidliche „Eyes Of A Stranger“ den Abend beschliesst. Unfassbar geil, was Todd, Parker, Michael, Eddie und Casey hier vom Stapel gelassen haben. Weltklasse, ein anders Wort gibt’s kaum dafür. Die Messlatte für alle Shows, die in den nächsten fünf Tagen auf der „Navigator Of The Seas“ stattfinden werden, ist in fast unerreichbare Höhen gesetzt worden…

Völlig ausgepowert schnappen wir uns ein Uber und fahren zurück ins Hotel. Noch etwas schlafen ist nötig, bevor es dann endlich aufs Schiff geht…

Sonntag, 11. Februar 2018 – Tag 1

Die Unterschiede zwischen zwei Kreuzfahrten

Eigentlich darf man das nicht vergleichen. Aber irgendwie liegt es auf der Hand, dass ich auf die Unterschiede zwischen der 70K und der MORC achte. Ob ich will oder nicht… Auch wenn es – wie ein Kollege sagt – wie ein Vergleich zwischen Wacken und dem Bang Your Head!!! wäre. Aber ja, auch die kann man vergleichen… Ich will hier jetzt wirklich nur die Unterschiede zwischen den zwei Cruises aufzeigen ohne gross zu werten – DAS müsste dann jeder für sich selber tun!

Fangen wir mal beim Schiff selbst an. Während die 70K seit Beginn mit der Royal Caribbean segelt, ist die MORC bereits mit MSC und Norwegian unterwegs gewesen. Dieses Jahr heisst das Schiff jedoch „Navigator of the Seas“ – der Name lässt es erahnen: Royal Caribbean ist auch hier die Wahl. Kein Wunder also, dass ich mich wie daheim fühle, als wir aufs Schiff kommen! Alles ist natürlich ähnlich, wenn auch eine Stufe kleiner als bei der „Independence“. Mir passt das so! Übrigens gilt auch hier: Treppen steigen, Lift ist verboten…. (pam: Sehr gut Kaufi ;-)).

Dann wollen wir mal schauen, ob es denn mit Fotopässen für uns geklappt hat. Nach längerem Durchfragen haben wir das Production Office gefunden und tatsächlich bekommen wir Medienpässe. Klar ist: Es sind deutlich weniger Pressevertreter an Bord als bei der 70K. Und die Fotoregeln sind Standart: Erste drei Songs.

Da das Schiff ja von der Royal Caribbean ist, sind die Spielstätten klar: Es gibt das Theater, das nennt sich hier „Metropolis“. Im Unterschied zur 70K werden hier allerdings keine Sitzreihen vor der Bühne ausgebaut. Dann gibt es das Studio B / Ice Rink. Beide Lokalitäten sind identisch aufgebaut wie auf der „Independence“, einfach eine Spur kleiner. Und dann gibt es noch die „Star Lounge“. Die ist auch auf der „Navigator“ nur ein Ärgernis und es ist schlussendlich so, dass ich da keine einzige Show schaue. Von diesem Laden habe ich die Schnauze schon auf der 70K voll gehabt, das brauch ich hier nicht nochmal.

Bleibt noch die Poolstage. Hier ist der grösste Unterschied – denn eine Poolbühne, wie man sich das vorstellt, existiert hier nicht! Das ist ein grösserer Bierdeckel mit sechs Spotlights – mehr nicht! Von Leuten, die schon mehrmals auf der MORC waren, hört man, dass dies das erste Mal so sei und dass es früher immer eine richtige Poolbühne gehabt hat. Gut – wenn man sich den Aufbau des Schiffes ansieht, ist es kaum möglich, eine gescheite Stage zu bauen! Die „Navigator“ ist dafür schlicht das falsche Schiff… Und somit ist schon mal klar, dass alle grossen Shows indoor stattfinden werden, was den Spass und den Charme natürlich etwas mindert.

Auch das Publikum unterscheidet sich gewaltig. Während auf der 70K die „United Nations of Heavy Metal“ feiern – Fans aus über 70 Nationen! – so sind die US-Amerikaner auf der MORC deutlich in der Überzahl. Das Publikum ist älter (meine Wenigkeit dürfte wohl zur jüngeren Hälfte zählen!) und man merkt auch, dass Geld weniger eine Rolle spielt. Der grösste Teil dürfte kaum von irgendwelchen finanziellen Sorgen geplagt sein. Es ist unbestritten eine andere Atmosphäre. Zudem gibt es hier auch VIP Gold und VIP Silber – wie man die ergattern kann, weiss ich nicht. Aber die VIP’s haben immer zuerst Zutritt in die Spielhallen. Womit wir beim nächsten – krassen – Unterschied sind: Auf der MORC wird nach jeder Show der Saal geräumt. Alle müssen raus, Türen werden geschlossen und für die nächste Show müssen alle wieder brav in ihrer Linie (VIP Gold, VIP Silber, Normal) anstehen. Und hier ist auch der grösste Kritikpunkt aus Sicht der knipsenden Zunft. Während in früheren Jahren offenbar die Medienvertreter als erstes in den Saal durften (sagen zumindest diejenigen, die schon merhmals dabei waren), so kann man nun erst mit den VIP Silber rein. Das Problem im Theater: Es gibt keinen Fotograben! Somit stehen bereits Dutzende Leute direkt am Bühnenrand und man hat kaum Chancen, irgendwas Gescheites zu machen. Aber Hauptsache, die VIP’s können mit ihren Handys unscharfe Bilder und verwackelte Videos machen. Es ist also nicht so, als ob nur ich unzufrieden mit dieser Situation war – die diversen heimischen Kollegen waren ebenso angepisst…

Im Ice Rink gibt es wenigstens eine kleine abgesperrte Zone und da kommen wir Knipser auch untereinander problemlos aneinander vorbei. In der Star Lounge hingegen ist auch nix zu machen, Nicky hat’s einmal versucht…

Abgesehen davon, dass wie auf der „Independence“ die meisten Konzerte mindestens eine Spur zu laut sind, so muss man vor allem den Lichtmenschen im Ice Rink loben. Von solchen Verhältnissen träumt man auf der 70K! Auch im Theater ist es mehrheitlich prima, da haben allerdings die Sänger das Handicap, dass sie nicht an den Bühnenrand dürfen / sollen – Rückkopplungen garantiert, denn die Boxentürme stehen relativ weit hinten. Ist dann wiederum nicht einfach zum Fotografieren, wenn die Musiker weit weg stehen.

Die Reise der MORC hat sich kurz vor Abfahrt noch einschneidend verändert. Im Gegensatz zur 70K dauert diese Fahrt ja einen Tag länger und eigentlich waren zwei Stopps geplant gewesen: Einer in Ocho Rios, Jamaica und einer in Labadee, Haiti. Aufgrund von Unruhen auf Jamaica erliessen die USA und diverse weitere Staaten Reisewarnungen und schlussendlich dürfte es wohl die Reederei gewesen sein, die entschieden hat, einen anderen Hafen als Ocho Rios anzulaufen. Im Internet hat das zwar zu einem kleinen Shitstorm geführt, doch der Halt auf CocoCay, Bahamas, sollte sich als absoluter Volltreffer rausstellen!

Was hingegen absolut nicht geht, sind Konzerte auf dem Schiff, währendem wohl die meisten Leute am Strand liegen. Eine Band wie Lynch Mob verdient zweifellos mehr Respekt und Zuschauer, als Mittags um 14h im halb leeren Ice Rink zu spielen…

Apropos Bands: Es sind schlussendlich 38 Bands an Bord. Aufgeteilt auf einen Tag mehr ergibt dies eine entspanntere Schedule als auf der 70K. Konzerte bis morgens um halb Sechs sind hier Fehlanzeige. Scheint zudem so, dass alle Bands entweder 60 oder 75 Minuten Spielzeit haben, 45-minütige Gigs sind mir so nicht bekannt. Die meisten Truppen spielen zudem zwei Sets. Die Ausnahmen sind Queensrÿche, Y&T sowie Beastö Blancö, denn die spielten bekanntlich bereits VOR der Cruise an den Warm Up Partys.

Und wenn wir schon bei den Bands sind: Ebenfalls ein grosser Unterschied ist die Abwechslung zwischen den einzelnen Cruises. Sicher ein Dutzend Bands oder Musiker sind bereits 2017 auf der MORC aufgetreten (u.a. Queensrÿche, Y&T, Lynch Mob, John Corabi, Kix, Paradise Kitty), 2016 waren unter anderem Queensrÿche, Y&T, Winger, Tesla, Lynch Mob, Doro, Tyketto, Great White und die Dangerous Toys dabei, bei der Fahrt ab der Westküste im Herbst gleichen Jahres waren Firehouse, Great White, Pretty Maids, Kix, Quireboys, Keel und Lynch Mob mit dabei. Gewisse Leute kritisieren derweil die 70K, weil eine Band in acht Jahren bereits das dritte Mal dabei ist. Öhm…

Was es auf der 70K gar nicht gibt, sorgte auf der MORC für mächtig Diskussionsstoff im Vorfeld: „Drink Packages“. Auf früheren Cruises konnte man diverse Getränke-Packages kaufen, welche den Preis der (alkoholischen) Getränke massiv senkten. Royal Caribbean willigte dieses Jahr offenbar nur widerwillig ein und das Zeugs ist – im Verhältnis zu früher – massiv teurer. Nun ja, ich kenne ja die RC Preise von der 70K her. Von daher haut mich das jetzt nicht aus den Socken. 25 Bier = 199$. Wenn ich die normalen 8.20$ für ein Bud zahle, dann bin ich ohne Gutscheine bei 205$. Tja – ist halt so!

Ein Vergleichspunkt bleibt noch: Merchandise. Bei der 70K ist dies alljährlich ein Streitthema, wie löst dies die MORC? Da gibt’s auf dem Pooldeck einen grossen Stand – der öffnet direkt nach der Lebensrettungsübung. Und dann auf ins Getümmel! Man könnte böse sein und sagen, dass es zu geht wie beim Sommerschlussverkauf – ganz so schlimm ist es aber dann schon nicht. So ein System würde auf der 70K allerdings einfach nicht funktionieren. Warum? Erstens hat die MORC deutlich weniger Band Merch, aufgrund der Nummerierung an den Artikeln hat die 70K mehr als dreimal so viel! Zweitens hat’s wenige Bands, die Cruise-bezogene Merch haben. Drittens kann man die MORC Merch bereits im Vorfeld im Internet bestellen. Nachteil: Da stehen dann halt auch Bands drauf, die kurzfristig absagen mussten. In diesem Fall sind dies Fair Warning und Loudness. Bei der 70K sind genau die Bands aufgeführt, die da sind und man kriegt die Merch ausschliesslich auf dem Schiff und sonst nirgends.

Was hingegen auf der MORC wirklich ärgerlich ist: Man kann nur BAR bezahlen! Eigentlich erwarte ich auf so einer Cruise, dass alles über den Sea Pass geht. Oder dann zumindest mit Kreditkarte, wie sonst überall in den USA… Gut – wenn man das im Vorfeld weiss, kann man auch das natürlich problemlos handeln. Ich hab’s nicht gewusst und so bin ich froh, dass meine Frau noch genügend Cash hat…

Doch jetzt genug der Vergleiche. Nun lassen wir die Musik sprechen – und die ist auf diesem Schiff sehr nach meinem Gusto!

Schiff und Leute MORC 2018 (Kaufi/Nicky)

Kix

Auf der Monsters Of Rock Cruise tummeln sich bekanntlich viele Bands, die ihre erfolgreichsten Zeiten in den 80ern hatten. Und einige dieser Truppen waren oder sind in Europa nicht wirklich bekannt. Und darum hat man sie auch nie live gesehen. In diese Kategorie gehören Kix. Die Band kommt aus Hagerstown, Maryland, hat ein paar starke Alben rausgehauen, wurde Opfer der unsäglichen Grunge-Welle und löste sich somit 1993 auf. Zehn Jahre später kam die Reunion, fast in Originalbesetzung, seither machen Kix die Bühnen der USA wieder unsicher. Leider eben nur in den USA. Am letzten Tag der Cruise treffe ich Fronter Steve Whiteman und frage ihn nach Aktivitäten in Europa. Seine klare Ansage: „Wir haben da nie geklickt. Wir waren zweimal da (Nottingham, Sweden Rock) – aber auch danach kamen keine Anfragen, nichts. Wir sind einfach nicht gefragt da drüben.“ Nun – HIER sind sie gefragt! Und ich erlebe jetzt meine erste Kix-Show!

Als Steve und der Rest der Band die Bühne betreten, hab ich wohl schon ein paar Fragezeichen im Gesicht. Die Jungs laufen mit 70er Klamotten rum, Schlaghosen und so. Gut, etwas 80er Flair sieht man schon auch…

Eine Old School Setlist darf der Fan natürlich erwarten – und die kriegt er auch. Mit „You’re Gone“ findet sich nur ein Song vom 2014er Album „Rock Your Face Off“ im Programm, der Rest ist altes Zeugs. „Same Jane“ ist natürlich grossartig, genauso wie „Girl Money“ oder natürlich der Abschluss „Blow My Fuse“. Nostalgie! Und ich saug jede Minute auf – herrlich!

Steve präsentiert sich zudem als grossartiger Entertainer. Der Kerl hat Sprüche drauf, da könnte er schon bald Tobi Sammet Konkurrenz machen! Doch auch das Singen hat er nicht verlernt und zuguterletzt ist er noch ein fürchterlicher Zappelphilipp, der keine Sekunde still steht, Grimassen schneidet und zuckt, als ob er unter Strom steht. Die Stunde im gut gefüllten Theater vergeht wie im Flug und klar, dass hier auch die zweite Show ganz dick in der Agenda angestrichen ist!

Setliste Kix

  1. She Dropped Me the Bomb
  2. Lie Like a Rug
  3. Midnite Dynamite
  4. The Itch
  5. You’re Gone
  6. Same Jane
  7. Cold Shower
  8. Girl Money
  9. Don’t Close Your Eyes
  10. Cold Blood
  11. Blow My Fuse

Fotos Kix MORC 2018 (Kaufi/Nicky)

 Lynch Mob

Dass es auf dieser Cruise für mich einige Überschneidungen geben wird, war ja zu befürchten. Aber als wir dann die endgültige Running Order in den Händen halten, muss ich schon das eine oder andere Mal leer schlucken… Kix sind eine meiner ultimativen „Must See“ – Bands, und prompt spielen Lynch Mob fast gleichzeitig! In diesem Fall erhalten Kix den Vorzug, doch nach deren Konzertende geht es ratzfatz in den Ice Rink!

Kurz vor der Cruise hat es wieder einmal geknallt im Lynch Mob Lager. Sänger Oni Logan ist abermals ausgestiegen. Ersatz war jedoch schnell gefunden: Robert Mason heisst der Rückkehrer. Mason hat damals das zweite Album der Band eingesungen, und alles wird er hoffentlich nicht verlernt haben…

Wenn ich jetzt so auf die Setliste schaue, hab ich offenbar noch nicht zu viel verpasst, denn bei „River Of Love“ marschiere ich freudestrahlend in den vollen Laden. Eine Setlist, ausschliesslich mit alten Gassenhauern, sogar aus der Dokken-Ära, herrlich! Grösstes Highlight ist mein Favorit aus der Zeit: „The Hunter“. Und dann natürlich das affengeile Instrumental „Mr. Scary“. Hach, so könnte das stundenlang weitergehen!

Setliste Lynch Mob

  1. 1. Street Fighting Man
  2. She’s Evil But She’s Mine
  3. River Of Love
  4. Tangled InThe Web
  5. When Heaven Comes Down
  6. Sweet Sister Mercy
  7. Tie Your Mother Down
  8. The Hunter
  9. Mr. Scary
  10. No Good
  11. It’s Not Love
  12. Tooth And Nail
  13. Wicked Sensation

Fotos Lynch Mob MORC 2018 (Kaufi)

 Pretty Maids

Langsam artet es fast in Stress aus. Denn kaum sind Lynch Mob fertig, ist bereits wieder das Theater gefragt. Dänisches Dynamit in Form von Pretty Maids steht an. Erstaunlicherweise ist der Laden allerdings nur etwa halb voll? Irgendwie scheinen sich die Live Qualitäten der Jungfrauen noch nicht bis in die US of A durchgesprochen zu haben! Schade, denn Ronnie & Co sind einmal mehr einfach saugut. Im Zentrum des Abends steht einmal mehr das Vorzeigewerk „Future World“, jedoch sind mit dem (heute eher durchzogenen) „Bull’s Eye“ und vor allem mit „Clay“ auch zwei eher unübliche Tracks im Programm. Insgesamt ein absolut sehenswerter Auftritt, der den anwesenden Fans prima gefällt.

Setliste Pretty Maids

  1. Mother Of All Lies
  2. Kingmaker
  3. We Came To Rock
  4. Clay
  5. Yellow Rain
  6. Another Brick In The Wall / I.N.V.U.
  7. Bull’s Eye
  8. Back To Back
  9. Little Drops Of Heaven
  10. Future World
  11. Love Games

Fotos Pretty Maids MORC 2018 (Nicky/Kaufi)

 Autograph

Und wieder eine Band, die ich noch nie gesehen habe und die auf meiner Wunschliste steht : Autograph. Doch die spielen in der Lounge. Ich wage einen Versuch. Ich geh rein. Allerdings komme ich nicht weit – der Laden ist gestopft voll. Kaum ein Durchkommen, Sicht gleich absolut Zero. Zudem ist ein unglaubliches Geschnorr, welches sogar die Musik fast übertönt. Nein, hier bleib ich keine Sekunde länger! Schade um all die Bands, die hier verheizt werden! Aufgrund dieser Problematik werde ich übrigens auch beide Gigs der Iron Maidens verpassen, denn die spielen zweimal hier drin. Leider ohne mich.

Ich setz mich noch ein paar Minuten vor den Eingang und versuche etwas von Autograph zu hören, aber auch das will nicht funktionieren. Also tschüss – und irgendwo einen Hopfentee trinken gehen.

Keel

Nach dem Lounge-Frust geht’s zurück ins Theater. Meine nächste Premiere – Keel! Meine zweite CD, die ich in meinem Leben gekauft habe: Keel – The Final Frontier, im April 1986… Der Metal Cowboy und seine Truppe gehört – wie Kix – zu jenen Bands, die sich in Europa nie blicken lassen. Oder höchstens mal am Sweden Rock. Also ist meine Vorfreude auf die nächsten 75 Minuten riesig!

Zugegeben: Ich hab die Karriere von Keel in den 2000er Jahren nicht wirklich verfolgt. So ist mir entgangen, dass 2010 mit „Streets Of Rock&Roll“ ein starkes Album auf den Markt kam. Nun, da mit „Push & Pull“ sowie dem Titeltrack recht früh im Set zwei Müsterli dargeboten werden, notiere ich mir eine weitere CD auf meiner Wunschliste. Denn das Zeugs tätscht live wie nur was! Doch natürlich sind dann vor allem Nummern wie „Here Today, Gone Tomorrow“ oder „The Right To Rock“ Volltreffer für mich, Nostalgie Bonus, keine Frage! Bei letzterem Song kommt zudem noch Paul Shortino von Rough Cutt auf die Bühne. Der Zusammenhalt und die Freundschaften unter den Bands werden hier zelebriert, das werden wir noch öfter feststellen…

Der Metal Cowboy himself sprüht ansonsten vor Charisma und hat das Publikum durchwegs fest im Griff – dabei hilft ihm auch die Tatsache, dass er teilweise mittels Headset singt! Hat den Vorteil, dass er so an den Bühnenrand laufen und den Kontakt zu den Fans suchen kann. Sehr sympathisch, der Kerl! Und für mich glasklar, dass ich auch bei Show Nummero 2 keine Sekunde verpassen will…

Setliste Keel

  1. United Nations
  2. Somebody’s Waiting
  3. Speed Demon
  4. Push & Pull
  5. Streets Of Rock & Roll
  6. I Said The Wrong Thing To The Right Girl
  7. Because The Night
  8. Looking For A Good Time
  9. Here Today, Gone Tomorrow
  10. Rock ’n‘ Roll Outlaw
  11. Cold Day In Hell
  12. Tears of Fire
  13. The Right To Rock
  14. You’re The Victim (I’m The Crime)

Fotos Keel MORC 2018 (Kaufi)

 Tyketto

Es geht bereits gegen 1 Uhr morgens zu. An Schlaf ist nicht zu denken. Die nächste, für mich äusserst ärgerliche Überschneidung ist im Gange. Während Keel noch das Theater rocken, starten im Ice Rink Tyketto zu ihrer 75-Minuten Show. Hier haben Keel natürlich den Vorzug, da man Danny Vaughn & Co. auch ab und zu mal in unseren Gegenden sehen kann. Als ich endlich bei Tyketto ankomme, sind die bereits beim fünften Song. Immerhin: „Seasons“ und das starke „Rescue Me“ kann ich mitfeiern. Danny überzeugt mit coolen Ansagen und lobt seine Bandkollegen über den grünen Klee – man kann ihm ansehen, dass er wirklich äusserst stolz und glücklich ist, mit diesen Leuten die Bühne zu teilen! „Wings“ ist ein weiterer unumstrittener Höhepunkt, bevor es zu einer kleinen Sensation kommt.

Danny erklärt, dass er vor Tyketto bei einer anderen Band gesungen hat. Na, wer weiss, welche das war?? Gut – Waysted, das hab ich auch noch gewusst. Nun aber die ganz schwierige Frage: Wer war der Drummer da? Und da hätte ich passen müssen… Der Tyketto Sänger kündigt nun also eine „Mini Waysted Reunion“ an und begrüsst niemand geringeres als Johnny Dee, der seit über 20 Jahren den Takt bei Doro angibt! Und so spielen Tyketto / Waysted nun „Heaven Tonight“ – wahrlich eine ganz exklusive Sache, welche die Fans hier geboten bekommen!

Mit dem klassischen Zugaben-Doppel „The Last Sunset“ / „Forever Young“ endet der erste Tag auf der Monsters Of Rock Cruise auf furiose Art und Weise. Es soll Leute geben, die nun die Karaoke Bar unsicher machen wollen – Nicky und ich gehören allerdings zur Truppe, die dem Matrazenhorchdienst zugeteilt sind. Morgen ist schliesslich ein erstes Mal Beach angesagt…

Setliste Tyketto

  1. Reach
  2. Burning Down Inside
  3. Strength in Numbers
  4. Big Money
  5. Circle the Wagons
  6. Seasons
  7. Sound Off
  8. Rescue Me
  9. Wings
  10. Heaven Tonight (with Johnny Dee from Doro on Drums)
  11. Lay Your Body Down
  12. The Run
  13. The Last Sunset
  14. Forever Young

Fotos Tyketto MORC 2018 (Kaufi/Nicky)

Montag, 12. Februar – Tag 2

Während es in der Schweiz wohl arschkalt ist und schneit, liegt die „Navigator“ friedlich vor einer Insel der Bahamas. Auf uns warten Strand, Sonne, Bier – im privaten Ressort von CocoCay! Mit Tenderbooten werden die Sonnenhungrigen an Land befördert und so geniesst der grösste Teil der Cruiser ein paar wunderschöne, entspannende Stunden. Auch viele Musiker trifft man an. Pretty Maids zum Beispiel, die sind omnipräsent.

Derweil frage ich mich, ob all die Nörgeler jetzt immer noch nörgelen, dass der Halt auf Jamaica ins Wasser fiel – ich wage zu behaupten, dass dieser Stopp um Welten besser ist, als er es auf Bob Marley-Land gewesen wäre. Hypothetisch, ja. Aber schliesslich war ich auch schon auf der anderen Insel mit einem anderen Schiff…

Nun ja, leider kann man auch hier nicht für ewig bleiben, irgendwann muss man zurück. Immerhin wartet da ja auch ein gutes Musikprogramm! Also rauf aufs Boot, Terminplan studieren und Kameras bereit machen…

Winger

Im rappelvollen Metropolis Theater spielen Winger ihren ersten Gig, sie haben heute einen der 75-Minuten Slots. Irgendwann in den 90ern waren sie mal Support der Scorpions in Europa, seither habe ich die Jungs nie mehr gesehen. Da freut man sich doch auf die Show!

Doch irgendwie bin ich offenbar noch nicht in Konzertlaune – die Truppe packt mich nicht richtig. Im Mittelteil fehlen mir die Highlights, und dass das Konzert mit insgesamt drei Solos gespickt ist, finde ich auch nicht so sexy. Doch vor allem die weiblichen Fans finden Gefallen am Geschehen, Fronter Kip Winger wird jedenfalls von allen Seiten angehimmelt… Das ganz grosse Highlight gibt’s natürlich am Schluss, „Seventeen“ wird mächtig abgefeiert und für mich ist klar, dass ich Winger am Tag darauf nochmals sehen will. Doch bevor überhaupt die letzten Töne verklungen sind, startet bereits die Völkerwanderung vom Theater ins Studio B…

Setliste Winger

  1. Midnight Driver of a Love Machine
  2. Junkyard Dog (Tears on Stone)
  3. Easy Come Easy Go
  4. Hungry
  5. Pull Me Under
  6. Time to Surrender
  7. Down Incognito
  8. Chicken Picken
  9. Rainbow in the Rose
  10. Rat Race
  11. Drum Solo
  12. Miles Away
  13. Headed for a Heartbreak
  14. Madalaine
  15. Saint Solos
  16. Guitar Solo
  17. Seventeen

Fotos Winger MORC 2018 (Kaufi)

Nicky: Als wir nach einem wunderbaren Tag auf CocoCay zurück auf’s Schiff kommen, gehe ich erst mal in den Connaisseur Club, um mir Rick Allen’s Kunstwerke anzusehen. Der Künstler selbst ist leider nicht anwesend, aber die Enttäuschung währt nur kurz, denn die Ausstellung ist wunderschön!

 Ted Poley

Nicky: Anstatt dem Konzertplan zu folgen, entscheide ich mich spontan dafür, den Sonnenuntergang bei der Pool Bar zu geniessen. Auf der winzigen Poolbühne spielt da Ted Poley von Danger Danger. Es ist das erste Mal, dass ich ihn sehe und ich bin sofort begeistert ob seiner rauen Stimme und seines Charismas, während er quer durchs Publikum marschiert.

Tesla

Kaufi: Ja, den Fronter von Danger Danger verpasse ich dafür. Denn ich stehe – inmitten der vorhin erwähnten Völkerwanderung vor den noch geschlossenen Türen des Studio B. Hier steht der Auftritt eines der Headliners bevor: Tesla. Doch erst mal heisst es also warten – die Fans müssen sich bis hinauf in die Bars im Deck fünf gedulden…

Tesla gehörten und gehören nicht unbedingt zu meinen Favoriten. Das, was ich von ihnen kenne, ist ganz einfach nicht nach meinem Gusto – und wahrscheinlich habe ich auch schlicht zu wenig Kenntnis ihrer Alben. Aber klar: Jeff Keith und seine Truppe haben vor allem mit „Mechanical Resonance“ und „The Great Radio Controversy“ grosse Klassiker im Repertoire.

Als die Türen aufgehen, ist der Ice Rink jedenfalls sehr schnell gerammelt voll, auf der Bühne steht ein zweites Drumkit und man verspricht den Fans noch eine spezielle Überraschung. Doch zuerst sind erst mal die Kalifornier selbst am Zug – die haben heute einen Akustik Set angekündigt. Hmmm… Das ist ja schon nicht das, was ich selbst hier hören möchte. Die ersten zwei Songs find ich dann ehrlich gesagt auch recht langweilig, doch beim dritten Song werde ich richtig hellhörig! Jup, das passt! Den Song kenn ich, der gefällt! Mittlerweile weiss ich sogar warum: Es handelt sich hier um „Thank You“, ein Cover von Led Zeppelin! Kunststück find ich das geil – aber Schande über mich, dass ich das in dem Moment nicht schnalle…

Das Programm geht derweil nach wie vor eher soft weiter, da verziehe ich mich lieber. Ich bin da schon etwas enttäuscht jetzt, irgendwie hab ich mir mehr erhofft. Mal schauen, es gibt ja noch eine zweite Chance, dann sollte es anders sein… Nun – ich gehe schlussendlich zu früh aus dem Ice Rink. Denn das zweite Drumkit kommt ja noch zur Anwendung. Und darauf spielt niemand geringeres als Rick Allen von Def Leppard! Mit britischer Unterstützung zocken Tesla „Little Suzie“ und den Überhit „Signs“ (DEN hätte ich gekannt! Ist zwar auch ein Cover…) zum Abschluss ihrer ersten Show. Meine bessere Hälfte hat’s gesehen – vielleicht weiss sie noch was zu vermelden?

Nicky: Nach dem Gig von Ted Poley mache ich mich auf die Suche nach meiner anderen Hälfte und finde mich im Studio B wieder, wo Tesla am Werk sind. Ich nehme das zweite Drumkit zwar zur Kenntnis, aber ich denke mir nicht viel dabei. Und bevor ich weiss, was los ist, ist Rick Allen auf der Bühne und unterstützt die Kalifornier für die zwei letzten Songs! Wahrlich eine tolle Überraschung für mich, grossartig!

Setliste Tesla

  1. Cumin‘ Atcha Live / Truckin‘
  2. Into the Now
  3. Thank You
  4. Lazy Days, Crazy Nights
  5. Gettin‘ Better
  6. Modern Day Cowboy
  7. Paradise
  8. Love Song
  9. Little Suzi
  10. Signs

Lita Ford

Da nicht viel los ist, ist wieder einmal ein Besuch im Windjammer angesagt. Stärken für den Abend. Da wäre zum Beispiel Lita Ford im Ice Rink. Ich schaue rein, es ist voll und warum auch immer: Ich bin grad wieder draussen. Show Nummer zwei dann! Jetzt mal anstehen vor dem Metropolis – für ein weiteres meiner Highlights! Meine Frau hingegen bleibt…

Nicky: Mein letztes Konzert für den Abend ist Lita Ford. (Anm. Kaufi: Wie meinen? Was ist mit Doro??) Auch sie hab ich noch nie zuvor gesehen und ich geniesse ihre Show. Sie rockt richtig von Anfang bis Ende.

Setliste Lita Ford

  1. Gotta Let Go
  2. Larger Than Life
  3. Relentless
  4. Living Like a Runaway
  5. What Do Ya Know About Love
  6. Playing With Fire
  7. Back to the Cave
  8. Can’t Catch Me
  9. Close My Eyes Forever
  10. Kiss Me Deadly

Fotos Lita Ford MORC 2018 (Nicky)

Doro

Der Ärger aufgrund der eingangs beschriebenen Situation für die Fotografen ist hier fraglos am grössten. Doch das soll uns eine ganz fette Party nicht versauen! Die Düsseldorferin und ihre über Jahren eingespielte Band liefern dazu auch den perfekten Soundtrack – sie feiern „30 Jahre Triumph & Agony“. Bekanntlich DAS Album von Warlock. Es folgt somit ein Programm, wie ich es noch nie erleben durfte!

„I Rule The Ruins“ – der Opener zeigt sofort, was die Fans im rappelvollen Theater erwarten dürfen. Und für die Langsamkapierer folgen das grossartige „Touch Of Evil“ und das nicht minder schlechte „East Meets West“. Spätestens jetzt dürfte jedem Zuschauer klar sein, dass Doro & Co hier keine gewöhnliche Show abziehen. „Three Minute Warning“ hat auch der grösste Anhänger kaum je live gehört, „Kiss Of Death“ ist einfach genial – und dann kommt mit „Für Immer“ eine Ballade, bei der selbst ich Hühnerhaut bekomme. Grossartig!

Angetrieben von Doro selbst, die fast pausenlos am Bühnenrand steht und unermüdlich die Fans abklatscht, stehen die Herren der Schöpfung ihrer Frontdame in Sachen Einsatz und Enthusiasmus in nichts nach! DAS nenne ich Spielfreude… Ach ja – da stehen ja übrigens sechs Leute auf der Bühne! (Ok – Johnny sitzt…) Weil ja wie erwähnt „Triumph & Agony“ gefeiert wird, hat sich die Chefin hier noch einen zusätzlichen Gitarristen ins Boot geholt. Und zwar einer der Saitenhexer, der vor 30 Jahren Mitglied bei Warlock war und dieses Album mit eingespielt hat: Tommy Bolan! Der US-Amerikaner marschiert dann auch grad mit stilechter Klampfe auf, das Ding ziert das Albumcover von damals…

Solos aller Art sind meistens Zeitverschwendung, speziell bei solchen Anlässen mit beschränkter Spielzeit. Wir wissen auch so, dass die Jungs ihre Instrumente im Griff haben… In diesem Fall aber darf man das Feld ruhig ein paar Minuten dem Ehrengast zugestehen! Und Bolan hat sichtlich Spass dabei. Überhaupt ist er der heimliche Star. Nach wenigen Minuten tropft ihm bereits der Schweiss in Strömen… Vollgas!

Mit „Cold, Cold World“ und der zweiten Ballade „Make Time For Love“ folgen nochmals Songs, die man sonst kaum je hört, bevor mit „All We Are“ die absolute Übernummer an der Reihe ist. Der Laden kocht. Und sagt über Doro, was ihr wollt: Es gibt schlussendlich wenige, die solch eine Stimmung an Konzerten hinbringen wie der Blondschopf mit dieser Nummer! Ist wie bei Europe‘s „The Final Countdown“ – alle jammern rum, doch schlussendlich singt dennoch JEDER mit!

Dass Doro selbst ja auch immer noch Fan ist, zeigt sie immer wieder gerne mit ihrer Ehrerbietung an die ganz Grossen des Genres. Wenig überraschend somit, dass einmal mehr Judas Priests „Breaking The Law“ den Abschluss der Show bildet. Ehrlich gesagt finde ich es in diesem Moment jedoch grad doppelt schade – denn von „Triumph & Agony“ fehlt eigentlich noch das grossartige „Metal Tango“…! Nichtsdestotrotz ist es ein Wahnsinnsauftritt – keine Frage: Show Nummer zwei ist auch hier absolute Pflicht! Zumal man bei Frau Pesch nun schon davon ausgehen darf, dass die Setliste umgekrempelt wird…

Setliste Doro

  1. I Rule the Ruins
  2. Touch of Evil
  3. East Meets West
  4. Three Minute Warning
  5. Kiss of Death
  6. Für Immer
  7. Guitar Solo
  8. Cold, Cold World
  9. Make Time for Love
  10. All We Are
  11. Breaking the Law

Foto Doro MORC 2018 (Kaufi)

Queensrÿche

Doro als das Highlight des Tages? Schwer zu glauben – aber nein! Denn im Ice Rink folgen nun 60 Minuten, die vorher und wohl auch nachher schlicht und einfach niemand zu toppen vermag. Queensrÿche. Muss ich noch mehr sagen?

Angetrieben von einem Aushilfsdrummer in Person von Casey Grillo und angeführt von einem fantastischen Sänger Todd LaTorre, lassen Queensrÿche im Ice Rink die gesamte Konkurrenz einmal mehr einfach alt aussehen! Tja, wenn man halt Alben wie „Operation: Mindcrime“, „Empire“ oder auch „Rage For Order“ in der Hinterhand hat, dann kann man sich nur selbst schlagen. Doch das ist vor allem dank LaTorre heute nicht mehr der Fall…

Der Triumphzug beginnt mit dem Doppel „Revolution Calling“ und „Operation: Mindcrime“, endet mit dem wahnsinnigen „Queen Of The Reich“ und „Jet City Woman“ und bietet dazwischen auch aussergewöhnliches wie „The Whisper“ oder „Walk In The Shadows“. Die enthusiastischen Reaktionen aus dem Publikum zaubern sogar Basser Eddie Jackson das eine oder andere Lächeln ins Gesicht, denn ansonsten steht er mehrheitlich konzentriert auf seinem Platz. Ganz anders die beiden Gitarristen, da spielt vor allem Parker Lundgren oft und gerne etwas mit der Crowd.

Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Was Queensrÿche hier abliefern, ist schlicht nicht von dieser Welt. Es ist sehr schwer zu entscheiden, ob jetzt diese oder die Warm Up Show besser ist. Ich kann’s nicht sagen. Denn meine Stimme hat sich „völlig überraschend“ komplett verabschiedet. Mal sehen, ob man Linderung mit Hopfentee erreichen kann…

Setliste Queensrÿche

  1. Anarchy-X
  2. Revolution Calling
  3. Operation: Mindcrime
  4. Walk in the Shadows
  5. The Whisper
  6. Breaking the Silence
  7. Guardian
  8. Empire
  9. Queen of the Reich
  10. Jet City Woman

Fotos Queensrÿche MORC 2018 (Kaufi)

Y&T

Die Überschneidungen sind teilweise schon recht ärgerlich. Da es jedoch immer zwei Chancen gibt, muss man sich dann halt drauf einstellen. Y&T gehören zusammen mit Queensrÿche und Beastö Blancö jedoch zu den wenigen Bands, die nur EINE Show spielen auf dem Schiff. Die waren ja alle an der Warm Up Party. Und dass dann Y&T bereits starten, während Queensrÿche noch spielen, ist vor allem dann ungünstig, wenn man die beiden Bands in Miami verpasst hat.

Nun, ich schaue jedenfalls mal im Theater vorbei, grad rechtzeitig für „Mean Streak“. Die Kalifornier gefallen mir heute zwar besser als zwei Tage zuvor, aber ich bin immer noch dermassen geflashed von Queensrÿche, dass ich gar keinen grossen Bock habe auf diesen Sound.

Setliste Y&T

  1. Black Tiger
  2. Dirty Girl
  3. Eyes of a Stranger
  4. Lonely Side of Town
  5. Storm
  6. Mean Streak
  7. I’m Coming Home
  8. Masters and Slaves
  9. I Believe in You
  10. Rock & Roll’s Gonna Save the World
  11. Summertime Girls
  12. I’ll Cry for You

Um Mitternacht wären noch The Iron Maidens angesagt, doch die spielen in der Star Lounge. Nope, nein, no chance. Somit heisst es verhältnismässig früh: „Feierabend“.

Dienstag, 13. Februar – Tag 3

Nicky: Tag drei auf See und ein gemütlicher Start. Auf der Agenda stehen unter anderen Firehouse und später British Lion. Auf dem Weg durch den Atlantik nach Labadee, Haiti , habe ich das erste Mal Probleme mit dem schaukelnden Schiff…

Kaufi: Frau wird seekrank? Also ich merk da nichts davon. Also von irgendwelchen „Beschwerden“ wegen der Schaukelei.

Aufgrund der anfangs erwähnten Tourenänderung, ist heute ein „Day at Sea“ angesagt. Kein Stress am Morgen, gemütlich Zmörgelen und einfach relaxen. Im Whirlpool zum Beispiel…  Auf dem MORC Programm steht, dass das Kunstprojekt von Rick Allen offiziell vorgestellt wird. Und ein paar „Photo Experiences“ in der Star Lounge. Da kann man mit den Bands Fotos machen lassen und später für teures Geld kaufen. Öööhm… Nöö, da fragen wir die Musiker dann lieber direkt, wenn sie uns mal über den Weg laufen…

Firehouse

Kurz vor dem Mittag gibt’s endlich wieder was auf die Löffel. Und die nächste Premiere für mich: Firehouse! Eine weitere 80er Band, die ich damals geliebt habe und mir live nie vergönnt war – bis heute…

Das Theater ist gerammelt voll, als die Band aus Charlotte, NC, angeführt von Sänger C.J. Snare ihren Auftritt startet. Ganz klar – da sind jetzt ein paar absolute Publikumslieblinge am Werk! Während andere Truppen hier auch immer mal Songs aus der „Neuzeit“ in ihre Setliste einbauen (Keel als Beispiel), so setzten Firehouse fast vollständig auf die alten Tage. Sagenhafte sieben Songs sind vom Debüt Album aus dem Jahr 1990! So gesehen ist es dafür äusserst überraschend, dass mit „Rock On The Radio“ einer der Killer von damals fehlt… Nun, die Fans feiern jedoch gerne auch Hymnen wie „Shake & Tumble“, „All She Wrote“ oder „Reach For The Sky“ ab. Und ich geniesse das ganze ebenfalls, eine weitere Stunde pure Nostalgie!

Was ich hingegen bis zum Ende der Kreuzfahrt nicht durchschaue, ist das System, nach welchen Kriterien die Bands ihre Spielzeit bekommen. Firehouse kriegen hier 60 Minuten, Queensrÿche gestern kriegen ebenso 60 Minuten, Pink Cream 69 hingegen als in den USA eher unbekannte Band kriegen 75 Minuten? Nichts gegen die Pinkies, die sind super! Aber fairerweise muss man sagen, dass Firehouse hier an einer Show fast mehr Zuschauer haben als die Karlsruher an beiden Konzerten zusammen.

Balladen sind ja immer so ein Thema. Aber all diese Glam-Bands hatten schon ein Händchen für gute Heiratsbeschleuniger! Firehouse haben mit „When I Look Into Your Eyes“, Love Of A Lifetime“ und „I Live My Life For You“ gleich drei hochklassige Songs in dieser Kategorie zu verbuchen, die allesamt auch gespielt werden. Es gibt wenige Bands, die ein Viertel der Show mit Balladen füllen dürfen, ohne dass es langweilig wird… Eher überflüssig ist dafür das Gitarrensolo, das braucht’s dann bei dieser Spielzeit nicht unbedingt. Der Gassenhauer „Don’t Treat Me Bad“ ist bereits der letzte Song, der kommt gefühlt viel zu früh. Nun ja, es gibt ja dann noch eine zweite Gelegenheit, um in Nostalgie zu schwelgen!

Nicky: Auch mein esrstes Konzert des Tages, und ich geniesse Firehouse von  A bis Z.  Sie rocken das Theater – und brennen es richtiggehend nieder!

Setliste Firehouse

  1. Overnight Sensation
  2. Crash
  3. Shake & Tumble
  4. Oughta Be a Law
  5. All She Wrote
  6. When I Look Into Your Eyes
  7. Don’t Walk Away
  8. Love of a Lifetime
  9. Guitar Solo
  10. Reach for the Sky
  11. I Live My Life for You
  12. Don’t Treat Me Bad

Fotos Firehouse MORC 2018 (Kaufi)

Tesla

Eine zweite Chance gibt es anschliessend ebenfalls im Theater. Tesla sind angesagt und irgendwie scheint es fast gleich voll zu sein wie vorhin bei Firehouse. Die Kalifornier gehören ebenfalls zu den absoluten Favoriten der Mehrheit auf dem Schiff. Ich zähle mich da allerdings nicht dazu. Aber da heute ja kein „Acoustic Set“ angesagt ist, sollte man doch nochmals reinhören.

Nach einem ewig langen Intro legen Jeff Keith & Co mit „I Wanna Live“ los. Und mir schmerzen die Ohren. Nicht wegen der Musik an sich, aber im Moment ist es NOCH lauter als sonst schon. Dass da die Soundqualität leidet, muss man kaum erwähnen.

Nein, auch wenn Tesla heute ein „normales“ Set spielen, mich überzeugen sie einfach nicht. Ich mache ein paar Fotos und wechsle dann mal ins Studio B. Dort wartet eine lebende Legende…

Setliste Tesla

  1. I Wanna Live
  2. Hang Tough
  3. Heaven’s Trail (No Way Out)
  4. Mama’s Fool
  5. The Way It Is
  6. What You Give
  7. Edison’s Medicine (Man Out of Time)
  8. Love Song
  9. Little Suzi
  10. Modern Day Cowboy

Fotos Tesla MORC 2018 (Kaufi)

British Lion

Eigentlich schon erstaunlich: Da ist man Gründer der grössten Heavy Metal Band der Welt, hat Legendenstatus, gilt als einer der besten Bassisten überhaupt – und macht plötzlich Musik in einem Nebenprojekt. Die Rede ist natürlich von Steve Harris, seines Zeichen „Mister Iron Maiden“ und der Band „British Lion“. Und genau dieser Löwe hat sich auf der Monsters Of Rock Cruise eingeschlichen. Dass Steve DAS Aushängeschild ist und den Rest der Truppe einfach überstrahlt, versteht sich von selbst. Während beispielsweise Sänger Richie Taylor praktisch unerkannt über das Schiff läuft, wird Steve (ob freiwillig oder nicht) höchstens gut abgeschirmt gesichtet. Zwar zeigt sich der bekennende West Ham United-Fan auch ab und zu – schliesslich gibt es ja auch ein nettes Pub auf Deck fünf! Aber da stehen drei Typen um ihn rum, da traut sich kaum einer um ein Foto zu bitten. Immerhin: Ein Kollege hat’s irgendwann doch irgendwie geschafft – Gratuliere! Der Neid ist Dir sicher…;-)

Doch zurück zu British Lion. Wer denkt, dass dies „Iron Maiden #2“ sind: Falsch gedacht. Diese Band hat ihre Wurzeln im 70er Hardrock. Ich habe das Album mal gehört und fand es eher langweilig. Immerhin tritt die Truppe heute einiges härter auf, als ich es erwartet hätte. Im Fokus steht natürlich der Bassist, wie könnte es anders sein? Zwar agieren alle mit grosser Spielfreude, dennoch stiehlt Steve allen die Show. Wer denkt, dass der diese Cruise als „Ferienlager“ ansieht: Nochmals falsch gedacht! Der 62-Jährige gibt Vollgas, rennt über die Bühne, bangt seinen Head und schiesst in bester Maiden-Manier seine Bass-Salven ins Publikum. Ich gebe es zu: Da am Bühnenrand zu stehen und diese Metal-Legende so nahe zu erleben, das ist verdammt speziell!

Musikalisch allerdings reisst mich das alles dennoch nicht vom Hocker. Die Fans im anständig gefüllten Ice Rink spenden den Songs zwar tüchtig Applaus, aber wenn da nicht Steve Harris auf der Bühne stünde – hier würde ziemliche Leere herrschen. Eigentlich schon krass…

Nicky: Nach dem Lunch im Windjammer, schaue ich bei British Lion rein, wo auch meine andere Hälfte zu finden ist. Für meinen Geschmack sind sie ein wenig ZU hart. (Ann. Kaufi: Hart? öööhm….)

Fotos British Lion MORC 2018 (Kaufi)

Doro

Was die Präsenz auf dem Schiff betrifft, gibt es neben Steve Harris nochmals zwei Superstars. Rick Allen von Def Leppard. Und Doro Pesch. Die Düsseldorferin trifft man leider nirgends an, im Gegensatz zu ihren Musikern. Speziell Johnny Dee läuft mir dauernd irgendwo über den Weg. Aber eben, die Sängerin selbst macht sich sehr rar. Dabei glaube ich nicht mal, dass sie jetzt so von Fans „belagert“ würde…

Zur perfekten Zeit vor dem Abendessen ist die zweite Show von Doro angesagt, erneut im Metroplis Theater. Nach dem fotografischen Fiasko am Vortag, platziere ich mich lieber etwas hintendran, diese Show will ich geniessen! Überraschenderweise hat es allerdings sehr wenige Leute hier, deutlich weniger als gestern. Egal – die, die hier sind, erleben jetzt eine komplett umgekrempelte Show! Hut ab vor Doro: Sie hat kapiert, wie das auf einer solchen Veranstaltung funktionieren soll…

Mit „Earthshaker Rock“ startet die Truppe, die auch heute wieder durch Tommy Bolan ergänzt wird. Gut, „komplett umgekrempelt“ ist zumindest in der ersten Hälfte vielleicht etwas übertrieben, denn mit „I Rule The Ruins“ und „East Meets West“ sind recht früh auch zwei Songs von „Triumph & Agony“ zu hören. Doch dann kommt das, was gestern noch gefehlt hat: „Metal Tango“! Somit ist das Album komplett – stark!

Doro verzichtet erneut auf grossartige Ansprachen, die Musik ist wichtiger, und dass „Für Immer“ auch heute im Programm ist, kann man schon verstehen. Die wirklichen Perlen – zumindest für Hardcore Fans meiner Sorte – sind allerdings dann schon Sachen wie „Burning The Witches“ oder „Hellbound“. Und wer denkt, dass nach der Übernummer „All We Are“ wieder das unsägliche Priest-Cover folgt – falscher könnte der nicht liegen! Als Metal Queen könnte die Fronterin über ihr Königreich regieren – doch stattdessen erkundigt sie sich bei ihren Untertanen, was diese zu hören wünschen. Zwar wird alles Mögliche gerufen, doch schlussendlich knallt uns der Sechser „Fight For Rock“ um die Ohren – DAS nenne ich eine faustdicke Überraschung! Ich höre schon Kollege Dutti und ein bestimmtes Wort – aber es ist halt einfach saugeil, besser geht’s kaum! Denke ich – und liege nun ebenfalls komplett daneben… Zum Abschluss kredenzen Doro und ihre fünf Männer eine meiner absoluten Lieblingsnummern: „True As Steel“! Meine eh schon lädierten Stimmbänder finden das als einzige wohl nicht so toll. Meine Ohren hingegen schon, die sind restlos begeistert – wie auch die anwesenden Fans! Selber schuld, wer das jetzt verpasst hat…

Setliste Doro

  1. Earthshaker Rock
  2. I Rule the Ruins
  3. Burning the Witches
  4. East Meets West
  5. Metal Tango
  6. Für Immer
  7. Guitar Solo
  8. Hellbound
  9. All We Are
  10. Fight for Rock
  11. True as Steel

Winger

Und sofort der Wechsel in den Ice Rink. Sch…öner Quatsch, diese dauernden Überschneidungen. Warum jedoch die Eile? Der Eingang ist noch zu, die Schlange draussen grauslich lang, aber wenigstens komme ich so dazu, ein paar Bildli zu knipsen, denn eigentlich sollte das Konzert bereits seit einer Viertelstunde im Gang sein. Schlussendlich ist der Beginn ganze 30 Minuten später. Da Winger auch heute 75 Minuten Spielzeit haben, wird’s am Ende dafür wieder knapp. Aber das ist Zukunft – zuerst mal diese Show geniessen!

Die erste Show der New Yorker war in meinen Ohren etwas durchzogen, doch heute sind die Jungs richtig stark! Bis zum Drum Solo gibt es zwar nur zwei punktuelle Änderungen bei den gespielten Songs, aber Kip Winger, Reb Beach, Rod Morgenstein, John Roth und Paul Taylor scheinen heute besonders motiviert – oder sie haben ein Red Bull gesoffen? Wobei: Nein, wohl eher anderes Zeugs… Der Bandleader ist jedenfalls bestens gelaunt, seine Ansagen sind spitzenmässig – etwas mehr und er kann ein kleiner Tobi werden.

Nach dem Rattenrennen darf Drummer Red Morgenstein erneut seine Künste zeigen, bevor das Publikum mit dem Schmachtfetzen „Miles Away“ etwas ausruhen kann. Überraschungen sind ja in auf diesem Kutter – die nächste folgt jetzt: Donnie Wayne Smith, der ex- Gitarrist, kommt auf die Bühne und erstmalig sind alle ehemaligen und aktuellen Mitglieder von Winger auf einer Bühne vereint! Zusammen zocken die Jungs „Headed For A Heartbreak“, gefolgt vom im ersten Gig schmerzlichst vermissten „Can’t Get Enuff“. Die Fans sind völlig aus dem Häuschen, das ist wahrlich nicht alltäglich!

Diese gute Stimmung wird nach dem starken „Madalaine“ durch weitere Solos zwar etwas runtergeholt, doch mit einem furiosen „Seventeen“ beenden Winger standesgemäss einen sackstarken Auftritt!

Setliste Winger

  1. Midnight Driver of a Love Machine
  2. Junkyard Dog (Tears on Stone)
  3. Easy Come Easy Go
  4. Hungry
  5. Pull Me Under
  6. Blind Revolution Mad
  7. Down Incognito
  8. Stone Cold Killer
  9. Rat Race
  10. Drum Solo
  11. Miles Away
  12. Headed for a Heartbreak
  13. Can’t Get Enuff
  14. Madalaine
  15. Saint Solos
  16. Guitar Solo
  17. Seventeen

Fotos Winger MORC 2018 (Kaufi)

Lilian Axe

Nicky: Vor der Cruise habe ich mir mal Lilian Axe angehört und gehe ich jetzt in die Star Loung, um mir die mal anzusehen. Als Fotografin gibt’s nur die Möglichkeit für Bilder, wenn man sich vor der Bühne hinsetzt. Alles andere als ideal und so bin ich da schnell wieder weg. Die Lounge ist zweifellos die schlechteste Venue und auch wenn man bleibt für die Show: Man hört die Musik nur und sieht von etwas weiter hinten gar nichts, was auf der 5cm hohen Bühne passiert.

Thunder

Kaufi: Weil Winger so zu spät starteten, gibt’s wieder eine Hetzete – der nächste Act steht im Theater bereits in den Startlöchern. Während andere Bands (Winger, Queensrÿche, Doro, Tesla) sich jetzt komplett aufs Feiern konzentrieren können, sind andere Truppen noch gar nicht in Aktion gewesen. Eine davon sind Thunder, die sich jetzt das erste Mal präsentieren können. Und sie machen das gewohnt stark – dabei können sich die Fans RICHTIG glücklich schätzen, die Band zu sehen. Denn beinahe wäre alles ins Wasser gefallen… Vor der Kreuzfahrt wurde Drummer Harry James krank und musste in Miami sogar ins Spital eingeliefert werden. Da die Quireboys auch auf dem Schiff sind, fragten Thunder kurzerhand deren Drummer Dave McCluskey an, der im Hotelzimmer das Programm üben musste – es gab keine Chance auf gemeinsame Rehearsals!

„Kennern“ wie mir fällt es natürlich schnell auf, dass da ein neuer Mann an der Schiessbude hockt, aber die Hintergründe erfährt man meistens erst später. Hier und jetzt merkt man kaum was davon – was von einer starken Leistung McCluskeys zeugt! Der Rest der Band lässt sich auch nichts Aussergewöhnliches anmerken, Danny Bowes ist zudem eh der grosse Showman, der kann solches Zeugs auch problemlos überspielen.

Angetrieben von einem frenetischen Publikum (auch wenn das Theater lange nicht voll ist – die Stimmung ist Wahnsinn!), wird „Love Walked in“ zum grossen Höhepunkt, wobei der Rausschmeisser „Dirty Love“ da fast ebenbürtig ist. Thunder sind zweifellos für viele Fans DIE Überraschung auf dieser Cruise. Der kaum enden wollende Jubel zeigt das auch deutlich – und so gibt es tatsächlich noch einen Nachschlag. „I Love You More Than Rock’n’Roll“ gibt den feierwütigen Fans den endgültigen Rest.

Nicky: Auch ich nehme die Gelegenheit war, Thunder wieder einmal zu sehen, die haben mich noch nie enttäuscht. Der Drummer von den Quireboys ist ein grossartiger  Ersatz für Harry James, man bemerkt kaum Unterschiede!

Michael Sweet

Kaufi: Michel Sweet, Sänger von Stryper, ist derweil schon eine Weile auf der Bühne im Studio B. Doch oha – das ist wiederum so eine Akustisch-Geschichte. Als ich reinkomme singt Sweet gerade eine äusserst softe Version von „Livin‘ On A Prayer“. Au weh. Ich finde (die alten) Bon Jovi grossartig, das hier geht so aber nicht. Es folgt noch ein Cover, nun ist „Amanda“ von Boston an der Reihe. Nein, das muss ich mir nicht antun. Shame on me – im Vorfeld war die Geschichte offenbar so angekündigt, ich hab das verpasst und bin somit mit völlig falschen Erwartungen hier reinmarschiert. Better luck next time. Fürs Protokoll gibt es noch zu ergänzen, dass Sweet hier von Russel Allen und Joel Hoekstra unterstützt wird. Ich geh mich jetzt stärken, der Abend ist noch lang…

Setliste Michael Sweet

  1. All for One
  2. Calling on You
  3. Honestly
  4. Save Me
  5. Livin‘ on a Prayer
  6. Amanda
  7. I’m Not Your Suicide
  8. Dying Rose
  9. Soldiers Under Command
  10. To Hell With the Devil

Fotos Michael Sweet MORC 2018 (Nicky)

L.A. Guns

Nicky: Meine letzte Show für heute ist im Theater. Die L.A. Guns sind zweifellos sehr populär in den USA. Gitarrist Michael  Grant stielt allen die Show, speziell mit  seiner Performance beim Prince-Cover „Purple Rain“. Nicht auszuschliessen, dass ich mir die Jungs wieder einmal anschauen würde.

Setliste L.A. Guns

  1. The Devil Made Me Do It
  2. Electric Gypsy
  3. Sex Action
  4. Over the Edge
  5. The Flood’s the Fault of the Rain
  6. Speed
  7. Kiss My Love Goodbye
  8. Purple Rain
  9. Blues Jam
  10. Malaria
  11. Never Enough
  12. The Ballad of Jayne

Fotos L.A. Guns MORC 2018 (Nicky)

Kix

Der Gefahr des Unterhopfens wurde erfolgreich entgegengewirkt, jetzt kann’s mit geiler Mucke weitergehen. Während im Theater gleichzeitgig die L.A. Guns spielen (doofe Überschneidungen!), entscheide ich mich für die zweite Show von Kix, dieses Mal Studio B. Das freut mich auch aus fotografischer Sicht. Zumindest bis zu dem Moment, in dem ich realisiere, dass da ja ein Steve Whiteman auf der Bühne steht, der noch schwieriger zu knipsen ist als Erik Grönwall… Whitemann läuft sehr schnell zur absoluten Höchstform auf. Sowohl gesanglich wie auch mit seinen Sprüchen. Alleine die Erklärung zu seinen „Poopie-Pants“ oder seine Grimassen – der Kerl liefert einfach beste Unterhaltung!

Musikalisch stellen Kix erfreulicherweise das Programm ziemlich um, so startet die Band heute mit „Hot Wire“, mit „No Ring Around Rosie“ und „Get It While It’s Hot“ gibt’s ein Doppel vom Überalbum „ Blow My Fuse“, dies ist heute auch das bevorzugte Werk. Umgekehrt wird mit „Love Me With Your Top Down“ ein weiterer „neuer“ Titel dargeboten – „Neu“ heisst in diesem Fall vom aktuellen Album „Rock Your Face Off“, welches allerdings auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat.

Heute dürfen die Jungs eine Viertelstunde länger machen als am Sonntag, Netto heisst das allerdings nur einen Song mehr, denn nach „Girl Money“ wird hier ausgiebig soliert. Einfach immer schade, dass man eh schon begrenzte Spielzeit für sowas opfert – oder habe ich das schon mal gesagt?

Doch das Finish stimmt dann alle versöhnlich: Zu „Cold Blood“, der Hymne „Blow My Fuse“ und „Yeah, Yeah, Yeah“ können die Fans nochmal richtig feiern. Kix zeigen zwei saustarke Auftritte auf dieser Cruise und eines ist mir klar: Irgendwann will ich diese Truppe wieder sehen!

Setliste Kix

  1. Hot Wire
  2. Midnite Dynamite
  3. No Ring Around Rosie
  4. Get It While It’s Hot
  5. Love Me With Your Top Down
  6. Cold Shower
  7. Don’t Close Your Eyes
  8. Wheels in Motion
  9. Girl Money
  10. Cold Blood
  11. Blow My Fuse
  12. Yeah, Yeah, Yeah

Fotos Kix MORC 2018 (Kaufi)

Great White

Meine Frau kneift, lässt sich Kickin Valentina trotz diverser Empfehlungen aus dem Kollegenkreis entgehen und macht Feierabend. Ich hingegen habe noch Programm! Kurz vor 1 Uhr ist im Ice Rink eine meiner absoluten 80er Lieblingsbands angesagt: Great White!
Es ist bitter, dass Jack Russel und Mark Kendall offenbar wirklich nicht mehr miteinander können. Ich kann mich deshalb wohl glücklich schätzen, habe ich den weissen Hai zweimal in Originalbesetzung erleben dürfen.
Nun, seit geraumer Zeit besetzt bekanntlich Terry Ilous den Posten als Sänger bei den Kaliforniern. Und auch wenn Leute wie ich den alten Zeiten nachtrauern: Terry macht einen sauguten Job!

Great White lassen in dieser Stunde kaum was anbrennen und spielen einen Gassenhauer nach dem anderen. „Call It Rock’n’Roll“ als Opener, „Desert Moon“ darf nicht fehlen, die beiden Killerballaden „House Of Broken Love“ und „Save Your Love“ verursachen Hühnerhaut, lediglich „Big Time“ vom letztjährigen „Full Circle“ Album setzt einen Konter in das Old School Programm.

Der schon früher angesprochene Zusammenhalt unter den Bands zeigt sich nun auch hier, als Mitch Malloy unter grossem Jubel als Gast zu „Rock Me“ auf die Bühne kommt. Tolle Bilder. Der ultimative Schlusspunkt dieser Show wie auch meines Tages setzt dann selbstverständlich das hammermässige „Once Bitten, Twice Shy“. Eigentlich fast schade, wenn man weiss, dass dies eigentlich eine Coverversion ist… Macht aber in diesem Fall wirklich nichts, es ist und bleibt wohl für immer DER Song von Great White!

Setliste Great White

  1. Call It Rock ’n‘ Roll
  2. Lady Red Light
  3. I’m Alright
  4. Desert Moon
  5. House of Broken Love
  6. Big Time
  7. Save Your Love
  8. Rock Me
  9. Once Bitten Twice Shy

 Fotos Great White MORC 2018 (Kaufi)

Mittwoch, 14. Februar – Tag 4

Halbzeit ist schon wieder vorbei und als wir am Morgen aus den Betten kriechen, sind wir bereits auf Haiti eingetroffen – Labadee erwartet uns! Und so geht’s zügig zum Zmorge und dann runter vom Kutter. Überall stehen bereits Musikgruppen, die das Volk mit ihrem einheimischen Volksgut überzeugen wollen, aber verständlicherweise eher erfolglos sind. Das eine oder andere Trinkgeld erhalten sie dennoch und es öffnet einem schon wieder etwas die Augen, wie grausam unterschiedlich die sozialen Verhältnisse gerade hier sind – und wie schnell das vergessen und verdrängt wird. Ja, auch wir sind in dem Moment so zynisch…

Auf der Insel angekommen, heisst es beinahe „Regenschirm aufspannen“! Ja, tatsächlich – da fallen mehrmals Tropfen, einmal regnet es sogar „richtig“ für ein paar Minuten. Am besten flüchtet man da sofort ins angenehm warme Meer, damit man nicht nass wird…! Doch ansonsten ist es herrlich: Erneut am Strand liegen, ein paar Bierchen vernichten, die Temperaturen geniessen (die zwar unter der gesetzlich erlaubten Marke von mindestens 25° C liegen dürften!) – einfach etwas ausspannen und relaxen. Lange dauern diese Zustände für mich allerdings nicht, denn bald nach dem Mittag ist Schluss und ich kehre bereits auf die „Navigator“ zurück…

 Fotos Labadee Haiti MORC 2018 (Kaufi)

Lynch Mob

Wie früher bereits angetönt, finden auf dem Schiff auch Konzerte statt, obwohl die meisten Fans auf einem Landgang sein dürften. Dementsprechend verpasse ich auch die zweite Show von Autograph, nachdem die erste ja in der Lounge stattfand. Aber Lynch Mob lasse ich mir keinesfalls entgehen! Dafür kürze ich sogar meine wertvolle Strandzeit…

Logischerweise ist der Publikumsaufmarsch im Theater eher bescheiden. Schade, sehr schade! Denn der Gitarrenhexer und seine Crew hätten hier für ihren 75-minütgen Auftritt einen vollen Laden verdient. Zum Glück hindert das weder George Lynch noch irgendwen sonst, absolut Vollgas zu geben und Spass zu haben. Den haben sie zweifellos – die Ansagen von Fronter Robert Mason und dem Maestro selbst sind gespickt mit Ironie und faulen Sprüchen. Georg bedankt sich auch artig fürs Erscheinen und dass wir keine „faulen Säcke“ (harmlos ausgedrückt) seien…
Doch natürlich stimmt auch der Sound! Das Programm sieht insgesamt zwar ähnlich aus wie am Sonntag, allerdings kommen die Songs selber heute (noch) besser rüber als bei Show Nummer 1. Sagt jedenfalls mein Nacken danach. Und auf den ist meistens Verlass. Allerdings fehlt heute „Tooth And Nail“, während das geniale „Wicked Sensation“ erneut den Schlusspunkt setzt. Eine weitere bärenstarke Performance, in dieser Form dürften Lynch Mob sehr gerne mal wieder in unserer Nähe aufschlagen! Und jetzt ein Sprint ins Studio B…

Setliste Lynch Mob

  1. Street Fightin‘ Man
  2. She’s Evil but She’s Mine
  3. River of Love
  4. Tangled in the Web
  5. When Heaven Comes Down
  6. Sweet Sister Mercy
  7. Tie Your Mother Down
  8. The Hunter
  9. It’s Not Love
  10. Mr. Scary
  11. No Good
  12. Wicked Sensation

Fotos Lynch Mob – 2. Show – MORC 2018 (Kaufi)

Great White

Kaum einen halben Tag nach dem ersten Gig, müssen Great White bereits wieder an die Arbeit. Dies tun sie erneut im Studio B und mittlerweile haben es offensichtlich auch bereits ein paar zusätzliche Leute zurück aufs Schiff geschafft. Wenn ich jetzt die Setliste vergleiche mit meinen Notizen – dann haben die Haie wohl vor der angekündigten Zeit begonnen! Bei „Face The Day“ stürme ich in den Saal, und so verpasse ich sicher „Lady Red Light“. Mist! Immerhin: „Face The Day“ ist neu im Programm, genauso wie später „Mista Bone“.

Die ganze Truppe zeigt sich enorm spielfreudig und gut gelaunt. Terry ist eh eine coole Sau, und speziell Michael Lardie kann sich sein seliges Grinsen nicht verkneifen. Schon während der ganzen Show fällt ein kleiner langhaariger Junge auf, welcher am Bühnenrand steht und seine eigene Party feiert. Bei „Rock Me“ darf er schlussendlich mit auf die Bühne – es handelt sich hier nämlich um Mark Kendall’s Enkel! Und der Kleine wird zum heimlichen Star und stiehlt kurzerhand allen die Show… Somit darf er auch beim finalen „Once Bitten Twice Shy“ nochmals Gas geben – wie auch der Rest von Great White, die auch mit der zweiten Show restlos überzeugen. Auch hier wäre ein Besuch in der Schweiz wieder mal nett…

Setliste Great White

  1. (I’ve Got) Something for You
  2. Lady Red Light
  3. Face the Day
  4. Desert Moon
  5. Big Time
  6. House of Broken Love
  7. Save Your Love
  8. Blues Jam
  9. Mista Bone
  10. Rock Me
  11. Once Bitten Twice Shy

Thunder

Nur eine kurze Pause gibt’s nach Great White. Dann ist bereits wieder ein Besuch im Theater angesagt. Da das Schiff auch bald ablegt, sind nach 17 Uhr nun die Meisten auch wieder zurück, davon profitieren in erster Linie Thunder. Die Leute sind heiss auf Musik und die Briten sind nun in der komfortablen Situation, dass sie genau das liefern können!

Erneut mit Aushilfsschlagwerker Dave McCluskey von den Quireboys im Team, startet die Band mit „Wonder Days“ in ihren zweiten Auftritt. Dass es jetzt inhaltlich nicht die grossen Änderungen geben wird, dürfte nachvollziehbar sein – mit einem so kurzfristigen Ersatz kann man kaum ein 3-stündiges Programm einstudieren.

Wie Thunder im Anschluss an die Cruise bekannt gaben, hat sich hier wohl alles gegen die Jungs verschworen. Ben Matthews fühlte sich nach der gestrigen Show unwohl und es stellte sich heraus, dass er einen hässlichen Virus eingefangen hat. Nichtsdestotrotz steht der Kerl nun auf der Bühne und rockt den Laden. „Mit Hilfe von Energy Drinks und Schmerzmitteln“, wie Thunder verlauten lassen. Ja, die Umstände für Briten könnten wirklich besser sein! Und dennoch zeigen sie eine Vorstellung, welche das Publikum zu grossem Jubel animiert. Speziell der alte Gassenhauer „Backstreet Symphony“ ist überragend, während die Ballade „In Another Life“ kurz darauf für ein momentanes Stimmungstief sorgt. Doch ab „Dirty Love“ ist die Party wieder voll im Gange und mit dem arschgeilen „I Love You More Than Rock’n’Roll“ verabschiedet sich der Fünfer von der Bühne und Ben zurück ins Bett…

Schon während der Show dachte ich mir, dass ich Thunder insgesamt schon stärker gesehen habe. Mit all den Erklärungen, die man erst in Nachhinein erfahren hat, macht dieser Eindruck schon Sinn. Wer – wie die meisten Anwesenden – die Briten allerdings das erste Mal erlebt, merkt von diesen Widrigkeiten sehr wenig. So gesehen verdienen Thunder grossen Respekt für eine beeindruckende Leistung!

Setliste Thunder

  1. Wonder Days
  2. The Enemy Inside
  3. River of Pain
  4. Resurrection Day
  5. Backstreet Symphony
  6. Higher Ground
  7. In Another Life
  8. The Thing I Want
  9. Love Walked In
  10. Dirty Love
  11. I Love You More Than Rock ’n‘ Roll

Fotos Thunder – 2. Show – MORC 2018 (Kaufi)

Vixen

Das leidige Thema: Überschneidungen! Die Füchsinnen haben ihren Gig im Studio B längstens gestartet, als ich vom Theater herkomme. Wobei „bereits“ heisst, dass die Hälfte der Show schon durch ist… Somit leider auch keine Fotos.

Die Sängerin Janet Gardner ist ja schwer erkrankt und musste notfallmässig operiert werden. Zum Zeitpunkt der Cruise ist sie aber bereits wieder auf den Beinen und erholt sich gut.
Für die Anderen heisst das jetzt: Ohne Sängerin auf die Cruise oder Absagen? Nein, Absagen gilt nicht! Und so spielen die Ladies ihren (einzigen) Gig mit einer ganzen Ladung an Gastsängern…

Ich verpasse jedenfalls Danny Vaughn (Tyketto) und Terry Ilous (Great White), letzterer singt die Killerballade „Cryin‘“ und Rainbow’s „Long Live Rock’n’Roll“. Ich erscheine jedoch erst zu „I Don’t Need No Doctor“, welches auch Janet gewidmet ist. Für „Love Made Me“ gibt es Unterstützung durch Chad Stewart von Faster Pussycat, bei Van Halen’s „Ain’t Talkin‘ `Bout Love“ ist Bret Kaiser von Madam X mit dabei. Doch richtig gut ist das Finish, als Todd LaTorre „Edge Of A Broken Heart“ zum Besten gibt!

Auch wenn ich schlussendlich nur die Hälfte gesehen habe: Vixen scheinen das Beste aus der Situation gemacht zu haben. Die Fans im mehr als anständig gefüllten Ice Rink feiern die Füchsinnen jedenfalls gehörig ab. So soll es sein!

Setliste Vixen

  1. Rev It Up
  2. How Much Love
  3. Cryin‘
  4. Long Live Rock ’n‘ Roll
  5. Streets in Paradise
  6. I Don’t Need No Doctor
  7. Love Made Me
  8. Ain’t Talkin‘ ‚Bout Love
  9. I Want You to Rock Me
  10. Edge of a Broken Heart

Auch Tag vier bietet ein „strenges“ Programm, also erst mal stärken. Sprich: Futtern. Und akuten Durst bekämpfen. Gut – DAS macht man ja eigentlich permanent. Immer der Gefahr des „Unterhopftseins“ vorbeugen… Und dann geht es kurz vor 8 Uhr wieder ins Theater!

Pink Cream 69

Während andere Bands ihr Pensum längstens erfüllt haben, starten Pink Cream 69 erst am vorletzten Abend in ihr Programm. Und aufgrund der bekannten Überschneidungsproblematik ist für mich auch klar, dass ich den Fokus bei den Deutschen auf die zweite Show am nächsten Tag lege.

Die gut gelaunte Mannschaft um Frontmann David Readman überzeugt von Beginn weg die erstaunlich zahlreich anwesenden Fans (dafür, dass die Truppe in diesen Gefilden eher unbekannt sein dürfte, ist das Theater angenehm gefüllt). Auch Probleme mit der Lichtanlage (mehrmals geht die Saalbeleuchtung an und die Lichter auf der Bühne aus….) bringen die Pinkies nicht aus der Spur.

Da ich die Show ja bereits in Miami gesehen habe und es am nächsten Tag noch eine Möglichkeit gibt, verdufte ich nach einer guten halben Stunde und mach mich auf ins Studio B. Denn da wartet eine meiner Fave-Bands… Hat übrigens jemand meine Frau gesehen…?

Setliste Pink Cream 69

  1. We Bow to None
  2. Welcome the Night
  3. Keep Your Eye on the Twisted
  4. Path of Destiny
  5. Talk to the Moon
  6. Lost In Illusions
  7. Man of Sorrow
  8. The Spirit
  9. Walls Come Down
  10. Hell’s Gone Crazy
  11. Bloodsucker
  12. Break the Silence
  13. Livin‘ My Life For You
  14. Shame

Nicky: Nach dem Tag auf dem überbewerteten Labadee (Anm. Kaufi: Wie meinen??) – es hat fast mehr lokale Verkäufer als Touristen – sind meine ersten Konzerte Thunder und Pink Cream 69. Bei denen bleibe ich allerdings nur kurz. Denn auf der Poolbühne spielen Budderside. Die habe ich auf CocoCay entdeckt und will ein paar Bilder machen. Also raus aus dem Theater und rauf aufs Pooldeck!

Die Lichtverhältnisse auf der kleinen Bühne sind allerdings sehr bescheiden. Gute Fotos sind kaum zu machen – also zurück ins Schiffsinnere. Da rocken Pink Cream 69 den Laden so richtig!

Fotos Pink Cream – MORC 2018 (Kaufi)

Tyketto

Nachdem ich den Beginn der ersten Show infolge ärgerlicher Überschneidung verpasst habe, lasse ich mir Danny Vaughn und Tyketto kein zweites Mal entgehen! In der Setliste gibt es allerdings kaum Änderungen, ausser dass „Circle The Wagons“, „Sound Off“ und der Waysted Song „Heaven Tonight“ der kürzeren Spielzeit zum Opfer fallen.

Vor „Lay Your Body Down“ zollt Danny seinen Mitstreitern mittels einer ausführlichen Vorstellungsrunde Respekt. Ganz speziell erwähnt wird Drummer Michael Clayton, der seit Beginn Danny’s Partner in Crime bei Tyketto ist – und deshalb mit einem Geschenk zum Valentinstag beglückt wird! Auch die Jungs haben Spass…

Spass hat auch der hinterste und letzte Fan hier drin, als zum Abschluss „Forever Young“ gespielt wird. Die Party erreicht den Höhepunkt, keine Frage! Auch nach all den Jahren ist dieser Song einfach gigantisch und lässt alles andere (was beileibe nicht schlecht ist) ziemlich verblassen. Hühnerhaut! Und Tyketto zeigen einmal mehr, dass sie einfach zu den besten Acts in diesem Genre gehören…

Setliste Tyketto

  1. Reach
  2. Burning Down Inside
  3. Strength in Numbers
  4. Big Money
  5. Seasons
  6. Rescue Me
  7. Wings
  8. Lay Your Body Down
  9. The Run
  10. The Last Sunset
  11. Forever Young

Fotos Tyketto – 2. Show – MORC 2018 (Kaufi)

Firehouse

Und schon geht’s wieder zurück ins Theater, es geht Schlag auf Schlag. Firehouse bitten zum zweiten Tanz. Im vollen Laden legen CJ Snare los wie die äääähm: Feuerwehr. Motiviert bis in die Haarspitzen starten sie mit „Overnight Sensation“ ins Programm. Unterschiede zum Gig am Vortag sind allerdings bis zur Hälfte nicht auszumachen. Aber dann schmuggelt sich mit „Don’t Walk Away“ doch noch ein neuer alter Titel rein, somit sind heute sagenhafte sieben Songs des Debüts aus dem Jahr 1990 zu hören. Kurz vor Schluss gibt’s mit „I Live My Life For You“ vom Drittwerk noch den dritten Schleicher des Abends. Schön, zweifellos, aber schlussendlich vielleicht etwas des Guten zu viel. Zwar gibt es wenige Bands, die ein Viertel der Setlist mit (guten!) Balladen füllen können, doch ich hätte mir an dieser Stelle doch etwas mehr Power gewünscht. Sowas in der Art wie das abschliessende „Don’t Treat Me Bad“ beispielsweise.

Firehouse machen auch bei ihrem zweiten Auftritt eine gute Falle, doch insgesamt hat mir Show Nummer 1 mehr gepasst. Und jetzt heisst es: Durchschnaufen und mal husch in die Kabine, Fotos sichern…

Setliste Firehouse

  1. Overnight SensationPlay Video
  2. CrashPlay Video
  3. Shake & TumblePlay Video
  4. Oughta Be a LawPlay Video
  5. All She WrotePlay Video
  6. When I Look Into Your EyesPlay Video
  7. Don’t Walk AwayPlay Video
  8. Love of a LifetimePlay Video
  9. Guitar SoloPlay Video
  10. Reach for the SkyPlay Video
  11. I Live My Life for YouPlay Video
  12. Don’t Treat Me Bad

Fotos Firehouse – 2. Show – MORC 2018 (Kaufi)

Beastö Blancö

Meine Frau hat sich bereits unter der Decke verkrümelt, ich spaziere jedoch vor Mitternacht nochmals ins Theater. Welches zu meinem Entsetzen die Pforten offenbar sehr früh geöffnet hat, so dass es hier noch schlimmere Bedingungen als bei Doro sind zum Fotografieren. Der Laden ist bereits rammelvoll, scheint so, als ob sich das halbe Schiff die nächste Band anschauen will. Gut – Beastö Blancö spielen auch nur diesen einen Gig hier, man hat also gar keine Alternative.

Das Bühnenbild lässt Parallelen zu Alice Cooper erahnen. Kunststück, wenn Basser und Tochter des Altmeisters zusammenspannen… Zugegeben: Ich kannte im Vorfeld der Cruise nichts ausser der Tatsache, dass die Band existiert. Doch als Chuck Garric (mit Seemannsmütze) und Calico Cooper (in zerrissenen Netzstrümpfen) mit ihrer Truppe die Bühne entern wird schnell klar: Hier steckt mehr dahinter als blosser Alice Cooper Abklatsch! Der Opener „Beastö Blancö“ tätscht gewaltig aus den Boxen und macht sofort richtig Laune, das folgende „Buried Angels“ steht dem im Nichts nach.

Während musikalisch durchaus etwas die härtere Schiene gefahren wird als bei der Alice Cooper Band, so haben sich die blanken Biester showmässig schon ziemlich von dem Altstar inspirieren lassen. „Motor Queen“ beispielsweise singt Garric mit einer Wrestler-Maske und es wird grad auch eine gehörige Ladung CO2 versprüht.

Als erste Zugabe gibt’s dann mit „Feed My Frankenstein“ noch ein Alice Cooper Cover auf die Löffel – irgendwie ja logisch und durchaus passend. Das übervolle Theater und aufkommende Müdigkeit lassen mich das Finale skippen – mit dem Wissen, dass wieder neue CD’s gekauft werden müssen und dass ich mir die Truppe garantiert unter anderen Bedingungen nochmals anschauen will!

Setliste Beastö Blancö

  1. Beasto Blanco
  2. Buried Angels
  3. Freak
  4. Motor Queen
  5. Machine Girl
  6. Grind
  7. Death Rattle
  8. Damnation
  9. Honey
  10. We Got This
  11. I Rise
  12. Feed My Frankenstein*
  13. Beg To Differ*
  14. Breakdown*

*=Zugaben

Fotos Beastö Blancö – MORC 2018 (Kaufi)

Donnerstag, 15. Februar – Tag 5

So, das Ende der Monsters of Rock Cruise naht. Der letzte Tag ist angebrochen, nochmals ein Tag auf See. Das Programm sieht entspannend aus, für mich gibt’s noch zwei Bands, die ich zu knipsen habe – ansonsten ist heute mehrheitlich chillen angesagt! Das heisst: Nach dem Frühstück erst mal in den Whirlpool! Da treffen wir alte und neue Bekannte und auch die ersten Bierchen dürfen nicht fehlen. Doch noch vor dem Mittag ruft dann die Pflicht ein erstes Mal. Also dann: Bereit machen, Kamera holen und ab ins Theater…

Keel

Der Metal Cowboy und seine Truppe hatten richtig Ferien hier: Die erste Show am ersten Abend und nun Auftritt Nummer zwo kurz vor Ende. Entsprechend gut gelaunt zeigen sich Ron Keel & Co, die vor Beginn zudem noch für ein paar Pics für EMP posen dürfen. Mit dem AC/DC Intro „It’s A Long Way To The Top“ und „Come Hell Or High Water“ starten die Jungs in ihren einstündigen Set und der Opener sollte am Ende der einzige neue Song sein im Vergleich zum Sonntag. Zwei Titel („Looking For A Good Time“ und „Cold Day In Hell“) fallen zudem der gekürzten Spielzeit zum Opfer. Auch Gastauftritte sind heute nicht zu vermelden. Das Highlight ist fraglos „Here Today, Gone Tomorrow“, welches an diesem Mittag einfach alles andere weghaut. Sackstark! Und genauso toll, dass sich die komplette Band direkt anschliessend vor dem Eingang für Autogramme und Fotos zeigt: Eine prima Alternative zu der kostenpflichtigen „Photo Experience“ mit langen Warteschlangen… Insgesamt gibt es auch sonst nichts zu bemängeln – ausser: Keel sollten endlich mal nach Europa kommen! Wie einige andere Truppen auch…

Setliste Keel

  1. Come Hell or High Water
  2. Somebody’s Waiting
  3. Speed Demon
  4. Push & Pull
  5. Streets of Rock & Roll
  6. I Said the Wrong Thing to the Right Girl
  7. Because the Night
  8. Here Today, Gone Tomorrow
  9. Rock ’n‘ Roll Outlaw
  10. Tears of Fire
  11. The Right to Rock
  12. You’re the Victim (I’m the Crime)

Fotos Keel – MORC 2018 (Kaufi)

Nachdem ich auch husch ein Bild mit dem Metal Cowboy gemacht habe, geht es nun aber zurück aufs Pooldeck! Auf dem Weg dahin läuft mir Kip Winger über den Weg – auch hier ist ein Foto grad unvermeidlich… Am Pool hängen wie gewöhnlich Pretty Maids rum, die ihre Zeit hier genauso wie alle Fans richtig geniessen. Auch Kix Fronter Steve Whiteman ist da und stellt sich bereitwillig für Fotos zur Verfügung. Heute ist wirklich relaxen angesagt – bei allen!

Lita Ford

Bereits ist’s früher Nachmittag. Im Theater spielt Steve Harris mit seinem britischen Löwen, aber das lass ich aus. Ich geh lieber in den Ice Rink, damit ich Lita Ford endlich auch mal live sehen kann. Show Nummer eins habe ich ja aufgrund übervollem Laden ausgelassen….

Die blonde Lady war vor ein paar Jahren mal in Balingen am Bang Your Head!!! zu Gast, allerdings war ich da nicht dabei. Die Kritiken damals waren vernichtend, soweit mag ich mich erinnern. Insofern bin ich schon gespannt, was Lita hier zeigen wird…

Mit „Gotta Let Go“ geht’s los und es zeigt sich sofort, dass sich alle hier in bester Laune befinden. Die Fronterin strahlt pausenlos und zeigt ihre schneeweissen Zähne, Basser Marty O’Brien macht einen auf Rob Trujillo und Gitarrist Patrick Kennison ist eh der geborene Rockstar. Doch trotz all dem Engagement: Mir zünden die Songs selbst etwas zu wenig, mindestens zu Beginn. Doch ausgerechnet ein „neuer“ Song, nämlich „Living Like A Runaway“ (aus dem Jahr 2012) zieht die Karre aus dem Dreck. Denn kurz darauf wird’s richtig, richtig gut!

Lita macht eine emotionale Hommage an ihre Mutter und es folgt ein Dreierpack an Balladen, die ineinander übergehen. Auf „Lisa“ folgt das Alice Cooper Cover „Only Women Bleed“ – und als Abschluss selbstverständlich das fantastische „Close My Eyes Forever“, im Original im Duett gesungen mit dem Prince Of Darkness, Ozzy Osbourne. Pure Hühnerhaut!

Danach wird das Gaspedal nochmals richtig durchgedrückt! Zuerst mit „Can’t Catch Me“, welches von Lemmy himself (mit-)geschrieben wurde. Dann vergisst der Blondschopf auch die eigene Vergangenheit nicht und zockt mit „Cherry Bomb“ ein Song aus den Runaways Zeiten! Einzig das Drumsolo zwischen den beiden Titeln wäre nicht nötig gewesen. Das Finale bildet selbstverständlich der grösste Hit, den Lita je hatte: „Kiss Me Deadly“. Und nicht nur ich versinke endgültig in Nostalgie…

Setliste Lita Ford

  1. Gotta Let Go
  2. Dancin‘ on the Edge
  3. Relentless
  4. Living Like a Runaway
  5. Playing With Fire
  6. Lisa
  7. Only Women Bleed
  8. Close My Eyes Forever
  9. Can’t Catch Me
  10. Cherry Bomb
  11. Kiss Me Deadly

Fotos Lita Ford – 2. Show – MORC 2018 (Kaufi)

An diesem Punkt endet meine fotografische Tätigkeit – den Rest überlasse ich meiner Frau. Ab sofort gibt es nur noch „normale“ Konzerte für meine Wenigkeit – ohne Kamera, nur mit Hopfentee. Und Notizbuch. Doch zuvor ist der nächste Abstecher aufs Pooldeck angesagt. Da läuft mir doch glatt der Gitarrengott Georg Lynch über den Weg, mit dem ich ein paar Worte wechseln darf. Ich fühl mich grad etwas wie die Jungs bei Wayne’s World… „Unworthy, we’re unworthy“…

Lynch Mob präsentieren sich kurz darauf auf der Mini Pool Bühne den Fans für ein „Q&A“. Georg stellt gleich mal klar: „No Questions!“… Aber natürlich ist das nur Spass und so kommen aus dem Publikum mehrheitlich belanglose Fragen, welche von der Band immer innert Kürze in Stand Up Comedy verwandelt werden. Herrlich, allerbeste Unterhaltung! Gut, ich verpasse deswegen zwar den Auftritt von Rough Cutt, aber das hier ist einfach zu spassig…

Pretty Maids

Der letzte Abend ist angebrochen. Der konzertmässige Schlussspurt beginnt – mit dänischem Dynamit! Ken Hammer, Ronnie Atkins, Chris Laney, René Shades und Allan Sörensen: Die Pretty Maids zum Zweiten. Gegenüber dem ersten Konzert schaffen es heute „Red, Hot And Heavy“ sowie „Pandemonium“ ins Programm, während beispielsweise „I.N.V.U.“ gekippt wird. Ansonsten ist es mir fast egal, was die Jungs spielen – es wird eh gefeiert, was das Zeug hält! Und die Schweizer Kollegen sehen das ähnlich – ist ja schliesslich auch der letzte Abend, da passt das schon…

Setliste Pretty Maids

  1. Mother of All Lies
  2. Kingmaker
  3. Red, Hot and Heavy
  4. Walk Away
  5. Rodeo
  6. Pandemonium
  7. Bull’s Eye
  8. Little Drops of Heaven
  9. Future World
  10. Love Games

Fotos Pretty Maids – MORC 2018 (Nicky)

Pink Cream 69

Nach einem letzten leckeren Abendessen ist es an der Zeit für den (persönlichen) Abschluss im Theater. Bereits zum dritten Mal innert einer Woche sehe ich Pink Cream 69 auf der Bühne – solch eine Pace hab ich eigentlich sonst nur bei einer gewissen schwedischen Band…

75 Minuten Spielzeit kriegen die Deutschen hier – und sie treten dieses mal vor einem schrecklich leeren Theater auf! Ganz krasser Unterschied zum Vortag und irgendwie fragt man sich, warum das so ist. Denn an der Darbietung kann es nicht liegen! David Readman und seine Männer zeigen nämlich einmal mehr einen engagierten Auftritt, der nur so sprüht vor guter Laune. Mit der ausgedehnten Playtime schöpfen die Pinkies aus dem Vollen und so gibt’s neben neuen Sachen wie „We Bow To None“ oder dem harten „Walls Come Down“, Standards wie „Keep Your Eye On The Twisted“ oder „Talk To The Moon“ auch seltener gespieltes wie „Hell’s Gone Crazy“ oder „Break The Silence“ zu hören. Die anwesenden Fans sind jedenfalls in Feierlaune und haben ihren Spass, was umgekehrt dem Fünfer auf der Bühne ebenso Spass macht!

Setliste Pink Cream 69

  1. We Bow to None
  2. Welcome the Night
  3. Keep Your Eye on the Twisted
  4. Path of Destiny
  5. Talk to the Moon
  6. Lost In Illusions
  7. Special
  8. Man of Sorrow
  9. The Spirit
  10. Walls Come Down
  11. Hell’s Gone Crazy
  12. Bloodsucker
  13. Break The Silence
  14. Livin‘ My Life For You
  15. Do You Like It Like That
  16. Shame

Fotos Pink Cream 69 – 2. Show – MORC 2018 (Nicky)

Atomic Punks

Das Ende ist nun wirklich nah. Also zumindest das Ende der Cruise. Doch einen Nachschlag gibt’s noch. Auf der Pool Bühne stehen die Atomic Punks. Die spielten ihren ersten Gig auf Labadee und jetzt dürfen sie nochmals unter freiem Himmel auftreten. Wer die Truppe nicht kennt: Das ist eine Van Halen Tribute Band. Oder Coverband. Und zwar aus der Zeit mit David Lee Roth. Optisch orientieren sich die vier Musiker (Brian Geller – Vocals, Lance Turner – Guitars, Joe Lester – Bass, Scott Patterson – Drums) ebenfalls an den Vorbildern und man muss zugeben: Die Kalifornier machen das schon verdammt gut!

Der Bereich vor der Bühne ist dementsprechend sehr gut gefüllt, selbst beim “Swiss Corner“ hat’s viele Leute, die sich eine Dosis Van Halen gönnen wollen. Sogar ein paar der Pretty Maids sind da mal zu sehen…

Und so schallt ein Klassiker nach dem anderen durch die Karibik – eindrücklich führen einem die Atomic Punks vor Augen, welch grossartigen Songs Van Halen vor allem in den frühen Jahren geschrieben haben! „Runnin‘ With The Devil“, „Jamie’s Cryin‘“, „Panama“… Irgendwie nervt es mich fast ein wenig, dass ich hier den Anfang verpasst habe. Egal – die Party geht auch so!

Ein Gastmusiker kommt ebenfalls noch zum Zuge: Michael Sweet unterstützt die Jungs bei „Ain’t Talkin‘ ‚Bout Love“. Eines von vielen Highlights an diesem durstigen Abend. Dieser wird beschlossen mit dem wohl bekanntesten Van Halen Song ever: „Jump“. Keine Disco in den 80ern, ohne dass mindestens einmal am Abend gehüpft wurde! Doch es geht noch mehr: „Hot For Teacher“ und das unwiderstehliche „Unchained“ setzen dem ganzen Spektakel den Deckel drauf. Was für ein Abschluss dieser Cruise!

Setliste Atomic Punks

  1. Romeo Delight
  2. Somebody Get Me a Doctor
  3. Light Up the Sky
  4. Panama
  5. Feel Your Love Tonight
  6. Jamie’s Cryin‘
  7. Mean Street
  8. So This Is Love?
  9. Runnin‘ With the Devil
  10. O.A.
  11. Ain’t Talkin‘ ‚Bout Love
  12. I’m the One
  13. Eruption
  14. You Really Got Me
  15. Everybody Wants Some!!
  16. Jump
  17. Hot For Teacher*
  18. Unchained*

*=Zugaben

Freitag, 16. Februar – The End

Es ist früher Morgen. Die Navigator liegt bereits im Hafen von Miami. Eine wunderbare Zeit ist bereits zu Ende. In der frühen Morgensonne treffen wir auf dem Pooldeck viele unserer Schweizer Freunde und hängen rum, bis wir vom Schiff gehen müssen. Das geht schlussendlich wieder recht zügig und sehr rasch haben wir wieder amerikanischen Boden unter den Füssen. Während Nicky und ich dort noch auf die anderen warten, sehe ich zum ersten und einzigen Mal auch Doro Pesch, als sie von Bord kommt. Für ein Foto reicht’s leider nicht, ein anderer Fan hat mehr Glück – ein Bild, und schon ist sie weg. Schade. Während natürlich auch all die anderen Bands ihre Fahrgelegenheiten in alle Himmelsrichtungen besteigen, geht’s für uns zum Flughafen Miami. Fast drei Wochen Florida sind vorüber – bald hat uns die kalte Schweiz wieder…

Das Fanzit

Spass hat’s gemacht! Als sechsfacher Cruiser auf der 70‘000 Tons of Metal, war ich schon sehr gespannt, wie es hier ablaufen wird. Die Unterschiede habe ich zu Beginn des Berichts ja ausführlich aufgezeigt. Und vieles auf der MORC schreit nach einer Rückkehr – vor allem natürlich die Bandauswahl! Im Gegensatz zur 70K kann hier der geneigte Fan viele Bands erleben, die man kaum oder gar nie in unseren heimischen Gefilden zu sehen bekommt. Auch wenn es 2019 für uns sicher keine Monsters Kreuzfahrt geben wird: Irgendwann kommen wir wieder! Ich hoffe schwer, dass dies nicht unsere letzte MORC war…


Wie fandet ihr das Festival?

/ 21.03.2018
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