Sa, 14. April 2018

Delta Metal Meeting 2018 – Freedom Call, Brainstorm u.m.

MS Connexion Complex (Mannheim, DE)
/ 26.04.2018

Samstagabend Party in Mannheim

Ein neues Indoor Festival: In Mannheim feiert das „Delta Metal Meeting“ seine Premiere, dies mit einem erlesenen Billing, welches vor allem die Fans des melodiösen Metals anspricht. Metalinside lässt sich da nicht lumpen und reist mit zwei Korrespondenten an.

Kaufi: „MS Connexion Complex“ nennt sich die Lokalität. Eine alte Fabrikhalle, die in einer eher abgelegenen und nicht sonderlich gemütlichen Gegend liegt. Die Halle selbst ist jedoch prima. Im hinteren Teil gibt’s eine kleine Metalbörse und einen Tresen, an dem später noch eine sechste Band anzutreffen sein wird. Von der Grösse her schätze ich, dass (ohne Börse) vielleicht 1‘000 Leute Platz hätten.

Eine Nische neben dem Eingang ist der perfekte Platz für die Merch. Nach der langgezogenen Bar gibt es einen Ausgang in den Aussenbereich. Da hat’s Sitzgelegenheiten, eine weitere grosse Bar und einen grossen Fressstand, wo man sich mit Burgern und Würsten verpflegen kann. Und da schönstes Frühlingswetter herrscht, platzt man sich auch grad mal draussen hin.

Drinnen trifft man immer mal wieder alte und neue Bekannte, Smalltalk everywhere, man hört von etwa 350 abgesetzten Tickets im Vorverkauf (was ich aufgrund des Billings eher mager finde – diese Bands verdienen mehr!), und auch Metalinside Kollege Daniel taucht schlussendlich auf. Glück gehabt, so bleibt nicht die ganze Arbeit an mir hängen.

Hammer King

Mit etwas Verspätung (10 Minuten, bei der DB wäre das noch „püntklich“) startet die erste Band des Tages. Hammer King, aus dem nahegelegenen Kaiserslautern stammend, haben die Ehre das Festival zu eröffnen. Mir ist der Name zwar schon begegnet und rein theoretisch müsste das ja auch voll auf meinen Geschmack zutreffen, aber irgendwie hab ich die Truppe grad wieder aus dem Fokus verloren. Nun denn – neuer Versuch!

Gehüllt in schwarze Mäntel und mit einem grossen Hammer beschreiten die Musiker die Bühne. Theatralik pur, bevor es mit „Kingdom Of The Hammer King“ richtig losgeht. Huii – Ja, das ist in der Tat mein Sound! Da vergesse ich fast, dass ich eigentlich fotografieren soll. Wobei – das Licht ist eh zwiespältig, da kann man schon auch mal eine kurze Pause machen.

Hammer King setzten während den ganzen 40 Minuten auch stark auf Showelemente. Abgesehen von der dezenten schwarzen Schminke im Gesicht, steigen immer wieder Rauchsäulen auf, Ventilatoren am Bühnenrand lassen die Haare der Protagonisten wehen und auch die Posen der Musiker erinnern immer mal wieder an Powerwolf, welche hier offensichtlich als Vorbilder oder Inspiration herhalten. Gut, das sind ja quasi auch Nachbarn… Der Sound von Hammer King orientiert sich dann allerdings eher an Bands wie HammerFall.

Den Leuten gefällt jedenfalls, was sie zu sehen und hören bekommen, die Band wird bejubelt und so vergeht die Spielzeit wie im Flug. Ich werde mich sicher mal genauer damit befassen, ihre beiden CDs stehen jedenfalls bereits auf meiner Einkaufsliste. Insgesamt also ein starker Beginn des Abends.

Setliste Hammer King

  1. Kingdom Of The Hammer King
  2. Last Hellriders
  3. For God And The King
  4. Chancellor Of Glory
  5. King Is Rising
  6. I Am The King
  7. I Am The Hammer King
  8. Kingdom FINALE

Ich überlasse derweil das Spielfeld dem Kollegen Daniel – und begrüsse die mittlerweile eingetroffenen SpiteFuel. Die Jungs aus Heilbronn kommen vom Videodreh zu ihrem zweiten Clip und sind ausschliesslich zu Promo-Zwecken angereist. Und verkaufen bereits vorab ihr neues Album „Dreamworld Collapse“…

Burning Witches

Daniel: Für mich war es von Anfang an klar, als das Demo der Schweizer All-Girls-Metal-Band Burning Witches zum Tip des Monats im Rock Hard und Metal Hammer gewählt wurde: Das ist erst der Anfang. Mittlerweile sorgen die Mädels nicht nur aufgrund ihrer Optik sondern auch wegen ihrem Können für Aufregung. Ihr Old-School-Heavy Metal, inspiriert von Bands wie Judas Priest, Iron Maiden, Dio oder Iced Earth, überzeugte kürzlich auch das Label Nuclear Blast, bei dem die Damen nun unter Vertrag stehen. Dass sie ihr eigenes Songmaterial auch live bewältigen können, haben sie mittlerweile schon bei unzähligen Liveauftritten beweisen können. Beim Delta Metal Meeting zeigen die Witches erneut, dass sie zu den heissesten Newcomer Bands der Metal Szene gehören und peitschen das Publikum so richtig auf. Vor allem beeindruckt Seraina Telli, die mir aus anderen Projekten wie Surrilium (Progressive Rock) oder Dead Venus (Seraina Solo) bekannt ist und mit einer Vielseitigkeit und Bühnenpräsenz überzeugt, die ihres gleichen sucht. Auch den Klassiker „Holy Diver“ von Dio setzt das Quintett einwandfrei um. Wie immer ein grossartiger Auftritt. Schade nur, dass die Sound-Qualität etwas gelitten hatte.

Burning Witches werden keine Eintagsfliege sein und ich bin sicher, die grossen Festival Bühnen werden 2019 von den Schweizerinnen in Kleinteile zerlegt. Wacken, zieh dich schon mal warm an!

Setlist Burning Witches

  1. Metal Demons
  2. We Eat Your Children
  3. Bloody Rose
  4. Creator Of Hell
  5. Save Me
  6. Black Widow
  7. Holy Diver (Dio cover)
  8. Burning Witches

Mystic Prophecy

Daniel: Auf ihrem aktuellen Release „Monuments“ haben Mystic Prophecy einem ganzen Arsenal an Pop und Rock Klassikern neues Leben eingehaucht. Eine eher untypische Auswahl für die Multi Kulti Kombo. Die Songs wurden so originalgetreu wie möglich nachgespielt, klingen aber am Ende doch einen Tick härter. Irgendwie hat mich diese Veröffentlichung neugierig gemacht, denn musikalisch tummelt sich das Quintett eher im Bereich Power Metal/Heavy Metal. Das Vinyl mit dem absolut coolen Cover hat es in jedem Fall in meine Sammlung geschafft. Zunächst als „ganz nett“ abgehakt, lerne ich die Band beim Festival in Mannheim jetzt auch mal live kennen und bin schwerer beeindruckt als vermutet. Obwohl Mystic Prophecy bereits 10 Scheiben auf den Markt gehauen haben, sind sie mir live noch nie „über den Weg gelaufen“. Was die vier Herren und die Dame am Bass auf der Bühne abliefern, ist absolut elektrisierend. Für mich ist es die stärkste und auch von der Sound-Qualität her die beste Performance des Abends und macht Laune auf ein weiteres Konzert. Auch die feierfreudigen deutschen Fans scheinen begeistert und toben bis zum letzten Takt. Schade lässt der straffe Zeitplan, der eh schon Verspätung hatte, eine Zugabe nicht zu.

Kaufi: Dem gibt’s fast nichts hinzuzufügen: Mystic Prophecy killen in der Tat! Als klar härteste Bands des Tages überzeugen sie von A bis Y. Als einer, der im Prinzip kein grosser Fan von Coverversionen ist, bin ich allerdings von „Shadow On The Wall“ richtig beeindruckt – das ist in der Tat sackstark! „Paranoid“ hingegen finde ich – ganz im Gegensatz zur grossen Mehrheit – unnötig. Schlussendlich jedoch egal – Mystic Prohpecy zementieren ihren Ruf als grossartiger Liveact. Und ich freu mich schon auf den Auftritt auf dem Metal Boat…

Setliste Mystic Prophecy

  1. Kill the Beast
  2. Savage Souls
  3. Killhammer
  4. Burning Out
  5. The Crucifix
  6. Shadow on the Wall (Mike Oldfield cover)
  7. We Kill! You Die!
  8. Master of Sins
  9. Metal Brigade
  10. War Panzer
  11. Ravenlord
  12. Paranoid (Black Sabbath cover)

Brainstorm

Kaufi: Nachdem ich mit SpiteFuel ein kurzes, jedoch wiederum sehr lustiges Interview geführt habe, muss ich also wieder mit Kamera und Notizblock antraben. Brainstorm stehen auf dem Programm – für mich heisst es „Endlich wieder einmal!“ Viel zu lange ist es her, seit ich die sympathischen Schwaben das letzte Mal live gesehen habe – ausgenommen Fronter Andy mit Almanac, bei denen er jedoch bekanntlich kürzlich ausgestiegen ist.

Das Ärgerliche zuerst: Es ist viel zu laut! Einmal mehr fällt mir bei Brainstorm auf, dass die Soundqualität aufgrund dessen extrem leidet. Schade, denn die Songs hätten ein vernünftiges Soundkleid verdient!

Doch ansonsten ist es wie das Wiedersehen mit alten Freunden: Zwar eine Setlist ohne grossartige Überraschungen, aber dennoch mit viel Spass und hohem Unterhaltungswert. Andy B. Franck – immer verschmitzt lächelnd – animiert das Publikum (in welchem es erstaunlicherweise allerdings grössere Lücken hat im Vergleich zu Mystic Prophecy vorher!), Basser Toni strahlt pausenlos von der Bühne und Gitarrist Milan befindet sich im Nackenmuskeltraining, während Todde, sein Kollege auf der anderen Bühnenseite, heute voll auf „Mr. Cool“ macht.

Musikalische Highlights raus zu picken fällt schwer – und zwar, weil es eigentlich gar keine Lowlights gibt! Die Show ist aus einem Guss, auch die zwei neuesten Songs „We Are…“ und „The World To See“ fügen sich prima ins Gesamtbild ein. Erstaunlich gut gefällt mir heute „End In Sorrow“, ein Song, der sonst nicht so zu meinen Favoriten gehört.

Die Fans feiern die Truppe ansonsten gnadenlos ab, wie bei allen anderen Bands herrscht eine hervorragende Stimmung – da könnte sich manch ein Schweizer Publikum mal eine Scheibe davon abschneiden… Der Siedepunkt ist am Ende erreicht mit „How Do You Feel“ und dem inbrünstig mitgesungenen „All Those Words“. Auch Brainstorm präsentieren sich einmal mehr als bärenstarke Live Band und so darf sich die Fangemeinde schon mal auf das neue Album „Midnight Ghost“ freuen, welches am 28. September diesen Jahres erscheinen wird. Einen weiteren Grund zur Vorfreude haben die anwesenden Fans auch noch: Brainstorm haben zwei Mal Tonaufnahmen gemacht, welche sie dann einbauen werden. Das Mannheimer Publikum wird also auf „Midnight Ghost“ zu hören sein!

Setliste Brainstorm

  1. Worlds Are Comin‘ Through
  2. Falling Spiral Down
  3. The World to See
  4. Firesoul
  5. Forsake What I Believed
  6. Highs Without Lows
  7. We Are…
  8. Shiver
  9. Shiva’s Tears
  10. End in Sorrow
  11. Fire Walk With Me
  12. How Do You Feel
  13. All Those Words

Freedom Call

Es ist weit nach 23 Uhr. Und einer geht noch – der Headliner! Freedom Call sind hier die absoluten Publikumslieblinge, zumindest wenn man sich die T-Shirts der Fans den ganzen Tag angeschaut hat. Dementsprechend gut ist auch die Stimmung, als die Nürnberger mit „Tears Of Babylon“ in den Set starten. Lautstärkemässig ist es allerdings auch jetzt noch über dem Limit, das nimmt einfach den Spass. Und Spass braucht es – denn schliesslich ist das eine Happy Metal Party! Verspricht uns zumindest Chris.

Und dieses Versprechen hält das Quartett auch. Speziell Basser Ilker Ersin scheint extrem motiviert und lässt seine Haare permanent fliegen. Stammdrummer Ramy Ali ist immer noch im Vaterschaftsurlaub und wird somit auch heute durch Masterplan’s Kevin Kott ersetzt.

Zwar hab ich Freedom Call immer mal wieder gesehen, zuletzt ja irgendwo in der Karibik. Aber seit dem letzten Gig als Headliner ist es doch ein Weilchen her. So darf ich mich zusammen mit den Fans über mehrere Songs freuen, die man vielleicht länger nicht gehört hat. Denn die Band bietet heute einen tollen Querschnitt durch ihre Karriere und spielt (mit Ausnahme des Debüts „Stairway To Fairyland“) von jedem Studioalbum mindestens einen Titel! „Heart Of A Warrior“, „Carry On“ oder auch „A Perfect Day“ sind gern gehörte Abwechslungen resp. Ergänzungen zu Hits der Marke „Freedom Call“ oder „Union Of The Strong“. Gut, mein persönlicher Abtörner „Mr. Evil“ muss ich auch über mich ergehen lassen, doch man kann es verschmerzen. Denn schliesslich gibt’s das absolut überragende „The Quest“ wieder einmal zu hören! Müssig zu erwähnen, dass dies wohl DAS Highlight der gesamten Show ist… Einfach eine fantastische Nummer, die verständlicherweise von den Fans immer wieder gefordert wird und aufgrund der Überlänge halt oft keinen Platz in kürzeren Sets findet.

Chris‘ Ansprache, dass wir Weltfrieden hätten, wenn alle Leute Heavy Metal hören würden, ist wohl aktueller denn je. Es stimmt schon: „Metal Is For Everyone“! Und es ist eine richtige Hymne, die wohl auch in Zukunft ihren festen Platz bei allen FC-Shows haben wird…

Danach scheinen die Fans etwas ausgepowert – es sei ihnen verziehen, schliesslich ist es weit nach Mitternacht. Und so dauert es einen Moment, bis die Forderungen und Rufe nach Zugaben richtig losgehen – umso grösser dafür der Jubel, als die Band dann aber zur Extraschicht aufmarschiert. Hier gibt’s nun Altbekanntes. Zuerst das arschgeile „Power & Glory“, bei dem das Publikum mit mehrmaligem Beenden des Songs herausgefordert wird. Dann „Warriors“ mit einer coolen Ansage von Chris („Wie würde es tönen, wenn ich sage „Sind da irgendwelche Krieger des Lichts da draussen?“ Sorry, diese Ansage geht nur auf Englisch!“). Und als Abschluss darf natürlich die Hüpf-Hymne „Land Of Light“ nicht fehlen, bei dem der Saal ein letztes Mal richtig brodelt.

Unter grossem Applaus verabschieden sich Freedom Call nach einem würdigen Headliner Auftritt, bei dem es eigentlich nichts auszusetzen gibt. Der werte Kollege Daniel hat das aufgrund frühen Aufbruchs verpasst – ich sage da: Selber schuld!

Setliste Freedom Call

  1. Tears of Babylon
  2. United Alliance
  3. Heart of a Warrior
  4. Union of the Strong
  5. Freedom Call
  6. Hammer of the Gods
  7. Masters of Light
  8. The Quest
  9. Carry On
  10. Evil
  11. A Perfect Day
  12. Metal Is Fore Everyone
  13. Power & Glory
  14. Warriors
  15. Land Of Light

Das Fanzit

Kaufi: Die erste Ausgabe des Delta Metal Meetings kann man fraglos als „äussert gelungen“ bezeichnen! Die Organisation ist prima, die Bandauswahl ebenso, das Publikum sehr angenehm und entspannt, die Lokalität überzeugt ebenso. Kleine Kritikpunkte sind höchstens die teilweise überrissene Lautstärke sowie die ebenfalls teilweise bescheidenen Lichtverhältnisse auf der Bühne – die Burning Witches werden ja regelrecht im Dunkeln gelassen.

Etwas ärgerlich ist auch, dass man wenige Minuten nach Konzertende mit „sanfter Gewalt“ aus der Halle befördert wird, selbst wenn man noch etwas mit Kollegen und Musikern plaudern will. Na gut, es ist ja einigermassen warm draussen, da kann man die Wartezeit bis zum ersten Zug auch da überbrücken…

An dieser Stelle noch ein Merci an Michael, der mich taximässig an den Bahnhof Mannheim bringt – wo ich dann eine Stunde auf den Zug warte. DB at it’s Best – auch in der Nacht 30 Minuten zu spät… Doch dafür kann das Delta Metal Meeting ja nix! Und wenn da das Billing stimmt, bin ich am 13. April 2019 sicher wieder dabei…!

Fotos vom Delta Metal Meeting 2018 (Kaufi/Dani)


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Delta Metal Meeting 2018 – Freedom Call, Brainstorm u.m.
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