Flogging Molly - Z7 Pratteln 2018 - Foto: Promo
Mi, 29. August 2018

Flogging Molly, Migre Le Tigre

Z7 (Pratteln, CH)
15.10.2018
Flogging Molly - Z7 Pratteln 2018 - Foto: Promo

Folk-Punk-Fans saufen die Z7-Bier-Vorräte weg!

Hmm, welche Band könnte wohl dahinterstecken, wenn knapp 1600 Leute, also eine ausverkaufte Halle, die gesamten Guinness-Vorräte des Z7 wegsaufen? Richtiiiiich, da können ja nur Flogging Molly schuld sein. Wie diese Ende August das Z7 rockten, lest ihr hier im Bericht.

Es spricht für eine Band, immer und immer wieder, teilweise mehrmals pro Jahr, wiederzukehren und die Locations dabei immer noch restlos auszuverkaufen. So schlagen Flogging Molly auch diesen Sommer wieder zu, nachdem sie keine sechs Monate zuvor Zürich zusammen mit den Dropkick Murphys begeistert haben.

Migre Le Tigre

Hmm, kenne ich nicht. Doch dies trifft tatsächlich auf viele Opening Acts zu, und trotzdem (oder genau deswegen) ende ich immer wieder schon zu Konzertbeginn vor der Bühne, um die für mich neuen und teilweise doch recht jungen Künstler zu entdecken. Migre Le Tigre, der zuvor mit Bands wie Tomorrow’s Ashes, NRK und Rentokill unterwegs war, darf heute den Metal-Tempel in Pratteln eröffnen und versucht, das Publikum nur mit Akustik-Gitarre und Stimme aufzuwärmen.

Der junge Musiker betritt die Bühne und zuerst wissen wohl viele der Besucher nicht allzu viel mit ihm anzufangen. Dank dem steigenden Bierpegel im Publikum und dem natürlichen Drang eines Menschen, sich zu Musik zu bewegen, bleiben dann aber doch nicht allzu viele Besucher einfach nur reglos stehen. Ich habe allerdings den starken Eindruck, dass viele der heute Anwesenden sich den Tiger wieder wegwünschen. Dabei ist der überhaupt nicht schlecht! Mit einer gewaltigen Stimme und schnellen Fingern kämpft er gegen das Vorurteil an, One-Man-Bands mit Akustik-Gitarre seien langweilig. Mich erfreut die gespielte Musik; trotzdem bin dann auch ich froh, dass nun die Umbauphase beginnt. Der Auftritt war alles andere als schlecht, aber vielleicht hier nicht ganz passend.

Flogging Molly

Zeit für den Headliner! Die Amerikaner starten mit «Paddy’s Lament» vom Album «Float» und sofort ist die Menge bereit zum Eskalieren. Da gibt es keine zögerlichen Blicke auf die Bühne mehr. Innert Sekunden herrscht im mittleren Stehbereich eine massive Bewegung vor, und es wäre unmöglich, da noch einen Bierbecher in der Hand zu halten. Es folgt «John L. Sullivan» vom im letzten Jahr erschienenen «Life Is Good» und spätestens nach dem Überhit «Drunken Lullabies» ist der Abend geritzt! Dass die Wände des Z7 je nach Konzert schnell mal feucht werden, das bin ich mir gewohnt. Neu ist für mich aber, dass schon nach weniger als einer Viertelstunde Tropfen von der Decke fallen. Es ist extrem heiss in der Halle und ich frage mich, wieviel von all dem Schweiss, den ich an mir habe, wirklich von mir selber ist.

Frontmann Dave King, der das Publikum wie gewohnt mit seinem durchaus sympathischen Auftreten für sich gewinnt, und seine Mitmusiker führen heute Abend durch eine gut durchmischte Setliste, welche für alle etwas bietet! Als ich nach einigen Songs ein Guinness holen möchte, muss mich die Bardame leider enttäuschen. Sie erklärt mir, die Z7-Crew sei heute extra noch in verschiedene Läden gefahren und habe die Guinness-Vorräte aufgekauft. Dies war wohl nur ein Tropfen auf den heissen Stein, denn davon wurde bereits alles weggetrunken… Feldschlösschen-Bier aus der benachbarten Brauerei hat es aber noch kartonweise! Während ich zur Bühne zurückkehre, kämpfe ich mich erneut durch ein Bad aus Schweiss und Bier. Ich bin ein weiteres Mal darüber erstaunt, was Flogging Molly mit ihrem Folk Punk Rock, oder wie auch immer man ihren Stil benamsen möchte, auszurichten vermögen.

Nach verschiedenen Höhepunkten – diese zu nennen ist schwierig, eigentlich entsprechen sie einfach der untenstehenden Setliste – neigt aber auch dieses Konzert bald einmal dem Ende zu. Nach Klassikern wie «Devil’s Dance Floor» und «Seven Deadly Sins» folgt als erste Zugabe «Crushed», welches ebenfalls vom neuesten Silberling stammt, sowie «Salty Dog», welches schon zu Beginn des aktuellen Jahrtausends Menschen auf der ganzen Welt begeisterte. Zufrieden verabschiedet sich die Band von einem überglücklichen Publikum. Der Abend geht natürlich noch weiter, denn das Z7 macht ja nur in Ausnahmefällen gleich nach dem Konzert den Laden dicht. Für mich ist allerdings Schluss, schliesslich muss ich auf meinen letzten Zug nach Hause…

Das Fanzit

Wow! Eine Energie, wie sie Flogging Molly versprühen, wenn sie auf der Bühne stehen, erlebt man lange nicht bei jeder Band. Dave King und Co. zeigen heute erneut, was sie draufhaben und bescheren uns damit einen wunderschönen, pflutschnassen, wilden Konzertabend. Gerne auf ein weiteres!

Setliste Flogging Molly

  1. (No More) Paddy’s Lament
  2. The Hand Of John L. Sullivan
  3. Drunken Lullabies
  4. The Likes Of You Again
  5. Swagger
  6. The Days We’ve Yet To Meet
  7. Requiem For A Dying Song
  8. Life In A Tenement Square
  9. Float
  10. Black Friday Rule
  11. Life Is Good
  12. Rebels Of The Sacred Heart
  13. Devil’s Dance Floor
  14. If I Ever Leave This World Alive
  15. What’s Left Of The Flag
  16. Seven Deadly Sins
  17. Crushed (Hostile Nations)*
  18. Salty Dog*

*Zugaben


Wie fandet ihr das Konzert?

Flogging Molly, Migre Le Tigre
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