Metalinside.ch - Crystal Ball - Matrixx Nürnberg 2018 - Foto Nicky
Sa, 27. Oktober 2018

Crystal Ball – Interview mit Steven Mageney, Scott Leach und Tony Castell

Hard Rock
14.11.2018
Metalinside.ch - Crystal Ball - Matrixx Nürnberg 2018 - Foto Nicky

Schweizer Hardrock deluxe

Hardrock made in Switzerland? Da denken die Meisten wohl sofort an Krokus und Gotthard, allenfalls noch an Shakra. Doch da gibt es noch einiges mehr: Die Luzerner Crystal Ball zum Beispiel. Eine Band, die es durchaus verdient hat, auch mal etwas mehr ins Spotlight gezogen zu werden!

Crystal Ball befinden sich auf einer kleinen Rundreise durch Deutschland. „Klein“ ist hier auf die Anzahl Konzerte bezogen und nicht auf die abgespulten Kilometer. Denn die Tour geht wirklich von West nach Südost nach Nord nach Süd nach West… Acht Konzerte innert zehn Tagen meint der Tourplan. Und mit dabei die Landsmänner der Black Diamonds und der Gods of Silence. In Nürnberg treffe ich mich mit Sänger Steven Mageney und den beiden Gitarristen Scott Leach und Tony Castell zu einem ausführlichen Gespräch. Bühne frei für Crystal Ball!

Metalinside.ch (Kaufi): Erstmal danke schön für die Zeit! Zuerst mal ein Blick zurück. Der Name Crystal Ball ist mir natürlich schon lange geläufig, aber so richtig auf dem Radar habe ich Euch eigentlich erst, seit Steven dabei ist und dem Release von „Dawnbreaker“ (Anm. Kaufi: Mitte 2013). Doch zuvor lief ja auch schon einiges, so wart ihr beispielsweise auch bei Nuclear Blast unter Vertrag. Doch dann die lange Pause. Erzählt mal?

Scott Leach (SL): Also „Hellvetia“, „Timewalker“ und „Virtual Empire“ sind alle bei Nuclear Blast erschienen, damit war der Vertrag dann auch zu Ende. Nuclear Blast hatte zu der Zeit um die 200 Bands und das ist dann ganz klar: wenn du dann nicht Nightwish oder Manowar heisst, hast du keine Priorität. Die nehmen einfach mal viele Bands unter Vertag, schauen was passiert und wenn du nicht durch die Decke gehst, nehmen sie die nächste. Das war für uns gut bis zu dem Zeitpunkt. Dann gab’s danach noch ein Album, „Secret“, das erschien bei AFM – was ja auch keine schlechte Plattenfirma war. Dann gab’s eine längere Pause mit Besetzungswechseln bevor Marcel (Sardella, Drums – Kf) und ich beschlossen haben, das Ding noch nicht aufzugeben und weiterzumachen. Bis wir dann Steven gefunden haben – ein hervorragender Frontmann. Da sagten wir uns jetzt starten wir nochmals durch. Es gab dann nochmals Wechsel, bis die richtige Konstellation da war, bei der alle motiviert waren am gleichen Strang zu ziehen. „Dawnbreaker“ war dann das Resultat.

MI: Und wie habt ihr Steven denn gefunden?

Steven Mageney (SM): Ja, äähm – Facebook! Ich war mit Scotty auf Facebook befreundet – warum? Weiss ich nicht! (Gelächter) Also wir waren bei Facebook irgendwie befreundet und dann hat er mich mal angeschrieben, ob ich Crystal Ball kennen würde und ob ich wüsste, dass sie einen Sänger suchen. Und da hab ich gesagt (holt Luft) – nein. (Gelächter) Nein, wusste ich nicht, keine Ahnung. Da hat er gesagt „Ja, wir suchen schon länger einen Sänger“ und so weiter und er hat gehört, was ich zum damaligen Zeitpunkt so gemacht habe und er würde mich gerne mal kennenlernen. Ich sag „Herzlich Willkommen“ und da ist er nach Wuppertal gekommen, hat sich meine Coverband angeguckt, die so eine ex-Profi Geschichte aus dem Heavy Bereich ist (Anm. Kaufi: Bourbon Street, u.a. ist da auch Peter Szigeti, ex-Warlock dabei), meine besten Freunde. Da hat er sich das also so angeguckt und gemeint, das findet er alles gut und er würde mich gerne mal in die Schweiz einladen. Das hab ich dann auch gemacht, wir haben zusammen geprobt, ein bisschen vom alten Material, dann haben wir bei ihm im Studio auch etwas an neuem Material gearbeitet und merkten – das funktioniert! Eine Woche später, zehn Tage später rief er an uns sagte „Wir möchten, dass du dabei bist!“. Da hab ich gesagt „Das trifft sich ja gut – ich auch!“ (Gelächter). Tja, dann „Dawnbreaker und dann vier Produktionen in sechs Jahren.

MI: Das ist auch meine nächste Frage. Vier Alben in weniger als sechs Jahren – das ist eine unglaubliche Effizienz! Eine Pace, die die grossen Bands ja in den 80ern hatten – ein neues Album pro Jahr. Aber besteht in der heutigen Zeit hier nicht fast die Gefahr einer Übersättigung? Zu viel in zu kurzer Zeit?

SL: (zögert) Kann sein. Wobei es war jetzt auch nicht unser Plan. Wir haben nicht gesagt „wir müssen jedes Jahr ein Album machen“. Wir hatten einfach unglaubliche Energie, es hat sich gut angefühlt, wir haben eine CD und eine Tour gemacht. Und was machst du nach der Tour? Du schreibst neue Songs und so machst du halt eine neue Platte – so ging das halt weiter. (überlegt einen Moment) Die eine oder andere Sache mussten oder wollten wir in diesem Zeitrahmen halten. Wir wussten beispielsweise: Die Shakra Tour, die ist bestätigt. Und das macht natürlich nur Sinn, wenn man auch ein neues Album hat. Insofern wussten wir „Im Monat xy muss das Album da sein“, da haben wir natürlich dann schon etwas Gas gegeben, das es klappt. Doch natürlich kann es sein, dass es bis zum nächsten Album länger dauert. Oder zum übernächsten. Keine Ahnung. Es muss einfach stimmig sein – und bis jetzt war’s stimmig!

SM: Auf die Frage ob’s eine Übersättigung gibt: Es gibt so viele gute Bands, dass man tatsächlich… (überlegt) Die Zeit ist so schnell geworden! Eine zweijährige Auszeit – das kannst du dir erlauben, wenn du Nightwish oder Iron Maiden bist. Dann kannst du zwei, drei Jahre Pause machen, das ist völlig egal. Aber eine Band mit unserem Status… Das haben die Jungs ja gelernt, als sie ja tatsächlich sechs Jahre Pause hatten. Da fängst du nicht wieder bei 50 oder 60 Prozent an – da fängst du bei 10 Prozent an. Deshalb war es auch in meinem Interesse und in meinem Sinne dass wir sagten „Lass uns Gas geben“! Und solange die Kreativität da ist… und die ist da! Das läuft, das funktioniert wunderbar, auch jetzt mit Tony neu dabei, neue Ideen, neue Inputs, das macht riesig Spass an Songs zu arbeiten. Und ja – offensichtlich kommt ja immer wat dabei raus! (grinst)

MI: Steilvorlage… wer schreibt die Songs und die Texte?

SM: Also Texte, da sind mittlerweile vier Leute daran beteiligt. Scott hat früher schon Texte geschrieben, ich bin jetzt mit und durch Scott reingekommen, auch wieder Texte zu schreiben. Der Chris schreibt Texte und ein Freund von mir, der uns immer begleitet hat, hilft uns dann auch mal. Da hängen wir zusammen drin. Und Songs…

SL: Oft ist es so: Ich oder Tony haben Gitarren Ideen. Wobei: Nicht nur Gitarren, meistens einen kompletten Song, zum Teil instrumental. Zum Teil gibt’s Ideen, dann macht Steven was mit Gesangslinien. Das halten wir dann demomässig fest, schicken das auch mal an den Produzenten, der dann auch seinen Senf dazu gibt. Manchmal wird dann was re-arrangiert, neu geschrieben, ersetzt; manchmal ist es wunderbar – Häkchen dran. Je nachdem… Und im Studio ist das dann nochmal ein Prozess. Wenn man im Studio aufnimmt, entwickelt sich ein Song nochmals. Ist bei jedem Album so, dass ein Song, mit dem du nicht gerechnet hast, wird auf einmal total geil. Und einer, von dem du gedacht hast, das wird ein Oberhit, ist dann „gut“, aber eben nicht „Oberhit“. (Gelächter) Das ist fast jedesmal so, weil sich immer noch was tut, weil eine Überraschung passiert.

SM: Was letzten Endes gut ist, dass wir auch an diesem Prozess mehr oder weniger alle beteiligt sind. Tony hat tolle Ideen – wobei der Tony nicht nur gute Songideen hat, der Tony hat auch direkt mal geile Gesangsideen, wo ich dann oftmals sage „Hey, das kann ich nicht besser!“. Der Chris hat Songideen und insofern sind wir da alle wieder mit drin. Das heisst, das ist dann schon ein Band-Ding! (zustimmendes Nicken). Songs schreiben, Texte schreiben ist ein Band-Ding, und das macht Laune!

MI: Und es funktioniert!

SL: Es gibt auch keine Gesetze. Es ist nicht so, dass einer sagt „och, ich oder wer auch immer muss das jetzt machen“. Jeder der Inputs bringt, ist gut! Es kommt mehr in den Topf rein…

Tony Castell (TC): Ich hab das mal erlebt, in einer früheren Band, da war wirklich die Hierarchie da. Der schreibt die Songs, der hat was zu sagen – und selbst sollte man am besten gar nichts sagen. (lacht)

MI: Ein Angestellter…

TC: (lacht) Ja, genau in diese Richtung! Deswegen ist bei uns jetzt die Kreativität auch viel stärker.

SM: Eins ist ganz wichtig. Das Produkt steht im Mittelpunkt! Egal, wer wie viel daran beteiligt war. Das ist völlig egal! Und wenn der Tony eine bessere Gesangslinie hat als ich, dann steht das überhaupt nicht zur Debatte, was wir dann nehmen. Oder wenn der Scott ein besseres Riff hat als der Tony. Das Produkt steht immer im Mittelpunkt.

TC: Ganz genau!

SM: Und das ist gut, ohne Eitelkeiten zu arbeiten. Da kommt was dabei raus!

MI: Auf „Liferider“ habt ihr ein Duett gemacht mit Noora Louhimo (Sängerin von Battle Beast – Kf), „Eye to Eye“. Wie kam das eigentlich zustande damals, wie seid ihr auf Noora gekommen?

SL: Steven hatte die Idee, mal ein Duett zu machen. Erstmal hab ich gesagt „Gerne – aber auf keinen Fall eine Ballade!“ Wenn schon ein Duett, dann soll es ein Rocksong sein. Einerseits hab ich dann angefangen, an einer Songidee zu arbeiten und Steven hat dazu erstmal die komplette Gesangslinie gemacht. Einfach mal ein Song, den man dann so aufsplitten könnte. Natürlich hab ich schon beim Schreiben schon an zweigeteilte Verse gedacht. Und dann haben wir uns überlegt, wer könnt’s dann sein?

SM: Wir haben da mehr oder weniger eine Prioritätenliste gehabt. Wir haben uns mal so überlegt: Wer ist da, wer kann uns auch befruchten und zwar nicht nur vom Namen oder Renomée, sondern eben auch musikalisch. Noora hat eine unfassbare Stimme! Ich kannte halt ihren Song „Black Ninja“ und ich hab nur gedacht „Was geht denn da ab??“. Es gab noch eine Reihe von sehr, sehr, sehr, SEHR namhaften Leuten – in den USA. Das war nicht zu finanzieren, muss man auch klar sagen. Ich hätte mit Frau Wilson von Heart SEHR gerne gesungen. (lacht) Aber als wir die Hausnummer gehört haben, haben wir gesagt, nee – das lassen wir mal.

SL: Und es sollte auch nicht jemand sein, der eingekauft ist, dem man Geld gibt – es sollte jemand sein, der das auch geil findet und da richtig Spass dran hat! Tja, und das war bei Noora dann der Fall.

SM: Der Kontakt kam dann wieder über soziale Medien, man kannte sich irgendwie, dann über den Produzenten… ich weiss gar nicht mehr… Interessant bei der Nummer: Ich hab eine Freundin, die lebt jetzt in Köln – die ist auch Finnin, die ist auch Sängerin und mit ihr hab ich das Duett ausgearbeitet. Die Gesangslinie, die im Endeffekt Noora gesungen hat, die hat die Inka quasi schon vorbereitet. Insofern war es dann auch für Noora einfach. Da war ein massgeschneiderter Text, eine vorgefertigte Linie, die sie noch etwas bearbeitet hat, keine Frage. Sie bekam ein gutes Produkt. Und dann haben wir sie einfliegen lassen nach Düsseldorf, respektive nach Solingen, da haben wir ja aufgenommen. Das war dann alles supercool und super entspannt. Und ich meine – das wissen wir auch alle: Die Frau kann richtig gut singen!

MI: Facebook, das Wort ist schon mehrmals gefallen heute. Wie wichtig sind euch die sozialen Medien? Und in diesem Zusammenhang: Was hat das alles mit den CD-Verkäufen und diesen Geschichten zu tun? Du, Scott, kennst ja die Zeit noch, als man CD’s kaufte – das ist heutzutage ja fast verpönt…

SL: Wir waren da auch schon im Umbruch. Die ersten zwei Alben gingen noch, danach ging es auch schon bergab mit dem ganzen Markt. Nun – aus Sicht einer Band finde ich das allerdings eine hervorragende Sache! Man kann umsonst Werbung machen für sein Produkt. Facebook schränkt das zwar zunehmend ein, die wollen ja auch Geld verdienen. Dennoch kann man das sehr gut nutzen, es ist enorm wichtig geworden. Die Leute gehen schon gar nicht mehr auf die Webseite, die schreiben lieber eine Facebook Nachricht „Wann spielt ihr denn wieder mal in der Gegend“. Man kann sagen „schau mal auf die Webseite“ (lacht), aber wir beantworten die Fragen natürlich auch gerne. Wir sind ja eh auf Augenhöhe mit unseren Fans. Klar, es gibt auch Nachteile, denn man ist dadurch ja auch eine Art öffentliche Person. Man denkt dann jeder kann jederzeit alles fragen, Messenger Anrufe tätigen, doch solche Dinge blocke ich dann ab, das nehme ich einfach nicht an. Denn da ist dann irgendwo eine Grenze. Aber ansonsten freut man sich natürlich über Likes, über Kommentare, man antwortet zurück. Es ist wichtig und richtig, sag ich mal.

SM: Es ist ein Teil des Lebens geworden. Es ist ein Teil unseres Lebens. Die sozialen Medien sind da und es geht nur mit ihnen, es geht nicht dagegen. Wer sagt „ich mache eine Band ohne soziale Medien“ – gute Nacht. Das heisst, es gilt auch dort professionell aufzutreten. Es gilt auch dort, sich entsprechend darzustellen. Man muss die Grenzen kennen, man muss wissen es ist alles öffentlich. Das heisst, man muss auch dort ein bisschen vorsichtig sein. Man wird öffentlich, das ist Teil des Spiels. Die Verkäufe gehen zurück, in der Tat, und das macht es natürlich schwieriger, keine Frage. Insofern sind wir unfassbar stolz darauf, dass obwohl sämtliche Verkäufe überall zurückgehen, UNSERE Verkäufe von den letzten CD’s immer etwas haben steigern können – obwohl der Markt dazu parallel rückläufig ist. Das heisst im übertragenen Sinne: Unter normalen Umständen wären wir gerade durch die Decke gegangen. Das sind zwar nur kleine Schritte, aber in einem sich zurück entwickelnden Markt, ist das sicher was Besonderes.

MI: Ich denke aber auch, dass dies schon mit der Rock- / Metal-Szene zu tun hat? Ich kenne wenige, die sich das Zeugs nur auf Spotify anhören.

SM: Ja, klar.

TC: Das ist so. Das sind auch die ehrlichsten Fans. Die wollen wirklich etwas in der Hand haben, dran riechen (lacht), vor allem auch zum Unterschreiben (lacht).

MI: Wir haben’s schon angetönt: Ihr wart sehr aktiv in den letzten Jahren, konzertmässig und so. Was sind denn so die ganz grossen Highlights dieser Zeit? Oder auch Lowlights?

SL: Also für mich Highlights waren so Dinge wie die Show in Sion mit den Scorpions, Rock the Ring, Rock of Ages, also so die grösseren Open Airs. Nicht, weil wir die kleinen nicht gut finden würden, aber die kennen wir halt. Es ist halt das Besondere, das Tolle, mal auf der grossen Bühne zu sein. Ich denke auch, dass Crystal Ball auch auf einer grossen Bühne gut zurechtkommt. Wir können sie füllen, wir können sie bearbeiten, es macht uns Spass. Das sind so für mich die Highlights.

SM: Ja, da muss ich auch ganz ehrlich sagen: Das sind die Highlights. Und da hoffen wir natürlich im kommenden Jahr noch weiter Fuss zu fassen und auch andere namhafte Festivals mitzunehmen. Das sind die Highlights. Wobei ich für mein Wesen sagen muss: Touren wie mit Krokus, Axel Rudi Pell – das sind für mich auch Highlights. Du sitzt jetzt hier in unserem Tourbus und das ist schon was Besonderes, mit so einem Ding durch die Gegend zu fahren – das macht wirklich, wirklich Laune! Und bringt einem… naja: Dem Himmel etwas näher. Wir sind aus dem Alltag raus, erleben das dann und gehen frohen Mutes und gestärkt wieder in das Leben. Insofern ist so eine Tour echt auch was Besonderes.

MI: Inwiefern könnt ihr von der Musik überhaupt leben? Ich nehme mal an, dass ihr alle noch Jobs habt?

TC: Es ist teuer! (lacht) Ich hab das mal erlebt, wie das ist, ohne Job, wenn du das vollamtlich machst. Aber ist klar, in der heutigen Zeit ist das echt schwer. Das Schöne ist: Wir können uns organisieren, dass es klappt. Und wir sind auch nicht mehr die Jüngsten… (schallendes Gelächter) Wir sehen nur jung aus!

SM: Ja, das geht nicht. Und ich muss sagen: Ich bin heilfroh, dass ich nicht von der Musik leben muss! Dann könnte ich sie so nicht geniessen! Dann würde ich nur noch auf Eintritts- und Verkaufszahlen gucken, nur noch „wie viel haben wir denn heute und kann ich morgen meine Miete noch bezahlen“. Ich bin so froh, dass ich das eben NICHT tun muss und ganz entspannt und frei die Musik geniessen kann. Dazu kommt, als Freiberufler habe ich die Luft wann immer das zu tun was ich möchte und das ist auch gut so.

MI: Was ist für Crystal Ball noch möglich? In Bezug auf Verkäufe, auf Erfolge, auf Grösse der Band? Was könnt ihr erreichen, was wollt ihr erreichen?

SL: Ich denke, es ist noch sehr viel möglich. Ich rede nicht davon, dass wir jetzt alle Ferraris fahren und in Villen leben… (Gelächter) wär auch nicht schlecht…

SM: Wieso nicht?? (Gelächter)

SL: Es ist durchaus möglich, dass da noch einiges geht, dass wir noch viele Festivals spielen können und zwar nicht nur nachmittags um zwei, sondern auch später! Das haben wir ja auch schon, aber Du weisst was ich meine. Ich denke, wir können da noch einiges machen, da ist Potenzial und Luft nach oben, das können wir erreichen. Ob wir das tun, liegt nicht nur allein an uns. Da sind so viele Faktoren… Wir tun sehr viel dafür. Ich kann nicht sagen „alles“, denn es muss nicht um JEDEN Preis sein. Es muss Spass machen, wir müssen Freunde bleiben, es muss Sinn machen. Wenn das stimmt, dann kommen wir weiter – wenn’s nicht sein soll, dann soll’s nicht sein.

SM: Wie hat schon Tom Petty gesagt: „The Sky is the Limit“! Warum sich gedanklich einschränken?

TC: Mich dünkt, dass jetzt langsam auch in der Schweiz, wo wir ja herkommen, eine gewisse Aufmerksamkeit da ist. Auch dank den Festivals, die wir gespielt haben und noch spielen werden. Die merken, dass wir nicht von Deutschland sind! (lacht) Langsam werden die Leute wirklich aufmerksam, es kommen coole Reviews…

MI: Und jetzt sind also genau drei Schweizer Bands in einem Package – und nur in Deutschland unterwegs! Wir mussten sechs Stunden anreisen, um das zu sehen… (Gelächter) Ist das jetzt die Geschichte mit dem Propheten, der im eigenen Land nichts gilt? Wobei die Tour wohl einfach so gebucht wurde, nehme ich jetzt mal an…

SL: Es ist so, dass wir ja in der Schweiz einige Konzerte gespielt haben, unter anderem mit CoreLeoni, und da kommen ja noch einige dazu. Und wir wollten jetzt vor allem mal in Deutschland spielen, und das muss man zeitlich raffen. Wir wollen ja nicht jeden zweiten Tag nach Hamburg fahren… Deshalb haben wir den Zeitrahmen definiert, das ist die Deutschland Tour – und dann haben wir ein Package zusammengestellt. Ich würde nicht ausschliessen, dass wir in der Zukunft auch mal mit diesen zwei Bands in der Schweiz spielen, wenn’s klappt. Aber dann müssen wir uns nicht ein halbes Jahr vorher verabreden, das geht dann auch etwas spontaner.

MI: Also ist es jetzt ein Zufall, dass es grad drei Schweizer Bands sind?

SL: Jein. Es musste nicht sein, es waren auch andere Bands in der Diskussion…

MI: Ihr entscheidet selber, wer mitkommt?

SL: Ja. Wir lassen uns auch Sachen vorschlagen, aber das letzte Wort ist dann bei uns.

TC: Vor allem suchst du stilistisch was Passendes. Es sollen nicht alle Bands gleich klingen, etwas Abwechslung, aber doch, dass es ins Paket passt.

MI: Zum Schluss – meine Frau will noch wissen, welches eure Favoriten sind zum Singen oder spielen! Ich wüsste meinen Favoriten zum hören: „Gods of Rock!“ (Gelächter)

SM: Jetzt muss man das unterscheiden. Meine Lieblingsnummer die ich singe, ist wahrscheinlich etwas anderes als die Lieblingsnummer, die ich spiele. Es gibt Songs, die kommen einfach im Publikum super an, also spiele ich sie gerne. Es gibt aber auch Songs, die singe ich sehr gerne. Aktuell, heute: „Symphony of Life“. Das ist für mich Gänsehaut, das ist meine Nummer! Ansonsten gibt’s so viele: „Hold Your Flag“, ich liebe „Déjà Voodoo“, da gibt’s so viele, die ich wirklich gerne singe, „Paradise“ finde ich super geil…

TC: Schon lustig, es wechselt von Abend zu Abend irgendwie. Gestern beispielsweise „Alive Forevermore“, der ist schon ziemlich weit oben bei mir, den spiel ich sehr gerne, weil der richtig fliesst, gute Stimmung und so. Heute Abend ist es vielleicht „Eye to Eye“! (Gelächter)

SL: Ist natürlich ein Hammersong!

TC: Ich bin auch sehr froh, dass wir das so arrangieren konnten, dass wir den auch ohne Noora live spielen können.

MI: Ist denn eine Live CD auch mal ein Thema?

SL: Das haben wir aktuell jetzt nicht diskutiert. Ich würd’s nicht ausschliessen für die Zukunft, aber wir haben jetzt keine aktuellen Pläne. Ich persönlich bin kein Fan von Live-Alben – was nicht heisst, dass es nicht trotzdem mal passiert. Mein Wunsch wäre wennschon eine Live-DVD! Crystal Ball ist eine Band, die man SEHEN muss und nicht nur hören! (lacht) Aber das ist eine ziemlich kostspielige Sache, so eine Live-DVD Produktion, also lassen wir das einfach mal auf uns zukommen.

MI: Scott, Steven, Tony – besten Dank für das Gespräch!

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