Uriah Heep - Volkshaus Zürich 2018
Do, 25. Oktober 2018

Uriah Heep, Basement Saints

Volkshaus (Zürich, CH)
27.11.2018
Uriah Heep - Volkshaus Zürich 2018

Feel the Heep! 

Die britischen Hard Rock Legende Uriah Heep stellte am Donnerstagabend im Zürcher Volkshaus ihren neusten Tonträger «Living The Dream» vor. Das Material der neuen Scheibe dominierte zwar die Setliste, aber es gab trotzdem auch den einen oder anderen Klassiker zu hören. Die Location war jedoch nicht ganz so gefüllt, wie ich es erwartet hatte. Der Support-Slot gehörte der Solothurner Truppe Basement Saints. Was sonst noch Erzählenswertes vorgefallen ist, könnt ihr im nun folgenden Bericht nachlesen. 

Abermals eine strenge Woche für den metallischen Dutti. Auf den heutigen Event habe ich mich allerdings sehr gefreut. Endlich erlebe ich Uriah Heep einmal während eines Hallenkonzerts. Bisher hat es bloss zu Festivalauftritten gereicht. Diese waren jedoch stets überragend. Somit bin ich überaus gespannt, was die Briten so alles mit einer Headliner-Spielzeit anstellen können. Vor etwas mehr als einem Monat haben sie mit «Living The Dream» ihr inzwischen 25. Studioalbum veröffentlicht. Nicht schlecht, Herr Specht. 2019 feiert die Truppe ausserdem ihr 50-jähriges Bestehen. Da werden die Korken sicherlich abermals knallen. Im Gegensatz zu Uriah Heep sagt mir der Lokal-Support namens Basement Saints (noch) überhaupt nix.

Ich drücke den Altersdurchschnitt wieder einmal nach unten. Eine Tatsache, die mich am heutigen Abend ehrlich gesagt kaum zu überraschen vermag. Als der Weltklasse-Hit «Lady In Black» im Jahre 1971 ein erstes Mal aus den Boxen dröhnte, war ich noch längstens nicht in Planung. Wer sich heutzutage aber mit der Rock- und Metal-Musik genauer auseinandersetzt, stösst früher oder später unausweichlich auf die Veteranen-Kapellen der Marke Black Sabbath, Saxon oder eben Uriah Heep. Für mich ist es jedes Mal eine Ehre, einem Auftritt einer der genannten Truppen beiwohnen zu dürfen. Man muss sie sich nun einmal zu Gemüte führen, bevor es zu spät ist.

Ich gebe zu, dass ich heute Abend mit einer ausverkauften Hütte gerechnet habe. Das Volkshaus ist allerdings lediglich mittelmässig besucht. Waren «The Heep» in letzter Zeit etwa zu oft bei uns zu Gast? Liegt’s an einer allfälligen Konzertübersättigung? Sind die Tickets zu teuer? Oder können die Fans mit den neuen Tracks nicht viel anfangen? Andererseits bin ich nicht wirklich unglücklich, dass die ganze Geschichte keine Sardinenbüchsenverhältnisse anzunehmen scheint. Wir haben aufgrund dessen eine tolle Sicht auf die Bühne und stossen mit einem ersten Gerstensaft an. Gemäss Veranstalter Good News Productions sollen die musikalischen Darbietungen um 20 Uhr beginnen.

Basement Saints

Die Untergeschoss-Heiligen aus der Stadt Grenchen haben sich voll und ganz dem Blues Rock verschrieben. Fronter Anton Delen und Klampfer Tobias Arn schwören beide auf Kopfbedeckungen. Erstgenannter verfügt zudem über ein kräftiges, leicht rauchiges Stimmorgan. Passender könnte es für diese Musikrichtung eigentlich nicht sein. Bester Mann des Trios ist jedoch Trommler Samuel Jaussi. Der Kerl weiss ganz genau, wie er seine Felle zu bearbeiten hat. Die Jungs zeigen sich dankbar über die heutige Auftrittsmöglichkeit. Letzte Woche hätten sie noch im familiären Rahmen gespielt und heute dürfen sie für echte Legenden eröffnen – ja so kann’s manchmal gehen. Die Basement Saints zeigen während 45 Minuten eine grundsolide Leistung und führen das Publikum gekonnt an den nahenden Headliner-Auftritt heran.

Uriah Heep

Mick Box – das einzig verbliebene Gründungsmitglied – und seine Kollegen schreiten um 21.10 Uhr zur Tat. Zürich ist erst die dritte Station der laufenden Tournee, weshalb sämtliche Herren noch bestens in Form sind. Insbesondere Sänger Bernie Shaw macht einen überaus gut gelaunten Eindruck. Er und Mick setzten für einmal auf schwarze Hemden. An ihren Rock The Ring-Gastspielen habe ich die beiden bisher immer in weisser Kluft angetroffen. Die Soundqualität ist in Ordnung. Einzig Bassist Davey Rimmer wirkt nicht wirklich zufrieden und bittet regelmässig via Handzeichen um Korrektur. Mir persönlich ist jedoch Drummer Russell Gilbrook fast schon zu dominant. Darunter leiden leider einige der gemächlicheren Tracks. Mit dieser Kadenz könnte er problemlos in irgendeiner Metal-Kapelle mitspielen.

Das neue Material nimmt mehr als ein Drittel der heutigen Setliste ein. Die Hard Rocker scheinen diesen Songs offenbar einiges zuzutrauen. Mir gefallen sie jedenfalls sehr gut. Dank dieser Nummern wirken Uriah Heep erfrischend und um ein paar Stufen rockiger, als man es sonst von ihnen gewohnt ist. Ob «Living The Dream» einen Versuch darstellt, um mit der modernen Zeit mitzuhalten? Das wird am Ende wohl nur die Band selbst wissen. Allerdings geht’s nicht ausschliesslich rasant zur Sache. Wenn Mick zur Akustikgitarre greift, stehen die ruhigeren Töne auf dem Programm. «Waters Flowin’», das nun vorgetragen wird, ist beispielsweise eine geniale Ballade. Anschliessend weckt Bernie das in Trance versunkene Publikum mit der Prophezeiung, dass jetzt dann gleich alle miteinander singen werden. Die worden doch nicht etwa…? Doch! Es folgt tatsächlich «Lady In Black». Coole Sache, dass dieser Hit nicht erst ganz am Schluss ins Rennen geschickt wird. Mit unserer Gesangsleistung verdienen wir uns zwar keine Bestnoten, aber Mister Shaw scheint trotzdem zufrieden zu sein.

In der zweiten Auftrittshälfte mehren sich dann die bekannten Songs. «Gypsy» wird eben so frenetisch abgefeiert, wie ein paar Minuten später «Easy Livin’». An Bernies Stimmorgan gibt es kaum etwas auszusetzen. Nichtsdestotrotz sind für mich heute Abend Mick und Tastenmann Phil Lanzon die besten Akteure auf der Bühne. Beide brillieren mit hervorragenden Leistungen. Davey wird ebenfalls nochmals zum Blickfang, als er seinen Tieftöner urplötzlich leuchten lässt. Netter Effekt. Mit «Sunrise» bewegen wir uns langsam, aber sicher auf die Zielgerade zu. Für den endgültigen Schlusspunkt muss schliesslich nochmals eine neue Hymne herhalten: «Knocking At My Door».

Das Fanzit

Beide Bands zeigten souveräne Auftritte und konnten sich für künftige Begegnungen mit meiner Wenigkeit definitiv empfehlen. Ein paar Zuschauer mehr hätte ich den Musikern durchaus gegönnt. Das neue Material von «The Heep» machte einen verdammt guten Eindruck. Meine Knipser-Kollegen waren hingegen über den fehlenden Fotograben alles andere als amüsiert.

Setliste – Basement Saints

  1. Get Ready
  2. Red Wine
  3. Shyness Highness
  4. That Kind O’Lover
  5. Valhalla
  6. Jeans
  7. Rainbow Nation
  8. Bohemian Boogie
  9. Revolution

Setliste – Uriah Heep

  1. Grazed By Heaven
  2. Return To Fantasy
  3. Living The Dream
  4. Too Scared To Run
  5. Take Away My Soul
  6. Rainbow Demon
  7. Waters Flowin‘
  8. Lady In Black
  9. Rocks In The Road
  10. Gypsy
  11. Look At Yourself
  12. July Morning
  13. Easy Livin‘
  14. Sunrise*
  15. Knocking At My Door*

*Zugabe


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Uriah Heep, Basement Saints
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