Save Your Last Breath, Final Cut - Met-Bar Lenzburg 2019 (Flyer)
Sa, 21. September 2019

Save Your Last Breath, Astrarot, Final Cut, With One Word

Met-Bar (Lenzburg, CH)
17.10.2019
Save Your Last Breath, Final Cut - Met-Bar Lenzburg 2019 (Flyer)

Metalcore trifft Violent Blues Thrash

Nachdem die Lokalmatadoren von Final Cut zusammen mit der Metalcore-Gruppe Astrarot aus Thessaloniki (Griechenland) diverse Länder Ost-Europas bereist haben, kommen sie für den Tour-Abschluss in die heimische Met-Bar. Etwas mehr als vier Monate nach der triumphalen Plattentaufe am selben Ort, kehren die Blues Thrasher aus dem Seetal zurück nach Lenzburg. Und mit dabei ist nicht nur ihr Tour-Support, mit Save Your Last Breath und With One Word sind auch zwei vielversprechende Schweizer Metalcore-Bands mit am Start.

Nachdem ich mit den Jungs von Final Cut noch ein sehr interessantes Gespräch über die soeben beendete Tour und das grandiose „Jackhammer“-Album führen konnte (Interview folgt), hole ich mir erstmal ein Bier und freue mich auf den interessanten Konzert-Abend. Drei von vier heute spielenden Bands sind im Metalcore zuhause, was nicht mein absolut bevorzugter Stil ist. Mir sind viele Genre-Truppen zu langweilig und vorhersehbar… Da es aber definitiv auch Gruppen in dem Bereich gibt die mir gefallen und ich extra nicht gross in die Bands reingehört habe, bin ich umso gespannter was mich erwartet.

With One Word

Den Auftakt machen With One Word aus dem Zürcher Oberland. Die obligatorische Ansage Anfangs der Show, das Publikum soll doch ein bisschen näherkommen, erfolgt bereits ausgesprochen sympathisch. Generell wirken die Jungs sehr entspannt und bodenständig. Gitarrist Lex kommt wegen einer Muskelverhärtung mit Krücken auf die Bühne, folglich ist er natürlich während der Show auch nicht extrem am rumhüpfen oder so. Macht aber gar nichts, sein Spiel leidet ganz offensichtlich nicht darunter. Der Sound der Gruppe gefällt mir erstaunlich gut, woran die Gitarrenarbeit von Lex und Silvan grossen Anteil hat. Diese erinnert teilweise an klassischen, traditionellen Heavy Metal. Erwartet man so im Metalcore nicht unbedingt, passt aber erstaunlich gut und gibt der Band auch einen sehr eigenen Sound. Die Vocals von Sänger Aaran gefallen mir gut, besonders die Growls und Screams. Aber auch die Klarstimme nervt mich hier nicht. Oft ist dass das Problem mit mir und Metalcore-Bands, hier passt das aber bestens. Die Met-Bar ist bereits nicht schlecht gefüllt und dem anwesenden Publikum scheint es ebenfalls zu gefallen. Ein guter Auftritt von einer sehr interessanten Gruppe, die ich definitiv auf meinem Radar behalten werde.

Setlist – With One Word

  1. Into
  2. Leeche
  3. Remember
  4. To Stop Sorrow
  5. Kingdom Of Pain
  6. Moments Of Doubt
  7. The Storm
  8. (Arise)

Astrarot

Nun folgen die Griechen von Astrarot. Und auch hier fällt mir als erstes auf: ein starker Sänger, bei dem der Klargesang ebenfalls nicht peinlich wirkt. Schon mal sehr gute Voraussetzungen! Auch die Drums gefallen mir auf Anhieb richtig gut. Hier ist ausserdem das Core im Metalcore noch ein wichtiger Bestandteil. Nicht nur an Hardcore erinnernde Parts fallen mir auf, sondern auch eine gute Portion Punk. Was mich stellenweise etwas stört sind die ganzen Synthesizer. Es muss ja nicht komplett ohne sein, aber die Klangflächen sind mir dann stellenweise doch etwas zu dominant und übertönen teilweise sogar die Ansagen zwischen den Stücken. Zudem kommen nicht nur diese Synthis ab Band, sondern zumindest bei einem Track auch Backvocals. Ich weiss, dass immer häufiger auf so Tricks zurückgegriffen wird, ich bin da aber nach wie vor kein Fan davon. Ansonsten gefällt mir aber im Grossen und Ganzen auch diese Gruppe wirklich nicht schlecht. Und auch hier, die Band hat definitiv ihren eigenen Sound gefunden und klingt nicht wie ein Abklatsch von etwas das man schon kennt. Gerade die Vocals gefallen mir ausgezeichnet. Zudem wirkt das Live sehr routiniert und eingespielt, die Jungs haben wohl schon einige Konzerte auf dem Buckel. Unter dem Strich ebenfalls ein guter Auftritt.

Final Cut

Da ich die Pause nach Astrarot mit einem Bier auf der Rampe (Raucherbereich) verbringe und dort mit einem Teil der Jungs von With One Word ins Quatschen komme, verpasse ich schändlicher Weise das Intro von Final Cut. Pünktlich zu «Full Steam Ahead» bin ich aber zum Glück vor der Bühne. Ich kann mir keinen besseren Opener vorstellen, denn dieser Titel gibt das Motto einer Final Cut-Show perfekt vor. Die Met-Bar ist zwar nicht ganz so voll wie bei der Plattentaufe, aber doch ganz ordentlich gefüllt. Die Anwesenden lassen sich auch schon früh zu einem (kleinen) Circle Pit hinreissen. Sänger Giulio wirkt mittlerweile sehr souverän in seiner Rolle als Frontmann. Ob er das Publikum zu einer Hochspring-Einlage beim Mundharmonika-Solo von «Generation Y» auffordert oder den Track «Creature» all denen widmet, die gerne Orangensaft trinken. Immer Sympathisch und nicht allzu Bier-Ernst, so soll das sein. Auch der Rest der Gruppe wirkt sehr Spielfreudig, man merkt die vielen Kilometer im Auto in den letzten Tagen definitiv nicht. Auf der Bühne wirkt auch keiner der Jungs müde oder ausgelaugt. Wieder ein gelungener Auftritt eines immer besser werdenden Live-Acts. Wer die Band bisher Live verpasst hat, sollte sich unbedingt den 30. November im Kalender rot anstreichen. Dann entern die Blues-Thrasher im Picadilly in Brugg die Bühne. Und wer nicht so lange warten will, kann die Gruppe auch bereits am 3. November als Support von Legion Of The Damned in der Schüür in Luzern erleben.

Setlist – Final Cut

  1. Intro
  2. Full Steam Ahead
  3. Break The Barriers
  4. Generation Y
  5. Bad
  6. Creature
  7. Utopia
  8. Grin
  9. Prejudices
  10. Santallion
  11. Die Or Die, Guaranteed

Save Your Last Breath

Als letzte Band sind Save Your Last Breathe aus Zürich an der Reihe. Und dieser Slot ist heute ehrlich gesagt etwas undankbar: obwohl die Band gross auf dem Flyer steht, die Besucher-Anzahl ist leider nicht Headliner-würdig. Es sind verglichen mit den anderen drei Bands nun deutlich am wenigsten Leute vor der Bühne. Das schlägt auch bei der Band merklich auf die Stimmung, Verständlicherweise. Vor dem zweitletzten Song erreicht die Frustration bei Sänger Thierry den Höhepunkt: es hat nicht nur wenig Leute, die Anwesenden sind seiner Meinung nach auch nicht richtig bei der Sache. Nicht nur, dass sich gewisse Leute erdreisten auf Ihren Handys rumzudrücken, da ist vorne an der Bar auch noch jemand der «irgendwas auf ein Scheiss Papier» schreibt. Nun, das bin ich mit dem Notizblock, ich verfolge die Show aufmerksam und mache mir aufgrund des Berichts gewisse Notizen. Sorry! Eigentlich eine Steilvorlage für einen Verriss…

Nur: das wäre absolut nicht fair. Wenn ich auch die Art der Unmutsäusserung eher unglücklich finde, den Ärger selbst kann ich durchaus nachvollziehen. Denn die Band hätte wirklich mehr Publikum und Aufmerksamkeit verdient! Der Stilmix der Gruppe ist sehr interessant, das ist alles andere als 08/15-Metalcore. Sehr intensive und auch gut eingesetzte Breakdowns, starke Gitarren und passende Screams. Ich hätte nie gedacht, dass ein Black Metal Stilmix mit Core-Elementen so spannend tönen könnte. Zudem merkt man der Band die Leidenschaft für Ihre Musik in jedem Ton an. Speziell Frontmann Thierry scheint richtig in den Songs aufzugehen, windet sich auch mal singend/screamend am Boden. Zwischendurch kommt auch hier ein bisschen was ab Band, aber gerade bei zum Beispiel Glocken stört das nicht einmal einen Puristen wie mich. Als einziger Minuspunkt neben dem eher unsympathischen Auftreten wäre anzuführen, das sich der Überraschungseffekt im Laufe der Show etwas legt, da doch vieles etwas ähnlich klingt. Trotzdem, ich werde die Band und ihren Innovativen Sound definitiv auf dem Schirm behalten und hoffe der Gruppe bei einem nächsten Auftritt vor hoffentlich grösserem Publikum nochmals eine neue Chance geben zu können. Jedenfalls wenn sie mich trotz kleinem Notizblock reinlassen.

Setlist – Save Your Last Breathe

  1. Martyr
  2. Deathrate
  3. Don’t Look Back
  4. Ambitions
  5. Exitium
  6. Haunted Skies
  7. Sohn
  8. Bloodstained Faith
  9. Hell In Me

Das Fanzit – Final Cut & Co.

Ein weiterer gelungener Abend in der Met-Bar Lenzburg. Und wieder einmal ein Beweis, dass es gar nicht unbedingt ausländische Gäste braucht für gute Konzerte. Klar, der Auftritt von Astrarot hat mir auch nicht schlecht gefallen. Die drei Schweizer Gruppen waren aber definitiv ebenbürtig. Ich kann nur allen Konzertgängern immer wieder empfehlen unbedingt auch solche kleineren Konzerte zu berücksichtigen! Ich war zwar in erster Linie wegen Final Cut da, habe bei der Gelegenheit aber weitere gute Bands kennengelernt, die ich bisher nicht kannte. In dem Sinne: Support Your Local Underground!


Wie fandet ihr das Konzert?

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Autor Bewertung: 9/10
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