Demons & Wizards - III (CD Cover Artwork)
Fr, 21. Februar 2020

Demons & Wizards – III

Heavy Metal, Power Metal
/ 24.02.2020
Demons & Wizards - III (CD Cover Artwork)

Der dritte Streich

Kaufi: Es gibt wenige Alben, denen Fans auf der ganzen Welt so entgegenfiebern wie diesem Werk: Der dritte Streich von Blind Guardian Sänger Hansi Kürsch und Iced Earth Mastermind Jon Schaffer. Besser bekannt als Demons & Wizards. Die lange Wartezeit ist vorüber: In Kürze erscheint das simpel als „III“ betitelte Album. Metalinside hat für euch reingehört.

Die Erwartungen sind enorm. Die Zusammenarbeit von Hansi Kürsch und Jon Schaffer hat 1999 respektive 2005 zwei Platten hervorgebracht, welche kraftvollen Metal auf höchstem Niveau bieten. Dass Demons & Wizards oftmals wie Iced Earth mit Blind Guardian Gesang tönen, liegt in der Natur der Sache. Doch dieser Mix brachte Hymnen wie „Crimson King“, „Poor Man’s Crusade“, „The Gunslinger“ oder „Blood On My Hands“ hervor. Nach fast 15 Jahren Wartezeit stellt sich nun also die Frage, ob „III“ das Niveau der beiden Vorgänger halten kann, sie übertrifft – oder am Ende gar enttäuscht. Wie gesagt: Die Erwartungen sind enorm…

„Diabolic“ nennt sich der Opener. Was sanft beginnt, mündet bald in böse (teuflische) Riffs. Das ist unverkennbar Jon Schaffer. Düster, fast beängstigend. Danach geht’s tempomässig nach vorne und Hansi tritt in Aktion. Zwar braucht es ein paar Durchläufe, aber diese Nummer bleibt schlussendlich doch eher positiv in Erinnerung, auch wenn es mit über acht Minuten einer der längsten Tracks ist.

Auch „Invincible“ und „Wolves In Winter“ (hier ist vor kurzem auch ein Videoclip veröffentlicht worden) haben sicher ihre Momente. Aber auch nach über einem Dutzend Durchgänge hört man das – und vergisst es irgendwie grad wieder. Bei „Final Warning“ zeigt erneut seine grossartigen Sangeskünste, garniert von sägenden Iced Earth-Riffs, während „Timeless Spirit“ die ganzen neun Minuten sehr ruhig und balladesk bleibt. „Seize The Day“ ist zweifellos der Götti hier – doch so brutal das jetzt tönen mag: „Timless Spirit“ klingt da im Vergleich schon sehr lahm.

„Dark Side Of her Majesty“ trumpft mit bösem Gesang, düsteren Vibes und Chören auf und erinnert in seiner Machart (zumindest teilweise) an Iced Earth Grosstaten der Marke „Stormrider“. Einfach mit Blind Guardian Gesang. Wenigstens wieder einmal ein Track, der etwas heraussticht. Auffallend ist auch „Midas Disease“, welches mit einem heftigen AC/DC-mässigen Riff beginnt. Leider bleibt danach nicht viel davon hängen…

Auch die nächsten drei Songs („New Dawn“, „Unviersal Truth“ und „Split“) rauschen einfach an mir vorbei. Nicht schlecht, sicherlich. Es will auch hier einfach nichts hängen bleiben… Den Abschluss bildet mit „Children Of Cain“ die mit 10:07 Spielzeit längste Nummer. Zwei Minuten lang bleibt‘s akustisch, dann wird mal für kurze Zeit an der Temposchraube gedreht. Lange währt das allerdings nicht, bald wird’s langsam und episch, und nach siebeneinhalb Minuten ist Ende Feuer: Ab da gibt’s nur noch Hansi und akustische Gitarre. Bei allem Respekt: Solche langen Tracks haben sowohl Hansi wie auch Jon mit ihren Hauptbands deutlich bessere im Repertoire…

Man darf mich nicht falsch verstehen: „III“ von Demons & Wizards hat natürlich seine Qualitäten. Handwerklich ist das selbstverständlich absolut hochklassig! Schaffer und Kürsch sind ja keine Anfänger… Und genau dies ist das Problem. Weil sie eben keine Neulinge sind, waren die Erwartungen hoch. Diese werden zumindest in meinen Ohren nicht erfüllt. Es ist ein gutes Album, es reicht jedoch nur sehr selten an die eigenen Vorgängerwerke heran. Von Glanztaten der Hauptbands wollen wir hier gar nicht reden. Es tut mir weh, aber mehr als sechs von zehn Punkten kann ich hier nicht geben. Dafür sind die Highlights insgesamt zu rar gesät. Schade.

Die zweite Geige

 Andy: Kaufi und ich sind nicht immer einer Meinung. Aber wenn wir es mal sind…

Das simpel «III» betitelte, dritte Album aus der Kombo-Küche Schaffer & Kürsch (scheisse, klingt wirklich wie ein Hersteller edler Küchen) will vieles sein. Darunter ein Werk mit epischen Proportionen, ein Mix zwischen alternativen, progressiven, klassischen wie typischen Metal-Einflüssen – und natürlich der Gipfel des bisherigen Schafferns (höhö), das man einfach nur lieben will. Zwischendurch ist es mit Songs wie «Midas Disease» auch ein Tribut an AC/DC´s Malcolm Young (allerdings zumindest für mein Gehör nur im Intro). Wobei man im gleichen Song auch Savatage raushören kann, wenn man das denn möchte. An anderer Stelle will mir mein Gehirn sogar weisgemacht haben, Sentenced-Einflüsse («Universal Truth») erkannt zu haben. Zu viel des Guten? Irgendwie ja.

Alles in allem soll das Ding weniger nach einem «blossen Mix» aus Iced Earth und Blind Guardian klingen. Und tatsächlich – wäre da nicht Hans Jürgens eindringliche Stimme, die man im Grunde sofort zuordnen kann. Wobei gerade seine Stimme, respektive deren Klangbild, entweder ein Plus oder ein Minus sein kann. Im vorliegenden Fall erlaubt er sich zwar keinerlei Patzer und trifft die Töne wohl besser, als ich es je könnte. Aber selbst nach 20 Durchgängen tat ich mich schwer damit, Änderungen in der Tonlage feststellen zu können. Klar, natürlich – das ist jetzt etwas überspitzt ausgedrückt. Natürlich gibt es keinen Sprechgesang (obwohl nah dran), natürlich gibt es Nuancen. Aber alles in allem fehlen mir eindrückliche, gesungene Melodien. Es klingt… alles sehr ähnlich.

Gleiches gilt für die Musik an sich, die sich wie erwähnt nicht mehr so extrem nach einem Mix zwischen den beiden Haus-Bands anhört, aber natürlich trotzdem noch das eine oder andere ursprüngliche Element enthält (beispielsweise der Einstieg zu „Split“, der nach typischer Iced-Earth-Ware klingt). Ich hab mir wirklich zahlreiche Durchgänge gegönnt (und davon keinen einzigen bereut), aber richtig hängen geblieben ist mir keiner der elf Songs. Obwohl die Einstiege in die Tracks jeweils recht individuell gestaltet sind, hatte und habe ich Mühe damit, die Songs auseinanderzuhalten, da sie sich mittendrin irgendwie im Mix des grossen Ganzen zu verlieren scheinen.

Wie nun also bewertet man das «erwachsendste» der drei Alben, das sich zwar eigenständiger wie sonst, aber irgendwie auch ohne grosse herausstechende Merkmale präsentiert und irgendwie ohne ein einziges richtiges Riff-Monster verbleibt? Ich meine nicht diese teilweise zehn Sekunden dauernden Flashbacks – sondern einen richtigen Knaller, zu dem man sich liebend gerne die Birne wegschütteln möchte. Es ist handwerklich völlig solide, teilweise gut – aber eben auch teilweise zu seicht und belanglos. Und ich nervte mich ab und an etwas über die gesamtheitlich zu sehr gewollte Epik, die nicht immer so natürlich scheint, wie sie es wohl sollte. Harsche Worte von jemandem, der ausser Flöte kaum je ein Instrument gespielt (über den dreijährigen Ausflug ins Land der Klarinetten hülle ich jetzt wirklich nur allzu gerne den Mantel des Schweigens), geschweige denn jemals einen Song komponiert hat. Aber so ist es nun mal.

Aber Butter bei die Fische: Wir sind hier von «schlecht» so weit entfernt wie der Papst zu einer sexuellen Beziehung mit einem amerikanischen Porno-Sternchen. In eine explosive Ekstase hat mich «III» aber auch nicht versetzt. Schade – und deshalb gibt es auch von mir für Demons & Wizards eine… 6

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Video Demons & Wizards – Diabolic


Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 6/10



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/ 24.02.2020
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