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Victorius - Space Ninjas From Hell (CD Cover Artwork)
Fr, 24. Januar 2020

Victorius – Space Ninjas From Hell

Comic Metal, Heavy Metal, Power Metal
12.04.2020
Victorius - Space Ninjas From Hell (CD Cover Artwork)

Ein neues Genre – Comic Metal….!?

Warnhinweis: Wer Spass im Heavy Metal verteufelt (sic!), wer am liebsten mit Panda-Gesichtsbemalung rumläuft, wer wahlweise umgedrehte Kreuze oder Fellhosen mit Schwert spazieren trägt: Sofort mit lesen aufhören und Internet schliessen!

Und nun: Willkommen all jenen Fans, die zwar auf Metal stehen, aber durchaus auch Spass vertragen. Denen sei gesagt, dass die Weltraum Ninjas aus der Hölle eingetroffen sind! Äähm…

Zuerst mal die Facts: Victorius ist eine Truppe aus dem Osten Deutschlands, genauer gesagt aus Leipzig. Sie spielen keyboard-lastigen Hochgeschwindigkeit-Powermetal mit ganz viel Melodie. Als Vergleich würden nun wohl viele Fans, Experten und sonstige Besserwisser DragonForce heranziehen. Stilistisch mag das wohl stimmen – nur kann ich persönlich mit den Briten nichts anfangen. Ganz im Gegensatz zu Victorius, die find ich richtig gut…

Nun gut – weiter im Text. Bands, die diese Art von Metal spielen, gibt’s bekanntlich auch nicht wenige. Die Deutschen haben sich daher neben der Musik noch ein schönes Markenzeichen zugelegt. Ihre Texte, ihre Songs – das ist mehr Comic als Gloryhammer und Twilight Force zusammen! Das hat sich schon beim 2017er Album „Heart Of The Phoenix“ abgezeichnet (Songtitel wie „Shadowwarriors“ oder „Empire Of The Dragonking“ zeigen die Richtung an…). Bei der 2018er EP „Dinosaur Warfare – Legend Of The Power Saurus“ legten die Jungs eine Schippe drauf – alleine der Laserzahntiger („Lazer Tooth Tiger“) spricht Bände. Und nun kommen also die „Space Ninjas From Hell“ angerauscht…

Das fünfte Studioalbum muss man nun eigentlich wirklich aus zwei Blickwinkeln betrachten. Da sind erstmal die Texte. Die Songtitel sind eigentlich kaum mehr zu überbieten! „Tale Of The Sunbladers“ gehört noch zum harmloseren. Aber „Ninjas Unite“ zeigt den Weg. Dann kommen der „Super Sonic Samurai“, der „Evil Wizzard Wushu Master“ (grandios!), die „Nippon Knights“ und als Krönung gibt’s die „Wasabi Warmachine“! Da ist der „Wrath Of The Dragongod“ sicher, der sorgt bestimmt für einen „Astral Assassin Shark Attack“. Die „Space Ninjas From Hell“ dürften übrigens wohl von der „Cosmic Space Commando Base“ her kommen…

Falls es immer noch irgendwelche Metal-Puristen oder Szene-Polizisten hatte – die dürften nun mit obigen Zeilen endgültig vertrieben sein. Viel Spass weiterhin, wir kümmern uns derweil um den eigentlich wichtigeren Teil: Musik!

Victorius – Space Ninjas From Hell

Wer frühere Alben von Victorius kennt, weiss natürlich genau, was jetzt kommt. Die Jungs bleiben ihrem Stil treu und rasen mit Höchstgeschwindigkeit in die Gehörgänge der Fans. Der Opener „Tale Of The Sunbladers“ bietet genau das, was man erwarten kann – und die Nackenmuskulatur kann da schon mal mit etwas Aufwärmtraining beginnen. „Ninjas Unite“ ist dann – zumindest für die Verhältnisse der Deutschen – schon fast langsam, besticht dafür mit starkem Refrain. Hymnenhaft, das dürfte live für mächtig Laune sorgen!

Bei „Nippon Knights“ gibt’s eine Prise Disco Metal und hier schimmert dann auch das japanische Grundthema durch, da werden fernöstliche Elemente gekonnt in das horrende Tempo eingearbeitet. Sehr stark! „Shuriken Showdown“ ist hingegen zu Beginn und später nochmals im Mittelteil so mit Keyboards überladen, da sehen selbst Beast in Black blass aus. Auch wenn das ansonsten eine typische Victorius Nummer ist, zu den Highlights gehört das nicht.

„Wasabi War Machine“ – was soll ich dazu bloss sagen? Ein Comic-Intro (bei dem die Szene Polizei nun sämtliche Geschütze nicht nur hervorholt, sondern sofort losballert!), gefolgt vom wohl geilsten Track des ganzen Albums. Maximale Geschwindigkeit, herrlicher Keyboard-Teppich und ein Refrain, der allen grossen Bands des Genres Ehre macht. Gut – textlich vielleicht nicht, aber es ist eine verdammt geile Hymne!

Erwähnenswert ist dann auch noch das eher untypische „Cosmic Space Commando Base“, bei welchem Victorius massig an Speed reduzieren. Heraus kommt ein herrlicher Powermetal-Stampfer, der zudem fast gänzlich ohne Keyboards auskommt. Ein bockstarkes Gitarrensolo und der chorusartige Refrain sorgen für ein weiteres und spätes Highlight. Das gut zweiminütige „Shinobi Strike 3000“ darf man dann eigentlich nur als comicmässiges Outro betrachten.

Das Fanzit Victorius – Space Ninjas From Hell

Eines ist klar: Victorius sind nicht für jedermann gemacht! Die Leipziger bieten hier vertonte Comics, anders kann man das nicht sagen. Man könnte das sicher mit den bereits erwähnten Gloryhammer oder Twilight Force vergleichen, doch bei diesen Bands nehmen die Musiker auch comic-artige Charaktere an. Dies ist bei den Deutschen nicht der Fall.

Wer nun also kein Problem hat mit dieser Art des schnellen Powermetals, der sollte hier sicher mal ein Ohr riskieren. Ob man mit den Texten oder dem Konzept warm wird oder nicht, sei jedem sich selbst überlassen. Die sind gnadenlos überzeichnet – aber das passt trotzdem so! Macht Spass und bringt 8 von 10 Punkten.

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Video Victorius – Super Sonic Samurai


Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 8/10



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12.04.2020
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