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Stargazery - Constellation (CD Cover Artwork)
Fr, 29. Mai 2020

Stargazery – Constellation

Melodic Metal
02.06.2020
Stargazery - Constellation (CD Cover Artwork)

Die Sache mit den Umdrehungen

Bei „Constellation“ handelt es sich um das erst dritte Studioalbum des aus Finnland stammenden Quintetts rund um Gründungsvater Pete Ahonen (Burning Point, Ghost Machinery) und Vokalakrobat Jari Tiura (vormals bei MSG und Snakegod tätig).

Jemand zugegen, die/der sich noch an die gute, alte Schallplatte erinnern kann? An das wohlige Knistern, nachdem die Nadel sich auf den gleichmässig rotierenden, in der Regel kreisförmigen Tonträger herabgesenkt und man gespannt den ersten Klängen der in Vinyl geritzten Musik entgegen gefiebert hat? An die gerade bei Sammlern überaus beliebten Shaped Picture Discs, welche in Form und Farbe aus dem düsteren Einheitsbrei herausstachen (wie zum Beispiel die in Boxhandschuhform gepresste Version von „Burning Heart“ / Survivor). Hach, waren das Zeiten…

Nun, bevor ich ob dieser wunderbaren Kindheitserinnerungen ganz ins Schwärmerische abdrifte, machen wir lieber einen zeitlichen Sprung nach vorne, genauer gesagt ins Jahr 2005, dem Gründungsjahr der hier zu rezensierenden Stargazery. In der offiziellen Pressemitteilung wird „bombastischer, keyboardgeladener Melodic Metal, welcher stark durch Rainbow und Black Sabbath (Tony Martin Ära) beeinflusst wurde“ in Aussicht gestellt – klingt einladend, wenn auch nicht unbedingt überbordend innovativ. 

Tafelrunde

Die zehn auf „Constellation“ enthaltenen Tracks sind allesamt von ähnlicher Machart, ohne beim Durchhören wirklich langweilig oder repetitiv zu klingen. Wie angekündigt, segelt man musikalisch gekonnt auf eher bekannten Seewegen  – womit dem wirklich schön ausgestalteten Cover des Albums Rechnung getragen wäre (die Scheibe soll überdies auch auf Vinyl erscheinen, was das tolle Artwork noch zusätzlich zur Geltung bringen wird – size matters zumindest hier halt doch!). Mit „Sinners In Shadows“ legen Stargazery gleich mal flott und gitarrenlastig los – einer der heavyren Songs des Longplayers, der analog „Raise The Flag“ oder „Constellation“ Fuss und Kopf mitwippen lässt. Und wie es sich für aus den 80er Jahren beeinflussten Rock gehört, sind auch Keyboardklänge reichlich vertreten.

„War Torn“ klingt rein vom Titel her zwar nach einem veritablen Kracher an, entpuppt sich in der Folge aber als eher handzahme, nahe an der Grenze zum Pop angesiedelte Schleichnummer. „Self-Proclaimed King“ ist da ein anderes Kaliber – nicht unbedingt vom Typ Überflieger, aber man fühlt sich dabei irgendwie in die Tage der Tafelrunde, Ritter und holden Maiden (jep, ist der korrekte deutsche Plural zu Maid) zurück versetzt – Daumen hoch!

Sternenhimmel

Ebenfalls erwähnenswert ist die obligate Ballade „I Found Angels“ – etwas schmalzig, zugegeben, aber mit viel Pathos und Leidenschaft vorgetragen. Die Stimme von Jari Tiura steht dieser Art von Metal aus meiner Sicht ohnehin gut an, und gerade bei solch langsamen Nummern passt ein Hauch Schwermut sehr gut ins Gesamtgefüge.

„Caught In The Crossfire“ bietet im Refrain etwas Abwechslung, bei „Dark Side Of The Moon“ dachte ich zuerst an ein Pink Floyd-Cover, was sich aber bereits nach den ersten Klängen erledigte – eine interessante Hymne, die für meinen Geschmack aber gerne einen Tick erdiger, druckvoller hätte daher kommen können. Der Rest der Platte fällt nicht wirklich ab, bleibt aber zumindest bei mir nicht gross hängen.

Auch was die Auswahl der Albumnamen anbelangt, zieht Mastermind Pete Ahonen sein Ding gnadenlos durch – Sterne wohin man schaut!  Nach „Eye On The Sky“ (2011) und „Stars Aligned“ (2015) nun also „Constellation“ – wobei mit Konstellation die astronomische Bedeutung gemeint ist, also die Stellung/Lage der Himmelskörper untereinander (astrologische Erörterungen, ob die Sterne nicht auch die Geschicke der Menschen leiten, erspare ich euch an dieser Stelle). 

Das Fanzit Stargazery – Constellation

Die eingangs zelebrierte Hommage an die Ära der Vinylscheiben mag auf den ersten Blick  skurril erscheinen, bringt aber etwas aufs Trapez, das mir auch beim wiederholten Durchhören von „Constellation“ durch den Kopf gegangen ist: Läuft die Platte ein klein wenig untertourig? Früher musste man ja – je ob LP oder Single – die Anzahl der Umdrehungen pro Minute (33 oder 45 U/Min) über einen separaten Schalter/Knopf regeln, und bei vielen Songs des vorliegenden Werkes hatte ich ein „Ein My – oder auch zwei – mehr Zunder würde jetzt echt nicht schaden“ auf den Lippen. Kommt hinzu, dass die Abmischung für meinen Geschmack etwas dezent und platt wirkt, was aber vielleicht bewusst so umgesetzt wurde und wohl auch zum Sound aus dieser Epoche passt.

Ja, auch bei Rainbow oder Black Sabbath mit Tony Martin am Mikro quoll der Sound eher träge und schleppend aus den Boxen, nur gab es da einerseits die Leichtigkeit in der Stimme eines Ronnie James Dio, oder aber die Schwere und den düsteren Grundcharakter wie bei einem „The Shining“ oder dem kopflosen Kreuz, die mir hier irgendwie abgehen. Definitiv kein schlechtes Album, aber leider auch kaum eines, das auf Dauer meine Gehörgänge kitzeln wird (mit Ausnahme vielleicht von „Self-Proclaimed King“, welches ich wirklich gelungen finde)!

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Trackliste Stargazery – Constellation

  1. Sinners In Shadows
  2. War Torn
  3. Self–Proclaimed King
  4. Ripple The Water
  5. I Found Angels
  6. Constellation
  7. Caught In The Crossfire
  8. Dark Side Of The Moon
  9. In My Blood
  10. Raise The Flag

Line Up – Stargazery

  • Jari Tiura – vocals
  • Pete Ahonen – guitars
  • Marko Pukkila – bass
  • Pasi Hiltula – keyboards
  • Illka Leskelä – drums

Special guest: Samy Nyman (on the Songs 4, 5, 6, 10) – bass

 

Video Stargazery – Constellation


Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 6.5/10



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Autor
02.06.2020