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Anthem For A Dying Day - Met-Bar Lenzburg 2020
Sa, 25. Juli 2020

Anthem For A Dying Day

Met-Bar (Lenzburg, CH)
28.07.2020
Anthem For A Dying Day - Met-Bar Lenzburg 2020

Der nächste Core-Abriss in der «Honigwein-Schenke» 

Anthem For A Dying Day (oder kurz AFADD – nein, nicht AfD!) sorgten am Samstagabend mit ihrer energiegeladenen Darbietung für durchgeschwitzte Körper vor und auf der Bühne. Der Besucheraufmarsch hielt sich an Grenzen, wofür mit grosser Wahrscheinlichkeit die sommerlichen Temperaturen verantwortlich gewesen sein dürften. Details findet ihr in den nachfolgenden Zeilen. 

Grillbieren, sich irgendwo an einem Gewässer entspannen oder einfach sonst irgendwo im Freien das wunderbare Wetter geniessen – das macht grundsätzlich die Mehrheit der Menschheit an einem solchen Tag wie heute. Dann gibt’s da allerdings noch diese sonderbare Spezies, die auf den Namen Konzertfanatiker hört. Diese Exemplare bevorzugen den Aufenthalt in einem dunklen Club, gepaart mit einer deftigen Lärmbeschallung. Glücklicherweise verfügt die Met-Bar über einen Aussenbereich, so dass man eigentlich niemals komplett «eingesperrt» ist. Ausserdem bin ich sowieso bereits am Vormittag brav in der Natur herumgewandert und habe mir diesen Konzertabend deshalb redlich verdient. Allenfalls wäre ja einmal ein Open Air-Event ein Thema. Das würde zumindest die unersättliche Sehnsucht nach der Festivalatmosphäre teilweise stillen.

Mit Anthem For A Dying Day steht abermals eine Begegnung mit einer Band auf der Traktandenliste, die mir persönlich kaum bekannt ist. Das Hauptquartier der Musiker scheint in Aarau angesiedelt zu sein und stiltechnisch toben sie sich primär im Metalcore-Bereich aus. Seit dem 10. April dieses Jahres hat der Fünfer mit «Ouroboros» eine neue EP am Start. Einige Hörproben dürften garantiert während des bevorstehenden Gigs folgen. Ich lasse mich gerne überraschen.

Anthem For A Dying Day

Tatzeit: 21.30 Uhr. Los geht’s! Irgendwas klingt im Rahmen der ersten paar Sekunden noch nicht ganz sauber, aber danach hat definitiv alles seine Richtigkeit. Prompt erblicke ich ein vertrautes Gesicht: Klampfer Tomek Janus ist ein Wiederholungstäter! Der Schlingel war nämlich bereits letzte Woche hier im Einsatz – und zwar als Sänger von Let Me Fall. Ich bin schon gespannt, mit welcher Kapelle er uns nächste Woche beehrt. Ne Quatsch, Spass beiseite.

AFADD nehmen problemlos Fahrt auf. Im vorderen Teil des Raumes entpuppen sich ein paar Besucher schon bald als waschechte Duracell-Häschen. Alter Verwalter, die gehen ab wie Zäpfchen! Gottlob zelebrieren sie den Sound friedlich und ohne irgendwelche «Violent-Dance»-Allüren. Das wäre also der aktive Part des Publikums. Als Kontrastprogramm können rechts auf den Barhockern die zurückhaltenden «Ersatzspieler» beobachtet werden. Wie Vögelchen auf der Stange sitzen sie da – fast schon malerisch. Es handelt sich hierbei meistens um Mädels, welche die Show mit ihren Smartphones versuchen festzuhalten.

Das Quintett behält den Fuss durchgehend auf dem Gaspedal. Selbst als Ballade angekündigte Nummern mutieren schnell zu bösartigeren Kalibern. Phasenweise gibt’s sogar Abstecher in die Gefilde des Deathcore. Die klargesungenen Abschnitte sitzen ebenfalls. Frontmann Kevin Rauber und Basser Mister Krüger unternehmen regelmässig Ausflüge hinunter in den Pit, um mit den Fans hautnah abzurocken. Dazwischen unterhält uns der Sänger mit seinen Ansagen. So sei er beispielsweise froh, dass sie offenbar nicht bloss ihre Mütter und Freundinnen als Fans hätten. Material für ein ewig langes Set hätten sie leider auch nicht. Zudem könne nur ältere Merch gekauft werden, denn eine deutsche Firma hat bei den neuen Geschichten irgendwie versagt… Tja, dann werde ich meine Shopping-Tour wohl oder übel auf die nächste Begegnung vertagen. Des Weiteren hagelt’s regelmässig Danksagungen in Richtung der gesamten Met-Bar-Crew (denen schliesse ich mich selbstverständlich gerne an). Nach rund 65 Minuten geht’s für die Jungs schliesslich in den verdienten Feierabend.

Das Fanzit

Erneut eine gute Band kennengelernt, wuchtigen Sound genossen, mit Freunden gefeiert und ein paar Stunden Freude verspürt. Das ist zweifelsohne die optimale Zusammenfassung des Abends. Lichtblicke dieser Art sind jederzeit wahrlich willkommen. See you next time!

Setlist – Anthem For A Dying Day

  1. Eternity
  2. Ouroboros
  3. Oblivion
  4. Voices
  5. Day After Tomorrow
  6. -MC-
  7. Tidal Wave
  8. Sanctum
  9. Drowned
  10. Atonement
  11. -MC-
  12. New Beginning
  13. Not Me
  14. Nameless Tomb
  15. Inferno*

*Zugabe


Wie fandet ihr das Konzert?

28.07.2020