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Omnivortex - Diagrams Of Consciousness (Cover Artwork)
Fr, 20. November 2020

Omnivortex – Diagrams Of Consciousness

Death Metal, Technical Death Metal
11.11.2020
Omnivortex - Diagrams Of Consciousness (Cover Artwork)

Bewusstseinsdiagramm-Analyse mit Omnivortex

Junges «Gemüse» aus Finnland, welches eine Passion für extreme Musik hegt. Damit sind Omnivortex gemeint. Das Quintett hat sich im vergangenen Jahr formiert und möchte nun mit seinem Debütwerk «Diagrams Of Consciousness» ein erstes Lebenszeichen in der Weltgeschichte platzieren.

Der frisch geschmiedete Silberling soll am 20. November 2020 über das Label Concorde Music Company veröffentlich werden. In ihren Songs thematisieren die Nordmänner primär die mentalen Konflikte und Herausforderungen eines Menschen in dieser düsteren Welt. Allerdings soll dem Hörer ebenfalls einiges an Fantasie eingeräumt werden, wie er die einzelnen Kompositionen wahrnehmen möchte. Ihr Sound sei unter anderem durch Gruppen wie The Black Dahlia Murder, Opeth, Gojira oder Bloodbath beeinflusst.

Die Jungs möchten selbstverständlich baldmöglichst auf Tour gehen und eines Tages allenfalls selbst zu Inspirationsquellen für neue Musiker werden. Der Weg dorthin ist logischerweise verdammt weit. Mit einem gelungenen Erstling wären die ersten Schritte in die Richtung jedoch bereits gemacht. Mal schauen, was das Teil so alles zu bieten hat.

Das Album – «Diagrams Of Consciousness»

Gemächlicher Einstieg und ein Rauschen von Wellen (oder Wind) im Hintergrund – Atmosphäre wird eindeutig erzeugt. Nach circa 90 Sekunden übernehmen dann die Drums und Gitarren das Kommando. Der Härtegrad wird konstant gesteigert. Insbesondere die Saitenköniginnen werden auf einem technisch äusserst anspruchsvollen Niveau bespielt. Im gesanglichen Bereich wird munter variiert: Es gibt sowohl fiese Growls und Screams der Marke Lamb Of God oder Mabon als auch klar vorgetragene Passagen zu bestaunen. Gegen Ende bekommen die Headbanger schliesslich richtig viel Arbeit. Jetzt geht’s ab! Aufgrund all dieser genannten Faktoren entpuppt sich «Last Bearing» als facettenreiches Starter-Paket.

«Cephalic Fluid Extraction» – jep, hier sind gewisse Titel effektiv mit anspruchsvollen Bezeichnungen ausgestattet. Gefackelt wird keine Sekunde, denn Aaro Koskinen lässt sein Trommel-MG direkt losdonnern! Aufgrund dessen bleibt das Tempo hoch. Erst in der Mitte des Tracks liegt eine Verschnaufpause drin, die mit ein paar Soli angereichert wird. Severi Saarioja und Mikko Pylkkö haben ihre «Werkzeuge» fraglos im Griff. Das stellen sie beim fulminanten Schlussspurt gleich ein weiteres Mal unter Beweis.

Die kahle Landschaft, welche im Rahmen von «Barren» vertont wird, kann man sich regelrecht vorstellen. Fronter Niko Lindman testet die Untiefen seiner Kehle aus. Der Rhythmus bringt eine ordentliche Menge Groove mit, so dass der Kopf einfach ohne zu zögern mitwippen muss. Abermals wird ungefähr in der Hälfte der Nummer eine ruhigere Sequenz eingebaut. Der Spannungsbogen dürfte meinetwegen jedoch gerne in einem ganz grossen Knall münden. Der bleibt leider aus.

Bei «Lifeharvester» bleibt’s schön vielschichtig. Allerdings dominieren schon die temporeichen Abschnitte. Da rappelt’s zünftig im Karton. Die Drums und Klampfen laufen auf Hochtouren. Gehässigkeiten werden weiter unaufhaltsam ins Mikro geschrien und gebrüllt. Man kann den Akteuren vielleicht höchstens vorwerfen, dass sie teilweise ein bisschen zu viele Eindrücke in eine einzige Komposition pressen möchten. Dies könnte die Hörerschaft stellenweise überfordern und deren Aufmerksamkeitsspanne limitieren.

Danach stürzen wir in den Abgrund: «Chasm». Das Nackenbrecher-Messgerät schlägt hier definitiv Alarm! Die zweite Gesangsstimme reisst mich dafür nicht durchgehend vom Hocker. Aber die kräftige Growl-Abteilung vermag umso mehr zu überzeugen. Dasselbe gilt obendrein für das Gitarrensolo. Rhythmus-Wechsel scheinen bei dieser Kapelle an der Tagesordnung zu stehen. Gewisse Parts könnten geradesogut aus der Feder einer Black Metal-Truppe stammen. Der extrem sanfte Ausklang kommt dann aber völlig unerwartet.

Das Wandeln auf düsteren, schwarzmetallischen Pfaden wird beim anschliessenden «Gargantua» direkt fortgesetzt. Blastbeat-Salven lassen grüssen! Omnivortex tun fraglos alles dafür, um nicht bloss in eine simple Genre-Schublade gesteckt zu werden. Ein interessantes Vorhaben mit spannenden Ansätzen. Das ist eine absolut verdiente Hörempfehlung, werte Gemeinde.

Das letzte Drittel der Scheibe gehört nochmals ein paar längeren Brocken. Dazu darf sich auch «Apotheosis» zählen. Spielzeit? 06:40 Minuten. Der verhältnismässig gemächliche Auftakt wird von kehligem Gesang begleitet. Anschliessend kurbelt Aaro mit einem weiteren Trommel-Donnerwetter die Geschwindigkeit an. Dieses Wechselspiel zwischen Förderung und Reduktion der Rapidität wird während des ganzen Stücks konstant durchgezogen. Braucht ein paar Durchläufe, aber dann packt einen das Ding immer mehr.

«At The Mountains Of Madness» geht ab wie Schmitts Katze! Schneller als die Polizei erlaubt. Ein richtig grandioser Kracher! Knüppel-Liebhaber wird’s diskussionslos freuen. An einem Live-Auftritt würden die Haare nur so durch die Gegend gewirbelt werden. Das abrupte Ende ist hingegen ein kleiner Störfaktor.

Das finale «Diagrams Of Consciousness – Parallel Universe» knackt sogar die 11-Minuten-Marke. Die Künstler holen nochmals alles aus sich heraus. Falls ihr jemandem die Musik von Omnivortex erklären müsst, habt ihr mit diesem Track das optimale Rüstzeug für dieses Vorhaben. In diesem Epos wird tatsächlich alles verkörpert, was die Jungs ausmacht. Das ist echtes Blockbuster-Kino! Erneut haben ebenfalls die ruhigeren Parts ihre zündenden Augenblicke. «Das Beste kommt zum Schluss» – abermals trifft diese Aussage hundertprozentig ins Schwarze.

Das Fanzit Omnivortex – Diagrams Of Consciousness

Den finnischen Tech Death Metallern Omnivortex ist mit «Diagrams Of Consciousness» ein gutes und solides Erstlingswerk gelungen. Zurecht eine Kapelle, deren Namen man in seinen Notizbüchern festhalten sollte. In Zukunft wird man garantiert einiges von diesen Musikern erwarten dürfen. Sie zeigen Talent und Potenzial und scheuen zudem die Vermischung von Subgenres nicht. Gewisse Lieder könnten ein bisschen mehr Spannung vertragen. Andererseits sollten sie ab und an darauf achten, ihre Hymnen keinesfalls zu intensiv zu überladen. Nichtsdestotrotz überwiegen am Ende die positiven Aspekte und sorgen durchaus für diverse Momente des Hörvergnügens.

Empfehlenswerte Hörproben: «Gargantua», «At The Mountains Of Madness», «Diagrams Of Consciousness – Parallel Universe»

Trackliste Omnivortex – «Diagrams Of Consciousness»

  1. Last Bearing
  2. Cephalic Fluid Extraction
  3. Barren
  4. Lifeharvester
  5. Chasm
  6. Gargantua
  7. Apotheosis
  8. At The Mountains Of Madness
  9. Diagrams Of Consciousness – Parallel Universe

Line Up – Omnivortex

  • Niko Lindman – Gesang
  • Severi Saarioja – Gitarre & Gesang
  • Mikko Pylkkö – Gitarre
  • Mikael Reinikka – Bass
  • Aaro Koskinen – Drums

 

Video At The Mountains Of Madness


Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 7.5/10



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11.11.2020