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Accept - Too Mean To Die (Cover Artwork)
Fr, 15. Januar 2021

Accept – Too Mean To Die

Heavy Metal
24.01.2021
Accept - Too Mean To Die (Cover Artwork)

Too Mean To Die – Unkraut vergeht nicht

So ungefähr lässt sich der Titel der neuesten Scheibe von Accept übersetzen. Wolf Hoffmanns metallische Truppe ist auch mit dem x-ten Streich praktisch nicht zu bezwingen. Tja, altes Eisen rostet eben nicht…

Seit dem Einstieg von Fronter Mark Tornillo haben Accept (fast) durchgehend absolutes Weltklasse-Material auf den Markt geworfen. Einzig „Stalingrad“ finde zumindest ich nach wie vor etwas durchzogen, doch vor allem das letzte Werk „The Rise Of Chaos“ vermochte eigentlich von A bis Z zu überzeugen (siehe Review).

Mit dem überraschenden Ausstieg seines langjährigen Partner in Crime, Bassist Peter Baltes sowie dem Einstieg von Philip Shouse als drittem Gitarrist, wurde das Line-Up kräftig durchgeschüttelt. Never change a winning team – oder kehren neue Besen wirklich gut? Für Spannung ist im Hause Accept jedenfalls gesorgt!

Das Album

„Too Mean To Die“ ist das fünfte Werk seit dem Neustart vor gut einer Dekade. Und dieses bietet mit der Zombie-Apokalypse einen Einstieg nach Mass. Heavy Metal in seiner pursten Form, getragen von sägenden Klampfen und der rauen Stimme Tornillos. Textlich geht’s bei „Zombie Apocalypse“ allerdings nicht um Untote, sondern um die Kreaturen, die ihr ganzes Leben nur noch mit dem Starren auf ihre Smartphones verbringen. Das darf man wohl auch als inhaltliche Fortsetzung des fantastischen „Analog Man“ (zu finden auf dem Vorgänger) verstehen…

Der Titeltrack haut danach musikalisch in die gleiche Kerbe, kann aber dem Opener irgendwie nicht das Wasser reichen und plätschert etwas vor sich hin. Dafür folgt mit „Overnight Sensation“ dann einer der besten Tracks des Albums! Das sind Accept, wie man sie seit eh und je liebt. Stampfende Rhythmen, der unverkennbare Gesang , grandiose Melodien und das erste Mal auch die bekannten Chöre im Refrain. Textlich wird auch hier kritisch mit den herrschenden Zeiten abgerechnet. Und mit den sogenannten Stars, die eigentlich nichts können, ausser ihre Visagen auf den sozialen Medien zu posten… Ja, Mark zeigt sich auch hier wieder als „Analog Man“…!

Etwas zügiger geht’s bei „No One’s Master“ zur Sache. Wiederum ein typischer Accept-Track, der mit geilen Gitarren brilliert. Aber irgendwie doch nur ein knackiges Zwischenspiel zu einem weiteren Highlight. „The Undertaker“ – die erste Single, die sich der geneigte Fan längstens auf YouTube zu Gemüte führen konnte. Ein Highlight deshalb, weil sich der Track doch deutlich vom „normalen“ Accept-Schema unterscheidet, ohne jedoch dieses „zu verraten“. „The Undertaker“ ist düster, schwermütig, gleichwohl eingängig und mit einem Refrain, den man kaum mehr aus den Löffeln respektive dem Gehirn bringt. Und endlich sind auch die markanten „oh oh oh“-Chöre zu hören. Grosses Kino – wer hat die Krähen schon krähen gehört?

Dass Wolf Hoffmann eine Vorliebe für klassische Musik hat, ist beileibe keine weltbewegende Neuigkeit. Und so wundert es nicht, dass der Meister auch auf „Too Mean To Die“ kleine Klassikelemente einfliessen lässt. Das erste Mal trifft dies beim eigentlich knallharten „Symphony Of Pain“ zu, als Beethovens „Ode To Joy“ zitiert wird. Passt natürlich auch perfekt, denn die Lyrics handeln von der Lebens- und Leidensgeschichte des berühmten Komponisten.

Balladen gibt’s ab und zu auch bei Accept. Ich erinnere da gerne an das schlicht geniale „Winterdreams“ vom `83er Über-Album „Balls To The Wall“. Ok, „The Best Is Yet To Come“ geht dann doch mehr in die Richtung „Power-Ballade“ und besticht durch die vielleicht beste Leistung, die Mark Tornillo hier abliefert. Fantastisch!

Und gleich nochmals ein Hammer: „How Do We Sleep“. Dies ist wohl die typischste Accept-Nummer auf diesem Silberling. Hier sind alle, aber wirklich absolut alle Trademarks vereint. Garniert mit den kritischsten Lyrics überhaupt. „How do we sleep at night, with the world around us going to hell.“ Ja, wie lässt sich das rechtfertigen…?

Zum Abschluss gibt’s nochmals Klassik. Das abschliessende Instrumental „Samson And Deliah“, der verschiedene Klassik-Themen aufgreift. Ein etwas zwiespältiges Finale, welches man eher langweilig finden darf, andererseits kriegt „Too Mean To Die“ dadurch nochmals einen Sprutz andere Farbe.

Das Fanzit Accept – Too Mean To Die

„Unkraut vergeht nicht“. Aber Accept darf man natürlich nicht als „Unkraut“ bezeichnen, das wäre wirklich Blasphemie! Wenn ein Vergleich herhalten soll, dann vielleicht der, dass Accept wie ein guter Wein sind? Je älter, je besser?

Nun, „Too Mean To Die“ ist ohne Zweifel ein weiterer grossartiger Output der mittlerweile zum Sextett gewachsenen Band. Accept machen genau da weiter, wo sie mit „The Rise Of Chaos“ aufgehört haben. Und sie sind sicherlich auch eine Spur abwechslungsreicher geworden – was dem Gesamtbild absolut gut tut!

Das fünfte Album mit Mark Torinillo am Mikro bietet neben zwei, drei etwas durchschnittlichen Nummern (was bei denen immer noch deutlich besser ist als vieles der Konkurrenz…!) sehr viel richtig geiles Material! Highlights sind hier sicherlich „The Undertaker“, „How Do We Sleep“, „Overnight Senstaion“ und auch „Symphony Of Pain“. Damit reiht sich „To Mean To Die“ problemlos in die Riege der starken „Blood Of The Nations“, „Blind Rage“ und „The Rise Of Chaos“ ein. Das erste Ausrufezeichen im Jahr 2021 – und 8.5 von 10 Punkten.

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Video Accept – The Undertaker


Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 8.5/10



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2.1/10 - (6 votes)
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