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Everture - Emerge (Cover Artwork)
Fr, 19. März 2021

Everture – Emerge

Melodic Metal, Modern Metal
24.03.2021
Everture - Emerge (Cover Artwork)

Frischer Wind

Jere Kuokkanen, Matti Hautakangas, Oskari Niskala, Samuli Kielenniva und Olli Vuoti – diese fünf Jung bilden gemeinsam die Formation Everture. Es handelt sich hierbei – die Namen lassen es erahnen – um eine finnische Kapelle, die in den melodiösen und modernen Gewässern ihr Unwesen treibt. Via Inverse Records wird am 19. März 2021 das Debütwerk «Emerge» erhältlich sein.

Es geht somit ans Eingemachte. In Zusammenhang mit dem Aufnahmeprozess tauchten regelmässig diverse Hindernisse auf, aber am Ende konnte nichtsdestotrotz alles wunschgemäss abgehandelt werden. Ob sich die Anstrengungen des Quintetts wirklich bezahlt gemacht haben, soll die nachfolgende Analyse darlegen.

Das Album – «Emerge»

Der flotte Start in Form von «In Between» versetzt den Zuhörer direkt in die passende Stimmung. Die Gitarren-Klänge lassen einen aufhorchen und der abwechslungsreiche Gesang löst anerkennendes Nicken aus. Einflüsse aus dem Metalcore-Bereich können die Akteure jedenfalls nicht leugnen. Das anschliessende «For Tomorrow» schlägt in eine ähnliche Kerbe wie der Opener. Stilistisch weisen Everture meines Erachtens durchaus Parallelen zu «unseren» Creeon auf. Leider erwecken die Riffs am Anfang des Tracks einen etwas schiefen Eindruck, aber dies wird glücklicherweise bald besser. Das Ding erlebt pro Durchlauf tatsächlich einen Wachstumsschub.

Die facettenreiche Komposition namens «Undersky» wird auf den Konzertbühnen dieser Welt garantiert hervorragend funktionieren. Da schwirrt definitiv eine gehörige Ladung «Hymnen-Potenzial» mit. Lautes Jubeln und engagiertes Headbangen sind vorprogrammiert. Der nächste «Wow»-Effekt folgt sogleich! Ausserdem wird bei «The River Flows» phasenweise leicht am Härtegrad herumgeschraubt. Düstere Elemente werden eingebaut. An Talent und dem richtigen Gespür mangelt es den Jungspunden keinesfalls.

Zur Silberling-Halbzeit folgt mit «Promises» ein balladesk angehauchtes Stück. Klar sollen solche Geschichten ebenfalls auf einem Album Platz finden, aber das ist an dieser Stelle schon ein kleiner Bremsklotz – speziell nach den vorangegangenen Krachern. Andererseits beweisen die Musiker damit erneut Variabilität. Der darauffolgende Einstieg in den zweiten Abschnitt des Werks fällt jedoch wieder deutlich rasanter und grober aus. «Ivory Tower» dürfte wohl Pit-Aktivitäten und herumwirbelnde Mähnen auslösen.

Der generierte Schub beflügelt auch «The Unfortunate End». Hier wirkt die Stimme allerdings bedauerlicherweise etwas seicht und haut einen aufgrund dessen nicht vollends aus den Socken. Ein Song mit Ladehemmungen und Fehlfunktionen der Zündkerze. Dafür glänzt das im Anschluss daherkommende «White Lies, Black Skies» mit einer intensiveren Wucht-Kadenz. Im zweiten Part tauchen sogar melancholische Momente auf. Die nächste Pflanze, welche bei regelmässiger Wasserzufuhr ansehnlich gedeiht.

Die längste Nummer nennt sich «My 52 Shades» und weist eine Spielzeit von 05:15 Minuten auf. Gefühlvolle Gitarrensoli und die bisher sanftesten Stimmlagen prägen die Szenerie. Thematisiert werden diverse Sorgen, welche die Gedanken eines jeden Menschen heimsuchen können. Kurz vor dem Mittelteil nimmt das Ganze plötzlich Fahrt auf und zeigt sich von einer ungestümen Seite. Die Saitenfraktion scheut auch keine progressiven Fingerspiele. Das schnelle «Closure» übernimmt danach den Schlussspurt. Da wird ein letztes Mal ordentlich Dampf gemacht und Feierlaune verbreitet.

Das Fanzit Everture – Emerge

Ich persönlich entdecke im musikalischen Schaffen von Everture fraglos Komponenten von Creeon, Bullet For My Valentine, JD Miller und In Flames. Mit «Emerge» haben die jungen Finnen ein stabiles Fundament gelegt, auf welchem sie für die Zukunft sicherlich aufbauen können. Falls die altgedienten Veteranen irgendwann eines Tages ihre Instrumente an den Nagel hängen (aber bitte nicht gleich heute oder morgen…), weht dank solcher Bands trotzdem wieder ein frischer Wind durch unsere Szene. Der Fünfer verfügt über genügend Potenzial, um seinen eigenen Weg beschreiten zu können. Ab und an sollte man dem modernen Metal ebenfalls eine Chance einräumen.

Empfehlenswerte Hörproben: «In Between», «Undersky», «The River Flows», «My 52 Shades»

Ab Release reinhören und portofrei bestellen

Tracklist Everture – «Emerge»

  1. In Between
  2. For Tomorrow
  3. Undersky
  4. The River Flows
  5. Promises
  6. Ivory Tower
  7. The Unfortunate End
  8. White Lies, Black Skies
  9. My 52 Shades
  10. Closure

Line Up – Everture

  • Jere Kuokkanen – Gesang
  • Matti Hautakangas – Gitarre
  • Oskari Niskala – Gitarre
  • Samuli Kielenniva – Bass
  • Olli Vuoti – Drums

Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 7.5/10



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24.03.2021