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Requiem, All Life Ends - Met-Bar Lenzburg 2021 (Flyer)
Sa, 30. Oktober 2021

Requiem, All Life Ends

Met-Bar (Lenzburg, CH)
09.11.2021
Requiem, All Life Ends - Met-Bar Lenzburg 2021 (Flyer)

Doppelter Todesblei-Angriff

Am Samstagabend waren sowohl Requiem als auch All Life Ends für ein böses «Kürbisschlacht»-Aufwärmprogramm zuständig. Als Austragungsort dieses musikalischen Gemetzels kam die Lenzburger Met-Bar zum Handkuss. Nachfolgend die Sichtweise eines Überlebenden.

Sicherlich kennt die Mehrheit von euch die schaurigen Gruselfilme mit gefürchteten Protagonisten wie Michael Myers, Freddy Krueger, Jason Voorhees, Pennywise, Dracula oder Leatherface, die traditionellerweise an und um Halloween herum über die Fernsehbildschirme flimmern. Diese Serienkiller schlachten ihre Opfer reihenweise auf äusserst brutal Art ab. Wer solch blutige Szenen schon immer einmal mit dem passenden Soundtrack untermalen wollte, sollte seinen Ohren heute Abend einen Abstecher ins nördliche Aargauer Seetal erlauben. Dort werden nämlich Requiem und All Life Ends in der in Lenzburg angesiedelten Honigwein-Schenke ordentlich auf den Putz hauen.

Der schwyzerische Veteranen-Panzer geht mit einem neuen Opus an den Start. «Collapse Into Chaos» erblickte Ende Juni dieses Jahres via Massacre Records das Licht der Welt. Selbstverständlich wollen die frischen Brecher nun an ein paar zuhörenden Versuchskaninchen emsig ausgetestet werden. Da kommt das heutige Publikum ja wie gerufen! All Life Ends durften ebenfalls erst kürzlich eine längst überfällige Taufe ihres Debüteisens «The Plague Of Man» zelebrieren. Dies geschah Anfang September im St. Galler flon und wurde von The Uprising und Vomitheist begleitet. Es war meine erste Live-Begegnung mit den Ostschweizern und ich bin froh, dass das nächste Wiedersehen nicht sonderlich lange auf sich hat warten lassen.

All Life Ends

Der Ersatz für die ursprünglich eingeplanten Brutal God eröffnet Punkt 21 Uhr den Konzertreigen. Dem Quartett gelingt der Spagat zwischen Haudrauf-Passagen und melodiösen Abschnitten ohne Zweifel. Technisch klappt zwar nicht immer alles, aber auftretende Unstimmigkeiten werden meist erfolgreich weggegrinst. Das scheint sowieso die Paradedisziplin von Gitarrist Claudio Dotta zu sein. Der Kollege besitzt definitiv Pausenclown-Allüren. Ausserdem geizt Fronter David Oberthaler nicht mit witzigen Ansagen. Da werden gewisse Stücke schon einmal als «ruhig» oder «Pop-Songs» angekündigt. Eine weitere Nummer namens «War Of The Damned» wird sogar der Gladiatoren-Serie «Spartacus» gewidmet.

Ich kann euch jedoch beruhigen, denn das ist bei weitem keine «Blödel-Truppe». Die Akteure produzieren durchaus gefällige Musik, die unter der Zuhörerschaft so manchen Headbanger und Luft-Schlagzeuger heraufbeschwört. Allerdings kann keine herumfliegende Haarpracht mit der Rapunzel-Mähne des zweiten Axtmanns Ramon Locher mithalten. Vielleicht würde ein Bassist die ganze Geschichte noch besser abrunden. Aber diese Geschöpfe sind bekanntermassen rares Gut und nur äussert schwer aufzutreiben. Nach stolzen 60 Minuten haben die Jungs schliesslich Feierabend und dürfen sich unters Volk mischen.

Requiem

«No compromises – no trends – no bullshit!» – so lautet das Motto des Headliners. In völlig überzeugender Manier bringt der Fünfer seine bald 25-järhige Erfahrung aufs Parkett und lässt die Wände des Gebäudes erzittern. Das ist purer Oldschool-Death Metal, der einem schnurstracks in die Kauleiste gedonnert wird! Da kriegen nicht bloss Politiker ihr Fett weg. Fanatiker von Kapellen wie Morbid Angel, Bolt Thrower oder Demilich jubeln freilich auch bei den groben Klangattacken von Requiem.

Trommelbiest Reto Crola ist nicht zu bremsen. Das «räblet»! Aufgrund seiner wilden Art segnet sein Equipment mit fortschreitender Dauer des Auftritts beinahe das Zeitliche. Ab und an habe ich effektiv Angst, dass der Kollege gleich samt Schiessbude abhebt. Aufgepasst auf herumfliegende Drum-Sticks! Derweil bringen die Ansprachen von Sänger Michi Kuster die Leute zum Schmunzeln. Der Typ hat einfach eine unfassbar angenehme Art. Doch sobald der nächste Track ansteht, lässt er sofort wieder die grunzende Bestie raushängen.

Das Liedgut von «Collapse Into Chaos» feierte vor rund zwei Wochen seine Live-Premiere. Das müsste dann wohl im Rahmen des metallischen Wochenendes der Swiss Rock Cruise gewesen sein (sofern mich meine Hirnzellen jetzt nicht gänzlich im Stich lassen…). Aber auch in der Met-Bar werden die Kompositionen frenetisch abgefeiert. Unter den Zuschauern befinden sich offenbar ein paar ehemalige Requiem-Musiker. Nicht zuletzt deshalb werden wahrscheinlich als Ergänzung ebenfalls ältere Hymnen der Marke «Diary Of A Damaged Brain» ausgegraben und durchgezockt.

Nach ungefähr 80 Minuten endet die sensationelle Darbietung mit den finalen Akkorden von «The Last Campaign». Nun darf Michi endlich das von ihm so sehnlichst herbeigesehnte Sauerstoffzelt aufsuchen und sich anständig regenerieren. Aber bitte nicht zu lange wegbleiben! Gewisse Personen (inklusiver meiner Wenigkeit) möchten dann gerne noch den Merch-Stand plündern. Ein Shirt-Kauf ist bei mir eh längst überfällig!

Das Fanzit – Requiem, All Life Ends

Der heutige Abend stand ganz im Zeichen der Aussage «Chli chnüttle mueses!» Obschon bei beiden Shows kleinere Pannen auszumachen waren, überwog am Ende eindeutig die Freude der Künstler, dass sie endlich wieder spielen und den Leuten die Rübe wegballern konnten. Gerade Requiem waren wirklich sackstark! Die etwas mehr als 80 Besucher wirkten alles andere als enttäuscht.

Setlist – All Life Ends

  1. Intro – Ghost In The Shell
  2. Extinction Hours
  3. The Disease Concept
  4. Tear Your Soul Apart
  5. Curse
  6. Gardens Of Imperfection
  7. Nova’s Womb
  8. Télos (Intro)
  9. Thanatos
  10. The Cleansing
  11. War Of The Damned
  12. The Dreamless Void
  13. How The End Begins
  14. The Silent End Of A Bastard Breed

Setlist – Requiem

  1. Lockdown
  2. I, Terrorist
  3. Killing Cell
  4. Premier Killing League
  5. Downward Spiral
  6. Diary Of A Damaged Brain
  7. Fade Into Emptiness
  8. Collapse Into Chaos
  9. Mind Rape
  10. Down To Zero
  11. All Hail The New God
  12. Only Empty Words Remain
  13. Progress To Collapse
  14. Mankind Never Learns
  15. Ivory Morals
  16. Out Of Sight, Out Of Mind
  17. New World Dystopia
  18. Bloodcult*
  19. The Last Campaign*

*Zugabe


Wie fandet ihr das Konzert?

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