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Mo, 7. November 2016

LACUNA COIL, FOREVER STILL, GENUS ORDINIS DEI

Alternative Metal, Heavy Rock, Symphonic Death Metal, Symphonic Metal
29.11.2016

Mit Lacuna Coil eröffneten die Könige des Alternative Metal die neue Konzertwoche

Wenn Frontdame Cristina Scabbia irgendwo zu Gast ist, darf der liebe Dutti selbstverständlich nicht fehlen. Abgerundet wurde das Programm durch die Aufritte von Forever Still und Genus Ordinis Dei. Alles Weitere könnt ihr im nachfolgenden Review nachlesen. 

Geschwächt vom gestrigen Korpiklaani-Konzert schleppe ich meinen müden Körper ins weit entfernte Pratteln. Shows von Volbeat und Vader stehen für diese intensive erste Wochenhälfte ebenfalls noch auf dem Programm. Zuerst gilt meine ganze Aufmerksamkeit jedoch Cristina Scabbia und ihren Kollegen von Lacuna Coil.

Die Truppe aus Mailand ist schon seit längerer Zeit mit diversen Alben in meiner metallischen Sammlung vertreten. Die aktuelle Tournee steht ganz im Zeichen der neusten Platte «Delirium». Und bei Cristina würde ich sowieso niemals nein sagen. Somit ist der heutige Konzertbesuch absolute Pflicht.

Die Support-Acts Forever Still und Genus Ordinis Dei sind mir hingegen nicht bekannt. Aber gegen eine Band-technische Horizonterweiterung habe ich grundsätzlich nur sehr selten etwas einzuwenden.

Vor Ort angekommen schreite ich erst einmal zu meinem Stammplatz zwischen Pfosten und Bar in Bühnennähe. Sogleich werde ich von einem Besucher angesprochen. Offenbar hat sich die Geschichte mit meinem Stammplatz herumgesprochen. Er habe mich bereits während des Tarja-Konzerts dort herumstehen sehen.

Die Prattelner Konzertfabrik scheint heute ein wenig speziell eingerichtet zu sein. Eine Mischung aus dem normalen und dem Mini Z7. Ein Truck steht in der Halle, aber gespielt wird offenbar auf der grossen Bühne. Ich taufe das Ding liebevoll auf den Namen «3/4-Z7». Offenbar werden heute nicht gerade riesige Besuchermassen erwartet.

GENUS ORDINIS DEI

Ein Bandname, der gerade so gut einem Orden oder eine Sekte zugeordnet werden könnte. Und auch die Abkürzung «GOD» ist durchaus auffallend. Mit meinem Latein bin ich dann jedoch ziemlich schnell am Ende. Aber wer will schon lange an einem Namen herumspekulieren? Konzentrieren wir uns lieber auf den Auftritt.

Kurz nach acht betreten die kapuzierten Ordensbrüder von Genus Ordinis Die die Bühne. Wer jetzt jedoch auf einen ruhigen Gottesdienst gehofft hat, wird ziemlich rasch eines Besseren belehrt. Sänger und Gitarrist Nick K. haut nämlich schonungslos seine grobe Death Metal-Stimme raus. Jep, die Truppe ist heute Abend definitiv nicht für die zarten Klänge zuständig. Dementsprechend verhalten präsentieren sich auch die Publikumsaktivitäten. Da haben offensichtlich nicht mit solch harten Klängen gerechnet. Immerhin findet sich auf der rechten Bühnenseite in kleiner Headbanger-Trupp zusammen.

Mir hat die Band gefallen. Mit solchen Stilbrüchen habe ich im Verlaufe eines Konzertabends aber eigentlich auch nie grosse Schwierigkeiten. Flexibilität hilft. Die vier Ordensbrüder dürfen sehr gerne wieder einmal – und mit einem etwas längeren Set – wieder bei uns vorbeischauen.

FOREVER STILL

Die Dänen von Forever Still sind für den zweiten Akt des heutigen Konzertabends zuständig. Angeführt von Frontröhre Maja Shining betritt die Band die Bühne des Geschehens. Mit ihren «Kaffee-Crème»-farbigen Haaren ist sie ein echter Blickfang. Und auch auf der stimmlichen Seite hat sie einiges zu bieten. Das Spektrum reicht von Lzzy Hale-artigem Gesang bis hin zu gelegentlichen Growls.

Mit ihrem Stil bewegt sich die Truppe schon näher an demjenigen des Headliners des Abends. Das anwesende Publikum ist hingegen immer noch nicht in Form. Die «Herumsteher» dominieren nach wie vor die Szenerie.

Forever Still bieten eine solide Show. Für meinen Geschmack dürfte Majas Stimmer aber noch ein Spürchen «dreckiger» sein. Insgesamt haben mich Genus Ordinis Dei etwas mehr mitgerissen. Nichtsdestotrotz kann man sich die Truppe sicherlich bei der nächsten Gelegenheit wieder einmal ansehen.

LACUNA COIL

Um circa 21.40 Uhr ist dann schliesslich Headliner-Zeit. Gerade rechtzeitig wacht die heute verhältnismässig schwach besuchte Halle auf und ist bereit für den Höhenpunkt der heutigen Konzertreihe.

Die Italiener haben sich für ein «Irrenanstalt-Outfit» entschieden. Offenbar soll dies die Truppe als Patienten darstellen. Irgendwie steht alles in Zusammenhang mit dem neuen Album «Delirium». Für mich – und auch diverse andere Herren im Raum – steht der relevanteste Fixpunkt auf der Bühne relativ zackig fest. Die Blicke ruhen auf Sängerin Cristina Scabbia – neuerdings mit roter Haarpracht unterwegs. Wir sind doch alle eidg. dipl. Cristina-Beobachter. Bassist Marco Coti Zelati – Maki genannt – weiss mit seinem bemalten Gesicht ebenfalls aufzufallen. So erinnert er mich irgendwie an die Figur «Captain Spaulding» aus dem Rob Zombie Horror-Streifen «Haus der 1000 Leichen».

Ziemlich früh serviert die Band der Zuhörerschaft mit «Spellbound» und «Heaven’s A Lie» gleich zwei ihrer bekanntesten Hits. Das Publikum feiert dies mit frenetischem Applaus. So sieht echte Begeisterung aus. Die restliche Setlist wird – wenig überraschend – mehrheitlich von den Songs des neuen Albums dominiert.

Das Gesangs-Duo Scabbia/Ferro ist absolut auf der Höhe. Die beiden harmonieren prächtig zusammen. Insbesondere Andreas Stimmchen wirkt kräftiger als auch schon.

Nach einer weiteren Über-Hymne – «Our Truth» – heisst es für mich dann leider bereits Abschied nehmen. Zu den Klängen des Depeche Mode-Covers «Enjoy The Silence» (bei der offenbar auch Maja von Forever Still mitsingt) verlasse ich mein geliebtes Z7 und mache mich auf den Weg in Richtung Bahnhof.

Fanzit

Offenbar scheint die Kombination «Lacuna Coil und Montag» kein wirklicher Publikumsgarant zu sein. Trotzdem hätte ich den Bands heute ein wenig mehr Zuhörer gewünscht. Vor allem der Headliner bot eine sackstarke Show. Ich habe gefühlte 3000 Fotos von Cristina und Co. – ja, für die anderen Bandmitglieder hatte ich ab und zu auch noch ein Auge – geschossen.

Einziger Negativpunkt war wieder einmal das «auf-den-letzten-Zug-sprinten-müssen» meinerseits. Ich hätte mir die Show gerne noch zu Ende angekuckt. Speziell das Duett zwischen Cristina und Maja während «Enjoy The Silence» hätte mich sehr stark interessiert. Naja, vielleicht habe ich ja beim nächsten Mal wieder mehr Glück.

Setliste Lacuna Coil

  1. Intro / Ultimo Ratio
  2. Spellbound
  3. Die & Rise
  4. Heaven’s A Lie
  5. Blood, Tears, Dust
  6. Ghost On The Mist
  7. The Ghost Woman And The Hunter
  8. Trip The Darkness
  9. Downfall
  10. You Love Me ‘Cause I Hate You
  11. Our Truth
  12. Enjoy The Silence
  13. Nothing Stands In Our Way
  14. Intro / Delirium
  15. Zombies

Wie fandet ihr das Konzert?

29.11.2016
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