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Foo Fighters - Stade de Suisse 2018 (Flyer)
Mi, 13. Juni 2018

Foo Fighters, Wolf Alice, The Kills

Stade de Suisse (Bern, CH)
01.07.2018
Foo Fighters - Stade de Suisse 2018 (Flyer)

Der Tag könnte nicht besser gewählt sein

Es scheint zwar, dass es am Abend frisch werden könnte, aber keine Regenwolken in Sicht und die Sonne blickt durch. Beste Verhältnisse für eine Begegnung mit meinen Idolen aus meiner Jugendzeit, den Foo Fighters.

Bereits am frühen Nachmittag findet eine regelrechte Pilgerwanderung zum Stade de Suisse in Bern statt. Extra-Trams und Busse fahren die Massen vom Bahnhof in Bern vors Stade de Suisse. Vor dem Stadion ist kaum mehr ein Platz zu finden, bereits stehen die Massen vor den Eingängen, obwohl es noch einen Moment dauert, bis die Zutritte zum Stadion öffnen.

Es wird noch kurz in Erinnerungen geschwelgt und die eine oder andere Anekdote aus vergangenen Zeiten aus dem Hirn gekramt, Einstimmung wie sie besser nicht sein könnte.

Wolf Alice

Der erste Support-Slot ist wie so oft bei einem Open-Air dieser Grössenordnung eine undankbare Sache. Auch heute scheint es mir nicht anders zu sein. Klar gibt es bereits Fans, welche auf die Stehplatzfläche gestürmt sind, um sich in Pole-Position für die mächtigen Foo Fighters zu bringen, aber die Mehrheit des Publikums, welches schon da ist, vergnügt sich an den Verpflegungsständen oder sieht sich nach einem Goodie am Merchandising-Stand um. Einmal mehr ärgere ich mich auch heute wieder sehr, wenn ich die Preise für ein T-Shirt betrachte; 50 Franken für ein simples T-Shirt scheint mir ziemlich hart an der Grenze zur Abzocke zu sein, wenn man die Ticketpreise betrachtet.

Genug, wenden wir uns der Musik zu; Wolf Alice geben ihr Bestes auf der Bühne und versuchen das Publikum vor der Bühne mit ihrem sehr interessanten Indie-Rock zu begeistern. Wie bereits betont, gelingt dies aber leider nur bedingt. Schade, denn mir scheint die Band sehr positiv eingestellt und die Musik lässt sich definitiv hören. Die britische Band angeführt von der sympathischen Sängerin Ellie Rowsell geht im allgemeinen Trubel vor der grossen Show der Foo Fighters einfach ein wenig unter. Schade und hoffen wir das wir bei einer anderen Gelegenheit, vorzugsweise in kleinerem Rahmen, noch mehr von dieser Band zu sehen bekommen.

The Kills

Die routinierte Band, welche schon bald seit 20 Jahren auf den Bühnen der Welt unterwegs ist hat die Ehre als „Anheizer“ für den Hauptact in die Eisen zu steigen. Aber auch „The Kills“ geht es nicht wirklich besser als dem ersten Support-Act. Die Vorfreude im Publikum auf die Foo Fighters scheint einfach zu gross zu sein. So geht auch diese sehr positive Darbietung mehr oder weniger unter. Die Band scheint dies aber nicht wirklich zu stören und es wird ein Song nach dem anderen rausgehauen. Die positive Art von Alison Mosshart überzeugt mich. Gekonnt wird posiert, mit dem Publikum in Interaktion getreten und natürlich auch musiziert. Eine runde Sache. Ich hätte dem Support-Act aber mehr Aufmerksamkeit gegönnt und bedanke mich persönlich für die passende Mischung aus Rock und Blues, welche da von der Bühne in meine Ohren dringt.

Foo Fighters

Jetzt ist es aber soweit und die Show der legendären Foo Fighters nimm ihren Lauf. Ich kann die Stimmung im Publikum kaum beschreiben. Bereits während dem ersten Song schwappt mir ein Schwall von Zufriedenheit, Bewunderung, Glücksmomenten und Befriedigung entgegen. Die Foo Fighters eröffnen den bunten Reigen an Songs mit „Run“. Das Publikum geht von Anfang an Steil und es gibt kein Halten mehr.

Die Show der Foo Fighters führt uns quer durch den ganzen Katalog von Songs, die Mischung zwischen eher unbekannteren Songs und „Hits“ wurde mit bedacht gewählt. Somit wird es dem Publikum auch nie langweilig oder es entsteht ein musikalisches Tief. Die Wellen der Begeisterung sind gross, es wird getanzt, gejubelt und mitgesungen. Luftgitarrenkönige werden erkoren, Sänger mit imaginären Mikrofonen sind zu beobachten, lachende Gesichter und hüpfende Gestalten überall. So soll es sein.

Sehr cool, wie Master Dave Grohl mit seiner eigenen Band immer wieder interagiert und sich, wie von ihm gewohnt, nicht ständig in den Mittelpunkt stellt, wie das bei anderen Bands und den Masterminds oft anzutreffen ist. Sehr gut gefällt mir auch, dass nebst den „obligaten“ Songs ein paar Schmankerl geboten werden, die gar nicht zum eigenen Musikkatalog gehören. So wird zum Beispiel „It`s so Easy“ gezockt, Mendel zockt „Another One Bites the Dust“ oder auch der Song „Blitzkrieg Bop“ wird in der Foo Fighters Version gejammt. Ganz geil der Moment, als Schlagzeuger Taylor Hawkins das Mikrofon übernimmt, Dave Grohl sich ans Schlagzeug setzt und der grosse Song „Under Pressure“ angestimmt wird. Happy Vibes durch und durch….

Bereits nach einer Stunde Spielzeit fragt Dave das Publikum das erste Mal „You want more?“. Dies aber nicht das letzte Mal, während der verbleibenden Spielzeit bringt er diesen Spruch immer wieder, heizt damit zusätzlich das Publikum weiter an und signalisiert damit, dass die Show noch lange kein Ende finden wird.

Die 35’000 Besucher des Open-Air-Konzertes erhalten für Eintrittsgeld eine Menge geboten. Sei es „My Hero“, „Learn to Fly“ oder „Walk“ um nur einige der Songs zu nennen, welche mich besonders beeindrucken. Auch die „The Kills“ Sängerin Alison Mosshart kommt nochmals auf die Bühne und singt mit Grohl zusammen den Song „La Dee Da“.

Gegen Schluss des Sets begrüsst Grohl auch noch seine Tochter, die dem Papa auf der Tour folgt und die Begeisterung kennt keine Grenzen mehr.

Nachdem die letzten Klänge im grossen Rund versandet sind, geht ein grosser Abend zu Ende, mit einer Band, welche musikalisch immer noch an der Spitze mitmischt und ihre positive Wesensart definitiv auf die anwesenden Personen übertragen hat. Zudem stelle ich mit Freude fest, dass heute auch die Tonqualität im Stade de Suisse ein gutes Level hatte und die Musik gut abgemischt war. Das war leider auch schon anders.

Das Fanzit

Ein wirklich denkwürdiger Abend im Stade de Suisse. Musikalischer Vollservice einer Band, welche ihrem Namen immer noch grosse Ehre macht. Kompakt, musikalisch auf höchster Ebene, gespürte und übertragene Leidenschaft, grosse Klasse. Bleibt zu hoffen, dass wir bald wieder das Vergnügen haben werden. Heute wurden nicht nur die langjährigen Fans bedient, ich bin überzeugt, dass die vielen jungen Erwachsenen auch ins Boot geholt wurden, welche mit Mama oder Papa da waren. Sie haben gerade heute vielleicht eine Band kennen gelernt, mit welchen die Eltern aufgewachsen sind und welche die Eltern abgöttisch lieben. Diese Liebe wurde sicher heute an die eine oder andere Person weitergeben. Ein schöner philosophischer Abschluss für einen Konzertbericht über eine Band, welche ich im Paradies wieder mal antreffen möchte. Der Abend selbst ging wieder einmal viel zu schnell vorbei.

Setlist Foo Fighters

  1. Run
  2. All My Life
  3. Learn To Fly
  4. The Pretender
  5. The Sky Is A Neighborhood
  6. Rope (with drum solo)
  7. Sunday Rain
  8. My Hero
  9. These Days
  10. Walk
  11. Under My Wheels (Alice Cooper cover)
  12. It’s So Easy / Another One Bites The Dust / Imagine / Jump / Blitzkrieg Bop
  13. Under Pressure (Queen cover)
  14. Monkey Wrench
  15. Wheels
  16. La Dee Da (with Alison Mosshart)
  17. Breakout
  18. Dirty Water
  19. Times Like These
  20. Best Of You
  21. Everlong

Wie fandet ihr das Konzert?

01.07.2018
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