Rhino Bucket - Hall of Fame 2018 (E-Flyer)
Sa, 3. Februar 2018

Rhino Bucket, Me And The Rest, Dreadful

Hall of Fame (Wetzikon, CH)
07.02.2018
Rhino Bucket - Hall of Fame 2018 (E-Flyer)

Die dreifache Rock-Dosis im Hall Of Fame 

Dreadful, Me And The Rest und Rhino Bucket bescherten den Besuchern des Hall Of Fame einen überaus rockigen Samstagabend. Alle drei Truppen vermochten zu überzeugen. Zudem war Wetzikons Rock-Schuppen Numero Uno wieder einmal gut besucht. Die weiteren Details findet ihr im nachfolgenden Metalinside-Bericht. 

Hui, im Zürcher Oberland ist es deutlich kälter als noch im heimischen Winterthur. Doch die frostigen Temperaturen können mich von einem Besuch einer meiner beliebtesten «Zweitwohnungen» selbstverständlich nicht abhalten. Es ist mein erstes 2018er-Gastspiel im Hall Of Fame. Ich habe die dortige Crew richtiggehend vermisst. Dementsprechend gross ist die Wiedersehensfreude. Drei Truppen stehen für den heutigen Abend auf dem musikalischen Speiseplan. Für mich wird’s eine komplette Horizonterweiterung, da ich keinen der Akteure kenne. Wie so oft wollte ich mich im Vorfeld auch absichtlich keinesfalls durch YouTube und Co. irgendwie «spoilern» lassen. Erfahrungsgemäss wählt das HoF coole Bands aus. Wirklich enttäuscht habe ich den Laden bisher eigentlich noch nie verlassen.

Offenbar scheint das Line-Up einen oder mehrere Publikumsmagneten zu enthalten, denn es bildet sich bereits am Eingang eine kleine Warteschlange. Auch im Innern tummeln sich einige Anhänger der rockigen Klänge. Ein Grossteil stürmt die Bar und hält das Personal dadurch ordentlich auf Trab. Zwischenzeitlich steht sogar Chef Pasquale selbst am Zapfhahn. Vorbildlich, nicht? Natürlich gönne auch ich mir einen ersten Hopfentrunk. Anschliessend geht’s ab zur Bühne. Bis ganz an die Front haben es die Fans noch nicht geschafft. Hoffentlich ändert sich dies dann beim Auftritt der ersten Gruppe.

Dreadful

Für den Auftakt sind Dreadful aus dem Muotathal zuständig. Spätestens seit ich die Truppe Infinitas kenne, ist mir bekannt, dass durchaus gewisse Rock- und Metal-Talente in dieser Ecke unseres Landes schlummern. Die fünf Jungs auf der Bühne servieren der Masse eine solide Ladung Kickass-Rock. Ständig in Bewegung ist Sänger Andy Schelbert. Auf seinem Shirt streckt uns ein breit grinsender Ozzy Osbourne frech den Mittelfinger entgegen. Die beiden Gitarristen Dario Gwerder und Jonas Marty liefern Unterstützung in Form von Backing Vocals. Die Einflüsse von Grössen, wie AC/DC, Motörhead oder ZZ Top spiegeln sich im Sound von Dreadful deutlich wider.

Durchgezockt wird beinahe ausschliesslich die 2015er-Scheibe «Never Too Old». Mit «Backward Town» spielt das Quintett zudem eine Nummer, die es seiner Heimat gewidmet hat. Generell zeigen sich Andy und Co. sehr dankbar für die heutige Auftrittschance. Der Sänger selbst habe Rhino Bucket schon diverse Male live gesehen und schätze es nun umso mehr, gemeinsam mit seinen Helden die Bühne teilen zu dürfen. Zum Abschluss drücken die Jungs mit einer Coverversion des Ramones-Stücks «Rockaway Beach» nochmals mit vollem Elan auf die Tube. Leider hält das Publikum noch ein bisschen Sicherheitsabstand zum Geschehen. Nichtsdestotrotz ein sauberer Auftritt von den fünf Innerschweizer Rockern.

Me And The Rest

Danach gehen die Lokalmatadore von Me And The Rest ins Rennen. Hätten die Herren Peavy Wagner (Rage) und Udo Dirkschneider (U.D.O.) in irgendeinem Paralleluniversum einen Sohn, wäre dies definitiv Jürg Theiler. Der gute Mann verfügt über ein hammermässiges Stimmorgan. Aktivposten der Band ist allerdings zweifelsohne Dreadlock-Basserin Edel Murchi. Unermüdlich wirbelt und hüpft sie durch die Gegend. Dazwischen gibt’s gelegentlich einen irren Blick in Richtung Publikum. Ein weiterer Blickfang ist Jürgs Mikrofonständer. Geiles Gerät! Das wäre ein geniales Ausstellungsstück für Zuhause. Von oben bis unten ist das Ding mit stachligen Nieten besetzt und leuchtet ähnlich grün wie ein Lichtschwert aus der Star Wars-Saga. Zudem befindet sich am Übergang zum Fussteil ein grimmig dreinblickender Totenschädel. Absolut sehenswert.

Die Truppe nutzt die ihr zur Verfügung gestellten 45 Minuten zur ausgiebigen Präsentation ihres 2016er-Silberlings «7 Deadly Sins». Die Zuhörerschaft kriegt nämlich zehn von möglichen zwölf Tracks zu hören. Darunter hat’s einige mitreissende Geschichten. Dazwischen punktet der Me And The Rest-Frontmann mit witzigen Ansprachen. So wird «Temples Of Gold» beispielsweise als Credit Suisse-Hymne bezeichnet. Schade, dass ich die Band nicht schon viel eher auf dem Schirm hatte. Das Gehörte vermag mich vollends zu überzeugen- und damit stehe ich offenbar nicht alleine da. Der Fünfer erntet verdientermassen frenetischen Applaus aus den Publikumsreihen. Gerne wieder!

Rhino Bucket

Nun ist der Headliner am Zug. Die Nashorneimer aus den US und A bezeichnen sich auf ihrer Fratzenbuch-Seite selbst als «the last real rock band». Ganz so dramatisch steht es meiner Meinung nach allerdings nicht um die Szene. Aber dass die vier Herren rocken können, beweisen sie der Zuhörerschaft bereits in den ersten Minuten ihres Gigs. Klamottentechnisch sind die Herrschaften für den Winter hervorragend gerüstet. Bassist Reeve Downes und Klampfer Brian «Damage» Forsythe sind gar mit Jacke und Schal am Start. Doch nach ein paar Songs entledigen sich beide der überflüssigen Zwiebelschichten. Im Hall Of Fame herrscht schliesslich stets T-Shirt taugliches Wetter.

Die Band wurde 1988 gegründet und hat seither sieben Studioalben veröffentlicht. Von 1994 bis 2001 gönnten sich die Herren eine längere Auszeit. Seither sind sie jedoch wieder mit vollem Elan zurück im Business. Soundtechnisch werden sie regelmässig mit AC/DC verglichen. Gewisse Parallelen sind effektiv erkennbar. Ober-Rhinozeros Georg Dolivo wurde von Gott (oder Satan) mit einer waschechten Rockröhre gesegnet. Die Setliste ist ein bunter Mix aus Songs sämtlicher Scheiben der Amis. Das Publikum feiert über die ganzen 90 Minuten hinweg überaus munter mit. Ich persönlich habe in der zweiten Showhälfte einen kleinen Durchhänger, da mir das Ganze etwas zu eintönig wird. Doch Rhino Bucket können den Schalter für mich glücklicherweise nochmals herumlegen. Rockstar-Allüren finden bei Georg bloss Verachtung. Besonders allergisch scheint er auf das heutzutage gängige Zugaben-Spielchen zu reagieren. Wir sollen alle anderen Bands dieser Welt in diesem Bereich erziehen und ihnen diesen «Müll» austreiben. Das Quartett geht mit gutem Beispiel voran und zockt sein Set von A bis Z durch – ohne die Bühne zu verlassen. So funktioniert Rock der alten Schule.

Das Fanzit

Meine Hall Of Fame-Premiere für 2018 war ein voller Erfolg. Einmal mehr habe ich drei coole, neue Bands für meine persönliche Sammlung entdeckt. Alle lieferten starke Auftritte ab. Me And The Rest würde ich allerdings als Tagessieger bezeichnen. Zu meiner grossen Freude war Wetzikons top Rock-Club wieder einmal sehr gut besucht. Das gönne ich der dortigen Crew definitiv.

Cheers

Dutti \m/

Setliste – Dreadful

  1. Badass Nr. 1
  2. Girl On Wheels
  3. Never Too Old
  4. Jealousy Is Black
  5. Backward Town
  6. Choke On Your Money
  7. Bottle Of Booze
  8. Rockaway Beach (The Ramones-Cover)

Setliste – Me And The Rest

  1. Holy Angels
  2. Take It Or Leave It
  3. City Of Hope
  4. Echoes Of The Past
  5. Burning Bridges
  6. Better Oldschool
  7. Long Way To Sweden
  8. 7 Deadly Sins
  9. Temples Of Gold
  10. World On Fire

Setliste – Rhino Bucket

  1. One Night Stand
  2. The Hardest Town
  3. Beat To Death Like A Dog
  4. Hello Citizens
  5. Blow By Blow
  6. She Rides
  7. Forgiveness
  8. Welcome To Hell
  9. Word
  10. Hey There
  11. Who’s Got Mine
  12. Smile
  13. Bar Time
  14. Beg For Your Love
  15. So Long
  16. She’s A Screamer
  17. Hammer & Nail
  18. Ride The Rhino

Wie fandet ihr das Konzert?

07.02.2018
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