Sa, 22. Februar 2014

SEPULTURA, LEGION OF THE DAMNED, FLOTSAM & JETSAM, MORTILLERY

Z7 (Pratteln, CH)
26.02.2014

4 Bands aus 4 verschiedenen Länder aber alle mit eigenem Sound und einer gemeinsamen Leidenschaft: die Liebe zu Thrash Metal! So verwundert es auch nicht, dass an diesem Samstagabend das Z7 in Pratteln fast aus allen Nähten platzte, die Temperaturen schnell in den oberen Bereich stiegen und sich Metalheads jeglichen Alters von Nah und Fern in den Kanton Baselland aufmachten.

Relativ früh, kurz vor 19.00 Uhr ging es dann auch schon mit Mortillery (CA) aus Edmonton, Kanada los. Ihre Mucke könnte man als modernen Thrash mit altlastigem Speed Metal bezeichnen. Nach dem sich meine Augen an die Dunkelheit auf der Bühne gewöhnt hatten, stellte sich heraus, dass es sich bei der Person am Bass, neben der Sängerin Cara, ebenfalls um ein Mädel handelte. Leider etwas emotionslos, die Haare immer schön ins Gesicht hängen lassen, zockte sie das Set herunter. Die zwei „Giele“ an den Sechsaitern rockten dafür umso mehr und sorgten neben Cara für Action auf der Bühne. Der Gitarrensound liess leider oft zu wünschen übrig, da er ziemlich dünn aus den Boxen dröhnte. Ein Furz hat noch mehr Druck! Die Sängerin Cara hat indessen vor allem in den unteren Lagen eine tolle Stimme, sollte aber meiner Meinung nach die hohen Parts sein lassen. Die 30 Minuten Spielzeit kurz zusammengefasst: Mortillery waren nicht schlecht, haben mich aber auch nicht überzeugt.

Nach kurzer Umbaupause, bei der die ganze hintere Front des Z7 geöffnet wurde, um frische Luft hereinzulassen und die Temperatur etwas zu senken, ertönte auch schon das Intro der Herren von  Flotsam & Jetsam (USA). Die Amis wurden schon sehnlichst vor allem von der älteren Generation gespannt erwartet und es schossen etliche Arme zur Begrüssung in die Luft. Obwohl sie zum Urgestein….seit 1981 unterwegs!…des Thrash Metals alter Schule gehörten und trotz fortgeschrittenem Alter noch einiges auf dem Kasten haben, bewiesen die Herren heute eindeutig! Musikalisch einwandfrei gespielt, ein Sänger der wie ein junger Gott singt und sich auf der Bühne pudelwohl füllt und eine Setliste die Songs aus den frühen 80er enthielt aber auch neueres Material. Nach guten 30 Minuten Spielzeit, war aber leider dieser kurzweilige Auftritt von Flotsam & Jetsam viel zu schnell zu Ende.

Nach dem technischen 80s–Thrash stürmten Legion Of The Damned aus Holland die Bühne des Z7. Ihr Thrash– und Death Metal fand reisenden Anklang beim Publikum und die Jungs wurden sofort abgefeiert. Unterdessen war die Stimmung im Publikum am Kochen und auf der Bühne ging die Post ab. Ein wahrer Genuss für Auge und Ohr! Hühnerhaut war beim Schreiberling garantiert! Kreischende Gitarren, ein brutales Brett nach vorne, dass die engsten Jeans flattern lies, der Sänger mit ‘ner Hammerstimme und Jungs mit Haaren bis zum Arsch. Hell yeahh….so muss Metal sein! Legion Of The Damned zockten meisten in cooler Pose mit einem Fusse auf den Monitoren, im schwarzen Einheitslook auf der Bühne. Die Matten wurden tüchtig gekreist und ihre Mucke wurde kompromisslos mit brutalem Druck in die Menge geschleudert. Zu keiner Minute langweilig, wurde auch dieser absolut geniale Auftritt viel zu schnell beendet. Für mich waren Legion Of The Damned definitiv die wahren Headliner!

Aus diesem Grund war ich dann auch sehr froh, dass sich Sime spontan zu dem Bericht vom Sepultura Auftritt zur Verfügung stellte.

Hier nun der Bericht von Sime:

Kurz vor 22.00 Uhr enterten Sepultura die Bühne. Nach dem Intro legten die vier gleich los wie die Feuerwehr und feuerten mit „Trauma of War“ und „Vatican“ gleich mal zwei neue Kracher von der neuen Scheibe in die Menge. Der Sound war brachial und glasklar. Derrick schrie sich die Seele aus dem Leib, Paolo konnte nicht aufhören zu grinsen, Andreas knallte in gewohnter Manier dem Publikum seine Riffs um die Ohren und Eloy verprügelte sein Kit, als gäbe es kein Morgen mehr.

Das Set war ein perfekter Mix aus alten Gassenhauern und neuerem Material. Auffällig war, dass ganz entgegen den Erwartungen die aktuelleren Songs keinesfalls weniger abgefeiert wurden. Ganz im Gegenteil, „Kairos“ von der vorletzten Scheibe könnte sich zu einem Klassiker à la „Roots“ mausern. Sepultura verstehen es meisterhaft, die Stimmung aufzubauen und mit beinahe jedem Song zu steigern. Beim obligaten „Arise“ am Schluss des Sets drehte die Crowd schliesslich völlig durch. Die Band wurde ohne Ende abgefeiert und laute Rufe nach mehr brachte die Band schliesslich für drei Zugaben wieder zurück auf die Bühne um den Gig schliesslich mit „Roots“ zu beenden.

Sepultura ist eine Band, bei der man weiss, was man bekommt. Brachiale Energie, furios gespielte Musik und natürlich geile Songs zeichnen die Band aus. Diese Band braucht meiner Meinung nach sicher keine Reunion. (Sime)

Das Z7 war fast ausverkauft wenn nicht sogar ganz, dies entzieht sich leider meines Wissens, und man sollte meinen bei so vielen Leuten wäre etwas Rücksicht Seitens des Publikums angebracht.

Denkste! Leider fielen wieder einige Herren auf, die stockbesoffen schon Anfangs Abend durchs Z7 schwankten, absolut keine Rücksicht aufs Publikum nahmen und danach zusammenbrachen und den Dienst der Sanität in Anspruch nehmen mussten. Sorry Jungs…dies braucht jetzt wirklich niemand!

Trotz diesen unangenehmen Zwischenfällten, konnte man aber den Samstagabend im Z7 reichlich geniessen.


Wie fandet ihr das Konzert?

26.02.2014
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