Mo, 10. November 2014

AIRBOURNE, BONAFIDE, SIDEBURN

Z7 (Pratteln, CH)
14.11.2014
429

Airbourne – Vorsicht: bissig: der schwarze Hund bellt wieder!

Vor genau 364 Tagen gastierten die Australier Airbourne im Zürcher Volkshaus und präsentierten da ihre damals recht neue Scheibe „Black Dog Barking“. Ein Jahr später steht endlich das Gastspiel im Konzerttempel Z7 auf dem Plan – und auch hier sollte es ein einziger Triumphzug werden!

Wenn Bands der gleichen Stilrichtung zusammen auf Tour gehen, ist das schon mal eine feine Sache. Und wenn als Opener eine einheimische Band fungieren darf, die so perfekt aufs Billing passt wie die berühmte Faust aufs Auge, dann ist der Abend eigentlich schon gerettet. Dies ist nämlich der erste grosse Unterschied zur Show im letzten Jahr – Airbourne haben hier die besseren und passenderen Bands als Unterstützung dabei.

Sideburn

Es ist knapp Viertel vor Acht, als die einheimischen Sideburn ihren gut halbstündigen Set beginnen. Die Band existiert seit Mitte der 80er Jahre – das merkt man auch sofort, denn die fünf Herren gehen äussert routiniert zu Werke. Musikalisch können Sideburn nicht verbergen, dass AC/DC einen grossen Einfluss auf sie haben. Aber irgendwie ist das alles gar nicht schlimm, es passt an diesen Abend und die Anwesenden kriegen einen wirklich guten Anheizer geboten.

Bonafide

Die Schweden Bonafide sind in der Schweiz ebenfalls keine Unbekannten. Vor allem Besucher des diesjährigen Ice Rock Festivals scheinen die Band in bester Erinnerung zu haben… Der Vierer fährt ebenfalls die klassische AC/DC Schiene, da erinnert nicht nur die Gitarre von Pontus Snibb an Angus Young. Einige Songs tönen schlicht nach „geklaut“ („Let there be Rock“), aber auch hier ist das absolut okay, denn die Fans haben ganz einfach ihren Spass. Der grösste Unterschied zu ihren Vorbildern ist allerdings der Sänger. Pontus hat eine wesentlich angenehmere Stimme als Brian Johnson, er erinnert mich irgendwie an eine rauere Version von James Christian. Wobei ich jetzt bemerkt habe, dass dieser Vergleich doch irgendwie hinkt. Egal… Bonafide vermögen das Publikum mit ihrem 45-minütigen Set zu überzeugen und paradoxerweise ist es die Schlussnummer „Fill your Head with Rock“, die den grössten Applaus bekommt – denn diese Nummer hat am wenigsten mit AC/DC zu tun…!

Airbourne

Es ist fast Viertel vor Zehn, als Airbourne die Bühne stürmen – dies im wahrsten Sinne des Wortes! Wie nicht anders zu erwarten, drücken Joel O’Keefe & Co von Sekunde Eins an das Gaspedal bis zum Anschlag durch – Ruhepausen sind nicht vorgesehen! Ich könnte es mir jetzt einfach machen: Review von der Zürcher Show ansehen, Text markieren, kopieren, einfügen – fertig. Würde fast 1:1 passen!

  • Lichter gehen aus, Publikum dreht am Rad? Check.
  • Joel & Co geben Gas, als ob’s kein Morgen gäbe? Check.
  • Joel ohne T-Shirt? Check.
  • Joel duscht Fotografen mit Mineralwasser? Check.
  • Joel macht Huckepack zum Mischpult und zockt Solo? Check.
  • Bierduschen? Check.
  • Crowdsurfer? Check.
  • Joel tankt Rotwein? Check.
  • Rock’n’Roll pur? Check.
  • Kurze Setlist? Check.
  • Rausschmeisser „Runnin‘ wild“? Check.

Also alles wie gehabt…? Nein, ganz so einfach ist es dann doch nicht!
Im Fotograben geht’s ebenfalls schon von Beginn weg ab: da kommen grad einige Crowdsurfer geflogen, die Security hat alle Hände voll zu tun und die Aufmerksamkeit ist zuerst mal mehr darauf gerichtet als auf die Bühne. Zum Glück lässt das schnell nach und man kann die fantastischen Lichtverhältnisse ausnutzen…

Mit „Ready to Rock“ lassen Airbourne nichts anbrennen – einen besseren und intensiveren Opener kann sich eine Band kaum wünschen. Und auch „Too much, too young, too fast“ ist an Intensität kaum zu überbieten. Ich erwische mich mehrmals dabei, dass ich die Rübe schüttle anstatt mich aufs Fotografieren zu konzentrieren…

Bei „Chewin‘ the Fat“ wird die erste Dose Bier am Schädel zertrümmert. Bei „Girls in Black“ folgt der erwähnte Ausflug zum Mischpult, „Cheap Wine & cheaper Women“ wird mit Rotwein angesagt und das bissige, dreckige „Black Dog Barking“ wird zu einem (weiteren…) Höhepunkt der Show. Mit dem stampfenden „No way but the hard Way“ und dem Klassiker „Stand up for Rock’n’Roll“ beenden Airbourne den regulären Teil nach mageren 50 Minuten.

Der Zugabenteil wird mit einem ohrenbetäubenden Intro eingeleitet und zum dazu gehörenden „Live it up“ teilt Joel das Publikum in zwei Teile wie anno dazumal Moses das Rote Meer. Und beim Rausschmeisser „Runnin‘ Wild“ animiert der Frontmann das Publikum zu einem riesigen Circle Pit, welches dieser Aufforderung gerne nachkommt.

Alles im grünen Bereich also? Nein. Einige Kritikpunkte sind angebracht… Logisch: die Show von Airbourne ist unglaublich intensiv, die Performance der Australier ist enorm kraftraubend und so was hält kaum einer zwei Stunden durch. Dies bezüglich kann man auch absolut keinen Vorwurf machen, denn wie gesagt: das war Vollgas von der ersten bis zur letzten Sekunde! Aber gerade mal 11 (ELF!) Songs, eine gute Stunde Spielzeit als Headliner und das alles bei einem Eintrittspreis von immerhin fast 60 SFr an der Abendkasse – das, meine werten Herren, das ist zuwenig! Denn schon in Zürich war’s eine bescheidene Setlist, was die Anzahl Songs betrifft. Und diese Marke wird hier nochmals unterboten… Zudem sind auch die Merch Preise (40 SFr für die T-Shirts) im oberen Segment angesiedelt. Fanfreundlich sieht da dann doch etwas anders aus! Selbst wenn man berücksichtigt, dass die Band vom anderen Ende der Welt stammt und demzufolge natürlich auch andere Kosten hat…

Aber wenn man diese „Randerscheinungen“ aussen vor lässt, dann überzeugen Airbourne halt doch einmal mehr und zementieren ihren guten Ruf, eine der besten Live Bands dieses Planeten zu sein! Die zahlreichen völlig verschwitzten und ausgepowerten Zuschauer werden dies wohl bestätigen…

 

Setliste Sideburn

  1. Devil May Care
  2. Crocodile
  3. Slave to the Core
  4. Lazy Daisy
  5. Never Get Down
  6. Gangster Lover
  7. Live to Rock

 

Setliste Airbourne

  1. Intro
  2. Ready to Rock
  3. Too Much, Too Young, Too Fast
  4. Diamond in the Rough
  5. Chewin‘ the Fat
  6. Girls In Black
  7. Cheap Wine & Cheaper Women
  8. Black Dog Barking
  9. No Way But the Hard Way
  10. Stand Up for Rock ‚N‘ Roll
  11. Live It Up*
  12. Runnin‘ Wild *

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