Wacken Open Air 2016 - Twisted Sister - Foto: pam
Do–Sa, 4.–6. August 2016

Wacken Open-Air 2016 – Iron Maiden, Twisted Sister, Arch Enemy, Eluveitie, Therion u.v.m.

Wacken (Schleswig-Holstein, DE)
/ 01.10.2016

Einmal Wacken, immer Wacken

Prolog

Nachdem auch das diesjährige Wacken in Windeseile ausverkauft war (natürlich noch im letzten Jahr – Anm. pam: Um genau zu sein, innerhalb von 12 Stunden keine 24 Stunden nach dem Abschluss des Wacken 2016 …) war die Vorfreude wieder riesig nach Wacken zu reisen. Obwohl, das Band- Billing versprach zwar mit Iron Maiden, Tarja, Twisted Sister, Arch Enemy, Eluveitie usw. ein paar Perlen, gegenüber anderen Jahren war das Line-Up aber aus meiner Sicht eher verhalten und nicht so hochkarätig wie auch schon. Jedoch getreu nach dem Motto: „Einmal Wacken, immer Wacken“, packten wir also unsere sieben Sachen zusammen und verabschiedeten uns frühmorgens des 3. Augustes nach Hamburg mit Weiterfahrt im Taxi nach Itzehoe, wo wir von unseren langjährigen „Vermietern“ Gila und Jens empfangen wurden. Seit schon fast 10 Jahren vermieten Sie uns immer wieder die „Wacken-Wohnung“.

Ja, richtig gelesen, ich muss nicht mehr Zelten, diese Zeit lasse ich hinter mir. Ich gönne mir diesbezüglich mehr Schlaf und Erholung. Danke Gisela und Jens, ihr seid die Besten! Nach Shopping, Fahrt nach Wacken zum Ticket-Tausch, Fahrt zurück und einen Besuch beim Chinesen (Tradition am Ankunftstag) war Zeit für ins Bett. Mit Vorfreude und einer Prise Nervosität gings dann ohne Umwege ins Land der Träume um fit für die ersten Bands und das Festival zu sein.

Tag 1 / 4. August 2016

Was mir gleich auffiel, als wir gegen Nachmittag des ersten Festivaltages gen Wacken fuhren, war, dass das Dorf in diesem Jahr ganz für den Autoverkehr abgesperrt war. Früher war dies nicht so, man konnte Stunden damit verbringen, die ankommenden Autos zu bestaunen. Ob diese Neuerung nun gut oder weniger passend ist, liegt im Auge des Betrachters. Nachdem sich in den letzten Jahren auch schon mal ein schlimmer Unfall mit Todesfall ereignet hat, sehe ich diese Massnahme als gute Alternative an.

Nach Betreten des Geländes und passieren der Eintrittskontrolle – dieses Jahr nur mit Bauchtasche und ohne „Metal-Bag“ oder Rucksack – fielen mir zwei weitere Neuerungen auf: Der Beer-Garden befand sich nun weiter weg gelegen vom Infield. Bis zum letzten Jahr befand sich derselbe direkt vor den Bühnen (natürlich vor den Eingangsschleusen). Man konnte von dort aus jedoch viel von den Bands und den Bühnen der Black- und True Metal-Stage mitbekommen. Mit dem neuen Standort gleich neben den Sicherheitskontrollen musste ich mich zuerst abfinden. In der Nachbetrachtung wohl kein guter Entscheid, denn in den letzten Jahren trank ich dort ab und zu ein Bierchen, dieses Jahr – es fiel mir lange nicht auf – wusste ich zeitweise nicht mal mehr, dass es überhaupt einen Beer Garden gab. So ging es sehr wahrscheinlich nicht nur mir.

Was mich viel mehr störte; Ziemlich schnell fand ich heraus, dass es keinen Metal-Markt mehr gab. Dies war – ebenfalls bis zum letzten Jahr – ein Zelt, in welchem CDs (Second-Hand) und weiteres Merchandise verkauft wurde. Ich verstehe nicht, wieso man diesen Metal-Markt nicht mehr durchführen wollte / konnte.

Girlschool

Saxon

Jä nu, nun gings aber los und trotz Nachmittags-Slot stieg nun Saxon auf die Bühne. Aus meiner Sicht für eine solch legendäre Band eine undankbare Zeit. Aber ein solch früher Auftritt kann auch positive Auswirkungen haben; So waren viele der Zuhörer um diese Zeit noch fit und einigermassen nüchtern. Nachdem die Band während der ersten paar Songs mit ein paar technischen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, wurde der Auftritt zu einem weiteren Erfolg in der Geschichte der Saxon-Wacken-Auftritte. Symphathisch wie eh und je natürlich auch Biffy, welcher sogar die Set-Liste vor den Zuschauern in Fetzen riss und sich (vermeintlich) nach den Wünschen des Publikums richtete.

Tarja Turunen (Pressekonferenz)

Nach dieser eindrücklichen Vorstellung gings für mich schnurstracks und direkt in den Pressebereich um der Pressekonferenz der mächtigen und verehrten Tarja Turunen zu lauschen. Hier traf ich auch auf unseren „Boss“ Pam der natürlich hin und weg, um nicht zu sagen wie verzaubert von der „Diva“ war. Ah ja apropos Diva; Auf der neuen Scheibe von Tarja gibt es einen Track, welcher genau diesen Namen trägt. Nach dem Interview mit Tarja, welches von Gunar Sauermann (Metal-Hammer) geführt wurde, gab es noch die Möglichkeit Fragen zu stellen. Natürlich konnte sich Pam einmal mehr nicht zurückhalten und stellte aus meiner Sicht eine spannende Frage, nämlich:“…ob der Song DIVA eine Abrechnung der Sängerin mit dem früheren Arbeitgeber Nightwish sei?“. Natürlich verneinte Tarja diese Frage. Ehrlich oder einfach nur professionell? We dont know!

Iron Maiden

Nach der Pressekonferenz war dann erst mal „verdauen“ angesagt und dann war es auch bereits so weit, dass Iron Maiden ihr Set starteten. Was soll man zu Maiden noch schreiben? Sensationelle Show, ein Publikum, dass alles gibt, die Setlist unverändert gegenüber den Auftritten in der Schweiz, Bruce in Quassel-Laune und vor allem die letzte Show von mehr als 70 gespielten Shows rund um den Erdball. Eine gute Mischung aus Songs vom neuen Doppelalbum sowie den älteren Klassikern garantierte auch dieses Jahr ein kurzweiliges und denkwürdiges Konzert auf Wacken. Hoffen wir, dass Maiden noch nicht am Ende ihrer Karriere sind und wir sie bald wieder bestaunen können.

Tribute for Lemmy

Der Tag wurde dann um Mitternacht rum durch eine angekündigte „Tribute for Lemmy“ abgeschlossen. Neben Filmszenen, welche über die Grossleinwände flimmerten, standen auch Phil Campell und Miki Dee auf der Bühne und dankten den Fans für den langjährigen Support. Mal Links und Rechts geschaut; Tränen, nachdenkliche Gesichter, stille, ehrwürdige Stimmung…..Motörhead waren einfach eine der Wacken-Bands schlechthin. Lemmy, danke für alles! Dich habe ich in Wacken (wie auch Ronnie James Dio) das letzte Mal gesehen. Möget ihr Rocken, wo ihr auch immer seid.

Danach gings zurück in unser Base-Camp in Itzehoe um eine Kappe schlaf zu holen und für Day 2 fit zu sein.

Ach übrigens noch was zum Wetter: Es regnete zwar nicht immer, aber ab und zu schüttete es wie aus Bechern. Somit war zwar dieses Jahr nicht Apokalypse oder „Land unter“ angesagt, aber trotzdem empfahlen sich hohe Schuhe, denn der Boden war trotzdem sehr tief.

Stimmungsbilder Wacken Tag 1

Tag 2 / 5. August 2016

Am zweiten Tag ging es mit dem Gitarrengott schlechthin los: Axel Rudi Pell; saubere Leistung. Druckvoller Sound und ein Bandgefüge, welches es wirklich in sich hat; Sänger Johny Gioeli unterschätzt man einfach immer wieder, denn die Stimme und die Leidenschaft dieses Typs stimmt einfach absolut. Was dieser Herr für Töne aus seinen Stimmbändern zaubert ist wirklich monströs. Ich persönlich habe schon schlechtere Wacken-Gigs dieser Formation erlebt. Was aus meiner Sicht nicht nötig gewesen wäre, ist das ewig dauernde Drum-Solo. Dann lieber mal einen Song mehr spielen, das wäre wohl besser angekommen. Oder Axel Rudi mal ein Solo mehr performen lassen, obwohl das gezeigte Solo auch gereicht hat.

Sensationell was dieser Mann aus den Drähten zaubert. Schade hatte es nach kräftigen Regenschauern noch nicht so viele Zuschauer zurück im Infield, obwohl nun die Sonne wieder vom Himmel schien. Seien wir froh, dass die Wetteraussichten für die verbleibende Zeit positiv angezeigt waren. In diesem Jahr ja nicht unbedingt „Normalität“, nachdem zum Beispiel Rock am Ring abgebrochen werden musste.

Dragonforce

DevilDriver

Eluveitie

Dann wurde es spannend und zwar gleich aus mehreren Gründen: Eluveitie am Wacken 2016;

Grund / Frage Nr. 1: Schaffen die Schweizer auch ohne Anna Murphy und die zwei weiteren Bandabgänger eine gute Leistung?

Grund / Frage Nr. 2: Würde sich das Gerücht bewahrheiten, dass Liv Christin die Stelle von Anna für die Songs wie „Rose for Epona“ einnehmen würde?

Grund / Frage Nr. 3: Kann Chrigel Glanzmann die Zuschauer von seiner Formation überzeugen oder ist die Band nicht wackentauglich?

Der erste Eindruck unseres Exportschlagers stimmte für mich. Chrigel Glanzmann weiss, wie man eine Show professionell lanciert und die Meute bei Stimmung hält. Leider – ich befürchtete schon das Schlimmste – waren die Songs so gewählt, dass keine Frauenbegleitung nötig war. Es schien eine Zeit lang auch, als würde dies bis zum Schluss des Sets so weitergezogen. Doch dann kündigte Chrigel Liv Christine an und Frage Nr. 2 war somit beantwortet.

Ob Liv mit der Stimme von Anna mithalten kann? Leider ganz klar nein! Die Antwort war schon nach den ersten gesungenen Passagen klar. Viel zu filigran scheint die Stimme von Liv zu sein und wenn im Ohr noch die Stimme von Anna nachtönt, könnte es wohl jede Frau versuchen und würde nicht genügen. Alles in allem jedoch trotzdem ein würdiger Gig unserer Schweizer Band. Ich bin vor allem stolz, dass man einen solch riesigen und sicher auch einmaligen Auftritt trotzdem durchzog, man hätte ihn ja auch canceln können….

Bullet For My Valentine

Als nächstes enterten Bullet for my Valentine die Bühne. Ehrlich: Auf CD kann ich diese Band nicht unbedingt hören, aber Live sind sie nach wie vor eine Macht. Mit geilen Riffs und mächtig Stimmung rissen die Jungs ein weiteres Mal die Bude ein, sackstark.

Tarja Turunen (Show)

In Wacken ging nun bereits die Sonne langsam unter, aber eine spezielle Sonne ging nun auf:Tarja Turunen erfüllte die Black Stage mit ihrem ganzen Glanz. Und auch hier das gleiche Phänomen wie bei der vorhergehenden Band: Auf CD kommt das Ganze nicht so rockig rüber wie hier und heute auf der Bühne. Ein besonderes Schmankerl heute das Duett mit Alissa White-Gluz von Arch Enemy. Wirklich ein geiler Song und siehe da, habe gar nicht gewusst, dass Alissa auch „normale“ Tonlagen so beherrscht und dass dies neben Tarja Turunen auch noch gut tönt!

Blind Guardian

Von Blind Guardian bekam ich dann ehrlich gesagt nur noch die ersten paar Songs in den Gehörgang über. Wahrscheinlich lag es daran, dass ich was diese Band anbetrifft bereits eine Überdosis an BG-Konzerten Intus habe und ich immer das Gefühl in mir trage, dass die Jungs nicht mehr so auf der Höhe sind. Eventuell täusche ich mich, aber so 10 Minuten Valhalla finde ich jeweils für meine Belange zu viel.

Also ab nach „Hause“, Schlaf hat noch nie jemandem geschadet. Denn der letzte Festivaltag wäre da ja auch noch zu bestreiten. Gute Nacht!

Stimmungsbilder Tag 2

Tag 3 / 6. August 2016

Der letzte Tag startete für mich wie gewohnt ein wenig später am Nachmittag. Die vorherigen Tage hatten ihre Spuren hinterlassen und so musste man die noch vorhandenen Reserven entsprechend einteilen.

Snowy Shaw

Pam: Einer der legendärsten und zumindest abgefahrensten Auftritte hatte Snowy Shaw im Bullhead City Circus – dem Zelt wo der Zirkus Knie mit seinem und allen Drumherum wohl ein paar Mal drin Platz hätte. Noch am helllichten Tag bot die genialste Stimme des Metals eine Hammershow. Eine abgefahrene Reise in ein Tim Burton Märchen. Man hatte das Gefühl, als ob Snowy endlich all seine Fantasien und Ideen in eine Show verpacken wollte. So waren die Kostüm-, Instrumentenwechsel etc. teilweise etwas hastig, aber dennoch, standen wir alle einfach mit offenen Mündern da. Angefangen mit einem Balance Board, auf dem er auf die Bühne fuhr.

Aufgrund seines langen Mantels war das aber nicht wirklich sichtbar und so schien wie er ein Geist über die Bühne zu schweben. Sehr geil. Staune grad, warum das noch kein anderer vorher gemacht hat … und weiter ging’s im diesem Stil. Wer Snowy schon mal live sah, kann sich vorstellen, wie ausdruckstark er das ganze Märchen vorführte. Und wo Snowy Shaw steht, soll man auch nur Snowy sehen. Zwar wurde er von einer Band begleitet, aber die waren alle komplett in Kapuzen-Burkas verhüllt. Und ja, der Sound zur ganzen Show war auch sehr cool und Snowy nutzte die ganze – riesige Bandbreite – seines mächtigen Stimmorgans.

Therion

Für mich eine Band welche ich vergöttere – boten einen soliden und erwartet genialen Gig. Die Band hat sowieso noch nie enttäuscht. Live eine Macht. An was das jedoch liegt, habe ich bis heute nicht herausgefunden. Was mich aber ehrlich gesagt nicht weiter stört, den es passt ja so.

Pam: Therion war und ist für mich immer ein ganz grosses Highlight. Sowohl ab Konserve aber eben auch live wie Dominik schreibt einfach unschlagbar. Die Band hat eine unglaubliche Wucht, Power, extrem geniale Musiker und Mastermind Christofer Johnsson schafft es einfach immer wieder die genialsten Stimmen im Metal auszugraben. Und für mich ein ganz spezieller Moment war, wo Snowy Shaw für ein paar Songs auf die Bühne kam. Er war ja mehrere Jahre mit Therion unterwegs und auch auf diversen Alben mit dabei. Snowy musste sich aber für diesen Auftritt quer durchs Festivalgelände sputen.

Eine knappe Stunde vorher beendete er seinen Auftritt im Bullhead City Circus Zelt. Das es knapp war zeigte auch, dass er noch etwas weisse Farbe von seinem Auftritt im Gesicht hatte. Nicht nur ich schien diesen speziellen Moment zu geniessen, auch Therion selbst. Alle inkl. Christofer hatten während der ganzen Zeit wo Snowy mit ihnen auf der Bühne war einen Riesensmile drauf. Und herzlich auch die Umarmung zwischen aktuellem Sänger Thomas Vikström und Snowy. Die beiden waren früher oft auch zusammen auf Tour und haben sich perfekt ergänzt. Thomas kündigte Snowy auch als seinen „Bruder“ an. Hoffen wir, dass Snowy bald wieder regelmässig mit Therion unterwegs ist.

Steel Panther

Steel Panther waren als nächstes an der Reihe. Für viele unter uns, war diese Band am diesjährigen Wacken auch der heimliche Headliner. Mit ihrer Glam-Rock-Attitüde und ihrem Sinn für Humor, haben sich die Jungs in den letzten Jahren auf der ganzen Welt in die Herzen der Festival- / und Konzertbesucher gespielt. Da stört es auch nicht, wenn die Sprüche die gleichen bleiben und die Herren möglichst viele Brüste sehen wollen. Die Musik wie gewohnt solide und fehlerfrei. Heute druckvoll abgemischt und gut gemixt. Alle wichtigen und legendären Songs wurden gespielt und so verliess Steel Panther ein weiteres Mal die Wacken-Bühne als Sieger.

Triptykon

Die nächste Band passte für mich ehrlich gesagt nicht in diese Umgebung bzw. zwischen die anderen Bands des heutigen Tages: Triptykon. Black Metal zwischen Steel Panther und Twisted Sister geht aus meiner Sicht gar nicht. Nicht nachvollziehbar, was sich da die Veranstalter überlegt haben. Heisst nicht, dass die Band nicht funktioniert oder eine schlechte Leistung abliefert. Sondern heisst, sie passt nicht um diese Zeit an diesem Ort. Da es noch dazu eine Schweizer Band ist, fällt dieses Urteil doppelt schwer, ist doch das Nebenprojekt oder wenn ihr so wollt auch die Nachfolgeband von Celtic Frost eigentlich noch sehens- und hörenswert.

Twisted Sister

Twisted Sister machen nach über 40 Jahren nun definitiv Schluss. Aber vorher rocken sie nochmals um den Erdball und sind die nächste Band auf der True Metal Stage. Die Legenden mit Mastermind Dee Snider und für die Abschiedstour durch Mike Portnoy (Ex-Dream Theater) am Schlagzeug ergänzt (Original-Schlagzeuger A.J. Pero verstarb letztes Jahr auf Tour) liessen den Wacken-Holy-Ground rocken, dass die Nacht zum Tag wurde. Ich persönlich bin schwer beeindruckt, was Herr Snider in seinem Alter noch fertigbringt. Mit gestähltem Körper und beeindruckend guter Stimme, führt er durch den Gig und weiss viele Geschichten zu erzählen.

So stellte er auch klar, dass Twisted Sister keine „Fucking Reunion Band“ seien, wie etwa Running Wild oder die Böhsen Onkelz (Anm. pam: Oder Scorpions die gemäss Snider ja ewig auf Abschiedstournee seien). Er betonte, dass das Ende von Twisted Sister auch das endgültige Ende bleibe. Ihm glaubt man dies sofort…auch wenn man es nicht glauben möchte. Dee „Fucking“ Snider bleibt für mich eine Ikone, auch wenn die Band nun nicht mehr Live auftreten wird. Ein letztes Mal „We are gonna take it, fucking Dee…..and thank you for the fucking great music in the last fourty years!!!“

Arch Enemy

Eigentlich schon sehr müde – kurz fast hingerissen, die letzte Band Arch Enemy auszulassen – blieben wir dann trotzdem noch ein wenig. Die Band gehört ja eigentlich zu unseren Lieblingen, aber mit diesem späten Slot lassen sich leider auch nicht mehr so viele Zuschauer ziehen, den viele machten sich schon vom Acker richtig Zeltplätze. Im Vergleich zu anderen Jahren waren aber trotz der späten Spielzeit doch noch viele Festivalbesucher auf den Beinen um der schwedischen Saitenfraktion Tribut zu zollen.

Was nun folgte, liess viele Kinnladen nach unten klappen. Aus meiner Sicht ein grandioser Auftritt der schwedischen Band. Hervorzuheben wie Michael Amott und Saiten-Virtuose Jeff Loomis die Melodien zocken, als wäre es eine Selbstverständlichkeit, diese in einer solchen Schnelligkeit performen zu können. Alissa White-Gluz war dieses Mal auch unschlagbar bei Stimme und überzeugte mich am heutigen Tag mit ihren Growls und ihrem Gekeife auf ganzer Linie. Dies war nicht immer so, aber es muss auch angemerkt werden, dass ich als früherer Angela Gossow Anhänger etwas schwierig zufriedenzustellen bin. Die Power, die Songs, die Reihenfolge der Tracks waren heute einfach unschlagbar. Für mich eines der Highlights des Wacken 2016. Wie sagt man so schön? Das Beste kommt jeweils zum Schluss……

Cripper

Pam: Für mich war da noch nicht ganz Schluss, denn was für mich persönlich was vom Besten kam ganz am Schluss. Das letzte Konzert des diesjährigen Wacken spielte Cripper im Bullhead City Circus Zelt. Die technisch versierten Thrasher aus Hannover sind für mich eine der geilsten Live-Bands überhaupt. Insbesondere die sympathische Powerfrau am Mic Britta geht wie immer ab wie ein Zäpfchen und kann keine Sekunde stillstehen. Und growlt dabei wie immer mit einer Wucht, wie es manche anderen Frauen und Männer nicht hinkriegen. Ganz geiler Abschluss eines Hammerwackens 2016.

Stimmungsbilder Tag 3

Epilog

Wie bereits Eingangs dieses Artikels angemerkt: Das Line-Up fand ich dieses Jahr eher mager. Natürlich war das eine oder andere Schmankerl absolut da: Iron Maiden, Tarja, Twisted Sister, Arch Enemy…..aber es gab auch schon besser besetzte Jahre. Andererseits ist es wie immer; Die Hälfte der Bands welche man eigentlich zu sehen plant, kriegt man nicht vor die Linse, da an einem Festival nicht nur die Bands zählen, sondern auch das „drumherum“. Müsste ich jedoch trotzdem meine 3 Top-Acts nennen, wären das: Iron Maiden, Tarja und Arch Enemy, welche wirklich eine sensationelle Leistung ablieferten.

Pam: Für mich war das Line-up im 2016 schlichtweg der Hammer mit Maiden, Tarja, Therion, Eluveitie, Snowy, Twisted, Devildriver, Arch Enemy etc. etc. Das zeigt wohl einmal mehr Musik ist Geschmacksache und dem einen genügt es grad so, für den anderen ist es einfach ein Traum.

Das WOA 2017 wird vom 3. – 5. August 2017 stattfinden. Die Karten für nächstes Jahr sind auch nach mehr als einem Monat immer noch nicht ausverkauft, was speziell erscheint, wurde doch in den letzten Jahren nach ein paar Stunden immer Sold out gemeldet. Es darf gemunkelt werden, ob es am „verhaltenen“ Billing des Wacken 2016 liegt oder ob es mit der Erhöhung der Ticketpreise zu tun hat, welche kurz nach dem Ende des Festivals bekanntgegeben wurden.

Uns egal, wir pilgern sowieso wieder in den hohen Norden, denn die Devise gilt immer noch:

See you in Wacken…rain or shine!

Bereits bestätigt für die Ausgabe des WOA im 2017 sind übrigens folgende Bands:

Lacuna Coil, Kreator, Mayhem, Paradise Lost, Heaven Shall Burn, Sonata Arctica, Candlemass, Amon Amarth, Avantasia, Hämatom, Saltatio Mortis, Powerwolf, Turbonegro, Fates Warning, Soilwork, Orange Goblin, Grand Magus, Aura Noir, Rage, Napalm Death, Apocalyptica, Emperor, ASP.

Wie gewohnt werden im Adventskalender der Wacken-Organisatoren dann noch eine Menge mehr an Bands dazukommen. Es scheint jedoch ein gutes Jahr zu werden, was das bisherige Billing verspricht.


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/ 01.10.2016
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