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Eddie's Beast - Hall of Fame Wetzikon 2017
Sa, 28. Oktober 2017

Eddie’s Beast

Hall of Fame (Wetzikon)
15.11.2017
Eddie's Beast - Hall of Fame Wetzikon 2017

Up The Swiss Irons! 

Die einzige Schweizer Iron Maiden-Tribute-Band rockte am Samstagabend die Club Stage des Hall Of Fame. Die talentierte Truppe machte definitiv Lust auf das Original und hatte sichtlich Spielfreude. Leider war der Zuschaueraufmarsch eher bescheiden. Alles Weitere erfahrt ihr wie gewohnt im nachfolgenden Konzertbericht. 

Heute Abend scheinen an jeder Ecke irgendwelche Halloween-Feten stattzufinden. Da ich nicht wirklich der Kostümfreund bin, musste unbedingt ein Alternativprogramm her. Glücklicherweise kann diesbezüglich einmal mehr das Hall Of Fame in Wetzikon Abhilfe schaffen. Zu Gast ist die Schweizer Truppe Eddie’s Beast, welche sich voll und ganz dem «Iron Maiden-Tribut zollen» verschrieben hat. Da die Original zurzeit nicht unterwegs sind, kommt mir das heutige Konzert gerade recht. Ein Samstagabend voller Maiden-Hymnen – so könnte es doch gerne immer sein.

Offenbar scheinen sich nicht sonderlich viele Seelen nach Wetzikon verirrt zu haben. Vor der Club Stage herrscht eine gähnende Leere. Bis zum Auftritt der Biester dauert es allerdings ja auch noch eine gute Stunde. Aus den Boxen dröhnt ein hübscher Mix aus Symphonic und Power Metal-Stücken. Da haben sich die Veranstalter meiner Meinung nach eine optimale Einstimmungs-Playlist zusammengebastelt. Ob ich mir auch heute wieder einen Hopfentee genehmige? Selbstverständlich! So rückt der Show-Beginn langsam näher und näher.

Eddie’s Beast

Um 21.15 Uhr schreiten die fünf Musketiere schliesslich zur Tat und betreten die mit Tarnnetzen dekorierte Bühne. Haben die Herrschaften diese etwa der Schweizer Armee abgeluchst? Naja, heute Abend ist deren Nutzen sicherlich etwas grösser als bei irgendeiner – meist – sinnfreien WK-Übung. Das aktuelle Eddie’s Beast Line-up setzt sich zusammen aus Mace Mitchell (Gesang), Chasper Wanner (Gitarre), Christian Howald (Gitarre), Paul Betschart (Bass) und Matteo Valentino (Schlagzeug). Die beiden Letztgenannten sind die Neulinge in der Mannschaft. Dank Ihnen ist die Gruppe endlich wieder komplett und kann somit nach neunmonatiger Pause wieder mit vollem Elan angreifen.

Fulminant los geht’s schliesslich mit der Hymne «Moonchild». Definitiv ein mitreissender Auftakt. Iron Maiden selbst haben nämlich einmal verlauten lassen, dass Stücke der 1988er-Platte «Seventh Son Of A Seventh Son» kaum noch den Weg in die Setlisten der kommenden Touren finden werden (Anm. von pam: Auf der nächsten Tour im 2018 dürften die wieder zum Zug kommen …). Umso glücklicher sind die anwesenden Fans, dass sie den Song dank Eddie’s Beast nochmals live erleben können. Kollege Mace mag vielleicht kein Bruce Dickinson sein, aber mit seiner Stimme braucht er sich trotzdem keinesfalls zu verstecken. So weit entfernt vom Original ist die ganze Geschichte nämlich nicht.

Glücklicherweise scheinen die Musiker auch weniger bekannten Nummern eine Chance zu geben. Dazu zählt sicherlich das nun dargebotene «Be Quick Or Be Dead» vom «Fear Of The Dark»-Album. Das hohe Tempo lässt im HoF-Fumoir so einige Haare durch die Gegend fliegen. Eigentlich ein eher untypischer Maiden-Song. Allerdings erhielt ja die ganze Scheibe damals durchmischte Kritiken. Die nun folgenden Töne müssten eigentlich ausnahmslos jedem Metalhead-Gehör auf diesem Planten bestens bekannt sein. «The Trooper» ist einfach ein genialer Stimmungsmacher. Unsere fünf Biester tragen den Song hervorragend vor. Endlich gibt das Publikum ein paar Lebenszeichen von sich. Nichtsdestotrotz hält man sich – mit Ausnahme einer Knipserin – nach wie vor mit einem kleinen «Schweizer Anstandsabstand» von der Bühne entfernt auf.

Das neuste Maiden-Werk «The Book Of Souls» wird von den Herrschaften ebenfalls berücksichtigt. «Speed Of Light» ist ohnehin ein Lied, welches mir immer besser gefällt. Mit «Killers» folgt eine Zeitreise in die Vergangenheit. Damals wurde die eiserne Jungfrau noch durch einen gewissen Paul Di’Anno am Mikrofon angeführt. Anschliessend wird die Zuhörerschaft mittels «2 Minutes To Midnight» und «Run To The Hills» nochmals zum Mitsingen angeregt. Sehr zur Freude der Band machen doch einige brav mit.

Auf ein episches «The Phantom Of The Opera» folgt das beliebte «Wasted Years». Chasper und Christian entlocken ihren Saitenköniginnen wilde und energiegeladene Soli. Dabei tragen beide ein breites Grinsen im Gesicht. Matteo trommelt souverän auf seiner Schiessbude und bekundet keinerlei Mühen mit diesen weltberühmten Metal-Hymnen. Mit seinen 22 Lenzen ist er ganz eindeutig der Jungspund der Band. Doch mit solchem Talent braucht er sich vor seinen gestandenen Musiker-Kollegen zu keiner Sekunde zu verstecken. Wer wirklich überrascht ist Basser Paul. Hat er sich etwa in Vorbereitung auf diesen Gig hunderte Stunden lang Video-Material von Steve Harris angeschaut? Offenbar ja, denn er scheint dessen spezielle Spieltechnik beinahe perfekt übernommen zu haben. Hammermässig!

Nach den letzten Klängen von «Powerslave» bitten Eddie’s Beast zum Pausen(hopfen)tee. Einmal kurz durchatmen kann sicherlich nicht schaden. Ich nutze die Zeit für einen Abstecher an den Merch-Stand. Ein T-Shirt muss her. Das Logo zeigt Maiden-Maskottchen Eddie, der einen furchteinflössenden Werwolf an Ketten festhält. Das müsste dann wohl das Biest sein. Cooles Design! Sänger Mace nutzt die Gunst der Stunde und latscht mit einem Spendenkorb durch die Gegend. Da heute Abend kein Eintritt verlangt wird, müssen die Musiker ihre Gage über diesen Weg aufpeppen. Mit leicht ironischem Unterton in der seiner Stimme erklärt er den Besuchern, dass ausschliesslich grüne und blaue «Nötli» erwünscht seien. Hoffentlich ist ein bisschen etwas zusammengekommen. Ich würde es den Jungs jedenfalls absolut gönnen.

Aber noch ist nicht Feierabend. Die Biester haben zur Freude der anwesenden Metalköpfe ein zweites Set am Start. Aus den Boxen dröhnt eine Rede von Winston Churchill und sofort weiss jeder Maiden-Experte, was nun kommen muss: «Aces High». Die Herren auf der Bühne sind nach wie vor mit hoher Begeisterung bei der Sache. Das Hit-Feuerwerk nimmt kein Ende. «The Wicker Man», «Children Of The Damned», «The Number Of The Beast», «Fear Of The Dark» – da lacht das «maiden’sche»-Fan-Herz ununterbrochen. Bei den letzten paar Nümmerchen wagen sich dann an endlich ein paar Nasen direkt vor die Bühne. Auge in Auge nehmen sie gemeinsam mit Mace und Co. den Zugaben-Block in Angriff. Dieser ist mit «Iron Maiden» und «Hallowed Be Thy Name» ebenfalls nochmals hervorragend bestückt. Ein verdammt gelungener Abschluss dieses Auftritts.

Das Fanzit

Eddie’s Beast sind eine geniale und äusserst talentierte Iron Maiden-Cover-Band. Dies haben sie mit ihrer heutigen Darbietung im Hall Of Fame eindrücklich unter Beweis gestellt. Die unglaubliche Passion der einzelnen Herren war stets spürbar. Leider war der Publikumsaufmarsch wieder einmal ziemlich schwach. An alle Kostümpartygänger: Ihr habt definitiv etwas verpasst! Wir Schweizer sollten uns glücklich schätzen, eine solch starke Truppe in unseren Reihen zu haben. Lust auf die legendären Originale konnten Mace und seine Kollegen definitiv wecken. Eddie’s Beast würde ich mir zweifelsohne jederzeit wieder ansehen beziehungsweise anhören. Wer braucht denn da schon The Iron Maidens?

Cheers

Dutti \m/

Setliste – Eddie’s Beast

Set I

  1. Moonchild
  2. Be Quick Or Be Dead
  3. The Trooper
  4. Speed Of Light
  5. Killers
  6. 2 Minutes To Midnight
  7. Run To The Hills
  8. The Phantom Of The Opera
  9. Wasted Years
  10. Powerslave

Set II

  1. Churchill’s Speech (Intro)
  2. Aces High
  3. The Wicker Man
  4. Revelations
  5. The Evil That Men Do
  6. Prowler
  7. Children Of The Damned
  8. The Clairvoyant
  9. The Number Of The Beast
  10. Fear Of The Dark
  11. Iron Maiden*
  12. Hallowed Be Thy Name*

*Zugaben


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Eddie’s Beast
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15.11.2017
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