Mabon – The World Is Bleeding (CD Cover Artwork)
Fr, 29. März 2019

Mabon – The World Is Bleeding

Thrash Metal
02.04.2019
Mabon – The World Is Bleeding (CD Cover Artwork)

Thurgauer Thrash

Die 2003 gegründeten Mabon werden am 29. März ihren neusten Streich «The World Is Bleeding» auf die Menschheit loslassen. Gemessen an der neumodischen Masseinheit namens Facebook-Likes kennt die Truppe offenbar eigentlich (fast) keine Sau. Auf ihrer «Fratzenbuch»-Seite kommt die Truppe lediglich auf etwas mehr als 900 hochgestreckte Daumen.

Glücklicherweise muss man solche Aussagen beziehungsweise Statistiken aus den sozialen Medien nicht unbedingt jedes Mal für bare Münze nehmen. Schliesslich durften die Ostschweizer unter anderem schon die legendären Slayer supporten. Doch lassen wir nun die Vergangenheit ruhen und blicken erwartungsvoll der Zukunft entgegen. Ich bin gespannt, was der Nachfolger des Albums «Stampede Of The Damned» mit meinen Gehörgängen anstellen wird.

Das Album – «The World Is Bleeding»

Los geht’s mit dem beinahe-Titel-Track «This World Is Bleeding». Da wird bereits munter vor sich hingeknüppelt. Sänger Roger «Badi» Badertschers aggressives Stimmorgan ist definitiv eines der Markenzeichen des Mabon-Sounds. Textlich werden die Missstände des aktuellen Weltgeschehens an den Pranger gestellt. Dies geschieht unter anderem durch Wiederholung der Schlagworte «War», «Fire», «Disease», «Hate», «Terror», «Oppression», «Lies» und «Fate». Des Weiteren ist von einer «blinden Gesellschaft» die Rede. Eine volle und äusserst kritische Breitseite. Unrecht haben die Jungs damit jedoch nicht.

«In The Name Of God» beginnt gemächlich, aber das Tempo wird dann relativ rasch wieder erhöht. Da sehe ich vor meinem geistigen Auge die Nackenmuskeln während Live-Konzerten ordentlich leiden. Böse Riff-Arbeit der Herren Marco «Schmöck» Schmocker und Phil Pfingstl. Beim Abspielen dieses Stücks im Freien würde einem wahrscheinlich direkt eine wütende Meute von Missionaren nachrennen. Ich sage dazu nur: «In the name of your fucking god!» Auf dem Videoportal YouTube kann zu diesem Song übrigens bereits ein Clip begutachtet werden. Diesen sollte man sich bis ganz am Schluss anschauen, denn dann wird einem bewusst, dass Dreharbeiten kein Zuckerschlecken sind.

Als nächstes wird der Zuhörer vom Tod geküsst. In den Lyrics scheint allerdings von irgendeinem weiblichen Wesen oder Dämon die Rede zu sein. Der «Death Kiss» scheint massiv auszuarten, denn im Refrain kommen immer wieder «bloodstained sheets» (also blutbefleckten Bettlaken) zur Sprache. Während dieser Part auf der Platte durch Background-Gesang abgedeckt wird, könnte dieser im Rahmen eines Gigs sicherlich vom Publikum mitgebrüllt werden. Der ruhige Auftakt ist abermals kein Gradmesser, da nach rund 65 Sekunden bereits wieder die groben und harschen Klänge dominieren. Thomi Bitterli drischt unermüdlich auf seine Felle ein.

Verschnaufpausen gönnt einem dieses Album eindeutig nicht. Zwar finden sich auf «Die» ein paar melodiösere Abschnitte (eingängiges Gitarren-Gezupfe), aber tonangebend bleibt mehrheitlich nach wie vor der Thrash Metal. Es ist definitiv nicht verkehrt, dass die Jungs Truppen wie Slayer, Metallica oder Testament zu ihren musikalischen Einflüssen zählen. Das anschliessende «Hero» kommt ebenfalls wieder in bester Dampfwalzen-Manier um die Ecke gebraust.

Ich bin sicherlich nicht der einzige, der bei «God Of War» an eine gewisse Videospielfigur und die dazugehörigen Chaosklingen denkt. Allerdings morden wir uns jetzt nicht mit Kratos durch irgendwelche mythologischen Götter-Horden, sondern lauschen dem nächsten Abriss aus der «mabon’schen» Schmiede zu. Wenn diese Nummer mal kein Moshpit-Auslöser wird. Und – man staune – so abwegig ist die ganze Kratos-Thematik vom textlichen Aspekt dann am Ende doch nicht.

Der markante Einstiegs-Riff bei «Village Of The Damned» zieht mich sofort in seinen Bann. Auch sonst handelt es sich hierbei um ein ziemlich facettenreiches Stück. Es gibt ein paar Tempowechsel und phasenweise nimmt das Ganze beinahe schon Züge aus dem Groove Metal-Sektor an. Ich muss spontan an Ektomorf denken. Selbiges könnte man auch vom darauffolgenden «Reality» behaupten. Hab’ ich eingangs nicht von Likes und Social Media gesprochen? Tja, nun bekommen diese Dinge ihr Fett weg.

Der finale Track «Agro» macht seinem Namen alle Ehre. Ein etwas mehr als dreieinhalb Minuten dauerndes Polieren der Kauleiste. Da darf auch der gelegentliche Einsatz des F-Wortes nicht fehlen. Badi holt nochmals den ganzen Hass aus seinem Stimmorgan heraus. Abschluss nach Mass würde ich meinen.

Das Fanzit

Für Anhänger des knallharten Thrash Metal ist «The World Is Bleeding» ein absoluter Pflichtkauf. Mabon liefern hier feinste Nackenbrecher-Kost ab. Mähne schütteln ist jedoch nicht alles, denn die kritischen Texte laden auch zum Nachdenken ein. Ohne grossartig um den heissen Brei herumzureden wird aufgezeigt, was auf unserer Erdkugel zurzeit nicht richtig läuft. Hoffentlich wird dank diesem zweiten Album eine breitere Masse auf die Truppe aufmerksam. Es wäre ganz klar verdient.

Empfehlenswerte Hörproben: «This World Is Bleeding», «In The Name Of God», «Agro»

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Trackliste Mabon – The World Is Bleeding

  1. This World Is Bleeding
  2. In The Name Of God
  3. Death Kiss
  4. Die
  5. Hero
  6. God Of War
  7. Village Of The Damned
  8. Reality
  9. Agro

Line Up – Mabon 

  • Roger «Badi» Badertscher – Vocals
  • Thomi Bitterli – Drums
  • Tom Balmer – Bass
  • Marco «Schmöck» Schmocker – Guitar
  • Phil Pfingstl – Guitar

 

Video Mabon – In The Name Of God


Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 8/10



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Mabon – The World Is Bleeding
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